Jahresband 1901

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg






 


Inhalts-Verzeichniß.

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    Seite
     
Vereins-Nachrichten.   I-II
     
Des Schwerinschen Dompropsten und Ratzeburger Domherrn, Otto von Estorf, Diarium belli Bohemici et aliarum memorabilium (Fortsetzung)   1-74
     
Bertheau, Professor Dr.
Raubritterfehden und Landfriedensbündnisse im XIII. und XIV. Jahrhundert.
 
75-115
 
     
Miscellen.
(Umbau der Stadtkirche zu Lauenburg.)
 

116-120


 



VEREINSNACHRICHTEN.
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Die Generalversammlung des vorigen Jahres fand am 22. September zu Schwarzenbek statt, war aber nur äußerst schwach besucht. Herr Professor Dr. Günther aus Lauenburg hielt einen Vortrag „Zur Geschichte des Kirchspiels Lauenburg“ und darnach fanden die üblichen Wahlen statt. Durch Acclamation wurden der Vorsitzende, der Vereinskassirer, Bibliothekar und Conservator, sowie die seitherigen Chefs der Sectionen Mölln, Ratzeburg, Lauenburg und Schwarzenbek wieder gewählt. Die Vereinsabrechnung ward vorgelegt, nachdem sie von der Revisionscommission revidirt und richtig befunden worden, und dem Vereinskassirer war Decharge ertheilt. Die Einnahme betrug 778 Mk. 89 Pfg., die Ausgabe 569 Mk. 80 Pfg., so daß ein Ueberschuß von 209 Mk. 9 Pfg. vorhanden war.

Am Schlusse legte Herr E. Schröder zwei ihm vom Oberförster Lange zugesandte interessante Schreiben vor, welche Wolfsjagden in Lauenburg betreffen. In dem ersten von Herzog August eigenhändig unterschriebenen, an den Landrath B. >N. von Lützow auf Seedorf gerichteten Schreiben, d. d. Ratzeburg, 6. Jan. 1650, theilt der Herzog dem von Lützow mit, daß er am 9. und 10. Jan. eine Wolfsjagd im Amte Ratzeburg anzustellen „in Gnaden gemeinet“, und daß dabei auch die Seedorfer Feldmark werde berühret werden, der von Lützow möge am 11. Jan. Morgens frühe seine Unterthanen nebst

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einem Vogt nach Salem schicken, damit durch die Menge der Leute die Jagd desto besser möge von Statten gehen; übrigens solle das dem von Lützow zu keinem Präjudiz gereichen. Das zweite Schreiben ist von dem Major von Falckenbergk aus Ratzeburg an »Madame Schultzin née de Bülowin à Seedorff« gerichtet, vom 19. Aug. 1666, und theilt mit, daß in dem Salemer Holz wie dem Herzog berichtet worden „ein alter nebst etlichen Jungen Wölffen sich aufhalten sollen“, daß der Herzog mit etlichen Schützen sich dahin zu verfügen und jene aus dem Wege räumen zu lassen beabsichtige, daß dabei auch die zu Seedorf gehörige Eichhorst berührt, Rehe aber nicht „gefellet“ werden würden. – Herr Prösch überwies ein interessantes Bronzefragment von einer Feldschlange oder einem größeren Gewehr, gefunden Meter tief im Lehm liegend bei Fundamentirung eines Hauses in Schwarzenbek.

Der Kreistag hat auch in diesem Jahre wiederum 150 Mk. zur Förderung der Bestrebungen des Vereins bewilligt und wird dafür an dieser Stelle der Dank des Vereins ausgesprochen.

Die langjährige Wohlthäterin des Vereins Frau Gräfin Louise von Kielmansegge zu Nassau und Cappenberg, Enkelin des Reichsfreiherrn von und zum Stein, ist leider am 3. Febr. d. J. zu Cappenberg verstorben. Sie hat stets für den Verein ein lebhaftes Interesse an den Tag gelegt und selbiges bethätigt, so daß ihr Andenken nicht erlöschen wird.

Zur diesjährigen Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Hamburg ist dem Verein eine Einladung zugegangen, die dem Chef der Sektion Mölln, Herrn Dr. Ketel, übergeben worden ist.

Weder das Museum noch die Bibliothek des Vereins haben wesentliche Bereicherungen erfahren.

 

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