"Dom im Eimer" und "Fotographic works" -
2 Sonderausstellungen mit Werken von Alice von Borstel"


"Dom im Eimer"
 

Die Salemer Künstlerin und Fotografin, die regelmäßig Fotokurse im Kreismuseum leitet und dort die große Camera obscura vorführt, zog mit einer kleinen Camera obscura, einem einfachen Eimer, los, um den Ratzeburger Dom in neuen, ungewöhnlichen Ansichten festzuhalten.

Die Bilder entstehen mit einem Minimum an Technik und einem Maximum an Erfahrung: Ein Fotopapier im Eimer wird durch ein Loch dem Licht ausgesetzt und ergibt durch die Rundung des Eimers reizvolle Verzerrungen. Ohne Sucher, ohne Optik, ohne Blenden, ohne Autofokus, ohne Auslöser und ohne Film entstehen Lichtbilder mit Langzeitbelichtungen, die lediglich auf Erfahrung und Fingerspitzengefühl beruhen.
 

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Besucherinnen und Besucher können die kleine Ausstellung im Vorübergehen auf dem Weg zum Dom kostenlos besichtigen - die großformatigen Fotos sind fixiert am Zaun des Kreismuseums auf dem Domhof.

 

 


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7. 10. bis 7. 11. 2005

Alice von Borstel

Camera obscura
Lochkamera - Photographien
 

Alice von Borstel: Photographie (Ohne Titel)


Die in Salem lebende Fotografin Alice von Borstel zeigt eine Auswahl ihrer Arbeiten aus dem Foto-Eimer und experimentelle Schwarzweiß-Photographien. Sie formuliert als Essenz ihrer Arbeit unter Anderem: "Die Besinnung auf den Ursprung des optischen Prinzips der Photographie gleicht einer Entdeckung. Das Entbehren des Technischen wird durch die Natürlichkeit des ungebrochenen Lichts belohnt - und die Auswirkungen langer Belichtungszeiten lassen die Bilder in einer irrealen Schönheit erscheinen."

Die Ausstellungsstücke sind über das ganze Museum verteilt und in die ständige Ausstellung integriert, ja ergänzen diese in ihrer Thematik. So hängt im rustikalen Nebengebäude ein Foto-Zyklus "Wege übers Land", der (Ernte-)Wagen zeigt und die Flachsverarbeitung beleuchtet. Fotos mit dem Thema "Küchenprofile" hängen in der alten Küche des Hauses von der Decke. Im Rokokosaal mit seinen vielen Stühlen ist das Thema "Verweile doch!", das alte Thonet-Stühle als Bildmotiv nimmt, untergebracht. Der Ausstellungsraum zum Thema "Grenze" wird ergänzt durch von Borstels Arbeiten mit dem Motto "Vergängliches" und im wunderschönen Gartensaal lockt "Evas Garten". Ungewöhnliche Stadt- und Gebäudeansichten sind im Foyer zu bestaunen, u.a. Ansichten aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Ungewöhnlich sind auch die Fotos selbst, denn sie entstanden zumeist nicht auf herkömmlichem oder gar digitalem Weg, sondern mit der "Camera obscura", der ältesten Technik der Fotographie überhaupt. Ohne mechanische oder elektronische Hilfsmittel wie Linsen, Sucher, Blenden, Fokussierung, Auslöser und sogar ohne Film, sondern einfach mit einem Blecheimer, in den ein winziges Loch gebohrt wird, entstehen Bilder von ganz eigener und eigenartiger, kunstvoller Ästhetik. Allein das Licht ist es, das auf einem im Eimer angebrachten Fotopapier direkt das Bild hinterlässt, und es bedarf viel Mühe und Erfahrung um mit Langzeitbelichtungen, die ihre eigenen Gesetze haben, derartige Ergebnisse zu erzielen.

Im Kreismuseum selbst ist ständig eine "Camera obscura" in Gestalt eines 2x2x2m großen Holzkastens ausgestellt, die von den Besuchern auch betreten werden kann, so dass man das Prinzip dieser Technik unmittelbar erlebt.

Alice von Borstel arbeitet schon seit langem professionell mit dieser ungewöhnlichen Technik und zeigt nun erstmals einen Querschnitt von 50 Photographien. Durch die Besonderheit der Camera obscura, wie etwa die Krümmung der verwendeten Dosen und Eimer entstehen ungewöhnliche Perspektiven und Verzerrungen und überraschende Lichteffekte. Jedes Bild wird in der Dunkelkammer von Hand vom Papiernegativ aus dem Eimer erarbeitet. Rückstände der verwendeten Chemikalien und der Verzicht auf Retusche erhalten die geheimnisvolle Ursprünglichkeit der Bilder und geben ihnen den besonderen Reiz.

Alice von Borstel: "Photographie alles kann mit Licht verändert und deformiert werden. Mit der Camera obscura kann ich kreative und innovative Bilder gestalten."