Jahresband 1909

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 



Veröffentlichung eines alten, im Leitmeritzer Stadt-
archiv aufgefundenen Manuscripts betr. das
Fürstenthum Sachsen-Lauenburg, dessen
Regenten und deren böhmische Herrschaften.

Von H. ANKERT, Stadtarchivar in Leitmeritz. (Schluß 1)
 

Der Röm Kayl. May. unßerm allergnädigsten Herrn ist in unterthänigkeit referirt worden, waß bey deroselben, Herr Johann George fürst zu Anhalt, für sich und in Nahmen seiner Herrn Vettern der sämbtl. fürsten zu Anhalt, wegen des Anfalls und successions-Rechts an dem fürstenthumb Sachsen Lauenburg nachmahlen angesucht, und auß denen von Ihme dabey angeführten ursachen, die etwann hierin von ein oder andern Reichs-Ständen gesuchte Confirmationes abzuschlagen, und Ihme und Seine Vettern bey deren Successions-Recht, auch im fall der Casus welchen Gott abwenden wolte über lang oder kurtz entstehen solte, bey würckl.er angestamter Succession Kräfftigst zu schützen und handzuhaben gebetten hat. - Wie nun allerhöchst gedachte Ihre Kayserl. Mayt. obbemelten Herrn Johann Georg fürsten zu Anhalt, und seinen Sämbtl. Vättern das Jenige, waß ihnen von geblüth und Rechtswegen zu Kombt, gnädigst gerne gönnen mögen, auf solchen Fahl auch ihnen einiges praejudiz zu ziehen zu lassen, nicht gemeind seind.

Alß haben dieselben, Waß herinnen also angebracht worden, für diesmahl ad Acta zu legen, und dessen seiner zeit eingedenck zu sein, solches auch ihme
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1) Archiv 9. Band. Seite 1-98.

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mehr ernanten Herrn Johann Georgen, fürsten zu Anhalt zur Kayserl. resolution per Decretum anzudeuten gnädigst anbefohlen.

Sig. zu Wien unter Ihrer Kayl. May. hervor getruckten Secret Insigl den 17ten Xber ao. 1677.

Leopold Wilhelm Graff zu Königs Egg
    Reinhardt Schrödter.


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JULIUS FRANZ

Befehlen hiermit allen unsern Ministris, Räthen, Ambtleuthen, Officiren, Zoll Verwaltern, Magistraten, Soldaten, und allen die zu der Zeit in unsern Pflichten und Dinsten stehen, da Wier nach dem Willen des Allerhöchsten auß dieser Welt ohne Hinterlassung Männler Leibs Erben abscheyden solten, daß sie, welche unsertwegen etwas zu befehlen, und zu Administriren gehabt, wegen der durchleuchttgen fürstin, unserer hertz geliebten gemahlin Ld. und unserer Princessinnen, wegen der Possession in unsern fürstenthumb Sachsen und Land Hadeln, und allen orthen wo Es nötig sein kan, ergreiffen und erhalten, damit sie unsere hochgeliebte gemahlin und Princessinnen, nicht allein Wegen dero Withumbs- und Allodial-Praetensionen, sondern auch der 200.000 Rthl. halber, welche die fürsten zu Anhalt, als unsere freundl. liebe Herrn Vettern und Lehen-Successores auß dem Lehen zu entrichten versprochen, füer quittirung der Poßeß gezahlet, und vergnügt empfangen mögen.

Und weill die Leib Renthen, Erbgütter und oberwehnte 200.000 Rthl. Von dem fürstl. Hauße Anhalt zu entrichten seind, Unsere frau Gemahlin und princessin Ld auch die Poßeß der Lehngütter zu ihrer Sicherheith und Excludirung anderer Häuser, so hernach sterben möchten, in Nahmen desselben fürst. Hauses Anhalt erhalten, und nach Ihrer Befriedigung demselben völlig einraumen werden, Als haben auch unsere Ministri, Räte, Ambtleuthe, officirer, Zoll verwalter, Magistrate, Soldaten und alle Administrators und befehlshaaber sich darnach

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zu achten, das die Poßeß zu gleich im Rahmen hocherwehnter fürsten zu Anhalt Von Jhnen Apprehendiret, auch denen Jenigen, so von dem fürstlen Hauße Anhalt zu ergreifung der Poßession deputirt werden möchten, mit allen Willen und nachdruck zu assistiren und alle andere Häuser, so dergleichen attendiren würden, abgewiesen werden, daran Vollbringen sie unsern Willen, und Wier seyndt: X.


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SUMMARISCHER EXTRACT

Waß die hochfürstl. Niedersächß. Frau Mütterlichen Ambter im Königreich Böhaimb Inner 10" Jahren als von Georgy 1674 bies Georgy 1684 über alle Würtschaffts Außgaaben getragen haben als:

An Baaren Geldt   350.099 fl. 9 X 2 1/4 Pf.
An Victualien so zur
Hoffstatt Kommen
  140.826 fl. 51 X l 7/8 Pf.
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Summa   490.926 fl. - X 4 1/8 Pf.

Haben also diese, waß selbte nembl. nach vermög der Tana oder Kauffschilling an Intereßen Tragen sollen, einen überschues abgeworffen von 53.468 Rthl. 1)

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In den vierdten Citrinfarbenen Kauff-Quatern der Testamenten Anno 1689" am Montag nach dem Gedächtnustag St. Theresia daß ist den 17ten Octobris Sub. Lit. O. 18.

In Nahmen der Allerheyligsten unzertheilten Dreyfalkigkeit
[sic!] Gottes Vatters, Sohns und Heyligen Geistes Amen.

Von deroselben Gnaden Wier Julius Franz Herzog zu Sachsen, Engern und Westphalen der Röm. Kayl. May. General Veldt Marchall, und über ein Regiment Couraßier bestelter Obrister Uhrkunden hiermit offentlich
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1) Die im Manuskript Seite 198 bis 206 folgenden Intraden und Ausgaben sind hier nicht mit abgedruckt.

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vor Jedermänniglich, bevorab wo Es vonnöth, oder sich zu recht aignet, bekennen auch vor unß und unsere fürstl. Erben.

Demnach Wier bey unß in Reyffe erwögung gezogen, waß gestalten in diesen Irrdischen zergänglichen Leben einen Jeden Menschen nichts gewießers als der Todt, dessen Stund aber ungewies, und nun darbey einen Jeden gebühren und obliegen will, zu solcher ungewießen, und unvermaintlen lezten stunde sich bereit zu halten, und mit seinem Hauß zu disponieren;

Als haben Wier annoch bey gesunden Leib und Vernunfft über unser zeitliches Vermög, so der Grund güttige Gott unß verliehen, und zu Vermeyd- und abschneydung aller etwa ins künfftige nach unsern in Gottlr. Hand stehenden, und nach dero unerforschlichen Willen über kurtz oder lang erfolgenden tödtl. Hintritt sich eraigen könnenden müß verständnus, Zwispalt, oder Streittigkeit eine ordentliche disposition, lezten Willen oder Testament hiermit abfassen, und in gegenwärtiges Instrumentum abgefaster hinterlassen wollen.

Erstlich und vor allen dingen befehle ich meine Seele in die gebenedeyteste Hände Ihres Ewig Schöpfers, Erlösers und Seeligmachers, und bitte seine göttl. Allmacht umb die vertheuere Verdienste des bittern Leydens und Sterbens Jesu Christi, und auf Vorbitt der aller Reinesten Jungfrauen und Mutter Gottes Maria, selbe bey meinem lezten abdruck in Gottl. Gnaden Hände an- und aufzunehmen, und in die Ewige freud und Seeligkeit zu übersetzen, Unsern verblichenen Leichnamb aber betreffend, befehlen und Verordnen wier, das derselbe ohne Verzögerung auch übriges gepränge: Jedoch unsern fürstl. Stand gemäß: von unsern Erben, zu unsern hochseelen Eltern und frau Gemahlin aller Christmildester Gedächtnus, in die darzu vor unserer Residenz zu Schlackenwerth auferbaute Cappellen beygesezet und zu seiner Ruhe gebracht werden solle.

Andertens, Waß wier für unsere Seele und ad pias causas zu legiren vermainet, solches wollen Wier

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in einer absonderlen Verzeuchnus unter unserer Handt, und Insigl. in Testament- oder Codicills Crafft hinterlassen.

Drittens. Weillen eines Jeglichen Testamenti basis et fundamentum est haeredis institutio, worauf das vornehmbste Haubtstuck und Wesenheith eines beständigen Testaments principaliter beruhet; Alß verordnen und instituiren wier hiermit und in Crafft dieses, wie solches zu Recht, und vermög der Verneuerten Königl. Böhm. Landsordnung und hierüber ergangenen Kayl. Novellen Declaratorien am beständigsten geschehen solle, kan oder mag, zu unsern wahren rechten universal-Erbinnen unsere zwei fürstl. Princessinnen nembl. Annam Mariam Franciscam Theresiam, und Franciscam Sybillam Augustam dergestalten, und also, das selbige zwey unsere liebe Eheleibl. Töchter, alle unsere Verlassenschaft, haab und Vermögen mit allen zu behörungen, wie dieselbe Nahmen haben mögen und zur zeit unsers ableibens uns zuständig sich befünden, oder ins künfftige unß oder unsern fürstlen. Stamme durch Erbgefälle oder andere Weege, so wohl in Röm. Reich, als Königreich Böhaimb zu wachßen, fürnehmlich die in Königreich Böhaimb von unß ererbte Herrschaften Schlackenwerth, Theising, Udritsch, Perlaß, Hauenstein, Podbersam, Sa. Maria Kupfferberg, Töpelsgrün, sambt denen dorzu gehörigen, und zum Theil von unß Erkaufften Dörffern, die Rittersitze und Gütter Großen grün, Alten Rollaw, Weroditz, die Herrschaften Buschthierad, Reichstatt, Ploßkowitz, die Gütter Politz, Oberkoblitz, Schwaden, Swolleniowes, Mickowitz, Koßomin, Slatin, Praschkow, sambt allen appertinentien; das Hauß, felder und Wießen zu Straschnitz, das Hauß zu Prag, sambt allen Landhäußern, Ingleichen unsere Erbland Hadeln sambt allen Appertinentien, Recht und Gerechtigkeithen, wie auch Kayl. Churfürstl. und andere unß active zustehende Anforderungen und schulden, worunter Wier auch per Expressum undt außdrücklich begrieffen, und unß und unsere Erben, auch Erbsnehmer

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plenissimo Jure Solennissime reserxirt haben wollen, alle die Jenige Schuldforderungen, so Wier auf unsern Hertzog- und fürstenthumb Sachsen Lauenburg erweißlich bezahlt, relaxiert, und abgelößet, daß nemblich solche Ebenfalls unsern Princessinnen cum Expensis gut zu machen, wie mit weniger alle Mobilien und fahrnußen, Sielbergeschmuck, Kleinodien, Waß Wier so wohl hier als anderwerts und in unsern fürstenthumb, so demselben nicht immediate zu gehörig verlassen werden, nichts davon auß geschlossen, wie Wier solches bies zu unsern Tödtlen hientritt besessen, oder zu solchen Herrschafften und Güttern gehören, und Wier sonsten hin künfftig erlangen und beibringen möchten, allein ererben, und in dießes alles oberwehnte unsere beede fürstl. Princessinnen succediren und Erbl. antretten, auch Männigl ungehündert besietzen können und mögen.

Viertens. Weillen Wier zu erhaltung unsers fürstl. Stammes zweifels ohne durch schickung des allerhöchsten ad 2 da matrimony vota zu schreyten und dem Ehestand zu erwiedern entschlossen, und Wier zu Gott das Veste zuversichtliche Vertrauen setzen, das sodann unsere zukünftige frau gemahlin Ld. Eines oder mehr Prinzen und Männl. Erben genesen möchten, so solle vorged. Erbeinsetzung unserer beeden Princeßinnen eo ipso wie auch rechtens Caßiret seyn; Inmaßen Wier dann hiermit auf solchem fall gäntzl. wiederruffen, Caßiren, und solche auf diesen oder dieße unß angebohrene Prinzen transferiren, und übersetzen, dergestalten, das dieser, oder diese Prinzen nach Innhalt der Rechten und dieses löbl. Königreichs Böhaimb Landesordnung in allen unsern Beweg- und unbeweglichen Güttern unser universal- Erb- oder Erben sein und verbleiben, und auf ihn oder Ihme alle unsere Verlassenschafft und Herrschafften, Landtgüttern deren Zugehörungen in Summa alles daß unsrige Beweg- und unbewegliche, wie solches vorhero von unß Specificiret, verfallen, vererben, und verstammen, gestalten Wier dann in solchen Fall die vorgehende Erbeinsetzung unserer beeden

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Princessinnen von Ihnen ab- und auf diesen oder dieße unsere zukünftige Neugebohrnen Prinz oder Prinzen in allen puncten und Clausuln hiehero repetiret, und wiederhollet haben wollen. Denen unsern beeden Princessinnen aber solle alsdann zu ihrer außsteuer und pro congruadote auß unserer Verlassenschafft, dafern ein oder die andere von unß noch nicht bey Lebezeiten wäre außgesteuert worden.

Fünfftens. In solchen durch den Mildreichen Seeg Gottes verhoffenden Männlichen Erbensfall, will Ich zu dessen oder derer ober Vormunden die Jezig und nachfolgende Königl. Kayl. Maytl. Meinen allergnädigsten Herrn hiermit allerunterthänigst erbetten haben; zur immediat Vormündern aber Verordnen Wier unsere zu künfftige frau gemahlin Ld. als dessen oder derer Leibl. Mutter, auch respective mit dieser außdrücklichen Verordnung und Befehl, das unser zu hoffender Prinz oder Prinzen, zu förderist in der pietät Chatolischer religion und allen fürstle Tugenden sollen auferzogen werden, und obwohlen

Sechstens Unsere fürstle Princessinnen vermög verneuerten Königlen Landesordnung Nro. 16 Ihre Vogtbare Jahr erreichet, und also dieselbe mit Vormündern zu versehen unnötig, nichts destoweniger Ersuche ich hiermit aller unterthänigst die Röm. Kayl. Maytt. zu Ihren beeden ober Coratel, und will, daß meine fürstl. princessin und liebe Töchter ohne der Röm. Kayl. May. allergnädigsten Vorwissen, und einwilligung ihren Stand veränderten, und sonsten was von größerer Consideration und wichtigkeit sein möchte, nicht vornehmen sollen, Inmassen Ich der Tröstl. allerunterthänigsten zuversicht lebe, daß die Röm. Kayl. Maytt. zu dero allergetreuesten dinsten Ich mein Guth und Blutt zum öfftern aufgeopfert, auch noch dato und Stündl. auf zuopfern bereit und willig, über meine liebe Töchter allergnädigste Protection und Schutz zu halten, auch dieses lezten Wittens und Testamenti Executor zu sein geruhen werden, Warumben ich dann

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dieselbe Nachmahls aller unterthänigst implorire. Und Sintemahlen

Siebentens In anfang Nro. 4to erwehnt, daß wier unsern Ehestand durch Göttlen Willen und Verhängnus zu erwiedern gesünnen; Alß Thun Wier unß, wie sonsten auch rechtens per Expreßum reserviren und Vorbehalten, daß wier unserer zu künfftigen fürstlen frauen Gemahlin Ld. so viel unß beliebig sein möchte oder würde, nomine Donationis propter nuptico aut quocunque alio titulo verschreiben und übergeben, auch verschencken können und mögen, Männigl. auch dießer unser Testamentalischer Disposition ungehinderth.

Achtens. Unsern Treuen dienern so unß und unsern fürstl. Hauße bey unsern Lebszeiten Treu und fleissig gedienet, verschaffen und vermachen Wier Jeden das Jenige, waß wier in einer besondern Specification unter unser aigener Handunterschrifft in lezten Willens Donationis mortis Causa oder Codicills-Crafft verzeuchneter hinterlassen werden.

Neuntens. Damit auch dieser unser letzter will, testament und verordnung zu Jederzeit nach unsern zeitlen ableben, vollkommentlich- und unverbrüchlich, Steiff und feste gehalten werde, so ersuche Ich die Röm. Kayl. Maytt. meinen allergnädigsten Herrn hiemit aller unterthänigst, dero allergnädigste Handt darüber zuhalten allermassen Ich dann dero höchster Gewalt und schirmhaltung omni meliori modo hierüber imploriret haben will, und ersuche auch die Röm. Kayl. Maytt. Herrn Räthe und unter Ambtleuthe bey der Königl. Böhmisch Land Taffel, damit dieses unßer Testament daselbst nach unsern Tödtlichen hintritt publiciret und der Königlen Land Taffel einverleibet werden möge.

ZEHENDENS. So haben Wier dieses Testament inn welchen Wier Principaliter über unsere Böhm. Alloirat gütter, wie auch unser Erbland hadeln, fahrnussen und Mobilien daß fürstenthumb Nieder Sachßen auß beschieden, als in welchen Wier Es so wohl waß die

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Succession unserer Prinzessinnen deroselben fräulein stewer, uud zu künfftig noch hoffenden prinzen betrifft, nach denen Lehn-Rechten, und unsers fürstl. Haußes alter observanz und gewohnheith gehalten werden, Jedoch aber mit außdrückl. reservat, daß wie Nro. 3tio erwehnt, die reluirt und bezahlte Schulden, in unverhofften abgang Männlen Erbens, unsern Princeßinnen cum expensis gut gemacht werden sollen Disponirt, verordnet, und in gegenwärtige form bring lassen, mit unserer fürstlen  Hand unterschrifft und aufgedruckten gewöhnl. Insigill bekräfftiget, mit diesen ausdrücklen Vorbehalt, daß weillen sowohl Nattürl. als geschriebenen Rechtens: quod ambulatoria sit hominis voluntas, usque ad extremum vitae spiritum, wie diese unsere gegenwärtige Disposition nur Codicill-weise auch nur bloß mit unserer aigenen Handtschrifft, Jedoch in Testamentarischer Krafft per modum appendicis, mündern, vermehren, auch Caßiren können und mögen.

Zu mehrer Urkund und Bekräfftigung dessen allen, haben Wier freundlich und günstig ersuchet, respective, die hoch- und Wohlgebohrne Reichsgraffen, wohl gebohrne Wohl Erbgebohrne und gestrenge Ritter, Herrn Herrn Hartvig Nicolaus Graffen von Breda, Erbsassen zu Spandau, und Herrn auf Lamberg, der Röm. Kayl. Maytt. Rath, Cammerern, Hoff Lehen- und Cammer-Rechtsbeysitzern in Königreich Böhaimb, Herrn Johann Balthasar Graffen von Clary zum Sparberspach, Herrn auf Schnedowitz und Roßendorff, der Röm. Kayl. Maytt. Rath, Cammerern, Hofflehen und Cammer Rechtsbeysitzern in Königreich Böhaimb, wie auch Königlen Hauptmann des Leutmeritzer Creyßes, Herrn Carl Joachim Graffen von Breda, Erbsassen zu Spandau, Herrn auf Lauckowitz und Kurawodietz, Herrn Egid. freyherrn von Janghen, Herrn auf alt Aycha, der Röm. Kay. wie auch Königl. Maytt. zu Hispanien über ein Hochteutsches Regiment bestelten Obristen, Herrn Georg Vorziwoy Audritzky von Audritz, Herrn auf Radaun, der Röm. Kayl. Maytt. Verordneter Haubtmann des Leitmeritzer

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Creyßes, Herrn Frantz Albrecht Kropatsch von Keymelaw und Hohenfahl, der Röm. Kayl. Maytt. Rath und Königl. Haubtmann des Buntzlauer Creyßes, und Herrn Adam Ferdinand von Rackelt auf Goßlaw, daß Sie [: Jedoch Ihnen und den Ihrigen allerdings ohne schaden : ] Sich neben unß gleichfalls aigeinhändig zum Zeugnus unterschrieben, und Ihro respective Gräffl. freyherrl. und Adeliche Insiegel undt Petschafften mit Beydrucken lassen.

So geschehen auf unsern Schloß Reichstatt den 25ten Septembris des Sechzehn hunderth Neun und Achzigsten Jahrs.

 

Julius Franz
Herzog zu Sachßen.
         
Hartwig Nicolaus     Hanß Balthasar  
  Graff von Breda     Graff von Clary.
         
Carl Joachim     Egidius Freiherr  
  Graff von Breda     von Janghen.
         
Georg Boziwoy     Franz Albrecht  
  Audritzky von Audritz      
        Kropatsch von Keymelaw
law und Hohenfahl.
Adam Ferdinand        
  von Rackel      
         
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KAUFF CONTRACT WEGEN DES GUTHS SANDAU.

Im Jahr Ein Tausent Sieben hunderth und Achte den 16ten Monathstag Octobris ist zwischen der Durchleuchtigsten fürstin und frauen frauen Anna Maria Francisca Princeßin von Toscana, gebohrner Hertzogin zu Sachsen, Engern und Westphalen als Kauferin Eines, dann der Wohl Edlgebohrnen frauen Anna Lubmilla Francisca von Wallbrunn gebohrner Proyin von Geißelberg und Findelstein als Verkaufferin andern theils, dieser unwiederruffliche Erbkauff und Verkauff über das in Königlen Leutmeritzer Creyß gelegene

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Ritterguth Sandau vollkommentlich abgeredet, und der gestalten geschlossen worden, nembl:

Es thut eingangs Wohlbesagte frau von Wallbrunn, dero Erbaygenthümliches Guth Sandau mit allen appertinentien, Recht und gerechtigkeiten, nembl. den Rittersitz zu Sandau, sambt dem daselbst befündlichen Bräu- Maltz- Dörr- und Brandweinhauß, sambt allen dabey befündlichen Nothwendigkeiten, die Hälffte des Juris- Jedoch grund Collatura bey der zu Sandau befündlichen Pfarr-Kirchen, wie ingleichen ein Meyerhoff, nebst der Schaferey, Ein Mahl- und Breth-Oel: und Walckmühl, das Städtl Sandau der frauen Verkaufferin gehörig, und in diesem Städtel befündlich und Berechtigte Schäncken, Kretschma und Wirtshäußer und Schankgerechtigkeiten, Sodann alle bey diesem Gut Sandau sich befündliche gebäude, gesetzt und unbesetzt, auch öd und Wüst stehende Häußer und Höffe sambt darzu gehörigen gründen und andern appertinentien, wie auch die bey vorbesagten Meyerhoff, Schäfferey und Mühlen verhandene Gebäude, Getreyd- und Schüttboden, Scheuern, Schupfen und Stallungen, nebst allen Ackerbau, und unackerbauen, besähet und unbesäheten, auch brach- und Triesch liegenden, und etwan verwachsenen feldern, ingleichen alle besetzt- und unangericht, oder noch Wüst liegende Teuchte, sambt allen Wiesen und wiesmathen, Auen, Triefften und Hudtweiden, Bevorab mit allem zum Guth Sandau gehörigen Wäldern, Püschen gehöltz und gesträuchwerck und andern verwachsenen Bergen und Thälern, nebst der zuständigen Jagdgerechtigkeith, Kuchel- Baum- Obst- und Hopfengarthen. Nichtweniger die bey diesem Guth Sandau befündliche Bürgerschafft und andern Angesessenen, alldorten gebohrner, oder in unterthänigkeit dahien sich begebenen, und von anderwerts loßgelassenen, an- und abweßenden, von Grund und Boden entwichenen oder sonst weggekommen und anderstwo ohne ordentl. Loßbrieff sich aufhaltende unterthanen, Mann- und Weibsgeschlecht, Jung- und alt, Wittiben und Wayßen außer

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8 Persohnen mit Ihren ietzt und künfftigen anfallenden Erbtheil, so die frau Verkaufferin in einer unter der Durchleuchtigen frauen, frauen Kaufferin Hand unterschrifft und Insigel von sich gegebenen Specification sich außgenommen nebst allen so verkaufften sothanen unterthanen, Erbfällen und gerechtigkeiten wie auch allen steht- und lauffenden, Steig- und fallenden Geldt-Getreyd- Mühl- Kretschmen, Acker- Wiesen- Gärtten, fleischbank und andern Zinßen, wie immer nahmen haben mögen...... 1)
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1) Hier bricht das Manuskript ab.


 


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