Jahresband 1907

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


 

MISCELLEN.

Als Lauenburg preußisch wurde

[H. N. / Walter E. Dührsen]

In dem Vertrage vom 16. Januar 1864 hatten die damaligen beiden deutschen Großmächte, Oesterreich und Preußen, ein gemeinsames Vorgehen gegen Dänemark wegen der Verletzung der 1852 gegebenen Zusagen der Nicht-Einverleibung Schleswigs in das Königreich Dänemark verabredet und vereinbart. Die ablehnende Haltung Dänemarks veranlagte den Ausbruch des Krieges, der am 1. Februar mit dem Einrücken der verbündeten Truppen in das Herzogtum Schleswig begann. Hauptsächlich wurde der Krieg durch die preußischen Truppen geführt, welche durch die Vorbereitungen zum Schleiübergang bei Kappeln die Dänen zum Verlassen der Danewerkstellung zwangen, die Belagerung und die Erstürmung der Düppeler Schanzen durchführten und die Insel Alsen durch einen ruhmvollen Uebergang über den Alsenfund eroberten. Das Resultat des Krieges war, daß der König von Dänemark in dem Wiener Frieden vom 30. Oktober 1864 die drei Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an den Kaiser von Oesterreich und den König von Preußen abtrat.

Schon während der Dauer des Krieges war es offenbar, daß Oesterreich nur ungern und widerwillig am Kriege teilnahm. Es hatte erkannt, daß es aus demselben keine Erbfolge erwarten könne, während dagegen für Preußen wesentliche Vorteile zu erwarten seien. Daher war es dem raschen Vorwärtsdrängen Preußens nicht gefolgt, sondern hatte wiederholt Schwierigkeiten und Einwendungen gemacht. Nur die entschiedene Entschlossenheit Preußens hatte den glänzenden Erfolg ermöglicht.

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War die Harmonie zwischen den Verbündeten schon während des Krieges nicht die beste gewesen, so mehrten sich erst recht nach dem Friedensschlusse zwischen ihnen die Schwierigkeiten. Die Herzogtümer waren ihr gemeinschaftlicher Besitz geworden, und was sollte nun aus diesem Besitz werden? Bei der preußischen Regierung stand von Anfang an der Entschluß fest, aus dem Siege für Preußen möglichste politische und militärische Vorteile zu gewinnen, während Oesterreich diese Vorteile möglichst zu beschränken suchen mußte. Zu diesem Widerstreit der Großmächte selbst kamen die von dem deutschen Bunde begünstigten Ansprüche des Erbprinzen von Augustenburg auf die Thronfolge in Schleswig-Holstein, denen Oesterreich, nachdem es der Trennung von Dänemark hatte zustimmen müssen, jetzt geneigt war, weil dadurch der preußische Gewinn beeinträchtigt werden konnte. Das Herzogtum Schleswig war unter gemeinschaftliche Verwaltung genommen, während Holstein von den Exekutivtruppen des deutschen Bundes besetzt war und von dessen Kommissaren verwaltet wurde. Da die Exekution in Holstein gegen den dänischen König gerichtet war, so war sie nach der Abtretung wegfällig geworden und Preußen forderte mit Recht den Abzug der Exekutionstruppen. Trotz der österreichischen Abneigung setzte Preußen die Abberufung der Exekutionstruppen am Bundestage durch. Die Kommissare Oesterreichs und Preußens, welche bisher Schleswig verwaltet hatten, übernahmen jetzt auch die Landesregierung in Holstein, und der Bundestag hatte damit jede unmittelbare Einwirkung auf den Zustand in den Herzogtümern zu Gunsten des Augustenburgers eingebüßt. Im Februar 1865 stellte Preußen die Forderungen (die preußischen Februar-Forderungen) auf, unter denen es seine Herrschaftsrechte in den Herzogtümern einem anderen Landesherrn zu übertragen bereit sei. Diese Forderungen waren: Anschluß der Herzogtümer an den Zollverein und das preußische Zollsystem, Ueberlieferung des Post- und Telegraphenwesens an Preußen, Oberaufsicht über den zu erbauenden Nordostseekanal, Abtretung von

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Friedrichsort, Sonderburg-Düppel und der Mündungen des Kanals an Preußen, Herr und Flotte der Herzogtümer ein Theil der preußischen Kriegsmacht, Rendsburg Bundesfestung mit preußischer Besatzung, preußische Militärgesetzgebung in den Herzogtümern, preußische Beamte zur Aushebung der Rekruten und Matrosen, Leistung des preußischen Fahneneides dem Könige durch die Truppen, Verlegung der Truppen auf Anordnung des Königs auch in preußische Garnisonen und Unterstellung der Truppen in Krieg und Frieden unter den König als ihren Kriegsherrn.

Diese Forderungen fanden allseitigen Widerspruch bei den deutschen Regierungen, den augustenburgischen Gesandten, und in Oesterreich erklärten Kaiser, Minister und die öffentliche Meinung sie für unannehmbar. Bei diesem Widerspruch begann man auf preußischer Seite sich mit dem Gedanken an einen Krieg vertraut zu machen. Der Kriegsminister begehrte von Moltke ein Gutachten über die Stärke der im Kriegsfalle gegen Preußen verfügbaren österreichischen Armee. Da aber Preußen nicht drängte, so blieb der Zustand des Provisoriums einstweilen noch bestehen.

Unter dem Schutze der Bundesexekutive hatte sich in Holstein tatsächlich eine augustenburgische Nebenregierung gebildet, die unter der gemeinschaftlichen österreichisch-preußischen Verwaltung ihre Tätigkeit fortsetzte und fortsetzen konnte, da die Landesregierung und alle ihre Behörden mit Anhängern des Erbprinzen besetzt waren. Es entwickelte sich ein regelmäßiger Geschäftsgang zwischen der Landesregierung und „dem herzoglichen Ministerium" in Kiel, indem jene eine jede für die Partei erhebliche Verfügung unter der Hand dem Prinzen zur "landesherrlichen Genehmigung" vorlegte. Damit ein Eingreifen der Regierungskommissare nicht stattfinden konnte, durfte unter keinen Umständen gegen eine Anordnung der Landesregierung Beschwerde bei den Kommissaren erhoben werden. Die Agitation für den Augustenburger wurde in jeder möglichen Weise über die Herzogtümer verbreitet,

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durch die Presse, Vereine, Volksversammlungen, Lokalversammlungen, Festessen, Adressen usw. Es entstand ein Zustand, der von der faktischen Regierung geradezu nicht geduldet werden konnte. Dieser Zustand verschärfte sich noch, als der Bundestag unter österreichischer Führung auf die Einsetzung des Herzogs Friedrich hindrängte. Preußen war nicht gesonnen, sich weder durch den Augustenburger noch den Bundestag aus den Herzogtümern verdrängen zu lassen, und der König verfügte am 24. März die Verlegung der preußischen Marinestation von Danzig nach Kiel. Immer mehr trat bei der preußischen Regierung die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der vollen Annexion der Herzogtümer in den Vordergrund. Die Kronjuristen erkannten mit 17 gegen 1 Stimme ein Thronfolgerecht des augustenburger Prinzen nicht an und dieser, der preußischer Offizier und preußischer Untertan war, hatte bei der preußischen Regierung durch sein illoyales Verhalten gegenüber der fakischen Regierung der Herzogtümer jede Gunst verscherzt.

Trotzdem man auf beiden Seiten bemüht war, Mittel zur Annäherung zu finden, verschärften sich die Gegensätze fortwährend. Die augustenburgische Agitation wurde in den Herzogtümern immer maßloser und die preußische Regierung beantragte die Entfernung des Erbprinzen aus dem Lande. Ein von Oesterreich an den Erbprinzen gerichteter Rat hatte ebensowenig wie ein eigenhändiges Schreiben König Wilhelms an ihn Erfolg. Amt 30. Juni schrieb König Wilthelm eigenhändig an den Kaiser Franz Joseph, um unmittelbar von ihm selbst die Ausweisung des Erbprinzen zu begehren; „ich vermag", schloß er den Brief, „die Beeinträchtigung meiner Würde als Souverän und als Kriegsherr, die in der Stellung liegt, welche der Prinz mir gegenüber einnimmt, auf die Dauer nicht hinzunehmen, und appelliere an Deine Freundschaft und Deine eigenen Gefühle mit der Bitte, dazu mitzuwirken, daß da Remedur in einer unseren gegenseitigen Beziehungen entsprechenden Weise, d. h., von uns gemeinschaftlich, erfolge."

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König Wilhelm war entschlossen, wenn er nicht günstige Nachricht aus Wien erhielte, in Schleswig-Holstein sich selbst zu helfen, auf jede Gefahr, auch auf die eines Krieges mit Oesterreich. Es wurden militärische Vorkehrungen getroffen. Die österreichische Antwort war für Preußen nicht befriedigend, und die Lage blieb drohend. Preußen richtete ein Ultimatum an Oesterreich. Neue Verhandlungen führten aber zunächst zu einem Ergebnis. Am 14. August wurde in Gastein zwischen Bismarck und dem österreichischen Vertreter, Graf Blome, ein Vertrag geschlossen, der am 20. von den beiden Monarchen in Salzburg ratifiziert wurde. Die Ausübung der im Wiener Frieden von den beiden Mächten erworbenen Rechte ging, unbeschadet der Fortdauer dieser Rechte beider Mächte an der Gesamtheit beider Herzogtümer, in Bezug auf Holstein an Oesterreich, in Bezug auf Schleswig an Preußen über. Dieses erhielt zwei Etappenstraßen und einen Telegraphendraht durch Holstein, preußischen Postverkehr auf der Eisenbahn, Erlaubnis zum Bau des Nordostseekanals nach Maßgabe einer Eisenbahnkonzession. Die gemeinsame Landesregierung sollte aufgelöst, das militärische Oberkommando beseitigt, alle preußischen Truppen außer den Garnisonen von Rendsburg und dem Kieler Hafen nach Schleswig, alle österreichischen nach Holstein verlegt werden. Dann trat Oesterreich seine Rechte an LAUENBURG für 2 1/2 Mill. dänische Taler (5 625 000 Mark) an Preußen ab.

Mit dem Vertrage hatte Preußen einen entschiedenen Erfolg erzielt. König Wilhelm hatte definitiv Lauenburg erworben und war in den ausschließlichen Besitz von Schleswig gekommen. Die endgültige Auseinandersetzung mit Oesterreich war noch verschoben. Der Gasteiner Vertrag trat am 15. September 1865 in Kraft. Zum Gouverneur in Schleswig wurde der Generalleutnant und Generaladjutant des Königs, von Manteuffel, ernannt, der am 15. September sein Amt antrat.

Im Herzogtum Schleswig und namentlich im nördlichen Teil war man mit dem Gasteiner Vertrage sehr

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zufrieden. Darin, daß, Preußen Schleswig bekommen hatte, sah man eine völlige Sicherheit gegen jede Verminderung der Grenze im Norden, und als kurz nach seinem Amtsantritte der Gouverneur den nördlichen Teil des Herzogtums besuchte und sich mit größter Entschiedenheit gegen jede Abtretung aussprach („jedes sieben Fuß lange Stück Erde decke ich, bevor es abgetreten wird, mit meinem Leibe"), auch „seine sieben Fuß" an der Königsau ansah, da herrschte unter den Deutschgesinnten große Freude.

H. N.

Im Anschluß hieran bringen wir nachstehend das Besitzergreifungspatent vom 13. September 1865, dem am 25. s. Mts. der Besuch des Königs folgte, sowie die in Anlaß dieses Besuches entworfenen und genehmigten Programme.
 

PATENT.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen etc.
thun hiemit Jedermann kund und zu wissen:

Nachdem Seine Majestät König Christian IX. von Dänemark in dem zu Wien am 30. Oktober 1864 abgeschlossenen Friedenstraktate Seine Rechte an das Herzogthum Lauenburg an Uns und Seine Majestät den Kaiser von Oesterreich gemeinschaftlich abgetreten; und nachdem Seine Majestät der Kaiser Franz Joseph I. von Oestreich Seinen Antheil an diesen Rechten durch die am 14. August d. J. zu Gastein verabredete und am 20. desselben Monats zu Salzburg zwischen Uns abgeschlossene Vereinbarung, welche durch Unsere Civil-Comissarien unter dem 5. d. M. zur öffentlichen Kenntniß gebracht ist, Uns überlassen hat: so nehmen Wir, in Erfüllung des von der Lauenburgischen Landesvertretung ausgesprochenen Wunsches, dieses Herzogthum in Kraft des gegenwärtigen Patentes mit allen Rechten der Landeshoheit und Oberherrlichkeit in Besitz, fügen Unseren Titeln den eines Herzogs von Lauenburg bei, und wollen, daß das Herzog-

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thum Lauenburg in Unserem Königlichen Hause nach den für die Succession in die Krone Preußen bestehenden Grundsätzen vererben soll. Wir entbieten allen Einwohnern des Herzogthums Unseren landesväterlichen Gruß, und gebieten ihnen, Uns fortan als ihren rechtmäßigen Landesherrn anzuerkennen, Uns und Unseren Nachfolgern den Eid der Treue zu leisten und Unseren Gesetzen und Anordnungen nachzuleben, wogegen Wir sie Unseres landesherrlichen Schutzes versichern und versprechen, daß wir sie gerecht regieren, das Land und seine Bewohner bei ihren wohlerworbenen Rechten schützen und Unsere landesväterliche Fürsorge auf die Wohlfahrt derselben richten wollen.

Zu Unserem Minister für Lauenburg haben Wir Unseren Minister-Präsidenten und Minister der auswärtigen Angelegenheiten, von Bismarck-Schönhausen, ernannt und demselben befohlen, die Regierung nach Maßgabe der imn Herzogthum bestehende Gesetze und Landesordnungen zu führen, wollen auch alle Beamte des Herzogthums, nachdem Uns dieselben den Eid der Treue geleistet haben werden, in ihren Anstellungen bestätigen und belassen.

Wir beauftragen Unseren Staatsminister Grafen von Arnim-Boytzenburg, von dem Herzogthum Lauenburg hienach in Unserem Namen und Auftrag Besitz zu ergreifen, die obersten Behörden des Landes in Eid und Pflicht für Uns zu nehmen, und ihnen den Auftrag zur Vereidigung der übrigen Beamten zu ertheilen, indem Wir die Erbhuldigung des Landes bis zu dem Zeitpunkt vorbehalten, wo es Uns möglich sein wird, dieselbe in eigener Person entgegenzunehmen.
 

So geschehen Berlin, den 13. September 1865.

(gez.) Wilhelm Rex.


(L. S.)                                   
(gez.) v. Bismarck.

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Allerhöchst genehmigtes
PROGRAMM
für die Reise und den Aufenthalt Sr. Majestät des Königs
nach Lauenburg im September 1865.

Am Montag den 25.

  Vormittags 12 Uhr von Berlin per Eisenbahn, (Extrazug).
Nachmittags 5 Uhr.
  Empfang an der Grenze durch den Regierungs-Präsidenten und durch den Erblandmarschall, (Ehrenpforte).

5 Uhr 5 Minuten zweiter Empfang auf dem Bahnhof Büchen durch den Kammerherrn von Linstow und den Etatsrath Walter, sowie einige Gutsbesitzer.

5 Uhr 25 Minuten dritter Empfang in Mölln durch die gesamte Bürgerschaft.

5 Uhr 35 Minuten Ankunft auf dem Bahnhof in Ratzeburg; Empfang Sr. Majestät durch Beamte des Amts. Berittenes Geleit bis zur Stadtgrenze; Empfang daselbst durch den Magistrat mit einer Ansprache des Stadtcommissärs Adler. Aufstellung der Gilden und Zünfte bis zur Stadt. Wohnung beim Regierungs-Präsidenten Grafen von Kielmannsegge.
 
Nachmittags 6 1/2 Uhr
  Diner daselbst (Königliche Familie, Graf Redern, Minister-Präsident und die Minister, Regierungs-Präsident, Erblandmarschall und zwei Räthe, der Garnison-Commandant (circa 25 bis 30 Personen).
 
Abends 8 Uhr Fackelzug.

Abends 8 1/2 Uhr Umfahrt zur Illumination.

Am Dienstag den 26. Vormittags

  10 Uhr Vorstellung der Behörden und Beamten
(150 Personen) im Speisesaal.
 
  12 Uhr. Zu Fuß nach der Kirche (Militair-Spalier).
Am Eingang zur Kirche Ansprache des Superintendenten Brömel. Kurzer Gesang; Rede des Super-

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  intendenten, Huldigung der Ritter- und Landschaft. Gesang und Segen. (Dauer eine Stunde.)
Um 4 Uhr Diner im Ratskeller.
7 1/2 Uhr Feuerwerk.
9 Uhr Ball.
 

Am Mittwoch den 27.

  um 9 Uhr per Extrazug nach Lauenburg.
Um 9 3/4 Uhr Ankunft daselbst, Rundfahrt durch die Stadt.
Um 11 3/4 Uhr Abfahrt von Lauenburg nach Mölln.
Um 12 1/2 Uhr Ankunft daselbst; städtisches Dejeuner.
Um 2 1/2 Uhr Abfahrt von Mölln nach Berlin.
Um 8 Uhr Abends Ankunft daselbst.

 

PROGRAMM
der Erbhuldigung in der
St. Petrikirche zu Ratzeburg.
     
1.   Zur Einleitung der Gesang Nr. 25 des Lauenburgischen Gesangbuches:
Allein Gott in der höh' sei ehr' etc.
 
2.   Rede des Superintendenten über 1. Petri 2, 13-16.
 
3.   Gesang, die ersten beiden Verse von Nro. 375 des Lauenburgischen Gesangbuches:
Komm heiliger geist, Herr und Gott! etc.
 
4.   Die Erbhuldigung des Landes, geleistet durch die Mitglieder der Lauenburgischen Ritter- und Landschaft.
 
5.   Gesang, der dritte Vers von Nro. 375. Du heilige brunst, süßer trost! etc.
 
6.   Gebet des Superintendenten und Segen.

Die Personalunion Lauenburgs mit dem Königreich Preußen dauerte bis zum 1. Juli 1876, als wann es als „Kreis Herzogtum Lauenburg" dem Königreich Preußen incorporiert ward. Diesen Akt vollzog der spätere Staatssekretär von Bötticher zu Ratzeburg. Bis dahin regierte der König als Herzog von Lauenburg das Land und die Behörden zeichneten als königlich preußische herzoglich lauenburgische. Fürst Bismarck war Minister für Lauenburg und bezog bis an sein Ende aus Landesmitteln seine früheren Competenzen.

W. D.