Jahresband 1900

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg



[Miscelle.]

Weberkarde.

[N. N.]

 

Es ist bekannt, daß vor vielen Jahren in Mölln die Tuchindustrie in hoher Blüthe gestanden hat. Möllner Tuche (Laken) waren weit und breit bekannt und geschätzt. Dieser Industrie diente auch die bei dem nach ihr benannten Walkmüllerholz am Ausflusse des Petzeker Bachs (am kleinen Knaakendiek) von diesem Bache getriebene Walkmühle, wo mit Hülfe der Walkerde, eines hier im Norden nur im und beim Foßberg vorkommenden Minerals, das Tuch bereitet wurde. Bei der Tuchbereitung bediente man sich u. A. auch einer hier nicht heimischen Pflanze, der WEBERKARDE, WEBERDIESTEL, Dipsacus fullonum, die, in Mittel- und Süddeutschland heimisch, in ziemlich vielen Exemplaren sich an dem durch das Ziegelholz nach dem Walkmüllerholz führendem Wege findet und

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offenbar aus der Zeit stammt, zu welcher vor vielen Jahren die Walkmühle noch existirte und diese Pflanzen von Auswärts importirt, dorthin geschafft wurden. Die Pflanze hat sich dort acclimatisirt, aber wenig oder garnicht weiter verbreitet. Sie soll auch jetzt noch in den mittel- und süddeutschen Tuchfabriken Verwendung finden.


 

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