Jahresband 1903

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg


DAS BENEDIKTINERKLOSTER

und die ersten 125 Jahre des Bistums und
Prämonstraenser Domkapitels in Ratzeburg.

Von Prof. Dr. Hellwig, RATZEBURG.

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In der Ansveruslegende, die ums Jahr 1170 zuerst schriftlich fixiert wurde, 1) wird behauptet, daß vor 1066 in Ratzeburg ein dem heiligen Georg geweihtes Benediktinerkloster bestanden habe 2). Der Geschichtsschreiber Adam von Bremen, der um 1070 schrieb, berichtet ebenfalls von diesem Kloster nach der Erzählung solcher, die es mit Augen gesehen haben, nur erwähnt er nicht, WEM DAS KLOSTER GEWEIHT WAR 2a).

In der Tat haben wir es hier mit einem alten Irrtum zu tun, der von dem Legendenschreiber, vermutlich einem Prämonstratenser, der mit dem ersten Bischof, Evermod, hierher kam, 3) veranlaßt worden ist. JENES ERSTE RATZEBURGER KLOSTER, in welches Ansverus gelebt und gewirkt haben soll, UND DAS ST. GEORGSKLOSTER, dessen Kirche heute noch existiert, SIND ZWEI DURCHAUS VERSCHIEDENE DINGE.

Wenn Adam von der civitas Razzispurg spricht, so ist zunächst nicht an unsre heutige Inselstadt zu denken, ebensowenig aber auch an das castellum Raceburg, welches 1062 erwähnt wird, sondern an die alte Slavenstadt Ratzeburg (Ratiborju), von der schon am Ende des XII. Jahrhunderts keine Spur mehr vorhanden war.

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Um das verständlich zu machen, muß man etwas näher auf die damaligen Zustände eingehen.

Ums Jahr 1043 nach der Schlacht auf der Lyrskow-Haide, nördlich von Schleswig, bemächtigte sich der Slavenfürst Godeskalk des Oberkönigtums über die Obotriten, Wagrier und Polaben. 4) Die Fürsten Anadrag und Gneus, welche man als Herrscher über die Wagrier und Polaben ansieht, verschwinden gleichzeitig aus der Geschichte, und man darf vermuten, daß sie dem Godeskalk im Kampfe unterlegen sind. Wir sehen dann Godeskalk im Bündnis mit Herzog Bernhard von Sachsen und unter dessen Beihilfe seine Herrschaft weiter ausbreiten 5) und im Einverständnis mit Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen das Christentum in seine Lande einführen. 6) Alles das konnte unmöglich geschehen, ohne daß Kaiser Heinrich III., der damals gewaltig über Deutschland herrschte, sich darum aufs ernsthafteste kümmerte und zwar zum höchsten Mißvergnügen Herzog Bernhards und der Billinger überhaupt, die in ihrem Hasse gegen den Kaiser soweit gingen, daß sie ihm nach dem Leben trachteten. 7) Der Kaiser muß sich damals einen empfindlichen Eingriff in die vermeintlichen Rechte der Billinger erlaubt haben. Diese waren seit Otto I. Markgrafen an der Unterelbe und übten als solche eine Art von Oberherrschaft über die Obotriten, Wagrier und Polaben aus. Wenn wir nun die Burg Razzispurg, belegen im Hauptort der polabischen Slaven, im unmittelbaren kaiserlichen Besitz finden und wenn diese Burg von Heinrich III. Nachfolger, offenbar um eine Versöhnung herbeizuführen, den Billingern im Jahre 1062 zum freien Eigentum überwiesen wird, 8) so ergibt sich daraus fast mit Gewißheit, daß SIE das oder vielmehr eines der Streitobjekte zwischen den Billingern und dem Kaiser gewesen ist. Fragen wir nun, wann die Burg Razzispurg zuerst in unmittelbaren kaiserlichen Besitz gelangt sein kann, so ergibt sich mit großer Wahr-

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scheinlichkeit die Zeit um 1045. Ihre Abtretung erscheint als der Preis, den Godeskalk zahlen mußte, um des Kaisers Anerkennung für seine neue Herrschaft zu gewinnen. 8a) [Ein Analogon bietet dazu die Besetzung des Albergs bei Segeberg im Jahre 1134. 9)] Bis 1062 wird also die Burg wohl einem kaiserlichen Kastellan oder Burggrafen übergeben gewesen sein. Mit Sicherheit vermögen wir noch heute die Flur auszuscheiden, welche zu dieser deutschen Burg geschlagen wurde. Es ist das Areal der Dörfer Albrechtesfelde, Gieselbrechtesdorf und Hermannesdorf nebst dem größten Teil der Flur um St. Georgsberg herum. 10) Analogon

Der Geschichtsschreiber Adam weiß von dieser ganzen Entwickelung NICHTS, und bis zum Jahre 1777, wo Guerken die Schenkungsurkunde von 1062 im Archiv des Domstifts zu Speier fand, 11) ließ man die Geschichte der deutschen Siedelung im Ratzeburgischen erst von 1142 an beginnen. Seitdem ist es aber kaum anders geworden. Man hat nicht gewagt die Konsequenzen aus jenem Fund zu ziehen.

Der Rayon der Burg, welche den Deutschen um 1045 abgetreten wurde – wahrscheinlich wurde auch die Burg selbst erst errichtet und ist nicht identisch mit der alten Slavenburg – muß dem Zusammenhang der Dinge nach ein Teil der Flur der Slavenstadt Ratzeburg gewesen sein. Die Burg selbst ist beim jetzigen Neu-Vorwerk zu suchen. Mithin bleibt als die vermutliche Stelle der Slavenstadt Ratzeburg nur der Raum im Nordosten der genannten Ortschaften beim Dorfe Einhaus. Dies letztere Dorf ist vermutlich im 12. Jahrhundert – 1194 trägt es noch eine lateinische Jeterimsbezeichnung – an der Stelle oder in der Nähe der zerstörten Slavenstadt errichtet worden.

Um 1045 haben wir also zu unterscheiden, wie oben bereits geschehen, das castellum Razzispurg (Neu-Vorwerk), die Slavenstadt Ratzeburg-Ratiborju bei Ein-

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haus und das damals in oder wohl besser bei dieser Stadt errichtete Benediktinerkloster, dessen Mönch und Abt der nachmals heilig gesprochene Ansverus war. Das Kloster wurde ja, dem Geschichtsschreiber Adam zufolge, mit Unterstützung des Slavenkönigs Godeskalk und in dessen Gebiet errichtet. 13) Es ist deshalb von vornherein klar, daß es nicht auf dem St. Georgsberge gestanden haben kann. Man muß nach andern Anhaltspunkten zur genaueren Bestimmung seines Standorts suchen.

Einen solchen Anhalt gewährt die constante Sitte der Benediktiner ihre Klöster auf freier Höhe zu errichten in pietätvoller Erinnerung an das erste Kloster ihres Ordens auf dem Monte Casino bei Neapel. Ein alter Spruch sagt: Bernhardus valles montes Benedictus amabat. Ferner waren die Benediktiner des 11. Jahrhunderts bereits recht bequeme Leute, die ihre liegenden Gründe durch Hörige bearbeiten ließen. Wenn wir nun in der Nähe von Einhaus eine freiliegende Höhe finden, die den Namen Klosterberg heute noch führt, und an ihrem Fuße ein Dorf Disnack, dessen slavischer Name (Dusnik) 13a) es als Hörigendorf bezeichnet, so ist das ein nicht zu verachtender Fingerzeig. Rings um diesen Berg herum werden die Feldstücke in den Katasterrollen und Feldkarten noch als „Klosterkoppel“ und „Mönchenbreite“, eins aber als „Karkbrei“ bezeichnet. Ein älteres Vermeßregister 14) löst das Rätsel des letzteren Namens, indem es dasselbe Feldstück deutlich und klar „Obere Kirchbreite“ nennt. Man hat alle diese Bezeichnungen auf das Kloster Reinfeld zurückführen wollen, in dessen Besitz Disnack und Umgegend 2 Jahrhunderte lang war; 15) indessen scheitert dieser Versuch an der Bezeichnung „Obere Kirchbreite“, auch zeigt sich in den drei Nachbardörfern, die mit Klein-Disnack zusammen die Reinfelder Enklave bildeten, keine ähnliche Benennung der Feldstücke. Eine Kirche gab es zur Reinfelder Zeit in Disnack nicht. Die Kapelle, welche wahrscheinlich für die Reinfelder Unter-

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tanen in Pogeez bestand, 16) kann eigne Einkünfte, zu denen dieses Feld gehört haben könnte, dem Zusammenhang der Dinge nach nicht besessen haben, und die St. Georgsberger Kirche, zu der Disnack nachher eingepfarrt war und noch ist, hat nachweislich in Disnack Grundbesitz niemals gehabt; so bleibt nichts über als anzunehmen, daß jenes Feldstück davon seinen Namen hat, daß in der Tat dort der Pflug über eine Stelle gezogen wird, wo ehemals eine Kirche und zwar eine Klosterkirche stand. Nimmt man dazu die Rolle, welche das Nachbardorf Einhaus in der Ansverussage spielt, 17) so stimmt auch diese am ehesten zu der vermuteten Lage des Ansverusklosters auf dem Klosterberge bei Disnack. Die Stelle, wo das Ansveruskrenz steht, erreicht man, wenn man von Disnack her auf dem alten Wege die Lübecker Chaussee kreuzt und den Bahndamm in gerader Richtung überschreitet. Natürlich ist auf die beiden letzten Punkte nur wenig Gewicht zu legen.

Dieses alte Kloster ist bei Gelegenheit des großen Wendenaufstandes von 1066 zerstört worden. 17a) Daß auch das feste Schloß Ratzeburg damals den Deutschen entrissen wurde, wird nirgends berichtet, aber es versteht sich wohl von selbst. Vergeblich suchte Herzog Otto, der seinem Vater Bernhard bereits 1059 gefolgt war, während seines ganzen Lebens die verlorene Oberhoheit über die Slaven wiederzuerkämpfen; im Besitze Ratzeburgs sollte es ihm wohl besser gelungen sein. Erst seinem Sohne Magnus gelang es durch die Schlacht bei Schmilau im Jahre 1093. 18) Wer zweifelt aber, daß Magnus alsobald auch den früheren Besitz seines Geschlechts im Polabengau wieder an sich genommen hat. Kam somit die Gegend um Ratzeburg schon 1093 wieder in deutsche Gewalt, so lebten auch die durch den Aufstand verwirrten Rechte und Ansprüche anderer wieder auf. Insbesondere war durch den Sieg bei Schmilau, durch welchen die Macht der heidnischen Slaven gebrochen wurde, die

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Möglichkeit gegeben die gestörte Kulturarbeit wieder aufzunehmen Von diesem Gesichtspunkte aus gewinnen die spärlichen Nachrichten von der Fortexistenz des Klosters bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts erhöhte Bedeutung.

Zwar ist die Periode von 1093-1142 in der lauenburgischen Geschichte ein völlig unbeschriebenes Blatt, aber es lassen sich doch Rückschlüsse darauf machen aus Zuständen, die sich später vorfinden. So müssen die Kirchen von St. Georgsberg und Nusse, die 1158 als bestehend erwähnt werden, und eine Anzahl anderer, auf die, ohne sie weiter zu nennen, hingedeutet wird, 19) schon in dieser Periode entstanden sein, denn es ist undenkbar, daß eine deutsche Bevölkerung während zweier Menschenalter ohne geistliche Institutionen bleiben konnte. Vielmehr lag es im Geiste der Zeit derartige Gründungen mit Feuereifer zu betreiben. Darum wird auch gleich nach 1093 in Ratzeburg das 1066 zerstörte Ansveruskloster wieder errichtet sein, diesmal aber von den Deutschen und auf deutschem Gebiet, d. h. auf dem St. Georgsberge. Das neue Kloster wurde dem St. Georg geweiht als dem Patron, welcher den Sieg über das Heidentum am besten vensinnbildlichte. 20) Slavisch-Ratzeburg war in den Kämpfen, welche der Schlacht bei Schmilau vorausgingen, wahrscheinlich zerstört worden.

Herzog Magnus erfreute sich seines wiedereroberten Besitzes noch 13 Jahre. Er starb 1106. Da er der letzte aus Billinger Mannesstamm war, so ging das Herzogtum samt der Markgrafschaft diesseit der Elbe kraft kaiserlicher Belehnung auf Lothar von Supplinburg, den späteren Kaiser, über. Wie es mit den Allodien auf dem St. Georgsberg gehalten wurde, wissen wir nicht, vermutlich blieben sie den beiden Töchtern Eilike und Wulfhilde, von denen die eine an den Grafen Otto von Ballenstedt, die andre an den Herzog Heinrich den Schwarzen von Bayern verheiratet war. Das übrige Polabenland gehörte dem Slaven-

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heinrich, dem Sohne jenes Godeskalk, und nach dem Aussterben dieses Hauses dem Fürsten Prisbislaus, bis das Jahr 1139 auch dessen Herrschaft ein Ende bereitete. Eine kurze Zeit der Verwirrung folgte; dann ward die sächsische Grafschaft Ratzeburg errichtet und Heinrich von Botwide 1142 übergeben.

Nun findet sich bei Adam von Bremen eine merkwürdige Notiz, die, eben weil er sie bringt, höchste Glaubwürdigkeit für sich in Anspruch nehmen kann und sich doch wenig mit allem andern, was wir wissen, verträgt. Er berichtet nämlich, daß Erzbischof Adalberg von Hamburg-Bremen ums Jahr 1056, im Begriff das Bistum Oldenburg zu teilen und ihm 2 andere im Slavenlande an die Seite zu setzen, Ratzeburg zum Sitz eines Bistums bestimmt und tatsächlich einen gewissen Aristo, der von Jerusalem kam, zum Bischof ernannt und hierhergesandt habe. 21) Eine andre Nachricht meldet uns das Todesjahr des Mannes. 22) Es ist deshalb gar nicht an seiner Existenz zu zweifeln, wohl aber daran, daß es zur Errichtung eines Bistums damals gekommen ist.

Im Jahre 1149 nahm Erzbischof Hartwig von Hamburg-Bremen den Gedanken seines großen Vorgängers wieder auf. Aber auch er traf zunächst auf Widerstand bei Herzog Heinrich dem Löwen, welcher das Recht der Investitur für sich in Anspruch nahm. Erst als ihm dasselbe von Kaiser Friedrich dem Rotbart 1154 förmlich und feierlich für alle drei wendischen Länder, Polabingen, Wagrien und Obotritien übertragen war, einigte man sich leicht über die Person des nach Ratzeburg zu sendenden Bischofs. Erzbischof Wichmann von Magdeburg spielte die Vermittlerrolle. Die Wahl fiel auf den damaligen Probst des Klosters unserer lieben Frau zu Magdeburg, Evermod, einen Prämonstratenser und Schüler des berühmten Norbert, des Begründers dieses Ordens. Alle Quellen schildern den

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Evermod als ein Muster von Ernst und Frömmigkeit. Schon in demselben Jahre ist er in Ratzeburg erschienen 24) und nahm seinen Sitz vorerst auf dem St. Georgsberge. 25) Vier Jahre später (1158) wurden die Verhältnisse des neuen Stifts durch eine von Herzog Heinrich aufgestellte Dotationsurkunde geregelt. 26) Hierbei wirkte Graf Heinrich von Botwide in hervorragender Weise mit. 27) Die Ausstattung des Bistums mit zeitlichen Gütern war allein sein Werk. Er legte sich damit ein außerordentliches Opfer auf. Herzog Heinrich steuerte von dem Seinen nur unbedeutende Kleinigkeiten bei, 27a) nahm aber den ganzen Ruhm für sich in Anspruch. Deutlich zu unterscheiden sind bei der Dotationsangelegenheit 2 zeitlich auseinanderliegende Schenkungen, eine von 50 Hufen, umfassend die Dörfer Römnitz, Zieten, Farchau und Kolaza 28), dann eine 2. von 250 Hufen, das Land Butin, den größeren Teil des jetzigen Fürstentums Ratzeburg und 10 in den verschiedenen Teilen der Diözese zerstreut liegende Bischofshöfe in sich begreifend. 29) Als Superadditum kam hinzu die Schenkung des nördlichen Teils der großen Insel im Ratzeburger See 30) zum Zwecke der Erbauung eines Bischofshofs und der Kathedralkirche. Dieser Schenkung tut die Dotationsurkunde von 1158 keine Erwähnung. Es ist daraus mit Sicherheit zu schließen, daß sie erst nach 1158 erfolgte. Dagegen wird das Dorf Farchau durch die Dotationsurkunde als Bischofshof im Lande Ratzeburg angesetzt, und in der Tat ist auch wahrscheinlich noch im Laufe des 12. Jahrhunderts der Bau eines bischöflichen Schlosses auf der Marienhöhe bei Farchau in Angriff genommen worden. 31) Die Dotationsgeschichte ist nun in folgender Weise zu ordnen: Vielleicht schon auf Erzbischof Hartwigs Ansuchen erklärte sich Graf Heinrich von Botwide bereit dem neuen Bischof 50 Hufen Landes in nächster Nähe seiner Stadt Ratzeburg zu überweisen und zwar die ganze Uferland-

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schaft um den kleinen See und die Bucht des großen Sees mit Ausnahme des Dorfes Dormin und der Allodien d. h. der fürstlichen Kammergüter auf dem St. Georgsberg. Dafür trat dann Kolaza, 32) das spätere Alt-Horst, ein. In den Genuß dieser Güter trat Evermod schon 1154, Heinrich der Löwe aber wünschte das Stift viel großartiger auszustatten, weil er mit Ratzeburg damals großes im Sinne gehabt hat. 33) Die Verhältnisse entwickelten sich dann freilich anders, als er voraussehen konnte. Namentlich die Verlegung des wagrischen Bistums von Oldenburg nach Lübeck und Lübecks Aufblühen, nachdem es in des Herzogs unmittelbaren Besitz gelangt war, haben die Bedingungen für Ratzeburgs Aufblühen von Grund aus geändert. 1158 erfolgte nun also die um 5 mal bedeutendere 2. Ausstattung des Stifts – doch blieb zunächst der Bischofssitz noch auf dem St. Georgsberge. Dort wurde auch für Unterkunft des aus 12 Chorherrn und einem Propst bestehenden Domkapitels Sorge getragen. 34)

Es fragt sich nun, ob neben dem Stift auf dem St. Georgsberge auch das Kloster weiter bestanden hat. In der Tat wird noch 1194 neben dem castrum Ratzeburg und im Gegensatz dazu ein claustrum erwähnt. 35) Damit kann nun freilich uneigentlicherweise das Brüderhaus der Prämonstratenser gemeint sein, aber die Gewohnheit dieses so zu nennen, weist doch ziemlich deutlich darauf hin, daß es ein Gebäude war, das diesen Namen ursprünglich mit Recht trug, mit andern Worten daß es in der Tat das alte Klostergebäude war, wenn es damals auch einen andern Zwecke diente. Ferner kommt in einer Verdener Urkunde von 1158 ein N. abbas de Raceburg als Zeuge vor, 36) und das Totenbuch des Hildesheimer Michaelisklosters gedenkt des Ablebens eines dominus Johannes abbas in Polabia. 37) Diese Zeugnisse genügen vollständig, um den Sachverhalt aufzuklären. Das Kloster ward nach 1093 auf dem

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St. Georgsberge wiedererrichtet und bestand bis zur Gründung des Stifts. Wie es auch anderwärts gerade durch die Prämonstratenser vorgekommen ist, ward das alte Kloster durch einen Vergleich aufgehoben und mit Prämonstratensern neu besetzt, weil man durch diese das Ziel der Wendenbekehrung rascher und leichter zu erreichen hoffte. Leicht möglich, daß die Mönche zum Teil in den neuen Orden übertraten und Stiftsherrn wurden; der Abt aber wurde überflüssig und verließ seinen Sitz wie die beiden Ausdrücke abbas DE Raceburg und abbas IN Polabia vermuten lassen, um mit dem auf den Aussterbeetat gesetzten Teil seiner Brüder irgendwoanders im Polabenlande das Altenteil zu beziehen. Das Klostergebäude als solches bestand fort und gewährte den Prämonstratenser Kanonicis bis zur Uebersiedelung nach dem Dom, sicher aber ein volles Menschenalter hindurch, Unterkunft. Vielleicht kann man den Ort noch nachweisen, wo sich der Abt Johannes nach seiner Vertreibung aus Ratzeburg aufhielt. In Lankau, in der Parochie St. Georgsberg, erhebt noch am Ende des 13. Jahrhunderts ein fremdes Kloster den halben Zehnten und hatte ihn bisher schon immer ohne Bewilligung der Ratzeburger Bischöfe eingetrieben. Dieses selbe Kloster übertrug nun seine Ansprüche, als es sie gegen Bischof Conrad von Ratzeburg, der den halben Zehnten in Lankau kurzer Hand an sein Kapitel überwies, (1286) 38) nicht mehr durchsetzen konnte, dem Lübecker und Schweriner Dompropst Volrad, mit dem Beding, daß er den Landbesitz des Klosters in Lankau an eine der benachbarten Kirchen nach seiner freien Wahl übertragen solle. Für den Rest der Bezüge aus dem Dorfe tauschte das beregte Kloster 2 Wispel Salz aus der Lüneburger Saline ein (1294). 39) Ob Volrad die Zehntenansprüche durchgesetzt hat oder ob er eine Entschädigung vom Ratzeburger Kapitel erlangt hat, wissen wir nicht; aber das ist auch gleichgiltig gegenüber der wohl bezeugten

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Tatsache, daß jenes Kloster überhaupt solche Ansprüche geltend machte und recht lange aufrecht erhalten hat. Nun kommt hinzu, daß es gerade das berühmteste Kloster der ganzen hamburgischen Kirchenprovinz nämlich Harsefelde bei Stade war, dessen Abt die Würde eines Erzabtes hatte. 40) Harsefelde war gegründet im Jahre 1010 und zwar als Benediktinerkloster. Schon dem Titel seines Abtes zufolge muß es eine dominierende Stellung unter den Benediktinerklöstern des Hamburger Sprengels eingenommen haben und Mutterkloster vieler anderer Klöster gewesen sein. Die Vermutung liegt sehr nahe, daß es auch Mutterkloster von Ratzeburg war. Dann erklärt es sich von selbst, wie Rechte und Grundbesitz der Ratzeburger Benediktiner nach deren Aussterben gerade auf Harsefelde übergehen konnten. Kurz, es scheint, daß man den Altenteilssitz der Ratzeburger Benediktiner in Lankau, bez. in Gretenberge suchen muß. Es geht ja die Sage, daß auf dem Gretenberge – das Zehntenregister weiß bezeichnenderweise von dem Dorfe nichts – eine Kapelle gestanden habe, und der Name der heiligen Margarethe, der in Gretenberge steckt, macht dies wahrscheinlich. Zudem genoß diese Heilige in der Ratzeburger Kirche gerade im 13. Jahrhundert eine auffällige Verehrung. 1260 und 1277 werden Anordnungen zur Feier ihres Festes, das auf den 17. Juli fiel, vom Bischof getroffen. Darin kann leicht eine Entschädigung gefunden werden für irgendwelchen Abbruch, den die Heilige erlitten hatte, z. B. durch das Eingehen ihrer Kapelle in Gretenberge. So etwas ist durchaus im Sinne und Geiste des Mittelalters.

Indessen möchte die Verfolgung der letzten Spuren der Benediktiner im Ratzeburgischen doch zu weit führen. Gewiß ist, daß ihre Wirksamkeit auf dem St. Georgsberge und wohl überhaupt im Lande mit der Stiftung des Bistums Ratzeburg aufgehört hat.

Ueber den Orden, dem Evermod und die Seinen

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angehörten, und dessen Stifter ist nur soviel zu bemerken, 41) daß Norbert, aus Xanten am Niederrhein gebürtig, zur Zeit Heinrich II. ein eleganter und lebenslustiger Ritter war, der aber plötzlich, wie so viele seiner Zeitgenossen, weil er durch ein ungewöhnliches Ereignis in den Grundfesten seiner Seele erschüttert wurde – er wurde vom Blitzstrahl niedergeworfen und sah in seiner wunderbaren Erhaltung einen Wink des Höchsten – seine Gesinnung und Lebensweise von Grund aus änderte. Im Jahre 1119 erschien er zu Köln auf der Versammlung, welche den Bann über Heinrich II. aussprach, als Pilger, barfuß und in Schaffelle gekleidet, und erregte unter den dort anwesenden Großen, die ihn bisher wegen seiner Klugheit geachtet und wegen seines vornehmen und gewandten Betragens gern unter sich gesehen hatten, teils Verwunderung, teils Spott. Von Köln ging er zurück nach den Niederlanden und Nordfrankreich und suchte nach einer Gegend zur Niederlassung, die ihm Gott im Traume gezeigt hatte. Er fand sie in einer Einöde bei Laon und nannte sie pratum monstratum, das von Gott gewiesene Landgut. Hier ließ er sich mit 13 Schülern nieder und begründete eine strenge Sittenschule. Sie lebten dort in selbstgewählter Armut nach der Regel des heiligen Augustin. Fasten, Beten und Arbeiten füllten ihre Tage aus. Unter Arbeiten verstand Norbert aber nicht nur geistige Beschäftigung, sondern auch Handarbeit jeder Art. Anfangs war die Armut so groß, daß sie kaum Brot hatten, und des Fleisches enthielten sie sich gänzlich; nur den Kranken war es gestattet zu ihrer Kräftigung welches zu genießen. In dieser Entstehungszeit der Kongregation, nämlich schon 1120, hörte ein junger Niederländer, Evermod, des Norbert Predigt zu Cambray, wurde von ihr überzeugt, und schloß sich begeistert dem neuen Orden an. Seitdem war er Norberts eifrigster Schüler und sein steter Begleiter. Auch als der Ruf seiner Heiligkeit

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den Norbert im Jahre 1126 auf den erzbischöflichen Stuhl in Magdeburg führte, ging Evermod mit ihm. Von Magdeburg aus wurden teils noch von Norbert selbst, teils durch seine Schüler Prämonstratenserklöster und Prämonstratenserdomstifte gegründet, als deren Mutterkloster bald nicht mehr das französische Premontré, sondern das Kloster U. L. Fr. in Magdeburg galt. Namentlich ließ sich der Orden die Christianisierung und Germanisierung der Wendenländer angelegen sein und wurde der beste geistliche Gehilfe der beiden großen norddeutschen Wendenbezwinger Heinrich des Löwen und Albrecht des Bären. Auch Evermod, der Lieblingsschüler Norberts, sollte in höherem Alter Teil gewinnen an dieser Tätigkeit. Zunächst wurde er in Magdeburg zum Kanonikus an der Marienkirche befördert, dann kam er 1134, kurz vor Norberts Tode, als Propstverweser an das neugegründete Kloster Gottesgnade bei Calbe a. S., verdarb es aber dort mit den Brüdern durch allzugroße Strenge. So ordnete er unter andern an, daß in der Adventszeit einen Tag um den andern bei Wasser und Brot gefastet werden sollte. Als der Propst Wiggert vom Marienkloster in Magdeburg 1138 zum Bischof von Brandenburg gewählt wurde, trat alsdann Evermod an seine Stelle und bekleidete dieselbe bis zu seiner eignen Wahl zum Bischof von Retzeburg 1154.

Mit dem Bistum zugleich ward, wie schon gesagt, das Domkapitel eingerichtet. Ein solches Prämonstratenserdomkapitel war damals noch ein Mittelding zwischen Mönchsorden und weltlichen Domherrn. Ihre Ordensvorschriften zwangen sie zum strengsten Gehorsam gegen ihre Oberen, zu steten Andachtsübungen, zur Enthaltsamkeit und zur Arbeit. Sie lebten zusammen im Kapitelshause ganz wie Mönche strengster Observanz, und wenn sie später sich von andern Kongregationen inbezug auf Lässigkeit und Wohlleben in nichts mehr unterschieden, so darf man daraus keinen Rückschluß

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machen auf die ersten Vertreter der Gattung, die geradezu im Geruche der Heiligkeit standen und ihn auch verdienten. Die Kleidung der Conventualen bestand in einer weißleinenen bis zu den Knöcheln reichenden Kutte (cappa), darüber zum Schutze von Hals und Brust ein ebenfalls weißleinener Ueberwurf. Bei Gängen über Land kam dazu noch ein ebenfalls weißer Mantel. Von dieser Kleidung nannte man sie auch die weißen Brüder. An den Füßen wurden niedrige Lederschuhe getragen, die mit Riemen befestigt wurden. Bei der Arbeit trug man dagegen dunkelblaues, ebenfalls leinenes Untergewand, wahrscheinlich von derselben Art, wie man jetzt noch auf den Gütern Knechte Hosen und Jacke tragen sieht. Erst im Jahre 1200 wurde erlaubt statt des leinenen Zeugs wollenes zu tragen, und schließlich wurden auch wollene Unterkleider gestattet, die man aus den abgetragenen Oberkleidern zurecht machte. Alle Jahre gab es ein neues Gewand; inzwischen wird man das alte wohl einigemale gewaschen haben. In späteren Zeit wird der weiße Mantel mit einem blauen vertauscht. Als Kopfbedeckung diente die am Mantel befindliche Kapuze. Das Benehmen der Konventualen war vorgeschrieben bis ins kleinste, und jedes Versehen wurde streng geahndet, besonders mit Entziehung der Speise. Bei der Arbeit und sonst sollte ein würdiges Schweigen herrschen, die Gedanken sollten stets bei Gott sein. Wie bereits gesagt, scheuten sie sich vor keiner Arbeit und legten beim Bau ihrer Klöster und Kirchen selbst mit Hand an; ja, sie sind es wahrscheinlich, die den Backsteinbau aus den Niederlanden nach Norddeutschland verpflanzt haben. Wenn ich noch hinzufüge, daß für diese Domherrn der Tag im Sommer um 4 Uhr mit der Feier der Matutina in der Kirche begann, im Winter um 5 Uhr, so dürfte das genügen, um sich ein Bild von dem Leben unsrer Prämonstratenser auf dem St. Georgsberge um 1160 machen zu können. Es waren

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keine Mönche, aber sie lebten wie Mönche. – Schon in der Dotationsurkunde waren die Einkünfte des Stifts zur Hälfte für Propst und Kapitel, zur andern Hälfte für den Bischof bestimmt. Anfangs war der Bischof Verwalter aller Einkünfte und verabreichte den Brüdern, soviel sie brauchten, zum Lebensunterhalt. Aber schon unter dem 2. Bischof, Isfried und seinem ehrgeizigen und streitsüchtigen Propst Otto hörte das gute Verhältnis auf, und es wurde eine reinliche Scheidung zwischen bischöflichen Tafelgütern und Kapitelsgütern unter Zuziehung von weltlichen Schiedsrichtern vorgenommen. Seitdem war das Domkapitel ein gleichberechtigter Faktor im Stift, der es sogar bisweilen verstand den Bischof ganz und gar von sich abhängig zu machen in geistlichen Dingen, insofern dem Kapitel die Bischofswahl zustand, in wirtschaftlichen, sobald der Bischof ein schlechter Haushalter war. Das Dokument über jene Güterteilung zwischen Bischof und Kapitel vom Jahre 1194 ist uns noch erhalten und insofern hochinteressant, als es uns zeigt, welche Dörfer und welche Kirchen in der Ratzeburger Diözese damals schon bestanden. Neben den liegenden Gründen ward aber auch der Zehnte geteilt. Der Zehnte war, im Prinzip wenigstens, der zehnte Teil der Ernte in allen dem Zehntenzuge unterworfenen Gegenden.

Auch von den heidnischen Slaven bezog der Bischof Einkünfte, die sogenannte Biskopniza, bestehend in Getreide, Flachs, Hühnern und etwas Geld. Doch sollte dies nur für die Uebergangszeit gelten, bis alle Slaven vertrieben sein würden. In Wirklichkeit ist es zur völligen Vertreibung nie gekommen; die Slaven verloren rasch ihre Nationalität und Sprache und gewannen zum Teil sogar deutsches Bauernrecht. Einen Teil des Bodens aber mußten sie an deutsche Einwanderer abtreten, selbstverständlich nicht ohne billige Entschädigung oder das, was man damals dafür ansah. Bischof und Kapitel

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erhoben indessen auch in den christlichen Gemeinden nur den halben Zehnten, die andre Hälfte überließen sie vertragsmäßig dem Landesherrn. Aber auch den Baronen, Hofleuten und Rittern fielen namentlich von Seiten des Bischofs, aber auch vom Kapitel Teile des Zehnten zu aus Klugheitsrücksichten, um den Rest um so sicherer beziehen zu können.

Das sogenannte Zehntenregister des Bistums Ratzeburg vom Jahre 1230 gibt über diese Verhältnisse Auskunft. Es wurde entworfen, um die Zehntrechte der Kirche in diesem Dokumente für alle Zeiten festzustellen, es zeigt aber, daß schon damals, kaum 80 Jahre nach der Gründung des Stifts eine Menge Zehnten bereits dauernd verloren waren, während über andre Zweifel herrschten. Wieder andere gibt das Zehntregister als zweifellos an, während wir von andrer Seite wissen, daß sie nicht zur Einnahme gelangten, wie z. B. der schon in diesem Vortrag behandelte ½ Zehnte in Lankau. Trotz aller dieser Einbußen muß die Einnahme aus dem Zehnten eine höchst bedeutende gewesen sein. Schwerlich konnte die Schar der Conventualen alles für sich allein gebrauchen. Zwar blieb ihre Zahl nicht auf 12 beschränkt, wie bei der Gründung. Zu diesen 12 Priestern nämlich waren Diakonen und Subdiakonen getreten, d. h. Gehilfen und Untergehilfen. Unter letzteren verstand man Schüler, die in jungen Jahren ins Stift eintraten, regelrechten Unterricht in den Wissenschaften genossen und in der Kirche als Chorknaben und Ministranten Verwendung fanden. Zu Zeiten bestand der Convent aus dem Propst, 16 Priestern, 4 Diakonen und 4 Subdiakonen, also aus 25 Personen, und dies scheint die Vollzahl gewesen zu sein. Ferner schloß sich eine Zahl von Conversen an, d. h. Laienbrüder, die in straffer mönchischer Zucht gehalten wurden und insbesondere Handarbeit verrichten mußten, als Feldarbeit, Bauarbeit, gewerbliche Tätigkeit; auch Küche und Keller

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stand unter der Aufsicht solcher Leute. In späterer Zeit kamen auch noch Beamte und Klosterknechte hinzu, die vom Stift Gehalt und Unterhalt bezogen, im übrigen aber weltlich blieben. Die Gesamtzahl der Esser dürfte also nicht klein gewesen sein. Dennoch dürften sie allzusammen nicht imstande gewesen sein, allein das Brotkorn aufzuzehren. Zum Verkauf des Ueberflusses war dem Stifte schon in der Dotationsurkunde Zollfreiheit auf allen Märkten der 3 Wendenbistümer und in Bardowiek zugestanden.

Anfänglich mögen die großen Ueberschüsse der Einnahmen über Ausgaben zu Kirchenbauten verwendet sein. War eine Kirche hergestellt, so mußten 4 Hufen mit Zins und Zehnten hergegeben werden zum Unterhalt des Priesters und der Kirche und zwar zwei vom Grundherrn und zwei vom Bischof. Trotz dieser gewiß nicht unbeträchtlichen Ausgaben summte sich das Stiftsvermögen allmählich derart an, daß man begann Güter anzukaufen, alle Rechte, die der Landesherr oder andere darin hatten, abzulösen und die landesherrliche Gewalt darüber sich anzueignen. Kurz, das Stift begann schon vom Beginn des XIII. Jahrhunderts darauf hinzuarbeiten, sich der weltlichen Abhängigkeit völlig zu entziehen und sein Gebiet abzurunden. Es gewann in der Tat allmählich die Reichsstandschaft, ward ein freier geistlicher Staat, der nur dem Kaiser untertan war. Nun wurden auch die Stiftsherrn mit ihrem Propst an der Spitze aus demütigen Gottesmännern hochmögende Gebieter. Propst, Prior und Custos waren die drei höchsten Würden im Kapitel, danach kam der Thesaurarius, auch wohl Camerarius genannt, der Schatzmeister und der Struktuarius oder Bauverwalter. Weniger angesehen war der Cantor, der Chorleiter und Schulmeister zugleich war. Später versuchten sie sich auch als Amtleute, offiziales, bis dafür ständige Beamte eingestellt wurden.

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Daß bei solchen weltlichen Sorgen und Geschäften die mönchische Zucht nicht lange fortbestehen konnte, liegt auf der Hand. Unter dem Vorwande, daß Schulden sie zwängen, das gemeinsame leben im Kapitelshause aufzugeben, bezog jeder eine eigene Kurie, hatte seine besonderen Einkünfte, seine Knechte und Mägde und gar nicht selten auch eigne Familie. Doch reicht diese Entwickelung schon weit über das Ziel hinaus, welches das Thema steckt. Kehren wir also zur Zeit des Evermod zurück.

Es muß damals, wo der rührige Graf Heinrich von Botwide und der eifrige Glaubensheld Evermod Hand in Hand arbeiteten, eine großartige und erfolgreiche Tätigkeit entwickelt worden sein. Das Land bedeckte sich mit Kirchen und Kapellen. 42) Freundliche Dörfer mit stattlichen Gebäuden entstanden neben den ärmlichen Slavenhütten, wogende Weizenfelder breiteten sich aus, wo bisher Sumpf und Wald gewesen war, stattliche Rinder und Rosse weideten auf grünen Wiesen, Gärten mit Obstbäumen umgaben die ländlichen Gebäude; das Land wurde zum Garten, und gerne gab der wohlsituierte Bauer der Kirche den Zehnten, gern schritt er zum Gotteshause und nahm dort am Tage des Herrn seinen Platz würdig ein, während neugierige Slaven sich scheu hinter die Pfeiler drückten und die eindrucksvolle Handlung der Messe mit Staunen und Grauen auf ihr Gemüt wirken ließen. Es ist ewig schade, daß diesem vielversprechendem Anfang kein fröhlicher Fortgang beschieden war, daß norddeutsche und süddeutsche, welfische und staufische Interessen sich damals kreuzen mußten und mit der Demütigung Heinrich des Löwen eine Entwickelung unterbrochen wurde, die ein einiges, starkes Norddeutschland hervorzurufen versprach.

Statt dessen kam es zur elendesten Kleinstaaterei, zu ununterbrochenen Kämpfen und Fehden, die den Wohlstand der Bewohnter unsrer Gegend herabdrückten

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und den Bauer fast zum Leibeignen werden ließen. Leider sind uns Urkunden aus jener Zeit überhaupt nicht erhalten, weder von Evermod noch vom Grafen Heinrich, ebensowenig etwas, das den Namen einer Geschichte jener Zeit verdiente.

Von Evermods Genossen kennen wir den Namen des ersten Propsts Theobald, der vermutlich heute noch in Thebelsberg und Thebelsdiek fortlebt, den des 2. Propstes Balduin, der 1169 an seine Stelle trat, und den der Kanonici Robertus und Daniel. Am 17. Februar 1178 ist Evermod gestorben, und die katholische Kirche hat ihn später unter die Heiligen aufgenommen. Auch der 1. und 7. seiner Nachfolger, Isfried und Ludolf haben diese Ehre erlangt; von den übrigen 26 keiner.

Um dem neuen Bistum größeren Glanz zu verleihen, hat Evermod, wie uns die Ansveruslegende berichtet, die Gebeine des Ansverus exhumiren und nach der Kathedralkirche schaffen lassen. Auch machte er einen Arm des Heiligen dem Marienkloster bei Stade zum Geschenk. Das Vorhandensein dieser Relique in jenem Kloster vor 1264 bestätigt Albert von Stade. Zwischen 1142 und 1148 bereits waren Ansverus und seine Mitmärtyrer durch Erzbischof Adalbert II. von Bremen heilig gesprochen worden. Ein Suffraganbischof hatte in seinem Namen die feierliche Handlung in Ratzeburg vorgenommen, nachdem Papst und Concil ihre Billigung ausgesprochen hatten. 43) Aus dieser Masse der Heiligen nun hob Evermod den hervorragendsten heraus und ließ sein Leben und seine Taten durch einen seiner Kleriker niederschreiben. Die Translation geschah in höchst feierlicher Weise. Scharen von adlichen Herren, Klerikern und Laien, an der Spitze der Bischof, geleiteten den Sarg vom St. Georgsberge nach dem Dom. Man kann sich das Gepränge leicht vorstellen. Um 1329 war der Ort der Beisetzung der Ansverusgebeine und überhaupt der ganze Ansverusdienst wieder in Vergessenheit

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geraten, und es bedurfte der Vision einer frommen Frau, um jenen wiederzufinden und diesen von neuem zu beleben. – Die wichtigste Handlung des Evermod ist aber die Verlegung der Episcopalkirche vom St. Georgsberge nach dem Domhofe. Die Schenkung, welche ihm Graf Heinrich um 1160 mit dem Domhofe machte, hat er nicht für sich, sondern für seine Kirche angenommen. Auch anderwärts finden wird das Streben der Prämonstratenser, ihre Kirchen, wenn sie zunächst schon vorhande Anlagen benutzen mußten, möglichst bald in den Zentralpunkt der Gegend zu verlegen, doch so, daß eine gewisse Ruhe, Würde und Weihe dennoch das Gotteshaus umgab. Es hängt das zusammen mit ihrem Grundsatz mehr durch den Glanz des Gottesdienstes und durch das Beispiel ihres Lebens als durch persönliche Bekehrungsversuche zu wirken. So brauchten sie Orte, wo ein nätürlicher Zusammenfluß der Bevölkerung stattfand. Wenn man die kirchlichen Baulichkeiten auf dem Dome betrachtet, so wird ohne weiteres klar, daß hier ein einheitlicher Bauplan von vornherein vorlag. Die Kirche tritt bedeutend in den Vordergrund; daneben umfassen die Kapitelshäuser nebst den Kreuzgängen den Hauptraum, und den bescheidensten Platz nehmen die beiden Bischofshäuser ein, von denen das kleinere, inzwischen längst wieder vergangen, erst 1350 errichtet ward. Wann der Bau der Domkirche begonnen und wann er im wesentlichen vollendet war, wissen wir nicht. Zwar haben wir an der jetzigen Hauptpforte des Doms eine Inschrift, wonach die Kirche von Heinrich dem Löwen fundiert und geweiht sei am 11. August 1144; doch stammt die Inschrift ihren Schriftzügen nach aus dem 14. Jahrhundert, und die Jahreszahl ist durch ein Versehen des Ziegelbäckers falsch. Das Wahrscheinlichste ist, daß statt 1144 vielmehr 1194 zu lesen ist; infolge der Verwechslung der beiden Majuskeln C und L im Original. Zum Bau der Kirche steuerte Heinrich der

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Löwe jährlich 100 M Pfennige aus dem lübischen Zoll bei. 1189 schenkte er nach der Zerstörung des Doms in Bardowik auch alles Kirchengerät, als Kelche, Rauchfässer, Glocken, Schellen, Meßgewänder, Bücher und sogar die Fenster aus den Wänden dieses Gotteshauses zur Verschönerung der Domkirche, die sich also damals ihrer Vollendung nahen mußte. Damals war bereits sein treuer Anhänger, Beichtiger und Freund, Isfried, Bischof zu Ratzeburg. Es ist daher um so wahrscheinlicher, daß er auch der Kirchweihe unter diesem Bischof beigewohnt hat. Kurz, die Nachricht jener Backsteinplatte am Dom zu Ratzeburg scheint nicht viel mehr Beachtung zu verdienen, als sie bisher gefunden hat. Sie ist offenbar bei einem Umbau der Kirche im 14. Jahrhundert angebracht, nachdem die Originalinschrift durch den Umbau zerstört war. Im ursprünglichen Bauplan waren, wie feststeht, 2 Türme vorgesehen und sind vielleicht schon bis zur Dachhöhe durchgeführt und provisorisch abgedeckt gewesen, als man den Plan faßte ihre Innenflächen zu verbinden und einen Turm daraus zu machen, die überschüssigen Steine aber zu den gewaltigen Strebepfeilern zu benutzen, die man jetzt dort sieht. Dadurch scheint das eigentliche Hauptportal samt der Inschrift in Wegfall gekommen zu sein. Die jetzige Hauptpforte ist weder an Größe noch an Ausstattung dem Ganzen angemessen, führte auch nachweislich in die Marienkapelle, die jetzige Vorhalle. Der Dom und das ganze Stift wurden der Mutter Gottes und dem Evangelisten Johannes geweiht, das Kapitel für sich verehrte als Schutzpatronin die Mutter Gottes allein, wie das älteste Kapitelsiegel beweist.

Es ist doch anzunehmen, daß nach geschehener Kirchweihe der Gottesdienst in der Domkirche Tag für Tag stattgefunden hat. Dann aber ist es nicht recht glaublich, daß die Chorherrn länger als bis 1194 (nebenbei gesagt, das jahr, aus welchem die Urkunde wegen der Teilung der bischöflichen Tafelgüter und der

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Kapitelsgüter stammt) ihre Wohnung auf dem St. Georgsberge gehabt haben, daß sie schon zur Matutine von dort zum Dom wanderten und zu allen Mahlzeiten sich nach dem Georgsberge zurück begaben. Das würde ja ein ewiges und unerträgliches Hin und Her ergeben haben. Gleichwohl steht durch die Inschriften fest, wann die Baulichkeiten auf dem Domhofe entstanden sind, so das Dormitorium, der Schlafsaal, 1251, die Mauer vor dem westlichen Kreuzgang 1254, das Refektorium 1261, Kapitelsaal und Krankenhaus wahrscheinlich zwischen 1251 und 1254. Es bleibt also nur über anzunehmen, daß seit dem Ende des 12. Jahuhunderts und vielleicht schon während der Bauzeit des Doms ein provisorisches Gebäude die Conventualen aufgenommen hatte. Dasselbe ist in unmittelbarer Nähe des Steintors zu suchen. Man kann das schließen aus einer Verhandlung vom Jahre 1438, wonach zwischen Bischof und Kapitel über die Eigentumsverhältnisse auf dem Domhofe entschieden wurde, daß alle Gebäude außer den beiden Bischofshäusern – das große noch dazu bloß oberhalb der Erde – und einem Pferdestall, der beim Turme stand, dem Kapitel gehören sollen und zwar das Tor, der Durchweg, das Wohnhaus beim Tor, das Gefängnis und der ganze Hof zwischen diesen Gebäuden und dem See. Nun wird von Bischof Ludolf (1236-50) berichtet, daß unter ihm eine solche Gottesfurcht und Heiligkeit und strenge Zucht in Ratzeburg geherrscht habe, daß das Kloster sowohl vom Volk als von den Geistlichen des Ordens selbst das Gefängnis genannt worden sei. Wenn nun dies Gebäude 1438 wirklich als GEFÄNGNIS benutzt wurde, so schlösse das nicht aus, daß es das ursprüngliche Brüderhaus war. Das Steintor wird, wie wir eben sahen, schon ein Jahr vor Erwerbung des Palmbergs durch das Stift (1439) erwähnt. Es bildete schon damals den Zugang zum eigentlichen Domhof. Damit ist aber keineswegs gesagt, daß es an

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der Grenze des geistlichen Gebietes daselbst stand, vielmehr darf man überzeugt sein, daß die Schenkung Graf Heinrichs an den Bischof Evermod den Palmberg in sich begriff, weil der um 1170 errichtete Heinrichsstein an der Weichbildgrenze gestanden haben wird und der bereits 1281 als mons palmarum bezeichnete Palmberg seinen Namen von seiner Bestimmung zu kirchlichen Zwecken hat. Auch bei der Kirche zu Schönberg soll es einen Palmberg gegeben haben. Schon 1434 wird kein urkundlicher Besitztitel über die Erwerbung dieses Platzes nachzuweisen gewesen sein, und wenn Herzog Bernhard damals das Kapitel nötigte den Raum noch einmal ausdrücklich um teures Geld zu erwerben, so gehört das zu den Chikanen, womit die lauenburgischen Herzöge die reich gewordenen Geistlichen zu plagen pflegten. Eine Bemerkung soll in diesem Zusammenhange nicht unterdrückt werden. Es scheint, als ob das so scharf abgegrenzte Plateau, auf welchem Kirche, Kirchhof, Bischofshaus und Kapitelshäuser liegen, künstlicher Auftragung und Abschrägung seinen Ursprung verdankt, daß also der Bauplatz im 12. Jahrhundert erst besonders nivelliert und aptiert wurde.

Ums Jahr
1270 ist der Bau auf dem Domhof im wesentlichen in voller Stattlichkeit vollendet gewesen, ein Denkmal der Bedeutung, welche ebensosehr das Domkapitel als das ganze Bistum erlangt hatte. Die Bischöfe freilich hielten sich nur vorübergehend in Ratzeburg auf. Zur eigentlichen bischöflichen Residenz war nach Aufgabe Farchaus und nachdem auch Dodow und Campenwerder im Schalsee ihren Reiz verloren hatten, Schönberg geworden. Dort hatte schon Bischof Ulrich um 1260 ein Schloß erbaut.

Man kann wohl sagen, daß im letzten Drittel des
XIII. Jahrhunderts das Stift Ratzeburg an einen Wendepunkt seiner Entwickelung gelangt war äußerlich und innerlich. Mit der Ablösung der Fürstenrechte über das

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Land Boitin und mit der Vollendung der Bauten auf dem Dom hatte es in der Wertschätzung der Mitwelt den Höhepunkt erklommen, zugleich aber war es innerlich an den Punkt gelangt, wo es aufhörte seine Hauptpflicht in der Betätigung der Religiosität zu sehen und anfing in der Vermehrung seiner Güter und deren wirtschaftlicher Ausnutzung zum behaglichen Wohlleben seiner Mitglieder seine Lebensaufgabe zu finden. Der äußere Höhepunkt war also zugleich der Anfangspunkt des inneren Niedergangs.

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Belegstellen und Anmerkungen.

1) Archiv f. lauenburg. Gesch. II, 2 p. 114.
2) Ebenda. p. 87. 25.
2a) Adam. Gest. Hamab. eccles. pontif. III, 19 u. 49.
3) Archiv f. lauenb. Gesch. II, 2 p. 77.
4) Adam a. a. O. III, 18 u. Dehio Gesch. d. Erzbistums Hamburg-Bremen I, p. 185.
5) Adam a. a. O. III, 21.
6) Adam a. a. O. III, 18.
7) Dehio a. a. O. I, 221. Das Attentat hatte statt im Jahre 1048.
8) Mecklbg. Urk.-Buch I, No. 27.
8a) Dehio a. a. O. p. 185/186. vermutet, daß Heinrich III Feldzug gegen die Liutizien, bei welchem Erzbischof Adalbert den Kaiser begleitete, im Interesse Godescalcs unternommen wurde.
9) Helmold, Chronica Slavorum I, 53.
10) Ein Analogon bietet die um 1181 gegründete Lauenburg, in deren Umgebung ebenfalls 3 Dörfer, aus denen später die Stadt Lauenburg entstand, die Lehen der Burgmänner dargestellt zu haben scheinen. Sie heißen nach dem Z. R. des Bistums Ratzeburg von 1230: Albrechteshope, Volkmaresvelt u. Villa Godescalci.
11) v. Kobbe, Geschichte u. Landesbeschreibung des Herzogtums Lauenburg I p. 73 Anm.
12) una domus, f. Masch, Gesch. des Bistums Ratzeburg p. 97.

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13) Adam a. a. O. III, 18, 19. Der Zusammenhang lehrt, daß es sich nur um Gründungen im Herrschaftsgebiet des Godescalc handeln kann.
13a) Hey. Die slavischen Ortsnamen in Lauenburg. Archiv f. d. Gesch. d. Hgts. Lauenburg II, 2. p. 21.
14) Feldregister der verkoppelten Dörfer Gr. u. Kl. Disnack, attestiert von Haltenbach, unterschrieben von F. v. Benoit, Ingenieur-Major 1791.
15) Schröder-Biernatzky. Topographie der Herzogtümer Holstein u. Lauenburg, I. p. 331.
16) Schröder-Biernatzky a. a. O. II, 294.
17) v. Kobbe a. a. O I, p 84 Anm. 9.
17a) Adam III, 49. u. Ansveruslegende. Archiv f. lauenb. Gesch. II, 2 p. 91. 147.
18) Dehio a. a. O. II, 36. u. Helmold a. a. O. I, 34.
19) Dotationsurkunde für das Stift Ratzeburg v. 1158. Mecklb. Urk.-B. I No. 68.
20) Müller u. Mothes. Illustriertes archäolog. Wörterbuch, sub v. St. Georg.
21) Adam, a. a. O. III, 20, 32.
22) Masch a. a. O. p. 17.
23) Nr. 23 fehlt in der Auflistung!
24) Masch a. a. O. p. 76.
25) Masch a. a. O. p. 76 u. Arnold. Chronica Slavorum II, 21.
26) Mecklb. Urk.-B. I, No. 65.
27) Mecklbg. Urk.-B. I No. 65, 27a a. a. O. p. 57 consentientibus et simul id agentibus u. s. w.
28) Mecklbg. Urk.-B. I No. 65 alios L. mansos de voluntate Heinrici et Bernhardi comitum – supplevimus.
29) Mecklbg. Urk.-B. I No. 65, terram itaque Butin – episcopo assignamus.
30) Helmold a. a. O. I, 77.
31) Um 1240 versuchte Herzog Albrecht von Sachsen dieses Schloß in seine Gewalt zu bringen, s. Masch a. a. O. p. 145.
32) Masch. a. a. O. p. 59 u. Dotationsurkunde. Mecklb. Urk.-B. I No. 65.
33) Der ganze Zusammenhang der Begebenheit nötigt zu dieser Annahme. Ratzeburg ist das erste der drei Wendenbistümer, dem Herzog Heinrich seine ganze Aufmerksamkeit zuwendet, während er die Dotation Oldenburgs dem grafen Adolf von Holstein überläßt. Die Anlage des Herzogsgrabens und damit die Verbindung des Ratzeburger Sees mit dem Meere, selbst die verunglückte Gründung der Löwenstadt, die Vertreibung des Grafen


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  Bernhard aus Ratzeburg, um diese Veste in seine eigne Hand zu bekommen, alles das weist darauf hin, daß Herzog Heinrich hier große Pläne verfolgte, die man freilich in ihrer vollen Bedeutung jetzt nicht mehr würdigen kann.
34) Masch. a. a. O. p. 42.
35) Arnold a. a. O. IV, 7. Corner setzt für claustrum sogar monasterium, f. v. Kobbe I p. 230 Anm. 1.
36) Mecklbg. Urk. B. 1 p. 56. No. 64 unter den Zeugen.
37) Leibnitz. Scriptores rer. Br. II p. 104.
38) Mecklbg. Urk.-B. III No. 1825.
39) Hasse Schlesw.-Holst.-Lauenburg. Urk u. Reg. II No. 841.
40) Daniel, Deutschland, 4. Aufl. II p. 417.
41) Nach Winter. Die Prämonstratenser im XII. Jahrh.
42) Helmold I, 83.
43) Archiv f. d. Gesch. d. Herz. Lauenburg II, 95-105. u. 112-128.


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