Jahresband 1904

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


DAS JAHR DER NIEDERSCHRIFT DES
RATZEBURGER ZEHNENREGISTERS.

[Prof. Dr. Hellwig]
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Wenn man zu dem Versuche schreitet, die Entstehungszeit des Ratzeburger Zehntenregisters zu bestimmen, so hat man sich zunächst zwei Fragen vorzulegen, die eine, ob irgendwelche Angaben des Buches auf eine bestimmte Zeit hinweisen, die zweite, ob es Ereignisse gab, die der Schreiber des Registers, selbst einen hohen Grad von Stumpfsinn bei ihm vorausgesetzt, hätte berücksichtigen müssen und aus deren Nichtberücksichtigung folglich der bündige Schluß gezogen werden kann, daß die Niederschrift des Registers vor Eintritt dieser Ereignisse beendet sein mußte. Beide Fragen sind zu bejahen.

Um mit dem Zweiten zu beginnen, so ist ein solches nicht zu übersehendes Ereignis die Gründung und Bewidmung des Klosters Eldena durch Bischof Gottschalk von Ratzeburg. Da im Z. R. die Zehnten, welche Bischof Gottschalk dem genannten Kloster zuwies, noch als bischöfliche aufgeführt werden, stammt die Niederschrift des Z. R. aus der Zeit vor der Gründung von Eldena.

Was die erste Frage nach bestimmbaren Angaben des Z. R. selbst angeht, so erweist sich der Kreis derselben sehr klein, aber für den Zweck völlig ausreichend. Man kann fast bis auf den Tag genau bestimmen, wann einer der im Z. R. erwähnten bischöflichen Vasallen gestorben ist. Die ihn betreffenden Notizen des Registers müssen also aus der Zeit stammen, wo der Sohn und Erbe das Lehen aus der Hand des Bischofs noch nicht

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von neuem empfangen hatte, wenn nicht gar aus der Zeit, wo jener selbst noch am Leben war. Ich habe an anderer Stelle wahrscheinlich gemacht, daß das letztere der Fall ist.

Bestimmbar sind ferner die Angaben über die Zehnten in den Dörfern Degetowe und Kerstane, über Kampenwerder, die große Insel im Schalsee, und die Erwerbung des Dorfes Bresegard durch Bischof Gottschalk.

Die Niederschrift des Z. R. fällt danach zwischen die Erwerbung Bresegards und die Gründung und Bewidmung des Klosters Eldena, die Sammlung urkundlichen Materials zu dem Register NACH den die bischöflichen Zehnten festlegenden Zehntverträgen, - deren letzter, wenigstens von den belangreichen, der Vertrag mit Heinrich Borwin von Mecklenburg aus dem Jahre 1222 ist, - und VOR den Heimfall der Zehnten aus Kastahn, sowie VOR die Erwerbung von Kampenwerder. Alle diese Punkte erfordern indessen eingehende Erörterungen.

OTTO ALBUS. Der erwähnte bischöfliche Vasall, dessen Todestag sich ziemlich genau angeben läßt, ist einer der größten Ratzeburgischen Großgrundbesitzer aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts, Otto Weißhaar, Otto Witt oder Otto Albus. Er erscheint bereits als Zeuge in dem Zehntvertrage, welchen Bischof Isfried von Ratzeburg um 1190 mit dem Grafen Heinrich I. von Dannenberg schloß, dann ist er um 1194 einer der Schiedsrichter bei der Teilung der Zehnten und Güter zwischen Bischof Isfried und seinem Kapitel; ferner finden wir ihn 1222 als Zeugen bei dem Zehntvertrage zwischen Heinrich Borwin von Mecklenburg und Bischof Heinrich I. von Ratzeburg. Zuletzt erscheint er als Zeuge in der einzigen uns von Bischof Lambert von Ratzeburg aus dem Jahre 1228 überlieferten Urkunde. Zwar ist die Urkunde undatiert, doch ist es nicht schwer, sie nach Ort und Tag zu bestimmen. Sie ist offenbar gegeben

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in Bergedorf auf der Durchreise des neuen, dem Ratzeburger Kapitel nach Bischof Heinrichs Tode vom Papste (Gregor IX.), Erzbischof (Gerhard II. von Hamburg-Bremen) und Herzog Albrecht I. von Sachsen aufgedrängten Bischofs Lambert in seine Diöcese *). Unter den Zeugen erscheint an erster Stelle der Propst Arnold (von Bergedorf), ferner Bernhard de Hoge (der 1224 genannte Bernardus plebanus de Luneburg?), der Ratzeburger Presbyter Bernardus und die beiden Ratzeburger Diakonen Wigger und Heinrich (s. unten die Rekonstruktion des Ratzeburger Konvents von 1228); dann Alardus, der custos der Hamburger Kirche (wahrscheinlich der 1228, Mai 10, in einer Urkunde des Herzogs Albrecht als Zeuge unter den Hamburger Geistlichen mit aufgeführte Alardus canonicus. Bremensis; dann abgesehen von dem sonst unbekannten Ericus sacerdos Heinricus de Lutowe und Zozelinus (Dodelinus?) de Hagede, jener im Z. R. als Zehntenbesitzer in Lütau genannt (M. U. B. I, S. 363. Das M. U. B. sieht beide wohl mit Unrecht als Priester an); endlich Otto Albus und Raveno miles **). Wir finden in diesen Herren 1. das geistliche und weltliche Geleit, welches zur Einholung des Bischofs von Ratzeburg nach Bergedorf gesandt war, 2. sein Gefolge von Hamburg und Bremen her und 3. einige Herren aus Bergedorf und der weiteren Umgebung, die zu seinem Empfange sich dort eingefunden hatten. Ist diese Vermutung richtig, dann kann die Urkunde nur in den ersten Tagen des August und zwar vor dem 13. ausgestellt sein, denn am 15. hielt der Bischof bereits seine erste Messe im Ratzeburger Dom, und am 13. finden wir
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*) Die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen dem Herzog und dem Erzbischof scheinen bei des ersteren Anwesenheit in Hamburg im Mai 1228 gepflogen zu sein. Bischof Heinrich war am 29. April 1228 gestorben.

**) miles dürfte einfach Verschreibung statt milites sein.

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unter der glänzenden Versammlung, die sich zu seinem Empfange in Ratzeburg befand, auch den Ritter Raven wieder (s. Hasse. Urk. u. Reg. I No. 463). Otto Albus wird bei dieser Gelegenheit nicht erwähnt, dagegen an recht bescheidener Stelle als einer der letzten Zeugen in der betreffenden Urkunde sein Sohn und Nachfolger Otto von Kogel. Otto Albus ist also kurz vor dem 13. August 1228 aus dem Leben geschieden; der Ritt nach Bergedorf war seine letzte Reise gewesen.

KAMPENWERDER. Durch eine Urkunde des Herzogs Albrecht vom Jahre 1237 erfahren wir, daß Bischof Gottschalk von Ratzeburg die Insel Kampenwerder im Schalsee von Graf Gunzelin von Schwerin für 100 Mk. Silber gekauft hat. Der Herzog verzichtet zu Gunsten Bischof Ludolfs auf das hohe und niedere Gericht daselbst. Es fragt sich nun, wann erfolgte die Erwerbung Kampenwerders durch Bischof Gottschalk und warum bewarb er sich nicht beim Herzog um das, was seinem Nachfolger so leicht gewährt wurde? Man kann annehmen, daß die Erwerbung kurz vor Gottschalks Tode, also 1235 erfolgte, dann erklärt sich aber nicht weshalb Ludolf sein Anliegen erst 2 Jahre später vorbrachte. Vielmehr fehlte es wohl beiden Bischöfen an der Gelegenheit ihre Bitte vorzubringen, denn Albrecht scheint vom Februar 1234 bis April 1237 nicht im Lande gewesen zu sein, da für diese Zeit diesbezügliche Urkunden von ihm gänzlich fehlen. Mithin kann die Erwerbung Kampenwerders bis in den März 1234 hinaufgeschoben werden. Damit ist der äußerste Termin für die Niederschrift des Z. R. gewonnen.

DEGETOW. Die Bischofszehnten in Degetowe (No. 358) gehörten dem Z. R. nach dem Kloster Sonnenkamp nicht als Lehen, sondern als ein freies Geschenk des Ratzeburger Bischofs. Kloster Sonnenkamp war gegründet im Jahre 1210 im Dorfe Parkow; 1219 verlegte es Heinrich Borwin von Mecklenburg nach dem


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Dorfe Kuszin, dem späteren Neukloster. Damals war Propst Alverius, der mit Bewilligung Heinrich Borwins sein Erbgut Minnow auf das Kloster übertragen hatte. Ferner hatte er eine Verwandte, Alheidis mit Namen, veranlaßt als Novize ins Kloster zu treten und diesem das Dorf Woldenhagen als Mitgift zuzubringen. Minnow und Woldenhagen liegen in demselben Kirchspiel wie Degetow. Jedoch wird letzteres in Heinrich Borwins Bewidmungsurkunde unter den Gütern des Klosters nicht mitaufgezählt. Es ist als Besitz des Klosters und zwar zunächst nur eingeschränkter Besitz anzusehen erst seit 1233. Damals nämlich erwarb ein Lübecker Bürger, Bernhard von Ülzen, das Dorf für 30 Mk. reinen Silbers, übergab es dem Kloster Sonnenkamp und behielt sich und seiner Frau für ihre Lebenszeit nur gewisse Einkünfte daraus vor. Es wäre falsch, zu meinen, daß sich nun erst die Gelegenheit für das Kloster ergab, den Bischof von Ratzeburg um Gewährung des Zehnten anzugehen. Vielmehr geht aus der betreffenden Urkunde (M. U. B. I No. 412) klar hervor, daß das Kloster den halben (Bischofs-) Zehnten daselbst schon besaß, und dies ist jedenfalls der Grund gewesen, die Aufmerksamkeit des frommen Bürgers gerade auf Degetow zu lenken, um es bei dieser Gelegenheit ganz in die hand zu bekommen. Kurz, es scheint sicher, daß der Bischofszehnte in Degetow dem Kloster Sonnenkamp vor 1233 geschenkt wurde, aber von welchem Bischof und bei welcher Gelegenheit ist unbekannt. Nimmt man nun an, daß Bischof Gottschalk der Geschenkgeber gewesen ist, weil Bischof Heinrich die besten Gelegenheiten dazu (1219 und 1222) versäumte und Bischof Lamberts kurze Regierung keine Zeit dazu zu bieten scheint, und nimmt man ferner an, daß Gottschalk seine milde Hand bei Besteigung des bischöflichen Stuhls am ehesten wird aufgetan haben, so könnte die Niederschrift des Z. R. der Notiz über Degetow wegen schon etwa im März 1229 erfolgt sein.

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KASTAHN. Zu den Dörfern, aus denen vom Bischof Gottschalk Zehnten an das neu errichtete Kloster Eldena abgetreten wurden, gehört Kastahn (Christane No. 362). Das Zehntenregister weiß davon noch nichts. In der Tat hatte Kastahn bis zum Jahre 1231 dem Kloster Sonnenkamp gehört. Am 24. Juli dies. Jahres verkaufte der bereits genannte Propst Gerhard von Sonnenkamp das Dorf dem Lübecker Bürger Siegfried von der Brügge zu Lehnrecht. Der Bischofszehnte wurde durch diesen Akt, falls ihn das Kloster besessen hatte, frei und eignete sich deshalb vorzüglich zu weiterer Begebung. Er fiel wiederum einem Kloster und diesmal dem ersten heimisch-ratzeburgischen zu. Darf man voraussetzen, daß das Ereignis des Verkaufs von Kastahn dem Schreiber des Z. R. bekannt geworden ist, so wäre ihm die Möglichkeit geboten gewesen, den Raum hinter dem Dorfnamen Cristane in seinem Manuskript, den er leer gelassen, auszufüllen. Da er es nicht getan, liegt wenigstens die Wahrscheinlichkeit vor, daß die Niederschrift des Z. R. vor dem 24. Juli 1231 schon vollendet war.

BRESEGARD. Die sicherste Zeitbestimmung gibt Bresegard. Im Z. R. wird uns nämlich nicht bloß mitgeteilt, daß Bischof Gottschalk dieses Dorf erwarb, sondern auch unter welchen Bedingungen. Er zahlte 30 Mk. reinen Silbers dafür. (Das Dorf hielt demnach wohl 6 Hufen). Der Kaufvertrag ist ins Z. R. vollinhaltlich eingerückt. Er ward abgeschlossen mit den Grafen Heinrich II. (1207-36) und Bernhard I. (1227-66) von Dannenberg. Als Zeugen haben ihn unterschrieben: Eilbertus prepositus in Dannenberge. Bernardus sacerdos et Heinricus diaconus canonici Raceburgenses. Corvus et Conradus milites de Raceburg. Segebode miles de Wittenburg. Heinricus sacer de Dumeliz. Willebandus sacer de Malke. Heinricus Knut miles et Hermannus Cancer.

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Die beiden Dannenberger Ritter kommen sonst nicht vor, ebensowenig die Priester von Dömitz und Malk, dagegen erscheinen die beiden Ratzeburger Ritter im Z. R. und Corvus auch in Urkunden und zwar schon 1227, dann, wie bereits gezeigt, 1228 und 1229, allerdings unter der Bezeichnung Raveno; Conradus ist wahrscheinlich Conrad Wackerbart, der freilich als solcher in Urkunden erst 1238 auftritt. Der Propst Eilbert in Dannenberg kommt sonst nicht vor; 1235 erscheint an seiner Stelle ein Magister Walter. Segebode von Wittenburg dürfte derselbe sein wie Sigeborde de Holtthorpe, der in Urkunden schon 1226 genannt wird und im Z. R. als bischöflicher Vasall in Roggendorf aufgeführt wird. Aus diesen Angaben wäre noch nicht viel zu schließen, wenn nicht die beiden Ratzeburger Canonici einen guten Anhalt böten. Wir haben nämlich das vollständige Verzeichnis des Ratzeburger Konvents aus den Jahren 1230, 1231 und 1237 und können mit Leichtigkeit die Verzeichnisse für 1228, 1229, 1235 und 1236 rekonstruieren. Sie folgen hierunter:

1228/29   1230   1231
Godescalcus pps
Petrus prior
  Petrus pps.
Heinricus prior
  Petrus pps.
Albertus prior
____________  

____________

  ____________
Heinricus senior
Wiggerus custos
  Wiggerus sen.
Theodericus cust.
  Heinricus praesb.
Wiggerus presb. (sen.)
Theodericus presb. cust.
Bernardus presb.
Wiggerus (iun.) presb.
Theodericus
Bernardus
Albertus
Johannes
Eggehardus
Peregrinus
Willehelmus
presby-
teri
  Bernardus
Albertus
Wiggerus iun.
Johannes
Eggehardus
Peregrinus
Willehelmus
presby-
teri
  Johannes
Willehelmus
Peregrinus
Eggehardus
presb.
               
Wiggerus iun.
Conradus
Heinricus
Nikolaus
diaconi   Conradus
Henricus
Nicolaus
Ludolfus
diaconi   Conradus
Johannes
Nicolaus
Ludolfus
Alvericus
diaconi
               
Ludolfus
Bartoldus
Johannes
Bertoldus
subdiac.   Bartoldus
Johannes
Bertoldus
Lodewicus
subdiac.   Bartoldus
Bertoldus
Lodewicus
Heinricus
Fridericus
Johannes
subdiac.

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1235

  1236   1237
Petrus prior
Wiggerus prior
  Wiggerus pps.
Theodericus prior
  Wiggerus pps.
Theodericus prior
____________  

____________

  ____________
Heinricus sacerdos
Theodericus senior
Bernardus custos
  Heinricus sacerdos
Bernardus senior
Johannes custos
u. s. w. wie 1237.
  Heinricus sacerdos
Bernardus sacerd. (sen.)
Johannes custos
Johannes
Peregrinus
Eggehardus
Johannes
Nicolaus
Ludolfus
presby-
teri
        Peregrinus
Eggehardus
Johannes
Bertoldus
Nicolaus
Alvericus
presby-
teri
               
Alvericus
Bertoldus
Lodewicus
Heinricus
Fridericus
diaconi         Johannes
Heinricus
Ludowicus
Hermannus
Wigardus
Fridericus
diaconi
               
Johannes
Heinricus
Ludolfus
subdiac.         Heinricus
Ludolfus
subdiac.

In allen diesen Verzeichnissen kommt Bernardus vor, doch ist er 1235 bereits als custos zu bezeichnen. Heinricus kommt als diaconius vor 1229/30 und 1235 bis 37, wenn auch da als andre Person. Abgesehen davon, daß 1235 auch in Dannenberg ein anderer Propstverweser ist, ist nach dem Vorausgehenden an den Kauf Bresegards erst 1235 nicht zu denken, es bleiben also dafür nur die Jahre 1229 und 1230. Danach ist das Z. R. also nach 1229 oder nach 1230, bezw. wenn der Kauf von Bresegard in die erste Hälfte dieses Jahres fiel, nach dieser niedergeschrieben.

ELDENA. Nun verhelfen uns die obigen Verzeichnisse aber auch zur Kenntnis des Zeitpunkts der Gründung Eldenas. Vergleichen wir das Verzeichnis von 1230 (s. auch M. U. B. I No. 390 von Sept. 8. 1231) mit dem von 1228/29, 1231, 1235/36 und 1237, so finden wir in dem ersten Heinrich als prior, in allen andern denselben Mann als presbyter oder sacerdos an der Spitze des Konvents, doch wird er 1228/29 als senior zu bezeichnen sein. Dieser Heinrich, der 1230 prior war, tritt also 1231 von diesem Posten zurück, ohne doch die Würde des Seniors jemals wiederzuer-

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langen. Das kann doch nichts anderes bedeuten, als daß er in den Listen des Konvents weitergeführt wird, obwohl er tatsächlich irgendwoanders Verwendung gefunden hat. Nun heißt der erste Propst von Eldena Heinrich und tritt als solcher zuerst am Sterbebette Bischof Gottschalks 2. Dezbr. 1235 auf. Bedenkt man ferner, daß die Nonnenklöster des 13. Jahrhunderts eigentlich nur eine Absonderung der Schwestern aus den Männerklöstern derselben Congregation darstellen und selbständige Glieder der Congregation nicht sind, so erscheint es als natürlich, daß ihre Pröpste im Männerkonvente Sitz und Stimme behielten (s. Winter, die Prämonstratenser des XII s. S. 284 ff. Winter, die Cisterzienser des nordöstlichen Deutschlands II S. 8) Wenn die Nonnen von Eldena zuerst als Benediktinerinnen und später als Cisterzienserinnen bezeichnet werden, so hat das nur den Sinn, daß nach dem Beschluß des General-Kapitels des Ordens aus dem Anfange des 13. Jahrhunderts Frauen in den Orden nicht ferner sollten aufgenommen werden (s. Winter Prämonstratenser S. 284/285. Kurz, nach Lage der Sache ist der Prior Heinrich von 1230 bereits vor dem 8. Sept. 1231 als Propst des Nonnenklosters Eldena anzusehen. Mithin war die Gründung und Bewidmung dieses Klosters vor dem 8. Sept. 1231 geschehen. Die Erwerbung von Bresegard 1229 oder 1230 ist als ein vorbereitender Schritt dazu aufzufassen, denn in der Tat wurde das Kloster von Gottschalk mit diesem Dorfe belehnt oder beschenkt.

Somit fällt die Niederschrift des Zehntenregisters höchstwahrscheinlich ins Jahr 1230. Dagegen erstreckt sich die Sammlung des urkundlichen Materials dazu bis Mitte 1228 mindestens zurück. Die Idee also zur Anlage des Z. R. dürfte nicht dem Bischofe Gottschalk, sondern dem so sehr tätigen Bischof Heinrich I. von Ratzeburg (1215-1228) zuzuschreiben sein.
Hellwig.



 


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