Jahresband 1905

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


MISCELLEN.

Johannes Petrus Konow, Raceburga-Saxo.

[W. Dührsen]

 

Die Bücherei des Vereins erwarb kürzlich antiquarisch eine „Disputatio theologica de justitia inhaerente contra pontificios", welche der Eingangs genannte Konow zu Wittenberg verfaßt und im Jahre 1687 daselbst hat drucken lassen. Der Verfasser war ein Ratzeburger, weshalb wir von ihm Notiz nehmen zu sollen geglaubt haben. Was aus ihm geworden, haben wir bis jetzt nicht festzustellen vermocht, weshalb etwaige Mittheilungen über ihn sehr erwünscht sein würden. Im Verzeichnis der lauenburgischen Prediger in Burmesters Beiträgen zur lauenburgischen Kirchengeschichte finden wir ihn nicht aufgeführt, so daß im Hinblick auf seine gelehrte Dissertation die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß er später an irgend einer deutschen Universität eine Professur bekleidet habe.

Wahrscheinlich war er ein Sohn des Bürgermeisters Henricus Konow in Ratzeburg. Diesen finden wir in dem merkwürdigen Buch das Kunrat von Hövelen „Der lobwürdigen hochfürstl. Stadt und Stifts Ratseburg Glaubund Besähnwährte Merkwürdigkeit (Samt vorhandenen Altertums Seltenen Gedächtnissen) nachrichtlich entworfen Candore Virtute Honore". Lübeck 1667. Das Büchlein ist u. a. dem Rathe der Stadt Ratzeburg dedicirt und unter den Mitgliedern des Magistrats findet sich der obengenannte Bürgermeister mit aufgeführt.

1905/05 - 01 - (81)


1905/05 - 01 - 82

Was das T[h]ema der angeführten Dissertation betrifft, so handelt es von der Gott wohlgefälligen Rechtschaffenheit, die nach der katholischen Kirchenlehre, im Gegensatz zu der justitia imputata oder imputativa der lutherischen Lehre, dem Menschen als solchem (also jedem Katholiken) in der Rechtfertigung eingeflößt ist und ihm nun innewohnt. (Mitteilung des Herrn P. Küßner.) W. D.

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