Kreismuseum Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg



Sonderausstellung

„Weihnachtsschmuck und Modelleisenbahn aus alter Zeit“
 
im Kreismuseum, während des gesamten Monats Dezember
zu den üblichen Öffnungszeiten: Di-So 10-13 und 14-17 Uhr,
also täglich außer Montag
 

Die alljährliche Weihnachtsausstellung hat sich in den letzten Jahren zur Tradition und zum Publikumsmagnet entwickelt. Gezeigt werden ca. 600 wertvolle Exponate.

Stilvoll, im wunderschön stuckierten Speisesaal und Gartensaal, sind Weihnachtsbäume mit Schmuck aus der Zeit von 1900-1920 zu sehen. Ergänzt werden die Bäume durch einen weihnachtlichen Gabentisch für Kinder, wie es ihn damals in großbürgerlichen Häusern gab. Ungewöhnlich sind weitere drei kleine Weihnachtsbäume aus gefärbten Gänsefedern, die im Krieg in Lazaretten oder auf Schiffen Verwendung fanden.

 


 

Die Ausstellung zeigt aber vor allem einen Querschnitt der schönsten Christbaumschmuck-Stücke aus der Zeit um 1900. Viele stilvolle und ungewöhnliche Objekte gibt es zu bewundern, etwa Kerzen aus Porzellan, die mit Petroleum befeuert werden konnten oder einen wertvollen „Candy Container“ in Form eines Mondes, in dem zum Fest Süßigkeiten aufbewahrt wurden.

Eine wertvolle Seltenheit ist eine 19teilige Schäferszene der Zeit um 1880 aus Tragant, einer essbaren Masse aus Mehl, Wasser und Gummi. Besonders beliebt waren auch „leonische Drähte“, welche die Kugeln oder Formteile umspinnen, bunte Papier-Oblaten, die auf Lebkuchen oder Wattefiguren geklebt oder an den Baum gehängt wurden, prächtige „Kometen-Sterne“ aus fein gesponnenen Glasfäden oder dickwandige „Biedermeier-Kugeln“, die ältesten Vorläufer der formgeblasenen Christbaumkugeln. Ein besonderes schönes Stück ist ein gläserner, bemalter Engelskopf mit eingesetzten Augen. Häufig hatten die „Schmuckstücke“ aber auch nur geringen weihnachtlichen Bezug wie Schnuller, Schirme, Autos, Tiere oder Pflanzen.

Kerzenhalter zeigen sinnreiche Erfindungen, wie z. B. schwere Bleigewichte an einem Pendel, welche die Kerzen stets senkrecht halten oder 45 cm lange Kerzenhalter, die am Stamm befestigt wurden. Weiterhin sind schöne alte Weihnachtsgrußkarten zu sehen, Gablonzer Glasperlenschmuck und gläserner Baumschmuck aus Lauscha - sowie alte Werkzeuge, mit denen die Kugeln in Form gebracht wurden.

Historisch besonders interessant sind die politisch-propagandistischen Verirrungen beim Weihnachtsschmuck der wilhelminischen Kaiserzeit oder des Dritten Reiches, die selten zu sehen sind.
 



 

In diesem Jahr kommt ein weiterer "Glanzpunkt" hinzu: Neben einem Weihnachtsbaum mit Schmuck aus der Zeit um 1890/1900 mit Krippenfuß und Gabentisch, einem Jugendstil-Weihnachtsbaum ganz in Silber und einem von der Decke hängenden Baum, der belegt, wie im frühen 19. Jahrhundert geschmückt wurde, wird erstmals ein weiterer Baum ausschließlich mit gläsernern Vögeln gezeigt. Solche waren bis in die 20er Jahre (und später wieder in den 50ern) sehr beliebt.
 

Als besondere Attraktion zeigen wir eine große Modelleisenbahnanlage (mit Uhrwerk- bzw. Elektro-Lokomotivantrieb) der Spur 0, fast ausschließlich mit „Märklin"- und "Bing"-Artikeln aus der Epoche 1900-1935. Während viele Eisenbahnanlagen, die zur Adventszeit vorgeführt werden, aus späterer Zeit stammen, ist die des Kreismuseums von ganz besonderem historischem Reiz. Das gilt nicht nur für den seltenen Spur-Null-Schienenzeppelin oder die verschiedenen Bahnhöfe.



 
Schauen Sie auf Gleise und farbenfrohe Züge zusammen mit authentischem Zubehör (Kran, Fußgängerbrücke, Läutewerkhäuschen, Tunnel usw.) in der kurz nach 1900 sehr beliebten sogenannten „Spur Null“! In diesem Abbildungs-Maßstab (1:45) wird jeweils ein Meter des Vorbilds auf 2,2 cm im Modell verkleinert. Für die Besucher bedeutet das die gelungene Verbindung einer guten Sicht auf relativ großes Schienenmaterial mit interessanter Streckenführung. Die Besucher können sich auf spannende Zugfahrten (auch im Mehrzugbetrieb mit Uhrwerk- bzw. Elektro-Lokomotivantrieb freuen).

Am 24., 25., 26. und 31. Dezember ist das Kreismuseum geschlossen, jedoch bietet sich die Ausstellung zwischen den Festtagen zu einem geruhsamen Besuch geradezu an.
 


 

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