Jahresband 1910

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg



Die Familie Proyl-Lutow
und die Katharinen-Bruderschaft in Mölln.

Von Dr. GEORG HILLE in Schleswig.
 

Durch den anmuthig in Wälder gebetteten Lütauer See, der von Süden her durch die Lütaubek das Wasser des Drüsener Sees empfängt und nach Norden durch den Schmalsee in den großen Möllner See abfließt, ist ein alter Name lebendig, der in drei Jahrhunderten Bedeutung für die Stadt Mölln gehabt hat. Das durch das Zehntregister des Bisthums Ratzeburg bekannte, einst zum Kirchspiel Gudow gerechnete Dorf Lutow ist schon früh verschwunden. Darauf zu beziehen ist eine zwischen 1360 und 1365 in das älteste Möllner Stadtbuch eingetragene Notiz über Erbansprüche einer Margareta uxor Alberti Most de Lutowe quondam soror Fabri civis in Molne. Von der Lütower Mühle spricht dasselbe Stadtbuch 1385 bei einer Rentenforderung des Wernerus ut der Lutowermolen swagerus Heynonis Danneken. Weiter heißt es, daß Wernerus de Lutowermolen senior eine Landbreite, eine s. g. crutzebrede auf dem Steinfeld von der Wittwe des Johannes Warnekow gekauft hat. Ein Wernerus de Lutowermolen junior wird 1388 bei einer Rentenzahlung genannt.

Die Bedeutung der Lütower Mühle für den betheiligten Adel, den Landesherrn und die Stadt Mölln erkennt man aus den Möllner Urkunden. Danach verpfändete der Knappe Gerhard von Gubow 1382 Einkünfte aus der Mühle an den im Möllner Stadtbuch oft erwähnten Emekinus de Hagen; 1385 verkaufte er zusammen mit seinem Sohne Gericke ihren Antheil an der Mühle dem Möllner Rath für 550 Mark, 1395 eine Mehlrente für 50 Mark. Andere Einkünfte aus der Mühle verpfänden

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1413 die Brüder von Ritzerau auf Duvensee dem Rathe. Der halbe Drüsener See und eine Mehlrente aus der Mühle, 1398 dem Rathe vom Herzoge überlassen, wurden 1422 von diesem zurückgekauft. Nach der letzten urkundlich vorliegenden Nachricht verkaufte Herzog Bernhard II. dem Rathe am 12. November 1460 für 100 Mark eine Mühlenrente von vier Pfund Mehl.

Ueber den Abbruch und über die Verlegung der Mühle finden sich in den lauenburgischen Acten des Staatsarchivs keine Nachrichten.

Im fünfzehnten Jahrhundert wurde der Ortsname Lutow zum Familiennamen der Nachkommen des Albert Proyl, der 1386 dem Heilgengeist-Hospital für ein Kapital von 30 Mark jährlich zwei Mark Rente zu zahlen hatte. Er wird noch 1332 und 1394 bei Rentenkäufen genannt zusammen mit Sifridus Hanken. Sie werden als fratres legitimi bezeichnet und werden demnach Halbbrüder von ein und derselben Mutter gewesen sein. Alberts richtiger Bruber könnte Bernd oder Beneke Proyl (Progel) gewesen sein, dessen Wohnung 1413 im Stadtbuch erwähnt wird. Als Rentenempfänger wird er 1416 genannt. Einem Sohn von ihm wird der gleiche Name gelten, der nach langer Pause 1448 und 1452 wieder im Stadtbuch erscheint. Dieser jüngere Bernd war bis 1461 Mitglied der Möllner großen Bruderschaft (fraternitas contubernii majoris) deren im Staatsarchiv aufbewahrte Register mit 1453 beginnen. 1462 wird darin seine Frau als Progelsche unter den Wittwen genannt.

Albert Proyl hatte eine Frau Namens Mechild und von ihr einen Sohn, der als Geschäftsmann Raihmann und Bürgernteister von Mölln unter den Namen Albertus Proyl, Lutow Prohl, Albertus Lutowe in den Möllner Stadtbüchern, Registern und Urkunden von 1424 an sehr häufig genannt wird. Seine vielen Rentenkäufe nicht nur aus Käufern in der Stadt, sondern auch aus adligen Gütern, von den Karlows in Tüschenbek, den Scharfenbergs in Seedorf, den Losekes in Sterley lassen ihn als einen Geldkaufmann größeren Stils erscheinen, Woher

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er die Mittel dazu hatte, sagen die Stadtbücher und die Urkunben nicht, vielleicht aus der Lutower Mühle oder von den Lutower Feldern, wenn
darauf sein neuer Familienname basirt.

Als Lutouw cum uxore ist er in den Registern der großen Bruderschaft vorn unter deren Vorstehern verzeichnet, 1459 zum ersten Male ohne seine Frau und selber zum letzten Male. Von seiner Frau Alheid ober Taleke, die wohl zweifellos eine Tochter des Lemeke oder Lambert Meyger und dessen Frau Beke war, hatte er nachweislich zwei Söhne, Lambert und Albert, welche beiden Namen fortdauernd die Vornamen seiner männlichen Nachkommen bleiben, und eine Tochter, Metkc, die öfters verheiratet, zuletzt Metke Rades genannt wird und 1501 nicht mehr am Leben ist.

Lambert, 1461 und 1464 als Rentenkäufer genannt, seit 1458 Mitglied der großen Bruderschaft, 1460 als Nachfolger seines Vaters einer ihrer Vorsteher, wird schon 1465 als verstorben bezeichnet.

Lange überlebte ihn sein Bruder Albert, der den geistlichen Staub erwählte und Vicarius perpetuus an der Möllner Nicolaikirche und bei Unser lieben Frauen zu Lübeck wurde. Der großen Bruderschaft, in die er 1460 eintrat, hat er in der ganzen folgenden Zeit, aus der deren Register
erhalten sind (1453-1484), angehört. Nach seines Vaters Tode erschien er 1460 vor dem Möllner Rath mit des Vaters Testament, um dessen Stiftung zum Gedächtniß seiner Eltern und Schwiegereltern, seiner selbst und seiner Frau und zur Spende von Gewand und Schuhen an arme Leute protocolliren zu lassen. Dem in den Anlagen wörtlich mitgeteilten Protocoll mit seinen willkommenen Familiennachrichten ist am Schluß ein Passus angehängt, aus dem man erfährt, daß der Bürgermeister Albert Lutow kurz vor seinem Tode eine Mark jährlich für die ewige Lampe in der St. Jürgenkapelle gestiftet, und daß sich in dieser Kapelle ein Bild des Kreuz tragenden Christus befunden hat.

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Den Söhnen des Bürgermeisters fiel ein reiches Erbe zu, so daß der Vicarius Albert, der daneben auch aus seinen Pfründen Einnahmen hatte, häufig Geld auf Rente hergeben konnte. Im Jahre 1499 hat er dem Hamburger Rath in einer Summe 1000 Mark zu 5 % geliehen, unkündbar zu seinen Lebzeiten, nach seinem Tode mit 4 % zu verrenten an den Inhaber des Schuldbriefes als der broderschup sunte Catarinen in der parkerken St. Nicolai binnen Mollen, der he sodanen rentbref ghift und totekent, welkere brauderschup he schole gestichtet und fundert hebben.- Damit werden wir hingewiesen auf die von ihm geplante große Stiftung einer Möllner Katharinen-Bruderschaft, bei deren Errichtung er mit großer Sorgfalt zu Werke ging. Nachdem er sich der Zustimmung des Möllner Pfarrherrn Dr. Oesthusen und der Möllner Kirchgeschworenen verfichert hatte, erschien er vor dem versammelten Lübecker Rath, der als Pfandinhaber von Mölln die landesherrlichen Befugnisse hatte, und erhielt dessen Einwilligung. Der Rath teilte dies am 1. Juli 1501 in einem langen alle Satzungen der Stiftung aufzählenden Schreiben dem Ratzeburger Bischof Johnannes mit, der, zur Genehmigung der Stiftung und zur Gewährung eines an sie geknüpften Ablasses bereit, den Ratzeburger Prior Dt. Albert Make und die beiden Domherrn Marquard Mund und Otto Schack nach Mölln sandte, wo im Hause des Hans Bolaen im Beisein des Notars Hinrik Westval am am 11. October 1501 verhandelt wurde. Der Notar fertigte darauf die in den Anlagen mitgetheilte lange Urkunde aus, in die das die Satzungen der Stiftung enthaltende Schreiben des Lübecker Rathes wörtlich eingeschaltet tst. Nach dem Willen des Lübecker Rathes und auf Bitten des Stifters wurde die Urkunde zur größeren Sicherheit und zu ewigem Gedächtniß am 13. Dezember 1504 nach ihrem vollen Wortlaut in das Möllner Stadtbuch eingetragen.

Der Stifter heißt darin Albertus Lutouw alias Proyl cognominatus, woraus zu schließen, daß damals

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der alte Familienname noch nicht vollständig durch den neuen verdrängt gewesen ist.

Aus der sehr inhaltreichen Stiftungsurkunde, die culturhistorisch interessant und nicht übel zu lesen ist, erfahren wir, daß Albert in der Südseite der Möllner Nicolaikirche einen neuen Altar hat bauen lassen, mit verschließbarem Schrank zur Aufbewahrung von Geräthcn und Documenten, und daß er zu diesem Altare eine Bruderschaft gestiftet hat unter dem Titel und Namen der heiligen Jungfrau und Märtyrerin St. Catharina, seiner besundergen lefhebberin, für deren allgemeine Verehrung in der Möllner Kirche ein Zeuge erhalten ist in dem mit ihrem Bilde versehenen vergoldeten silbernen Abendmahlskelch, den, wie im 1860 erschienenen zweiten Bande des Vaterl. Archivs für das Herzogthum Lauenburg, Seite 47 erzählt wird, Gheske Vagedes gestiftet hat.

Das mit vier Procent zu verzinsende Stiftungscapital von 2700 Mark bringt jährlich 108 Mark, deren Genuß sich der Stifter für seine Lebenszeit vorbehält. Interessant ist die ausdrückliche Forderung, daß bei etwaigen Kündigungen das Kapital nicht in Mölln oder in Landgütern, sondern in merklichen Städten, Kapitteln ober Klöstern neu belegt werden soll. Ausführlich sind die Bestimmungen über die Zusammensetzung und Ergänzung der Bruderschaft, die Geschäftsleitung durch die Schaffer, die Memorien und anderen Gottesdienstlicheu Feiern, mit genauer Bezeichnung der bei den verschiedenen Gelegenheiten zu singenden Gesänge, des Glockengeläutes und Orgelspiels, der Zahlungen an die Geistlichen, den Schulmeister, die Schüler, den Organisten und die Calcanten, über den Schmuck des Altars mit Decke und Lichtern. Ebenso genaue Bestimmungen werben getroffen über das Festmahl der Bruderschaft und die Speisung der Armen, wozu ein fetter Ochse geschlachtet und gut gekocht werden soll. Als Getränk dabei darf nur Möllnisches Bier dienen, eine Bestimmung, die vielleicht zu der Frage berechtigt, ob die Lutows als Brauer den Grund ihres Vermögens gelegt haben.

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Die Reste von der Festmahlzeit sollen alle in die Schule geschickt werden zur Verteilung an arme Schüler. Für die Armen ist viermal im Jahre die Badestube bereit zu stellen, zu Weihnachten, zu Ostern, Johanni und Michaelis, und nach dem Bade sollen sie mit Weißbrot und Möllner Bier gestärkt werden.

Stirbt der Stifter zu Mölln ober nicht fern davon, dann soll man ihn bei der Bruderschaft Altar begraben. Sein Gedächtniß ist alle Jahr feierlich zu begehen mit Seelenmessen, Gesängen, Glockengeläut und Orgelspiel. Auch dazu soll ein fetter, wohlgemästeter Ochse geschlachtet, gekocht und an die Armen verteilt werden. Die Kosten für jede Feier dürfen aber nicht mehr als 11 oder 12 Mark betragen.

Der Nicolaikirche wird ein silbernes Katharinenbild geschenkt, zu ewigen Zeiten darin zu bleiben, zur Benutzung an Festtagen auf dem hohen Altar und auf dem Altar der Bruderschaft.

In die jährlichen Stiftnngseinkünfte von 108 Mark sind eingerechnet 40 beim Lüueburger Rath belegte Mark, die zunächst noch Geseke Bützow genießt, deren sicher vorhandenes Verwandtschaftsverhältniß zum Stifter nicht zu ermitteln ist. Nach ihrem Tode sollen diese 40 Mark einer besonderen Armenstiftung dienen. Zwölf arme Menschen sollen daraus jeden Sonnabend vier schöne Roggenbrote und ein Pfund bester Butter erhalten, in der Fastenzeit statt der Butter sechs Heringe. Die Catharinen-Bruderschaft hat diese Präbende zu verleihen, bei der, wenn die Mittel einmal zu knapp werden, zunächst von der Butterlieferung Abstand zu nehmen ist.

Ferner ist die Rede von einer durch Versäumniß verminderten Almosenstiftung, die Alberts verstorbene Schwester Metke Rabes noch bei ihren Lebzeiten errichtet hat. Zu deren Patronen werden bestimmt der Vicar Albert Bollaen nebst seinen beiden Schwestern Lutgard und Geseke und Alberts Brudersohn Lambert Lntow und nach ihnen ihre Kinder, wenn sie welche bekommen sollten. Nach deren und nach der Almosenempfänger Tode geht

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auch diese Stiftung über in die Verwaltung der Catharinen-Bruderschaft.

Zum Schluß wird bestimmt, daß, wenn es in dieser zu Zwistigkeiten kommen sollte, der Schuldige die anderen mit einer Tonne Bier und einem guten Fleisch- oder Fisch-Gericht zu erfreuen hat. Stirbt ein Mitglied der Bruderschaft, dann haben die nachbleibenden bestimmte Messen und Gebete zu verrichten.

Von den verschiedenen Schlüsseln zum Altarschrank, in dem alle Wertpapiere und zurückgezahlte Kapitalien der Bruderschaft verwahrt werden, sollen einen der älteste Bürgermeister, die beiden anderen die Vorsteher der Bruderschaft verwahren, —

Unmittelbar vor der hier besprochenen, wie schon gesagt, erst am 13. Dezember 1504 eingetragenen Stiftungsurkunde steht im Stadtbuche die auch in den Anlagen wörtlich mitgetheilte Urkunde vom 15. October 1504. nach der Albert Lutow für ein Kapital von 400 Mark eine jährliche Rente von 20 Mark aus den Besitzungen des Bürgers Hans von Lübeck erworben hat, die nach seinem Tode an den Bürgermeister Hans Tuschouw und seine Frau Lutgard, Lambert Lutow und seine Frau Anneke und Hans Boile und seine Frau Geseke und nach all deren Tode an die Catharinen-Bruderschaft gezahlt werden soll. Von dieser Rente werden 12 1/2 Mark zum Ankauf von Zeug für Arme und 7 1/2 Mark für eine Commende bestimmt.

Auch aus den folgenden Jahren finden sich im Stadtbuch noch wiederholt Nachrichten über Rentenkäufe Albert Lutows, die letzten sicher datirten aus dem Jahre 1513, in denen er der Bruderschaft noch 200 Mark Kapital Hinrik Brockwedels Erbe und Schmiedewerk vor dem Steinthor und 100 Mark in Reineke Soltouws Acker auf dem Gültzower Felde zuwendet. Lange hat er dann nicht mehr gelebt. Am 26. October 1514 ist in einem Lübecker Schreiben von ihm als einem Verstorbenen die Rede.

Nachrichten über die Constituirung der Bruderschaft und Verzeichnisse ihrer Mitglieder liegen nicht vor,

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weder aus der Lebenszeit des Stifters noch aus den wenigen Jhren, in denen die Bruderschaft nach seinem Tobe bis zur Durchführung der Reformation in Mölln bestanden hat.

Sie wird überlebt durch eine andere Stiftung Albert Lutows, durch seine zum Gebrauch für die Möllner Kirche bestimmte und heute noch in deren Sacristei aufbewahrte Bibliothek, über die W. Dührsen am 25. Juni 1882 im hamburgischen Korrespondenten und im ersten und im vierten Bande dieses Archivs Ausführliches mitgeteilt hat. Wir erfahren von ihm, daß Albert in die Bücher gewissenhaft den Preis eingetragen hat, für den er sie erworben, und daß er in eins sein Wappen eingezeichnet hat, in getheiltem Schilde oben einen springenden Hund und unten ein halbes Mühlrad. Aus letzterem will Dührsen auf einen Zusammenhang des Geschlechts mit der Lutower Mühle schließen, wofür ja auch der neu gewählte Familienname spricht. Dagegen ließe sich geltend machen, daß man bei der Wahl eines Geschlechtswappens auch an das Mühlrad im Möllner Stadtwappen gedacht haben kann. Ein Siegel mit Proylschem ober Lutowschem Wappen befindet sich leider an keiner der ins Schleswiger Staatsarchiv gelangten Urkunden. - Bei Besprechung der Lutowschen Bücher weist Dührsen auch auf deren stattliche Einbände hin als Zeugnisse für die hohe Stufe, auf der die Möllner Buchbinder zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts in ihrer Kunst gestanden haben. Dafür spricht auch der jetzt leider arg zerfetzte, schön gepreßte große Leberband des mit 1464 beginnenden, mit Schloß, Klammern und Metallecken versehenen zweiten Möllner Stadtbuches. Der es gebunden, hat voll Stolz seinen Namen auf die Nachwelt gebracht durch d auf den vorderen Decket eingepreßten Reim: Hinrik Witt, bant dit.

Wir blicken jetzt zurück auf des Vicars Albert früh verstorbenen Bruder Lambert, der einen Sohn gleichen Namens hinterließ, von dem es 1465 im Stadtbuch heißt: witlick sii dem rade jegenwardich unde tokamende, dat dat kind Lambert Lutow, dat dar het Lambert, is

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uthgesecht unde uthgededinget, dat dat kind schal hebben uth unde an deme erve synes zeligen vaders anderhalf hundert mark, unde de moder schal dat kind voden to synen jaren, unde dervile dat de moder dat kind bii sick heft, so enschal me dat geld ok nicht uthgeven, men wen dat kind to synen jaren kumpt, so schal deme kinde mede uth volgen de anderhalf hundert mark.

Zu Jahren gekommen, wurde dieser jüngere Lambert 1490 Mitglied der Möllner heiligen Leichnams Bruderschaft, der er sicher bis 1512 angehörte, mit welchem Jahre die auf uns gekommenen Register der fraternitas corporis Christi abschließen. Nach 1512 wird er noch wiederholt als Rentenkäufer genannt, zum letzten Male 1523. Ihn überlebten seine Frau Anneke, nach einem Zeugniß von 1513 eine eheliche Tochter eines Bernd Arnd und seiner Frau Anneke, und zwei Söhne, die wieder Albert und Lambert hießen.

Diese, die Mutter mit ihren beiden Söhnen, meldeten sich, als nach Einführung der Reformation in Lübeck auch für den außerstädtischeu Besitz, darunter für Mölln, eine neue Kirchenordnung erlassen wurde. Aus ihr, die als Anhang zu Bugenhagens fesselnd geschriebener christlicher Ordnung der Stadt Lübeck unter dem Titel: ordeninge der Lubischen buten der Stadt yn eren gebeede bei Johann Balhorn 1531 gedruckt ist, erfährt man, daß Lübecker Kommissare nach Mölln geschickt wurden, um aufzeichnen zu lassen alle kirchlichen und geistlichen Güter, Lehne, Bruderschaften und alles sonst um Gottes willen hergegebene. Für diese Einkünfte wurde ein besonderer Schatzkasten mit genau geregelter Verwaltung eingerichtet, bestimmt zum Unterhalt der Schulpersonen, der Kirchendiener und der rechten Armen. Lehrreich sind die Bestimmungen über die Gehälter, die jährlich aus dem Schatzkasten an den Pastoren und den Capellan, die Schulpersonen, den Küster und den Organisten gezahlt werden sollten. Verfügt wurde ferner die Aufstellung von Verzeichnissen der Stiftuugsgüter, damit de güdere

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nicht ummekamen und by Gades ehre blive, wat milde hende tho Gades ehre gegeven hebben, in zwei Exemplaren, das eine für die Kirchenvorsteher, das andere für den Lübecker Rath. Leider hat sich keins von den beiden Möllner Exemplaren mehr ermitteln lassen, weder im Lübecker Staatsarchiv noch bei den ins Schleswiger Staatsarchiv gelangten Möllner Akten. Auch Kirchen- und Armenrechnungen, die über die ferneren Schicksale der aus der katholischen Zeit stammenden Bruderschaftsrevenüen im einzelnen Auskunft geben, scheinen nicht erhalten zu sein.

Einen erheblichen Zuwachs erhielten die Kirchenmittel aus den Kirchenschätzen, denn wie in Lübeck hat man auch in Mölln die silbernen Bildnisse und Kleinodien, weil sie sonst keinen Profit und Vortheil mehr brachten und Fährlichkeiten ausgesetzt waren, verkauft. Die Möllner haben dafür 1543 in guten Joachimsthalern 3000 Mark bekommen und dieses Kapital, mit 120 Mark jährlich zu verzinsen, beim Hamburger Rath belegt.

Dazu kamen aus einem zweiten Verkauf 1555 noch 650 Mark. Die auf diese Verkäufe bezüglichen Protokolle des Möllner Stadtbuches sind im 2. Bande dieses Archivs, Heft 3 Seite 121 veröffentlicht, leider ohne die technisch interessante Werthberechnung der verkauften Gold- und Silbersachen.

Mit verkauft wurde auch das von Albert Lutow der Möllner Kirche für ewige Zeit geschenkte silberne Katharinen-Bildniß. Es hat zehn Mark weniger ein Loth gewogen und einen Verkaufswerth von ungefähr 160 Mark Geld gehabt.

Stiftungsgemäße Ansprüche der Familien der Stifter ließen sich natürlich nicht einfach durch die neue Kirchenordnung, sondern nur durch Abfindung beseitigen. Deshalb konnten die Möllner Kirchgeschworenen nicht umhin, Anneken, der Wittwe Lamberts II. und ihren Söhnen Lambert III, und Albert IV. erhebliche Zugeständnisse zu machen. Durch den in den Anlagen mitgeteilten Vertrag vom 5. September 1532 wurden ihnen auf Lebens-

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zeit 20 Mark und für vier Jahre 24 Mark zugesichert. Ferner bekam Albert noch auf zehn Jahre den Nießbrauch eines Ackers im Werthe von 400 Mark und das Vorkaufsrecht, wenn er die genannte Summe zu zahlen vermöge. Der Lutowen Kinder soll man, wenn sie erwachsen sind, so wes tokeren, damit man se tho eren konde bestedigen. Verarmen sie, dann sind sie vor anderen zu beriicksichtigen. -Dagegen verpflichten sich die Lutowen durch den Vertrag zur Auslieferung aller Documeute und Besitzstücke, auf die die Katharinen-Bruderschaft Anspruch hat.

Von den beiden Söhnen der Frau Anneke, die 1531 noch lebte, wird Lambert früh und ohne Nachkommen zu hinterlassen, gestorben sein, da von ihm nicht weiter die Rede ist in den Stadtbüchern, die über seinen Bruder Albert eine Fülle von Nachrichten enthalten. Da er immer nur als Verkäufer und nicht als Käufer von Renten auftritt, scheint es mit ihm wirtschaftlich mehr zurück als vorwärts gegangen zu sein. Dazu stimmt, daß er sich der durch den Vertrag von 1532 ihm auferlegten Verpflichtung zu entziehen sucht durch Zurückbehaltung eines Rentenbriefes über 200 Mark. Der Fürsprache des Lübecker Bürgermeisters Klaus Bardewik, der einst Lübecker Hauptmann in Mölln gewesen war, verdankte er es, daß ihm am 29. September 1546 aus Gunst noch fünf Mark jährlich auf Lebenszeit zugesichert wurden. Dafür muß er sich aber endgültig aller ferneren Ansprüche an die Güter der Katharinen-Bruderschaft begeben und sich dazu durch eine eigenhändig in das Stadtbuch geschriebene Versicherung verpflichten, ein Fall, der sonst bei Führung der Möllner Stadtbücher nicht vorgekommen ist.

Noch im selben Jahre 1546 und das Jahr darauf nimmt er wiederholt auf seine Möllner Käufer Gelder auf. Vom Junker Gobert von Höxel wegen 100 Mark Kapital und 20 Mark Zinsen verklagt, die er nicht schaffen kann, sucht er Hülfe bei Bürgermeister und Rath, die den Junker zum Verzicht auf den Zins und auf zehn

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Mark vom Kapital bewegen gegen das Versprechen, daß am Vastelabend 1548 der volle Betrag Von 90 Mark gezahlt werden soll, wofür sich der Bürgermeister Heine Karsten verbürgt, zu dessen Sicherheit ein Lutowsches Haus verpfändet wird. Lange kann Albert dann nicht mehr gelebt haben, da seine hinterlassene Wittwe Elsabe eine geborene Brusehauer sich schon 1551 wieder vcrheirathete, mit Jürgen Pomberg. Söhne hat Albert Lutow nicht mit ihr gezeugt, sonbern nur zwei Töchter, Anneke, noch bei Lebzeiten des Vaters mit Paul Brüggemann verheiratbet, und Margarethe, die 1551 noch unmündig war.

Als Heirathsgut brachte Frau Elsabe in die zweite Ehe mit alles, was ihr erster Mann an Erbe und Gut gehabt hat, beweglich und unbeweglich, klein und groß, an Baarschaft und ausstehenden Schulden, Hausgeräth, Vieh und fahrende Habe, und alles, was sie selbst an Leibgedinge, Kleinodien, Geld oder Geldeswerth hat ober erben wird. Jürgen Pomberg, der 952 Mark mit in die Ehe brachte, verpflichtete sich zur Zahlung aller Lutowschen Schuld und Umschuld, die auf 823 Mark veranschlagt wurde. Elsabes Tochter Margarethe nimmt Jürgen als seine leibliche Tochter in väterlichen Schutz und Verwaltung. Er wird sie seiner Zeit ebenso aussteuern, wie dies mit ihrer an Paul Brüggemann verheiratheten älteren Schwester geschehen ist, so ferne se sick na ehm richten, sinem guden rade folgen ock ehrlick und wol schicken werde, als se denn wo ein ehrlick kind ungetwifelt wohl dohn werdt. Sie heiratete später einen Lübecker des Namens Eggelhorst oder Eggeshorst.

Der Fall, daß Elsabe in zweiter Ehe noch Kinber bekäme, die dann sollten als to Mollen gewanlick nicht mit dem hochsten ock nicht mit dem ringsten to den ehren gegeven, d. h. ausgesteuert werden, ist nicht eingetreten.

Nach seiner Verheirathung mit Elsabe wurde Jürgen Pomberg wiederholt auf Grund von Verpflichtungen Albert Lutows in Anspruch genommen. Nach dem Tode

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seines Stiefschwiegersohnes Paul Brüggemann setzte er es 1509 bei den Möllner Kirchgeschworenen durch, das Pauls hinterbliebgenen Kindern Albert und Anna auf Lebenszeit eine jährliche Rente von 10 Mark zugestanden würde aus zwei mit 200 Mark belasteten Möllner Käufern, und die Nutzung von zwei Sandhöfen vor dem Steinthor, die ebenso wie die Rente nach der Geschwister Tode an die Kirche zurückfallen sollte. Für sich selbst und seine Frau Elsabe erhielt Jürgen auf Lebenszeit von den Kirchgeschworenen ein zu einem Kirchenlehen belegtes Steinhaus in der Seestraße, das früher Elsabes verstorbener Bruder Curd Brusehauer besessen hatte. Im Jahre 1583 sind auch sie beide nicht mehr am Leben. Ihr Testament wird für gültig erklärt auf Antrag von Elsabes Enkel Albert Brüggemann, der sich verpflichtet zur Entrichtung des im Testamente versäumten „zu Wegen und Stegen, armen Leuten etc." Erbe ist neben ihm seine Tante Margarethe Eggelhorst, damals schon verwittwet, da er am 11. Februar 1584 mit ihren Vormündern einen Vertrag über das Erbe schließt. An Frau Margarethe fallen zehn silberne Löffel, die beiden besten Grapen, die beiden besten Becken, die Rüstkiste und eine Wagenlade, der seligen Frauen Kleider, alle Leinewand die im Hause ist, alte und neue, das beste Bett mit Decke, Deckbett und Zubehör, ein Paar sammetne Mouven (Aermel), ein weißes Stück Wandes, 80 Mark Lüb. baar Geld und zwei Ackerstücke. - Albert Brüggemann erbt ein Ackerstück (eine Jart), einen Immenhof, einen Hopfenhof, einen silbernen Dolch und alle Kleider Pombergs und alles andere im Inventar verzeichnete, auch die Steine in und auf dem Kirchhofe. - Damit ist über den letzten Rest des einst so reichen Erbes des ausgestorbenen Geschlechts der Möllner Lutowen verfügt, auch über ihre Grabsteine.

Durch einen langen Zeitraum von 1386 bis hinaus über 1547 ließen sie sich sicher in männlicher Linie immer vom Vater auf den Sohn in fünf
Generationen verfolgen. Die zweite Generation bildet mit dem Bürger-

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meister Albert den Höhepunkt des Geschlechts, auf dem sie sich wohl länger würde behauptet haben, wenn des Bürgermeisters Sohn Albert, statt geistlich zu werdcn und eine kurzlebige Bruderschaft zu stiften, geheirathet und Nachkommen erzielt hätte. -Ob und in wie weit heute noch sein Stiftungskapital den Armen Möllns zu gute kommt, wird sich schwer feststellen lassen,

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Vorstehenden Mittheilungen zu Grunde liegen die im Staatsarchiv zu Schleswig aufbewahrten, im dritten Heft des I. Bandes und im zweiten Heft des VI. Bandes dieses Archivs verzeichneten Möllner Urkunden, die dem Staatsarchiv gehörenden und bei dessen Lauenburgischen Manuscripten unter Nr. 81 und 82 aufbewahrten beiden ältesten Möllner Stadtbücher, und von den in Band I Heft 3 Seite 379 dieses Archivs verzeichneten Akten die drei Niederstadtbücher Nr. 1-3, und die Bruderschafts-Register Nr. 60 und 61. Von diesen bezieht sich Nr. 60 nicht, wie es nach einer auf mich selbst zurückgehenden Conjectur heißt, auf die Katharinengilde, sondern, was sich bei eingehender Beschäftigung damit ergab, auf die große Bruderschaft fraternitas majoris contubernii.

Diue beiden alten, auf Pergament geschriebenen Stadtbücher, das erste 31 zu 23 Centimeter groß, 141 Blätter in einfachem rothen Lederband mit Eintragungen von 1315 bis 1463, und das zweite 40 zu 28 Centimeter groß, 122 Blätter, wie schon gesagt in braunem Lederband mit Eintragungen von 1464 bis 1624, bilden eine reiche Fundgrube für die Geschichte der Stadt Mölln, des Herzogthums Lauenburg und für mancherlei Fragen von allgemein historischer Bedeutung. Ihre vollständige Herausgabe wäre eine dankenswerthe Aufgabe für den Verein für die Geschichte des Herzogthums Lauenburg. Auch die ältesten Niederstadtbücher verdienen eine Veröffentlichung, aber in einer knappen, gekürzten Form.



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STAMMTAFEL DER FAMILIE PROYL-LUTOW
 

Die Zahlen unter den einzelnen Namen bezeichnen die Jahre, aus denen Nachrichten über die betreffenden Personen vorliegen.
 



 

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AUS DEM ERSTEN MÖLLNER STADTBUCH, BLATT 138.


Witlick sii deme rade to Molne jegenwardich unde tokornende, dat int jar, alze men scrift MCCCC unde LX is vor uns gekomen de ersamen man her Albert (Proyel) Lutow *) ewich vicarius bynnen der kerspelkerken to Molne unde heft vor uns gebrocht eyn testament zeligen Albert Lutouw synes vaders borgermester wandages der stad Molne; dar ane war gescreven sondane articule.

Vortmer so gheve ik unde totekene twe hundert mr. Lub. to der ere godes alzo, weret dat ik de nicht hadde gelecht unde koft an renthe, so bevele ik dat mynen testamentarien nascreven, de twehundert mark antoleggende, unde van der renthe schal hebben alle jar de kerkhere to Molne VIII ß Lub., dar vor me schal denken van deme predicstole dessen personen alze Lemeken Meyger, Beke sin husvrow, Albert Proyel, Mechild syn husvrow, Albert Lutow, Alheid syn uxor. Unde ok van der vorscr. renthe scholen myne testa-mentarii my Albert Lutow unde Alheid synen husvrow laten beghan alle jar in der kerspelkerken to Molne umme sunte Michaelis dach uten mit VI presteres mit groter villigen unde zelemissen. Wat vort mer van desser renthe over blift, dar scholen myne testamentarien vor kopen wand unde scho unde gheven armen luden, wor en des allernuttest dunket wesen.

Vortmer so heft de vorscr. zelige Albert Lutow borgermester gekoren unde settet in syne testamentarios de ersamen vorsichtigen manne borgermestere to Molne jegenwardich unde tokornende, de to biddende umme de leve gades sodane renthe to manende unde to vorderende alze vorscreven steit. So heft de sulfte her Albert vor uns upgeantwordet unde tosecht an dessen vorscr. II hundert mark, dat de erscr. borgermestere
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*) Das im Text stehende Wort Proyel ist durchgestrichen und dafür Lutow an den Rand geschrieben.

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testamentarien synes zeligen vaders mogen boren unde manen, dar syn zeligen vader dat heft an kofft, so endeles uthwiset desse sulve bok:

Primo Hans Vinke tenetur I mr. rente gekoft pro XV, temporibus nativitatis Christi requir: in eodem libro anno 1426.

Item Brun Knakenhouwer tenetur II mr. redditus empt. pro XXX, videlicet in codem, anno 1447 temporibus exsolucionis pasce.

Item Claves Kroger tenetur II mr. redditus empt. pro XXX mr. temporibus pasce, videl: anno 1447.

Item Hinr. Butzow tenetur II mr. redditus empt. pro XXX, temporibus exsolucionis pasce.

Item VIII ß redditus emptos pro 7 1/2 mr. temporibus pasce, anno 1458.

Item Marten Kuleman tenetur I mr. redditus emptos pro XV, temporibus Martini anno 1455.

Item Vicko Karlow in Tuschenbeke tenetur VI mr. redditus pro centum mr. videl: in sua litera desuper confecta.

Item Helmold Scharpenberch in Zedorpe tenetur I mr. pro XV, temporibus Martini, videl: in sua litera desuper confeeta.

Item Loseke in Starlige tenetur II mr. et II ß redditus, temporibus Martini, videl: in litera.

Hujusmodi literas, de quibus fit mencio, presentavit D. Albertus consulatui.

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Item dictus Albertus Lutow proconsul dedit unam marcam reddituum, quam habet D. Johannes Wedekind in sua domo, vid: anno etc 59, ad comparacionem luminis in capella saneti Greorgii eoram ymagine bajulacionis Christi crueifixi perpetuis temporibus.
 

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AUS DEM ZWEITEN MÖLLNER STADTBUCH, BLATT 43.

Her Alberth Lutouw heft XX marck renthe an Hans Lubek gudere gekoft.

Witlik sy deme rade tho Mollen jegenwardich unde thokamenden, dat de eraftige her her Albert Lutouw, vicarius to unser leven frowen tho Lubeke ock in der parkerken tho Molne, heft gekoft rechtes koftes kopes in dat erve husz unde hoff unde allen acker buthen deme Gultzouwdore belegen, so disset sulve gud unde acker alle in synen enden unde legelicheit hiir na myt alle boscreven steyt, alse ditsulve gudt, so jegenwardi-gen besittet Hans van Lubek unse borgere, eme ange-kamen an eyne medegift myt syner eeliken husfrouwen Abelken seligen Cordt Joeden rechte dochter, de dessen kopp vor syck syne erven bosittere der gudere vor uns unde disseme unserne boke so bewillet unde vul-bordet heft, alsz twintich marck Lubk. jarliker renthe vor veerhundert marck Lubk. hovetsummen, de de genante here Alberth Lutouw den eraftigen heren vicarien sunte Peters tho Lubeke, den sodanne gudere bevoren, alse in deme VII *) blade thovoren delget, vorpandet weren, in gudeme graven gelde rede upp eyneme summen avergetellet unde vornoget unde se gantzlyken daruth gekoff heft, dath de eraftigen heren Brandanus Scroder unde Johannes Brusteen darsulvest to sunte Peter vicarii procuratorio nomine bynnen Mollne so entfangen hebben, unde de gudere gantzlik vor uns vorth vorlaten hebben.

Welkere twintich marck renthe scolen unde willen vorscr. Hans van Lubek syne erven ofte bosittere der gudere alle jar bynnen den achte dagen negest deme feste sunte Martyns des hilgen bisscoppes vorgemelten
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*) Auf Blatt 37 des Stadtbuches befindet sich, durchstrichen, die hier gemeinte Urkunde vom 18. Oktober (in die beati Luce evangeliste) 1494, durch welche Hans von Lubeke den Vicarien die Güter verpfändet hatte.

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heren Alberde oft syneme proruratori unde na syneme dode Hans Tuschouwen borgermestere unde Lutgard syner werdynnen, Lambert Luthouwen unde Anneken syner werdynnen, Hans Bolen unde Gesken syner werdynnen unde na erer aller dode den vorstenderen der broderscopp sunte Katherinen to Mollne richtliken botalen, unde doch van sunderger gnade wegen se umme de botalinge nicht to vorhaftende, wen se de bodageden renthe vor der tokamenden renthe tho dancke betalen. Van dissen XX marcken renthe will unde bogert her Albert vorben., dath syne frunde unde de vorstendere vorgerort alle jar vor drutteyndehalven marck want scholen geven armen luden umme gades willen, dar dat meyste part der broderscopp vorebiddende werd umme syner unde synes zeligen vaders seien salicheit, de anderen achtehalve marck behoren to der commenden, de her Albert vorscr. heren Hartige Havemestere vorlenet heft, de unde syne nafolgere besittere der commenden dat erste gelt hiir van hebben scholen. Des heft Hans van Lubeke vorscr. vor sick syne erven unde besittere der gedachten gudere beholden den wedderkop alltiit; wen se des tho synne synt, scholen se den wedderkoepp bereu Alberde synen frunden unde vorstenderen vorbestemet in den achte dagen tho pinxten thovoren vorkundigen, unde denne vorth ame negest volgenden feste sunte Martyns gemelten heren Alberde synen frunden oft den vorstenderen der broderscopp sancte Katherine veerhundert marck Lubk. hovet-summen unde XX marck renthe myt aller nastanden renthe Valien deger unde gantz unvortogert in eyneme summen an gudeme graven gelde, so denne bynnen Lubeke genge unde geve is, unbeworen unbehinderth sunder jenige utbnemynge ofte behelp gestlikes ofte werlikes rechtes gutliken bynnen Mollne botalen unde boreden. Vurder tome gemeynen besten der stadt Mollne scholen unde willen Hans syne erven unde besittere der genanten gudere den tyns unde schot dem rade tho Mollne alle jare vor dat gudt unde darvan

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botalen. Screven van bovele des rades tho Mollne ame dinxdage (vor?) s. Galli et Lulli anno etc XVc unde veer.

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Dyt synt de vorbestemeden gudere unde acker in erer bolegenheyt:

Interste husz unde hoff, so id in synen enden unde sceden myt aller syner tobehoringe bolegen is, nichtes buthen tho beschedende.

Item eyne brede landes buten deine bome unde lantwere.

Item dre stucke bret by deme Marien woldeschen stige unde der kerckswaren acker.

Item twe jart twuschen deme brummelsale unde der lantwere.

Item eyne stucke bolegen by der Nyemanschen stucke.

Item eyne stucke bolegen by des hilgen gestes stucke, dat Bertold Jore buweth.

Item eyne stucke by deme hedderkesberge belegen by Hans Berndes cruce.

Item eyne stucke twischen deme scbiteskroge unde dem hedderkesberge.

Item noch eyne brede upp deme schiteskroge twuschen Hans Gerden unde des hilgen gestes breden.

Item noch eyne groen stucke by Hans Bruggemaus stucke over dath gantze velt.

Item eyne jart by des hilgen gestes jart over dat gantze velt.

Item eyne stucke, dath dornestucke, twuschen twen stucken des hilgen ghestes over dat gantze Gultzower velt.

Item eyne jart by Olrick Goscalk jarte over dat gantze velt.

Item eyne jart vor upp deme Gultzow velde by Hans Bruggemann.

Item eyne stucke in deme werwinkele.

Item eyne stucke up desser syden deme werwinkel.

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Item eyne stucke by der grunth by der scheven breden.

Item eyne stucke, dat schut upp de wendebreden unde upp dat lutke moer.

Item eyne stucke, dat dar schut upp de wende-brede upp de boeken.

Item eyne stucke, dat dar schut upp de wende-brede unde licht by deme hangenden stucke.

Item de wendebrede bii Olrickes brede.

Item noch eyne stucke over de walkemolen wech by Schevehermens brede.

Item noch eyne brede vor deme krakenholt.

Item eyne stucke upp deme Gultzow berge.

Item noch eyne stucke upp deme hoefslage upp der heyde.
 


AUS DEM ZWEITEN MÖLLNER STADTBUCH, BLATT 43-46.

Fundacio beneficii Ste Katerine.


     In nomine sancte et individue trinitatis Amen.

Johannes dei et apostolice sedis gracia episcopus Eaceburgensis ad perpetuam rei memoriam. Cogit nos sincere devotionis affectus in Christo nobis dilecti Alberti Lutouw alias Proyl cognominati presbyteri in ecclesia parrochiali Santi Nicolai oppidi Mollen nostre dioc. perpetui vicarii pridem nobis patefactus per patentes litteras sigillatas honorabilium videlicet atque circumspectorum virorum proconsulum et consulum imperialis civitatis Lubicen. pro parte nobis ejusdem oblatas, ut ejus desiderio eo facilius praebeamus assensum, quoniam et divini cultus et aliorum bonorum operum ferventi sollicitudine suisque fidelibus actibus incrementa procurare satagit, prout ipse luculentins ostendunt littere, (que) per nos cum honestate debita gaudenter sunt accepte. Quarum tenor de verbo ad verbum sequitur et est talis:

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Juw erwerdigen in god vadere unde hern hern Johanni bisscopp tho Raceborgh etc. unsen gnedigen leven hern und allen anderen, dar vore desse bref edder dessulven waraftige in holt alle ofte eyn dels wert komen andrepet edder belanget:

Wii borgermestere unde raedt der keyserliken Stadt Lubek, na irbedinge unses gutwilligen denstes unde geborliken grutes, doen witlyk kuudt unde apenbar, dath vor uns kamende, alse wii na wantliker wyse yn unseme raedthuse to rade weren vorgaddert, in bywesende des werdigen heren Johannis Oesthusen, beyder rechte doctoris, in sunte Nicolai kerken to Molne Raceborgesces stichtes kerckheren, unses leven getruwen, de eraftige her Albert Lutow anderst Proyl geheten, to Lubecke in unser leven vrowen unde ock to Mollne unses wickbeldes in der gesechten sunte Nicolai kerken vicarius, heft wolbedachtes modes tho erkenne geven, dat he vormiddelst synen titliken guderen gode almechtich myt syner benedygeden moder unde juncfrow Marien unde aller hemmelschen vorsamelinge tho ere lave unde werdicheit, sine unde alle siner elderen unde frunde seien salicheit, sy in enen guden voersate, andechtigen begerende:

wy alse de rechte herscopp des gnanten unses wickbeldes tho Mollne, dat darsulvest moge angesettet unde gestichtet werden etlike gades deenste milde unde gude werke in nascrevener wyse, darto unse gutwillige gunste unde vulbordt keren unde geven wolden.
Int eerste, so he mit juw gnaden unde des gesechten doctoris Oesthusen kerckheren, doch vlitige mede vorderinge der kerckswaren unde vorstender willen unde vulbordt, eyn altar bedde lathen buweu in der berorden kerken tho Mollne, dat tho demesulven nyen altare van den gemelten synen tytliken guderen nomeliken sovenundetwintich hundert marck gudes Lubeschen geldes hovelstols gemelter orsake halven eyne erlike broderscopp ander deme titel unde namen der hilgen juncfrouwen unde martelerschen sunte

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Katherinen, siner besundergen lefbebberinne, togelathen werde angesettet unde sthichtet; vurder seggende, desse hovetstoel alrede beiecht unde darvore gekoft syn eyn hundert unde achte marck ewige jarlike renthe dessulven geldes na lude der kopbreve dar aver gegeven; ock hyr to na syneme dode, wanner na syneme dode syn testa-ment unde lateste wille werth entricht, alle dat denne dar na blivet, nichtes buthen bescheden, dar to hebbe tekent unde gegeven, by also, dat he der gemelten jarliken renthe unde alle siner anderen gudere wii ene besitter unde gebruker de tiidt sines levendes bliven.

Unde wanner desulven jarliken renthe alle edder eyn deel wedderkoft unde afgeloset werden, dat denne de hovetsumme myt nichte bynnen Molne nach in lantgudere unde slichtes danne by mercklike stede cappittelen edder klosteren, nicht meer dane veer van hundert tho nemende, to behoff desser broderscopp wedder angelecht werden myt deme eersten.

Also, dat in desse broderscopp scolen to deme ersten male unde ock achter na genamen werden van heren Albrechtes vorgescreven negesten frunden unde ock anderen vramen luden twelf personen, alse nemelick IV prester IV leygen unde IV suster unde nicht meer, de he in sinem testamente wert beteken efte kesen by sinem levende, unde uth den XII wii he namkundich maken III schaffer, enen prester eynen leybroder unde eyne suster, also to vorstande, dat de broder unde suster to hope in dem hilgen echte vortruwet scholen nicht to hope schaffer wesen.
Ock mach me in desse broderscopp wol kesen man unde fruwen, de int hilge echte nicht sint vorbunden.

Desse III scaffer scholen der broderscopp vorwesen na alle ereme vormoge unde scaffen spysze unde gedrencke kost unde alle, wes dar tho horet unde behoff ys, na alle der anderen broder unde suster willen, also lange dath ene behaget,

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Item, wanner ock welker van dessen XII van dodes wegen ofte anders wodanne wys na heren Alberdes dode desse broderscopp wert vorlaten, schal denne de oldeste prester, isset en prester, eynen anderen vramen prester, efte de oldeste leye, isset en leyge, eynen anderen vramen ieyen, efte de oldeste frowe, isset eyne vrouwe, ene andere vrame vrowen, also de ene na deme anderen beth to deme latesten, unde denne van deme ersten wedder antohevende, so vaken des to donde wert, de macht hebben in de leddigen stede to bringende, dede echt unde recht geboren teyn jare langk syn wesent unde syn levent darsulvest bynne Molne stedes eerliken gehat hebbe, den de anderen scholen plichtich syn in ere broderscopp to kesen unde gutliken to entfangen, soverne he se alle darumme gebeden hebbe unde ene deme mesten parth dath behage. Jodoch, ofte jemant desser prestere brodere edder sustere wene namkundich makede anderst, dan nu gemeltet is, so mach denne de negeste na eme in de verleddigede stede enen anderen nemen, unde scal darmede geholden werden na vorscrevener wysze.

Item dath ock ene jewelk prester broder unde suster na dem, alse he in desse broderscopp werth entfangen, den anderen elven sinen medebroderen unde susteren unde dartho noch XII armen mynschen ene matlike kost bestelle van II guden gerichten unde nicht meer, ock anders nicht gedruncken werde dan Mollensk bere.

Item was ock heren Alberden vorscreven gutlike bogere, dat in der gemelten sunte Nicolai kerken to Mollen sunder voryanck nadeel efte scaden des kerck-heren unde darsulves synes kerckrechtes to ewigen tiiden alle jare twe erlyke bogencknisse mogen boscheen; de erste des sondages var edder na deme feste Philippi et Jacobi mit erem gesange siner leven apostele, alse deme kerckheren ofte synen stedeholder, welker dar resideret, dat behaget unde darumme besocht wert; de ander des sondages der geliken vor edder na sunte Katherinen dage siner leven patronen myt gesange dersulven. Also doch,

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oft de broderscopp upp de beyden tiide sick darupp hedde boreth de kost to donde myt der bogencknisse, unde de kerckhere ofte syn stedenholder dat sunder notsake wolde vortogeren edder vorleggen, so mogen se enen dach kesen, de en to beyden parten nenen scaden anbringet. Unde up sulke uthgestickede dage was ock heren Alberdes vlitige bogeringe de officia in der kerken myt singende unde mit lesende in sodaner wyse, dat na der maltiit halfwege tho XII horen by der broderscopp altare ene grote vigilie myt den IX leetzen Parce michi domine etc alle tut ock myt vullen ungebraken worden, darna van stunden an van den gemelten hilgen apostelen edder juncfrouwen na lope der tiidt ene gesungen vesper unde darto gheorgelt myt beslute des lavesanges Salve regina etc unde dar tho de wantlike collecte upp dat allerherlikeste geholden werde, so dat id alle geendiget sy to twen horen, unde dar na ock na wantlyker wyse de vesper van der tiidt upp dem kore geholden werdt.

Item, wen dit alle so endiget wert, dat darna van stunden an deme heren kerckheren alse desser vorberorden unde alle andere kerckgetiiden oversten regerer vor syn arbeit, wen he sulven resideret, twe Schillinge Lubesch unde darna des kerckheren cappellaen mit den IIII presteren desser broderscop, de desse getiide myt deme kerckheren edder synen stedeholder van ambegynne sunder jenigerleye afbreck, allenen lyves unde kerckrechtes efte kerspels nootsake buthen bescheden, beth to deme ende hebben gheholden, eneme jewelken enen Lubschen schillingk, ock deme scholemester enenschillingk unde synen locaten VI , dem Organisten VI unde den calcanten tohope VI gegeven werden. Averdat, wil de broderscop hiir meer prestere to eschen, dat schal bii er stan, unde de scholen alle resideren to Mollne.

Item, schal myt den beyden groten klocken geluet werden to allen dissen vigilien vesper unde missen vorberoret; ock en boldick bii dat altar gesettet mit IIII bernenden lichten, unde upp dat altar de tut aver twe bernende lichte, en jewelk van enen punt wasses.

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Darna dessulven dages to vyff horen de IIII prester IIII leybrodere unde IIII suster scholen thohopekamen sick bospreken unde averens dregen van desser kost wegen, de des anderen dages schal gheholden werden, unde dar scal nicht gedruncken werden dan Mollensch bere.
Item dar na des morgens to bequemer stunde schal de metten botenget unde myt III leetzen unde den laudibus van den hilgen apostelen edder juncfrowen vorgescrevene gesungen werden upp deine chore unde darnegest vor der broderscopp altare, dat de kerckhere heft togelaten, ene selemisse dorch enen prester desser broderscopp ghesungen werde myt den collecten alse Inclina deus aurem etc van sunte Nicolao unde Fidelium, ock myt den tractu Dies ire dies illa etc unde dem verseke Qui in cruce etc in elevatione sacramenti. Darto schal ock under der selemissen de prester vor deme offersange vlitigen anropen dat Volk, to biddende vor den stichter unde vor derer broder unde suster uth desser broderscopp vorstorven. Dar to alle ere namen unde thonamen unde de commendacio, wen de misse gheendiget wert, scholen lesen werden. Upp dat allerlateste schal vor deme sulven altar ene misse van den gemelten apostelen Philippo et Jacobo edder van der jungfrowen sunte Katherinen myt eerlikem ghesange holden werden; de mach de kerckhere holden, wen he dar tor stede syt unde ome dat bolevet ofte boqueme is, sulven to singen, unde denne darvor II Lubesche ß hebben. Averst resideret he nicht, schal de misse gesungen werden dorch enen prester unde II ministranten desser broderscopp, dewelke ock deme kerckheren scholen denen, wenner he de missen sulven singet, mit klockenludent boldick presteren scholemester locaten organisten unde calcanten lichten unde distribucien dem kerckheren edder synen stedeholder unde synen cappellane gelyck alse des voravendes tor vigilien unde vesper is gescheen.

Item schal to dessen missen beyden van den upgerorden IIII presteren IIII leygen unde IIII susteren

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unde sust van enen juwelken anderen, dede bogerth delaftich to syn desser broderscopp, to offerende in juwelker missen enen guden Lubeschen penningk to behoff des kerckheren, deme dat van rechtes wegen to behort.

Item tho IX horen dessulven dages, er de homisse vor der broderscopp altare uthkomet, scal en jewelk van den XII susteren unde broderen in dath husz schicken, dar de kost ynne scal boscheen, enen armen minschen, de de scaffer wol spysen scolen, er de broder unde suster tor maltiit kamen, unde enen jewelken enen guden peninck Lub. gheven.

Na allen dessen vorscreven gades densten schal den IIII presteren IIII broderen unde IIII susteren ene erlike matlike maltiit offe kost syn bored. Benedicite schal na wantliker wyse vor der maltiit unde dar na dat gracias mit den psalmen Misere unde De profundis unde den collecten Deus venie largitor etc Inclina etc Deus cujus misericordia unde Fidelium van den presteren mede stande der gantzen broderscopp gelesen werden.

Item to desser sulven kost schal tovoren en wolgemestet veth osse gheslachtet werden, wolgekaket, also gebruket, dat vor allen dingen, er de prester broder unde suster by de tafelen sick hebben ghesettet, van densulven ossen to deme alder ersten den armen luden vor dath husz komende unde anderen huszarmen, dede alle ere wesent bynne Mollne plegen to hebbende, enem juwelken na der bokantnisse, de darto schicket werden, syn del unde darto ene quarter Mollnesches beres myt enen penninck brode umme gades willen werde gegeven. Jodoch schal desse osse also unde anderst nicht vordelet werden, dan dat darvan so vele averblyve, alse to der kost der prester broder unde suster vorscreven mit den denstbaden darto behorende wert behoff syn. Unde alle dat van vlesche unde brode uppe de tafelen kumpt, sal dar nicht affgenamen werden, er de maltiid gescheen is, unde den van stunden an alle, dat aver blyvet, up de

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schole gesent werden, dorch den scolemester in de hende der armen scoler tho delende.

Item dessulven dages na der maltiit to vyf horen scolen de prester broder unde suster ene korte collacien holden unde klare register maken, wes vorteret is, unde darmede besluten, wol vurder der broderscopp mach tho gude kamen, unde sal denne nene kost meer myt ethen noch drincken holden werden. Ock klare register van jaren to jaren scolen hiir van in guder vorwaringe blyven unde alle jar negest vor edder na sunte Peters dage ad cathedram scolen de vorstender sodanne register myt clarer rekenscopp vorbringen deme heren dem kerckheren unde deme oldesten borgermester; unde so dar na erer beyder erkantnisse jenigerleye gebreeck erfunden worde, sal gebetert werden, unde ofte de kerckhere dar nicht tor stede sethe, scholen beyde borgermester tho Mollne upp dat mael de rekenscopp mit des kerckheren stedeholder van den scafferen nemen.

Item in der upgedachten sunte Nicolai kercken twisken der metten unde homissen, isset stille, dat men dar nicht singet nach leset, unde warth lenger alse ene grote halve stunde, was her Alberdes flytige boger, dat alle donredage vor der broderscop altar gesungen werde van eyneme der IIII prester desser broderscopp ene misse van deme hilgen lichname unses heren Jesu Christi ferialiter, sunder orgelent myt, twen scolren, dat de kerckhere heft angerumet. Also wen de homisse wert betenget, dat den des hilgen lichnames misse furder uthgelesen unde nicht gesungen werde; unde dar sal de prester to juvelker tiid vor hebben enen Lub. ß, dar he aff sal geven enen jewelken scolre enen penninck. Aver wat geoffert wert to dersulven missen, scal de kerckhere edder syn stedeholder hebben.

Item mach ene van den IIII presteren singen Terribilis an der jartiidt, alse dat vorscreven altare gewiget wart, sunder vorfanck edder nadeel des kerck-

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heren edder synes stedeholders, unde wat to der missen offert wert, dat behort en tho.

Item, dat alle jar de batstave alse vor deme hilgen kerste, vor paschen, na Johannis baptiste unde na Michaelis den armen luden bynnen Mollne werde bereth, unde wen se badet hebben, vor VIII ß witbroet unde ene tunnen Mollnesches beres gegeven werde.

Item, was ock heren Alberdes bogere dat en bernde waslicht dorch de vorstender desser broderscop to allen officien in sunte Nicolai kercken to Mollne by der broderscopp altar to ewigen tiiden alle dage geholden werde. Hiir scal de koster affhebben alle jar cathedra Petri IIII ß darvor, dat he des lichtes wachtet entfenget unde wedder uthdeyt to rechten tiiden.

Item, scolen desulven vorstendere deme kerckheren ofte syneme stedeholder up datsulve fest cathedra Petri alle jar X ß geven, darvor van deme predickstole to vorkundigende des hilgen dages myt den anderen, de dar ewige memorien hebben gekoft, alse heren Albert Lutouwen sines vaders, Taleken syner moder, Lammert Lutouwen synes broders, Geseken Butzouwen unde aller vorstorven uth der broderscop.

Item, scolen ock desulven vorstender alle weken IIII ß geven den IIII presteren desser broderscop, darvor jewelk alle weken ens des werkeldages schal lesen ene selemisse vor der broderscopp altar myt den collecten Beati Petri Pro sacerdote Inclina unde Fidelium, averst des hilgen dages van der tiidt myt der collecten Deus cujus misericordie. Ock schal en juwelk dessulven dages effte in dersulven wekene leszen ene grote vigilie mit den collecten van den doden vorgescreven, dat leet her Albert to eren conscientien ofte sampwitticheit.

Item, was her Albert boger, effte he storve bynne Mollne effte nicht verne darvan, dat denne syn corpus dar gebracht unde begraven werde bii der broderscop altar, unde denne alle jar dar na ens in syner jartiid edder in den achtedagen der juncfrow Marien erer

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hemmelvardt effte upp enen anderen werkeldach dar harde bii sine bogencknisse myt ener vigilie unde selemissen unde dar to eyner missen van unser leven frowen werde geholden vor der broderscopp altare in aller mathe unde wiise, alse in den beiden vorscreven bogeneknissen schuet, mit deme kerckheren stedeholder ministranten prestern scolemester locaten scolren orgelent klockenludent offerent unde distribucien. Men de sanck in der vesper metten unde missen schal sin van der hochgelaveden juncfrowen Marien alse de tiidt eschet, sunder nadel vorfanck edder vormyuringe des kerckheren unde sines stedeholders gebore, alse in den twen vorscrev. begencknisse schut. Unde wanner sodanne begencknisse wert gheholden edder darna edder darvore to bequemeliker tiid schal ock, alse vaken dat schut, eyne veth wol gemestet osse gheslagen gekaket unde in de hende der armen lude gegeven werden gelick alse vorgemeltet is.

Item schal ene juwelke bogencknisse upp dat hogeste nicht meer kosten dan XI efte XII marck Lubk.

Item, heft her Albert, alse wy van eme werden bericht, ene sulverne sunte Katherinen bilde in de kercken geven, to ewigen tiiden dar to bliven unde to festdagen up den hogen altar unde sust in der kercken unde ock besundergen up der broderscop altar, wanner dar vor de upgedachten bogencknisse unde missen werden gheholden, wor unde wanner der broderscopp dat bolevet, to brukende, ock des hilgen dages aver de missen vor der broderscopp altare, wen dat uth gesettet wert unde en belevet.

Item, in de vorscr. ene hundert unde VIII marck jarliker renthe van den XXVII hundert marck hovetstole wil her Albert mede ingerekent hebben XL marck jarliker renthe mit ereme hovetstole by deme rade to Luneborgh belecht, de nu Geseke Butzowen de tiid eres levendes tobehoren, dat na ereme dode desulve renthe unde hovetstol scholen an de broderscop kamen, unde dar vore alle jar druddehalve tunnen vesker

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botteren van der allerbesten gekoft unde darvan XII armen minschen, de der almissen bruken, enen juwelken alle sonnavende buthen der vasten ene punth botteren unde veer schone roggen brot unde in der vasten in der botteren stede VI heringe to den IIII broden scholen gegeven werden. Also dat van den IIII presteren IIII broderen unde IIII susteren desser broderscopp ene juwelk to dessen provenen moge enen armen minschen vorbidden, also vakene eme na utwisinge siner conscientien ofte samwitticheit wol unde gud beduncket, so doch dat id olde brocksamige lude sint, de ere brot nicht vordenen konen.

Item, oft in tokamenden tiiden alle desse vorschreven renthe sick vorminreden, dat gebreck scal me ersten rekenen upp de botter provene unde vort up den gantzen summen.

Item, gaff her Alberd furder to erkennen, dat syn suster Metke Eades seliger dechtnisse, alse de noch levede, kortes vor ereme dode hedde bestellet III almissen van der renthe dorch se dar to geven, de nu van vorsumenisse wegen van dagen to dagen vormynret worden. Was darumme bogerende, dat her Albert Bollaen vicarius to Mollne myt synen beyden susteren Lutgart unde Geseken unde darto Lammert Lutow heren Alberdes broder sone de tiid eres levendes scholen darto hovetlude unde leenheren blyven unde darna ere kindere, isset dat se ene god gevende werth. Averst wen desse alle unde dejennen, de denne de almissen besitten, vorstorven synt, darna scholen denne raden unde daden dusse gantze broderscop, dat sodanne renthe unde almissen in gudeme bestande unde wesen mogen bliven, also dat van den IIII presteren desser broderscopp enen juwelken alle jar VI Lub. marck, unde wat dar bavene blivet, in de hende der armen edder in desser broderscopp beste werde gekeret unde gegeven, darvor se alle plichtich syn vor de sele der gesechten Metken Rades erer Kinder unde erer mans vlitigen to bidden.

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Item, oft twist efte unwille twisken broderen unde susteren der broderscopp wodanne wysz entstunde, scolen de vorstender darna wesen, se myt den ersten to vorliken, unde efte deme so nicht beschen mochte, schal darto de gantze broderscopp kamen unde mechtich sin, den to strafen, de bildichliken straflich van ene wert erkennt, mit ener tunnen bers unde enen guden richte vleisch edder visk, alse de tiidt denne tosecht, darmede se alle to hogen, jodoch sunder vorvanck, wes der herscopp to Mollne unde enen juwelken anderen gestlik edder werlik van rechtes wegen derhalven mach geboren.

Item, also vaken alse uth desser broderscopp jemant in god vorstervet, scholen de anderen nably-vende ene juwelk prester III grote vigilien mit III selemissen unde de andere werliken broder unde suster enjuwelk veftich Pater noster unde veftich Ave Maria plichtich syn to bedende vor des doden unde aller anderen cristlovigen seien.

Item, up dat ock desse broderscop unde gades denst destebet in guden bestendigen wesen moge bliven, heft her Alberth en vaste scap laten muren under dat vorscr. altar, dar wil he III ungelike starke slote vorslan lathen unde dar in schicken alle bosegolde breve unde ander klenode, unde wes me vint in den sulven scappe, scal to male to ewigen tiiden by desser broderscopp bliven, unde so vaken welke renthe uth geloset werden, schal de hovetstoel anders nergen werden gebracht, den in dat sulve scap, dar van de ene slotell by deme oldesten borgermester to Mollne unde de anderen twe slotell by den vorstenderen desser broderscopp to ewigen tiiden in vorwaringe scolen bliven.

Unde wentbe wy upgedachten burgermestere unde raedt tho Lubeke myt sampt den vormeltene heren doc-toris Johannis Osthusen kerckheren to Mollen etc heren Alberden Lutouw vorscr. andachtige begeringe unde vlitige bede in allen hiir vorberorden stucken puncten unde artikelen alles inholdes gotlik unde erlik ervinden.

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upp dat, wy danne alles gades denstes aflates unde der anderen gudeu werke darvan kamende mede delaftich mogen werden, hebben daran unde aver gekeret unde gegeven unde dar to unde over keren und geven in craft desses breves unse gutwillige gunste unde vul-bordt, dat in unsen upgemelten wickbelde to Mollne sodanne broderscop na heren Alberdes vorscr. begeringe, alse baven geroret is, angesettet unde stichtet mit deme ersten. Dergeliken ock unse kerckhere darsulvest to Mollen vorscr. vor uns heft belevet unde bewilliget vor sick unde alle sine nakamen kerckheren dat nye altar in der suder syden in sunte Nicolai kercken to der gesechten broderscopp gebuwet unde gewyget, jodoch also dat dar vor anders nicht, dan alsz dar van hiir vore gemeltet is, gesungen nach gelesen nach wes anders dar baven sunder synen unde syner nakamen ofte erer stedeholder dar tho sundergen vulmechtiget weten gunst unde willen betenget efte vorgenamen werde. Wy hebben ock mit deme gemelten kerckheren umme sunderge vlitige bede willen des vorbenompten heren Alberdes alle desse broderscopp gades denste renthe unde upkamen unde alle wes anders dar to gegeven is unde noch darto mach gegeven werden, negest juwer gnade in unse unde alle unser nakamen getruwe vorbiddinge beschattinge unde bescherminge genamen unde also in crafft desses breves darin unde under nemen, jodoch sunder alle unsen unde unser nakamen nadele unde schaden.

Unde efte uns edder ene in tokamenden tiiden van jenigerleie anvalles wegen sodanne vorbiddinge beschuttinge unde bescherminge nickt vogelik were edder anstunde lenger to hebbende, dat wy uns hiir mede beholden de to vorlatende, wanner uns unde gemelten nakamen dat gelevet.

Unde bidden darumme mit andachtigeme vlite, wanner juwe gnade vormiddelst dessem unsem breve werd besocht, inholdt dessulven van worden tho worden mit orkunde dersulven juw gnade apene breves unde dar

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angehangen ingesegels aller stucke unde artikele, alsz hiir vor ghescreven staen, dar van nichtes to voranderen, willen gnedichliken tolaten approberen unde bestedigen bii macht unde werde delen, dar to ock gnade unde aflat geve, der wy myt deme upgedachten unsem kerckheren to Mollne vor uns unde ene unde unse unde sine nakamen to ewigen tiiden bogeren mede delaftich to werden in der besten gestalt unde macht, alse sick na cristliker ordeninge scal geboren.

Item, wanner desset alle, so Mir vorscreven steyt to ewigen tiiden to holden, van juwer gnade werth togelaten bostediget unde bevestiget, dat dar van dersulven juwer gnade apen vorsegelde breff to behoff alle der jennen, deme dat tokumpt, unde dar van waraftige averscrifte in unse Stadt bock unde ock in des ersamen rades to Mollen bock to ewiger dachtnisse gescreven werde. Des to ener tuchnisse desser vorgerorden puncte unde articule hebben wy borgermeistere unde radtmanne der Stadt Lubeke vorbenomede unser stadt secrete witliken hengen heten nedden an dessen breef, de gegeven unde screven is na der gebort Cristi unses heren dusent viif hundert und eyn ame dunredage na Petri et Pauli apostolorum.

Nos igitur Johannes episcopus antedictus divini cultus augmento toto conamine jugiter intendentes peticionem honorabilium ac circumspectorum virorum proconsulum et consulum imperialis civitatis Lubicensis necnon devocionem intencionem et donacionem domini Alberti Lutouw justas sanctas pias et racioni consonas comperimus, ideo pro parte illorum dominorum fuit nobis humiliter supplicatum, quatenus nostra pastorali confirmacione easdem insignire dignaremur, quapropter matura deliberacione et fidelium nostrorum digesto consilio prehabito easdem merito gratas et ratas atque firmas habere cupientes et habentes ipsamque piam fraternitatem ordinaciones et disposiciones predictas in omnibus suis articulis et membris in supradictis litteris contentas auctoritate nostra ordinaria sub titulo et

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nuncupacione sancte Katherine virginis et martiris gloriose in dei nomine de novo erigimus ac perpetue duraturas instauramus approbamus et ratificamus redditusque centum et octo marcarum Lubicen. predictos eidem domino Alberto fundatori antedicto ad usum vite sue necnon quadraginta ex eisdem Geseken Butzouwen, si dominum Albertum supervixerit, eciam ad vitam ejus speciali gracia reservamus per presentes; decernentes eciam omnes et singulos redditus fructus et proventus cum suis capitalibus summis hujusmodi fraternitati prefate designatis applicatis et applicandis et alia bona quecunque propterea donata et deputata et in posterum donanda et applicanda pariter et deputanda ecclesiasticas fore et ecclesiastica protectione et libertate gaudere et subjacere. Propterea pro majore ejusdem subsistancia fraternitatis, prout ex pastorali officio nobis incumbit, omnibus et singulis eandem intrantibus ipsamque elemosinarum suarum manutenentibus(?) auxilium et favorem impendentibus et ceteris Christi fidelibus vere penitentibus confessis et contritis, qui vigiliis vesperis missis peractionibus ceterisque divinis officiis funeribus eorum sepeliend: interfuerint ac pro eorundem et omnium Cristi fidelium animabus oraciones suas ad deum devote porrexerint, tociens quociens de omnipotentis dei misericordia ac beatorum Petri et Pauli apostolorum meritis et auctoritate confisi quadraginta dies indulgentiarum de injunctis eis poenitenciis misericorditer in domino relaxamus. In quorum omnium et singulorum fidem et testimonium premissorum presentes nostras literas confirmacionis et approbacionis jussimus et facimus majoris nostri sigilli appensione communiri.
Datum et actum Mollne in domo habitacionis Hans Bolen opidani prefati opidi sub anno domini millesimo quingentesimo primo die vero lune undecima mensis octobris pontificatus sanctissimi in Cristo patris et domini nostri domini Alexandri divina Providentia pape sexti anno nono indictione quarta presentibus ibidem egregio et venerabilibus viris dominis Alberto

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Maken decretorum doctore et ecclesie Raceburgensis priore Marquardo Mundt et Ottone Schacken prefate ecclesie Raceburgensis canonicis testibus ad premissa vocatis specialiter atque rogatis.

Et ego Hinricus Westvall clericus Raceburgensis publicus sacra imperiali auctoritate notarius. quia hujusmodi fraternitatis sancte Katherine fundacioni dotationi peticioni et confirmacioni omnibusque aliis et singulis premissis, dum, sicut preinittitur, fierent et agerentur, unacum prenominatis testibus presens interfui eaque omnia et singula sic fieri vidi et audivi, ideoque hoc presens publicum instrumentum exinde confeci subscripsi publicavi et in hanc publicam formam redegi signoque nomine et cognomine meis solitis et consuetis unacum dicti reverendi in Cristo patris majoris sigilli appensione signavi et roboravi rogatus et requisitus in fidem et evidens testimonium omnium et singulorum premissorum.

Unde wii borgermestere unde raedtmanne to Mollne bekenne unde betugen vor uns unse nakamelinge unde alsweme, dat wy dorch gunst unde willen unser eersamen heren borgermesteren unde rades der stadt Lubeke unde umme vlitiger bede unde vruntlike bogere heren Alberdes Lutouwen bavenscreven sodanne fundacien vorscrevenn ludende van worden to worden averene gelik deine rechten hovetbreven to merer tuchnisse unde ewiger dachtnisse hebben witliken an dit jegenwardige unse stadt bock scriven heten.
Scriptum ame dage sancte Lucie virginis et martiris anno domini XVCo unde veer.

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AUS DEM ZWEITEN MÖLLNER STADTBUCH, BLATT 60.

1532 Sept. 5.


     Der kergschwaren und Luttowen vorschrivinge.

Witlick si jdermanne jegenwardige scrifte horende edder lesende vorkamende, dat ene vordracht gescheen twisken den twelf vorordenten borgern to Mollen van

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wegen des erbar rades tho Luebeck geordinert der gades kisten halven enes deles und der ersamen Albrechte und Lamberde de Lutowen genant sampt erer beider moder Anneken ander deles, so dat durch godt den dren personen de dage eres levendes is nagegeven alle jar XX marck, is de vorsegelde bref vam hovetsummen veerhundert marck. Dar tho noch ver jar lang des jares XXIIII marck van hovetstole soeshundert marck. Nach dartho schall Albert tein jar lang bruken den acker, de ingestelt ys in der bruderschopp sunte Catarinen, in de werde veerhundert marck hovetstols, den sulvesten to brukende de tidt edder van jaren to vorhurende, doch midt weten und willen der vorordenten. De beteringe schall sin sin midt deme beschede, szo wes uthgeloset were edder vorpandet, dat sulveste schal wedder ingeloset werden und de veerhundert marck scholen vrig und unbeswert sin. Doch heft he sick beholden, in deme he dat vormach, vor sin egen gelt de uthlosinge vor jder mennichlich to vorgunnen, unnd de negeste to sinde, is ehm nagegeven. Ock schal he entfangen, wes van rente bedaget ys Michaelis neffen de vorseten renthe van den bavenscreven hovetsummen der veerhundert unnd soeshundert marck in summa XLIIII marck unnd nicht mer etc. Noch schal me vortekinge doen, nachdem ere kinder manbar werden, de sulvesten umme gades willen so wes to keren, dar midt rnen se tho eren konde bestedigen. Ock im valle erer ein edder de eren, dat godt gnedichlich afwende, in armot quemen, de sulvesten vor jedermennichlich umme gades willen enen vorganck mochten hebben etc. Nachdeme ehn sodans ys nagegeven, hebben se sick vor uns vorordenten burgern vorsecht in krafft desser zerten, dat se willen truweliken vormeldinge don unnd na wisen, wes noch bii ehn were tokamende kalande sunte Catarinen broderschop gadehuse den armen etc. idt si ahn segelen breven liggenden standen guderen wische hoven acker husen etc, nichts buten bescheiden, bii verlust desses vordrages, de gescheen unnd geschreven am jar dusendt vifhundert

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twe und druttich ahm donredage na Egidii. Und to nierer bevestinge sin desser zerten twe gelikes ludes ludende durchgesneden durch den namen Hiesus, de ene bii den vorordenten burgern de andere bii vorgescreven Lutowen. Gescreven wo berort.

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AUS DEM MÖLLNER NIEDERSTADTBUCH,
VON 1533-66.
1546 Sept. 29.


     Lutauwen vorscbrivinge der V. mr. halven.

Witlick sy einem ersamen rade jegenwerdigen und thokamenden: Nhadem ein erbar radt tho Lubeck vor etliken vorgangenen jaren, do man gades wordt by ehn heft angenamen, ehre vorordente, eine ordinanz mit dem ersamen rade und kistenhern tho Mollen over de kerckenguder tho maken, uns thogeschicket hedden, und einvordrach dosulvigest sanct Catharinen broderschop belangende, de selige Albrecht Lutaw ethwan prester und vicarius tho Mollen gefundirt und angerichtet, und mit der fruntschap, alse Albrecht und Lammert gebrodere den Lutouwen sampt ehrer moder luth des recesses darup beramen und beschriven hedden laten und also thofrede gestellet. Und gemeide Albrecht dennoch sodane handlinge faken und velemal angefochten, der meninge, dat he einen breef up twehundert mark ludende vor sick und sine erven tho beholden gedachte und nach beth her darup geholden hebbe, dat doch dem recess vorhen gemaket ganz enthgegen gewesen is, ock mit keinem rechte dartho kamen konen, so heft he dennoch nicht afgelaten, den erbaren wolwisen hern Claves Bardewiken burgermeisteren tho Lubeck, sin beste hirinne tho weten, anthofallen, woruth sine erbar wisheit bewagen und sine gelegenheit angemerket und ahn uns sinethalven geschreven mit angehefter bede, man wolde siner E. W. so wilfarich ersehinen und over den gemakeden recess Albrechte mit ethwas wider erkennen, dat wie denne siner E. W. tho sunderiger ehre und wolgefal

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nicht vorseggen hebben mogen, und also umb sodaner siner E. Wis. vorbede willen berordem Albrecht Lutauwen jarlichs sin leve lanck vif marck tho geven thogesecht hebben, mit dem beschede, dat na sinem dode de vif mr. ock doth sin sollen. Sodanes heft oftgemelde Albrecht tho hogem dancke angenamen, und dwile sick ein ersame radt und de kerckschwaren so billich jegen Albrecht, sunder recht, allene uth gunst hebben geschicket, so heft Albrecht dar enthgegen wedderumb gelavet und vorspraken vor sick und sine erven up sodane breve, wo de sin mochten und alle sin recht, dat he darinne hebben konde edder hebben vormeinde, tho sanct Catharinen broderschop gehorende, henfurbas nhummermehr darup tho sakende edder erkein insproke tho donde. Und des tho urkundt der warheit heft sick Albrecht sulven mit siner egen handt, dit stedes und vasthe tho holdende, hirunder vorschreven.

Gescheen ahm dage Michaelis im jar etc XLVI jussu consulatus.

Unde ick Alberth Luthow lave vor my
unde mine arven duth alles, wo baven
vortekent, vaste unde unverbraken tho
holdende sunder arghelist.

 

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