Jahresband 1900

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg


NACHTRAG
zu den Regesten der Urkunden etc.
des Möllner Rathsarchivs.

(Die nachstehend verzeichneten Urkunden sind
Eigenthum des Königlichen Staatsarchivs zu Schleswig
und in dem der Stadt Mölln übergebenen Verzeichniß
nur nachrichtlich mit verzeichnet.)

Die obigen Regesten findet man aufgeführt in

Band I, Heft 3, p. 306-378 dieser Jahrbücher.

[N. N.]
____________________

Nr. 212.

1277, Mai 24. König Rudolf befiehlt auf die Bitte Herzog Albrechts von Sachsen, daß wenn die Rente von 600 Mark, welche Albrechts Vater, Herzog Johann I. von Sachsen seiner Gemahlin Ingeburg aus den Einkünften der Stadt Mölln überwiesen hat, aus diesen nicht gedeckt werden kann, die Einkünfte der herumliegenden Dörfer zur Completirung der Summe herangezogen werden sollen.
d. d. Wien IX. Cal. Jun.   Copie Papier.

Nr. 213.

1359, April 14. Die Herzöge Albert und Erich von Sachsen verkaufen mit Zustimmung ihrer Vasallen der Bürgermeister und Bürger von Mölln die Stadt Mölln an Lübeck für 9737 ½ Mark Lüb. mit allen Pertinenzien mit der

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Herzoglichen Curie, dem Zoll von 40 Mark, der Gerichtsbarkeit mit Vorbehalt des Rückkaufsrechts, versprechen den in Mölln gezahlten Zoll nicht anderswohin zu verlegen, Mölln und die Straße gegen Angriffe zu vertheidigen, Lübeck gegen Einspruch, der gegen den Kauf erhoben werden sollte, zu schützen und falls es der Stadt Mölln verlustig gehen sollte, zur Wiedererlangung behülflich zu sein.

Testes: Hartwicus et Conradus fratres dicti de Rytzerowe nostri consiliarii Johannes Pruceke noster vasallus et Bartholomeus noster notarius.

D. d. Lübeck in festo Palmarum Orig. Perg. mit 2 gut erhaltenen Siegeln an Seidenschnüren.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 18.

Nr. 214.

1359. April 14. Die Bürgermeister von Lübeck erklären aus den Einkünften der ihnen von den Herzögen Albert und Erich von Sachsen verkauften Stadt Mölln nur 940 Mark Lüb. jährlich erheben zu wollen, unbeschadet der Rechte der Vicarie und kirchlichen Stiftungen der betreffenden Patronatsrechte, sowie der Rechte der Vasallen, Bürger und Landleute.

d. d. Lübeck in festo Palmarum. 1. Orig. Perg. mit Siegelschnur. 2. Zwei Copien Papier. 3. Deutsche Uebersetzung Pap.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 17.

Nr. 215.

1398, December 21. Herzog Erich IV. von Sachsen überträgt dem Bürgermeister von Mölln Johann Molner für 100 Mark Lüb. die Hälfte des Sees zu Drüsen, welche Gherd Gudowen gehörte, behält sich aber das Recht vor, dieselbe jährlich zwischen Michaelis und Weihnachten wieder einlösen zu können.

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Bürgen: Heyne van Hachede raadmanne tho Lubeck unde Otte Wackerbarde voghede to Molne,
an sunte Thomas daghe des hilgen apostels

Orig. Perg. mit einem Siegelstreifen, Siegel abgefallen.

Nr. 216.

1398, December 21. Herzog Erich IV. von Sachsen überträgt dem Bürgermeister von Mölln Johann Molner die Hälfte des Sees zu Drüsen und 4 Pfund Mehl aus der Lütower mole, welche Gherd Gudowen gehörte, für 150 Mark Lüb. und behält sich das Recht vor, dieselben jährlich zwischen Michaelis und Weihnachten wieder einlösen zu können.

Bürgen: Heyne van Hachede raadmanne tho Lubeck unde Otte Wackerbarde vogede tho Molne,
in sunte Thomas dage des hilgen apostels.

Orig. Perg. mit einem Siegelstreifen, Siegel abgefallen.

Nr. 217.

1410, Januar 19. Bürgermeister und Rathmannen von Lübeck urkunden über den durch Vermittelung des Herzogs Heinrich von Braunschweig und Lüneburg und der Bürgermeister und Rathmannen von Hamburg und Lüneburg zwischen Lübeck und Herzog Erich IV von Sachsen-Lauenburg nebst seinen Söhnen Erich und Johann geschlossenen Vertrag betreffend die Rückgabe von Mölln, den Zoll auf dem Graben de Delvene genannt, die Fahrt auf der Stecknitz, die Wiedereinlösung von Mölln durch die Herzöge und die bei Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Lübeck und den Herzögen zu beobachtenden Maßregeln:

Vermittler: 1. Räthe Herzogs Heinrich: Ludelf here to Werberge, her Hinrik Wale provest to Ebbekestorpe, her Harneyd provest to Luchow, her Hinrik von Velthem, her Hartwich Heste, her Werner van Bodendycke, her Ghuntsel von Bertensleve, her Bertolt van Oldersdeshusen und Ludelf van Estorpe.

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2. Räthe von Hamburg: Marquard Schreye, her Hilmer Lossow unde her Albert Schreye.
3. Räthe von Lüneburg: Albert van der Molen unde her Hinrik Bere.

d. d. Lübeck an sunte Fabiani unde Sebastiani avende.

Orig. Perg. mit 2 Siegeln an Seidenschnüren, von denen eins zerbröckelt, das andere zum größten Theil erhalten.

Nr. 218.

1410, Januar 20. Vertrag durch Vermittelung des Herzogs Heinrich zu Braunschweig und Lüneburg und der Gesandten des Rathes von Hamburg und Lüneburg, geschlosssen zwischen Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg nebst seinen Söhnen Erich und Johann und der Stadt Lübeck, derselbe verpflichtet die Herzoge, die zu Mölln genommenen Güter und die auf der Delve, dem Möllner See und auf der Elbe aufgebrachten Schiffe wieder auszuliefern, den Lübeckern die ungehinderte Benutzung des von Detlef vund Volquin Gronow gekauften Holzes zu gewähren, das von Ulrich van Pentze zugepfählte Ratzeburger Wehr aufzuräumen und die Landwehr bei der Fredeburg auszubessern.

d. d. Lübeck in deme dage Fabiani und Sebastiani der hilige mertelere.

Copie vid. Notar Georg Erasmus Einhenner. Pap.

Nr. 219.

1413, August 9. Die Knappen Volrad und Johann von Ritzerau, wohnhaft to deme Dünenze, versprechen die Rathmannen von Mölln zu schützen gegen den Anspruch von Seiten der Frau des Otto von Ritzerau, ihres Sohnes Hans und ihrer Erben auf die ihnen, Volrad und Johann jährlich aus der Lütower Mühle von den Rathmannen zu Mölln zu zahlenden 8 Pfund Roggen; versprechen ferner diese 8 Pfund Roggen Niemandem außer dem Rathe von Mölln oder dem von Lübeck zu verpfänden.

In zunde Laurentii avende des hilgen mertelers.

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Orig. Perg. mit 2 Siegelstreifen und einem Siegel, das zweite Siegel ist abgefallen.

Nr. 220.

1413, November 20. Knappe Hans von Ritzerowe, Sohn Ottos, gestattet seinen Vettern Johann und Volrad von Ritzerowe die ihm gehörende jährliche am 11. November fällige Rente von 4 Pfund Roggen aus der Lutower Mühle, den Rathmannen von Mölln für 40 Mark Lüb. zu verpfänden, mit Vorbehalt des Rechtes der Wiedereinlösung nach ein halb Jahr vorher geschehener Kündigung.

Des negesten mandages na zunte Elzeben dage.

Orig. Perg. mit einem Siegelstreifen, Siegel abgefallen.

Nr. 221.

1414, November 4. Bischof Detlev von Ratzeburg bezeugt die Echtheit folgender als Transsumpt eingerückter Urkunde..

d. d. 1359, April 14.

Die Bürgermeister von Lübeck erklären aus den Einkünften der ihnen von den Herzögen Albert und Erich von Sachsen verkauften Stadt Mölln nur 940 Mark Lüb. jährlich erheben zu wollen, unbeschadet der Rechte der Vicarier und kirchlichen Stiftungen, der betrefenden Patronatsrechte, sowie der Rechte der Vasallen, Bürger und Landleute.

d. d. Lübeck in festo Palmarum.
d. d. Buchen (Büken) des neghesten sondages na alle godes hilghen dage.

Orig. Perg. mit daranhängendem wohlerhaltenen Siegel.
 

Nr. 222.

1416, Juni 4. Bischof Detlef von Ratzeburg erklärt, daß er den Rathmannen von Lübeck nicht das Recht ertheilt in der Stadt und Vogtei Möllen Kirchenlehen zu verleihen und falls ein solches Recht ertheilt sei, widerruft er dasselbe.

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d. d. Schönberg (Schonenborch) die octavo domini ascensionis gloriose.

1. Orig. Perg. mit daranhängendem Siegel.
2. Jüngere Copie. Papier.

Nr. 223.

1418, August 2. König Sigismund setzt der Stadt Lübeck in ihrer Mölln betreffenden Streitsache mit Herzog Erich V. von Sachsen, nachdem sie der ersten Ladung nicht gefolgt, einen zweiten Gerichtstag.

Gezeichnet in der rechten Ecke Petrus Wacker.

d. d. Baden (bei Wien) des nechsten dinstags nach sant peters tag ad vincula.

Orig. Perg. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 224.

1418, August 4. Graf Johannes von Lupfen, Landgraf zu Stulingen und Herr zu Hohenmark, Hofrichter König Sigismund, bezeugt die Echtheit folgender als Transsumpt eingerückter Urkunde:

d. d. 1359, April 14.

Die Bürgermeister von Lübeck erklären aus den Einkünften der ihnen von den Herzögen Albert und Erich von Sachsen verkauften Stadt Mölln nur 940 Mark Lüb. jährlich erheben zu wollen, unbeschadet der Rechte der Vicarien und kirchlichen Stiftungen, der betreffenden Patronatsrechte und der Rechte der Vasallen, Bürger und Landleute.

d. d. Lübeck in festo Palmarum.
d. d. Baden (bei Wien) des nechsten Donerstages nach sant Peters tag ad vincula.
1. Orig. Perg. mit daranh. zur Hälfte erhaltenen Siegel König Sigismunds.
2. Neuere Copie. Papier

Nr. 225.

1422, März 25. Der Notar Johannes Ademstede be-

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zeugt, daß die Herzöge Erich und Bernhard von Sachsen von den Bürgermeistern von Mölln für 250 Mark zurückgekauft haben den See zu Drüsen und eine Rente von 4 Pfund Mehl, welche von ihrem Vater Erich an den Bürgermeister von Mölln verkauft waren, laut Inhalt folgender beiden als Transsumpte eingerückten Urkunden.

d. d. 1398, December 21.

Herzog Erich der Jüngere von Sachsen überträgt dem Bürgermeister von Mölln, Johann Molner, für 100 Mark Lüb. die Hälfte des Sees zu Drüsen, welche Gherd Gudowen gehörte, behält sich aber das Recht vor, dieselbe jährlich zwischen Michaelis und Weihnachten wieder einlösen zu können.

Bürgen: Heyne van Hachede raadmanne tho Lubeck unde Otto Wackerbarde voghede to Molne,
an sunte Thomas daghe des hilgen apostels.

d. d. 1398, December 21.

Herzog Erich der Jüngere von Sachsen überträgt dem Bürgermeister von Mölln, Johann Molner, die Hälfte des Sees zu Drüsen und 4 Pfund Mehl aus der Lutowermole, welche Gherd Gudowen gehörten, und behält sich das Recht vor, dieselben jährlich zwischen Michaelis und Weihnachten wieder einlösen zu können.

Bürgen: Heyne van Hachede raadmanne tho Lubeck unde Otto Wackerbarde voghede to Molne,
in sunde Thomas dage des hilgen apostels.

d. d. Marienwald.

Zeugen: presentibus robustis famulis Ghunolino Marschak nec non Elero Meynerstorp, Razeburgensis dyocesis.

Orig. Perg. Notariatsurkunde.

Nr. 226.

1448, October 13. Die Knappen Hermen Bluchcher und Hinrich Bluchcher, Lutken Bluchchers Söhne, verkaufen an die Bürgermeister und Rathmannen und den Priester Johann Schenken zu Mölln für 30 Mark Lüb. 2 Mark

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jährlicher Rente aus ihrer Walkmühle zu Lezen, fällig am 2. Februar, mit Vorbehalt des Wiederkaufrechts.

Des sondags vor sunte Lucas daghe des hilgen evangelisten.

Orig. Perg. mit 2 Siegeln.

Nr. 227.

1460, November 14. Luder, Probst, Johann, Prior und das ganze Kapitel der Kirche zu Ratzeburg urkunden, daß die Herzöge Bernhard und Johann und die Herzogin Adelheid von Sachsen ihnen wiederkäuflich den See zu Drüsen verkauft, Bestimmungen über den Betrieb der Fischerei getroffen und ihnen die Verpachtung des Sees an Jedermann außer an die Fischer aus Mölln gestattet.

Des drudden daghes na Martini.

Orig. perg. mit wohlerhaltenem Siegel.

Nr. 228.

1465, März 8. Jurien vam Holte und Gotke Thode, Rathmannen zu Hamburg, stiften einen Vergleich zwischen Bürgermeister und Rath von Mölln und Hinrik Maser, zwischen denen Streitigkeiten entstanden waren, um deren Willen Hinrik Maser, Bürgermeister und Rath von Mölln vor eynen „vrienstoel“ geladen hatte.

Des vrigdages na de sundage Invocavit.

Orig. perg. Von drei Siegeln ist nur eins zum Theil erhalten.

Nr. 229.

1468? Herzog Johann IV. von Sachsen warnt die Lübecker, die Güter des Volrad und Otto von Ritzerau ohne seine, des Lehnsherrn Einwilligung zu kaufen.

S. 1. et a.

Concept. Papier.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 43 a.

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Nr. 230.

1468, November 26. Bürgermeister und Rath von Lübeck antworten dem Herzog Johann IV. von Sachsen, daß sie ihm die Lehnsherrlichkeit über die Güter, welche sie von den Brüdern Volrad und Otto von Ritzerau gekauft, nicht zugestehen, so lange sie Mölln in Verpfändung hatten, da die genannten Güter in dieser Verpfändung lagen und ihnen von denselben in Vorzeiten Pfandhuldigung geleistet sei; hätten die von Ritzerau ihm und seinem Vater Lehnshuldigung geleiset, so sei dies gegen ihr, der Lübecker, Wissen und Willen und im Widerspruch mit dem Inhalte der Pfandbriefe geschehen.

Am Sonnavende na Katherine virginis.

1. Orig. Perg. mit Einschnitten für Siegelstreifen.
2. Neuere Copie. Papier.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 40.

Nr. 231.

1468, December 4. Bürgermeister und Rath von Lübeck antworten dem Herzoge Johann IV. von Sachsen, daß wenn die von Ritzerau während der Zeit, daß sie, die Lübecker, Mölln im Pfandbesitz gehabt, den Herzögen von Sachsen Lehnshuldigung geleistet, dies widerrechtlich geschehen sei, und wiederholen den Wortlaut folgender als Transsumpt eingerückter Urkunde.

d. d. 1468, November 26.

Bürgermeister und Rath von Lübeck antworten dem Herzoge Johann IV. von Sachsen, daß sie ihm die Lehnsherrlichkeit über die Güter, welche sie von den Brüdern Volrad und Otto von Ritzerau gekauft nicht zugestehen, so lange sie Mölln in Verpfändung hätten, da die genannten Güter in dieser Verpfändung lägen und ihnen von denselben in Vorzeiten Pfandhuldigung geleistet sei; hätten die von Ritzerau ihm und seinem Vater Lehnshuldigung geleistet, so sei dies

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gegen ihr, der Lübecker, Wissen und Willen und im Widerspruch mit dem Inhalte der Pfandbriefe geschehen.

Am Sonnavend na Katherine virginis, ame dage Barbare virginis.

1. Orig. Perg. mit Siegelstreifen.
2. Zwei neue Copien. Papier.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 41.

Nr. 232.

1471, November 14. Albel Schack, Adelheid Dergessen und Beke von Buchwald verkaufen und verpfänden dem Herzog Johann IV. von Sachsen das halbe Schloß Ritzerau, die Manower Wiese, den Hof und das halbe Dorf zum Duvensee, den halben See, das Dorf Lüchow, das Helrefeld, das Dorf Lowentzke, Klein- und Groß-Klinkrade mit allem Zubehör, Einkünften und Gerichtsbarkeit für 5000 Mark Lüb., versprechen die Güter bei ihren Lebzeiten nicht wieder einzulösen, doch soll ihren Erben das Wiedereinlösungsrecht nach ein Jahr vorhergeschehener Kündigung zustehen und sollen dieselben dem Herzoge, was er in den Gütern verbaut, erstatten.

Zeugen: Andreas Waghendriver canceller, Albertus Gosman Secretarius, Volrad Scharpenberch, der vorbenom Frouwen vor Abelen Schacke sone wanafftich to Stowe. Otto Wackerbard wonafftich to Kowalle. Jachim Dalldorp borchmann to Louemborch,

ame donredage na sunte Mertens dage de hilligen bischoppes.

Orig. Perg. mit untersiegelt von Volrad, Otte und Jachim, sechs Siegelstreifen; nur ein Siegel erhalten.

Nr. 233.

1472, December 22. In der bereits zu Wilsnak am 15. December in Gegenwart des Königs Christian I., des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, des Herzog Johann IV. von Sachsen, des Bischofs Albrecht von Lübeck, des Hinrik Kastorp, Bürgermeisters und des Andreas Geverdes Rath-

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manns von Lübeck, des Hinrik Murmester, Bürgermeisters von Hamburg verhandelten Streitsache zwischen Herzog Johann IV. von Sachsen und den Lübeckern, betr. die Weigerung letzterer, den Herzog die Auslösung der ihnen verpfändeten Mölln und Crumesse, vornehmen zu lassen, setzen die Schiedsrichter König Christian I., Bischof Albrecht und Hinrik Murmester, nachdem sie in Lübeck vergeblich eine freundschaftliche Vereinbarung herbeizuführen gesucht, auf den 4. Februar einen Gerichtstag in Reinfeld an.

d. d. Lübeck des Dingstedages na Thome apostel.

Orig. Perg. in drei Exemplaren ausgefertigt, untersiegelt vom König Christian; Siegel zerbröckelt.

Nr. 234.

1474, October 1. König Christian I. mit Bischof Albrecht von Lübeck und dem Abgesandten des Rathes zu Hamburg, Schiedsrichter in der Streitsache zwischen Herzog Johann IV. von Sachsen und den Lübeckern, betr. die Auslösung der Letzteren verpfändeten Stadt und Vogtei Mölln, urkundet, daß die Lübecker auf dem in dieser Sache anberaumten Tage zu Reinfeld, in Gegenwart des Markgrafen Albrecht von Brandenburg als Vermittlers dem Herzoge die Auslösung der Stadt Mölln und der dazugehörenden Vogtei in Freundschaft zugestanden und gleichfalls auf dem Tage zu Segeberg, wo auch über die Crumesse betreffende Streitsache verhandelt wurde, die Auslösung von Mölln eingeräumt haben.

Gegenwärtig auf den Tagen zu Reinfeld und Segeberg: Albrecht bisscop to Lübeck, Albertus Klitzinck provest to deme Berlin, Detleff van Bockwolde.

Gegenwärtig auf dem Tage zu Segeberg: Johann von Rasfeld, domprovest to Osenbrugge, Nicolaus Ronnomo, Busse van Alvessleve, ritter Henning Poggewisch, Clawes van Alevelde, herrn Johannes von und Jachim von Bockwolde knapen, unse rede unde leven getruwen.

d. d. Segeberg amme dage Remigii.

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1. Orig. Perg. mit untersiegelt von den genannten Räthen, von zehn ursprünglich daranhängenden Siegeln sind 7 erhalten.

2. Neuere Copie. Papier.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 38a.

Nr. 235.

1476, März 15. Die Brüder Otto und Hartich von Ritzerau versprechen die Güter zu Ritzerau, welche ihr Vetter Hans und ihr Bruder Volrad und sie dem Rathe von Lübeck verpfändet, nach Ablauf der festgesetzten Frist wieder auszulösen und falls sie die nöthige Summe nicht aufbringen können, dem Herzoge Johann IV. von Sachsen oder einer von ihm bestimmten Person die Auslösung zu übertragen und die Güter zu verpfänden, bis sie dieselben selbst wieder einlösen können, versprechen ferner die Pfandbriefe ihres Vetters Hans vom Rathe zu Lübeck auszulösen und die genannten Güter nicht auf ewige Zeit zu verpfänden.

Zeugen: Alberdt Gossmann, Secretarius (des Herzogs), Otto Wackerbardt to Kowalde, Jochim Daldorp borchmann to Louenborch, Hynrik Schacke van Gultzouwe, Hermen Korlouw tome Zusschenbecke (Tuschenbeck),

ame fridage erst na deme Sondage alse men synget in der hilligenn kerken Reminiscere.

Orig. Perg., von 7 ursprünglich daranhängenden Siegeln sind nur 2 erhalten.

Gedr. Gründl. Nachricht von der Herrschaft und Vogtei Mölln Nr. 46d.

Nr. 236.

1499, November 10. Bürgermeister und Rathmannen der Stadt Mölln urkunden, daß der Bürger Heyno Kork seinem Sohne Martinus Kork, Kleriker des Ratzeburger Stifts, sein Haus, Hof und Erbe, bei Wobbeken Mundes und Hartman Mechoven erven bynen Molne twyschen belegen

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überlassen, und daß Martinus Kork die Erfüllung der Pflichten gegen die Stadt gelobet hat.

Zeugen: Albertus Bollau, Hartwicus Havemester, ewige vicarien in Molne, Hinrick Burmester und Detleff Dringenbergh borger hirsolves tho Molne.

d. d. Mölln uppme kerckhowe sancti Nicolai decima mens. Novemb.

Orig. Perg. mit daranhängendem Siegel.

Nr. 237.

1515, November 11. Bürgermeister und Rath von Mölln bitten den Herzog Magnus I. von Sachsen die Sperre des freien Ausflusses aus dem Drüsener See wieder zu beseitigen.

d. d. Mölln am dage Martini Mart.
Orig. Perg. mit aufgedrucktem Siegel.

Nr. 238.

1520, Januar 27. Bürgermeister und Rath von Mölln führen Beschwerde beim Herzog Magnus I. von Sachsen wegen unrechtmäßigen Fischens auf dem Pinn-See, seitens der Unterthanen des Herzogs.

d. d. Mölln fridages na conversionis Pauli anno dom. etc. XX.

Orig. Papier mit aufgedr. Siegel.

Nr. 239.

1520, September 12. Bürgermeister und Rath von Mölln berichten dem Herzoge Magnus I. von Sachsen in Beantwortung seines Schreibens, betreffend die Klage des Hinrik Graveke, Bürgers zu Ratzeburg gegen den Bürgermeister von Mölln, Hans Kure, daß nach Aussage des Letzteren die Streitsache bereits durch fünf Schiedsrichter zu Ungunsten des Henrik Graveke entschieden sei.

Schiedsrichter: Clawes Sthurewoldt, herzoglicher Vogt.

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Hans Wolter, burgermester (zu Ratzeburg), Diderik Stotelborgh, borger to Raceborgh, Andres von Benthem, vogedt und Hans Brandt, raedtmann tho Molln,

Mittewekens na der geborth Marie virginis anno etc. XX.

Orig. Pap. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 240.

1521, Sepember 17. Bürgermeister und Rath von Mölln bitten den Herzog Magnus I. von Sachsen die Sache des Bürgermeisters Hans Kur so lange ruhen zu lassen, bis derselbe von seiner Reise nach Lübeck wieder nach Hause zurückgekehrt sei.

d. d. Mölln dinxtedages nach exaltationis sancte crucis anno etc. XXI.

Orig. Perg. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 241.

1521, November 14. Bürgermeister und Rath von Lübeck urkunden, daß ein Zwist der Stadt Lübeck mit dem Herzoge Magnus I. von Sachsen, betreffend eine vom Herzoge am Drüsener See angelegte Aalkiste und eine Rente, durch Vermittelung des Bischofs Johannes von Lübeck und der Bürgermeister und Rath von Lüneburg dazu Abgeordneten auf dem Tage zu Marienwold am 24. August dahin geschlichtet sei: der Herzog, oder falls es nicht von seiner Seite geschieht, die Stadt Mölln nimmt die Aalkiste binnen einer bestimmten Frist fort, der Herzog zahlt an Lübeck den 10. Theil vom Kapital und alle Jahre die gleiche Summe, so daß das Kapital in 10 Jahren bezahlt ist, wogegen Lübeck auf alle Renten, die bei Herzog Magnus und seines Vaters Zeiten verfallen und unbezahlt geblieben sind, verzichtet, geschehen aber die Zahlungen nicht regelmäßig in vorgedachter Weise, so soll das was entrichtet ist, auf die letztgedachten unbezahlten Renten verrechnet und nicht vom Kapital abgezogen werden.

Vermittler: dorch vorhandelinge des herrn Johannis bisschops

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to Lübeke unde der erszamen wyszen, borgermestern und radtmann der stadt Luneborch oren allenthalven darto verordneten nemptliken herrn Gerhardum Frylden der gottliken schrifft und Mauritium Ebelink der rechte doctoren und Dierick Ehrr, borgermester unde Lehnhardt Toleynck, radtmann to Luneborgh, Clement van Bulow, Caspar Schenk, Mekelenborgesche unnde Johannes Gerkusz, Sassesche Cancellarii, herrn Tomasze van Wickeden unszers rades borgermester, Hermen Valken medelich maten unde Bernt Heynemann in den rechten Licenciatt protonotorem.

Donredages negest na Martini ep.

Orig. Perg. mit daranhängendem Siegel.

Nr. 242.

1527, Juni 3. Bürgermeister und Rathmann von Mölln bezeugen, daß die Bürger Claus Loge und Hynrik Sluter vor ihnen beschworen, daß ihnen wohl bewußt sei, daß Lütke Kamp zu Bredenvelde wohnhaft und Hans Beves tho der Below wohnhaft vor etlichen Jahren vor Bürgermeister und Rath einen Eid geleistet, daß Lutke Kröger zu Oldemöllen wohnhaft und Gretke Moldenhower aus Mölln rechte Geschwister aus dem Geschlechte der Tzeretzenn seien, und das Lutke von Rechtswegen am 2. März 1509 (am frigdage na Invocavit) des seligen Marquardt Moldenhower Erbschaft erhoben.

Am mandaghe na der himmelvart unses herenn.

Orig. Perg.   Siegel zerbröckelt.

Nr. 243.

1531, Juni 3. Bürgermeister und Rathmannen zu Mölln ertheilen den Grob-, Klein- und Messerschmieden einen Gildebrief.

d. d. Mölln 1531.

Orig. Perg. Mit dem angeh. Stadtsiegel.

Nr. 244.

1533, August 11. Herzog Magnus I. von Sachsen

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gestattet den Bürgern Thies Wolff und Claus Roggenbueck aus Mölln, welche die Fischerei auf dem Drüsener See und anderen Seen auf 10 Jahre für 900 Mark, abzutragen in den ersten 8 Jahren, gepachtet haben, nachdem Sie in den ersten beiden Jahren 300 Mark gezahlt, die Restsumme von 600 Mark in 8, statt der früheren Bestimmung gemäß in 6 Jahren zu zahlen.

d. d. Ratzeburg mandages nha Laurentii.
Orig. Pap. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 245.

1552, Januar 5. Bürgermeister und Rath von Mölln bitten Herzog Franz I. von Sachsen um Aufhebung des seinen Unterthanen gegebenen Verbots aus Mölln Bier zu holen und um Aufhebung des zu Artlenburg von eingeführtem Bier erhobenen Zolles.

Dingstags nha circumcisionis Domini etc. L. II.
Orig. Pap.

Nr. 246.

1554, März 5. Der Rath der Stadt Mölln bestätigt die Amtsrolle der Bäcker.

d. d. 1554, mandags na letare.
Orig. Perg. mit dem angeh. Stadtsiegel.

Nr. 247.

1559, Februar 20. Bürgermeister und Rath von Lübeck antworten dem Herzog Franz I. von Sachsen, daß derselbe kein Recht auf Stadt und Amt Mölln, Ritzerau und Amt Bergedorf habe.

Orig. Pap. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 248.

1567, Mai 10. Antwortschreiben des Bürgermeisters und Rathes von Lübeck an Herzog Franz I. von Sachsen, betr. den Kirchgang des Dorfes Klinkrade und das Gut Ritzerau,

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auf welches letztere der Herzog unrechtmäßiger Weise Anspruch erhoben.

Orig. Pap. mit aufgedr. Siegel.

Nr. 249.

1571, Mai 15. Herzog Adolf von Schleswig-Holstein gelobt, die Ausführung folgenden mit Herzog Franz I. von Sachsen geschlossenen als Transsumpt eingerückten Vertrages.

d. d. 1571, Mai 15.

Herzog Franz I. von Sachsen cedirt dem Herzog Adolf von Schleswig-Holstein das Wiedereinlösungsrecht der an Lübeck verpfändeten Ämter und Stadt Ritzerau und Mölln und sagt ihm für Erlegung der Pfandsumme den Besitz derselben auf 20 Jahre zu; falls Lübeck die Auslösung verweigert, soll Herzog Adolf auf seine Kosten einen Prozeß beim Kaiserlichen Kammergericht anstrengen.

d. d. Tremsbüttel Dingstags nach Cantate.

1. Orig. Perg. mit eigenhändiger Unterschrift des Herzogs, Siegel abgefallen.

2. Copie videmirt vom Notar Joachim Pipenborch, Papier.

Nr. 250.

1573, Juli 24. Notariatsinstrument, betr. das dem Bischof Eberhardt von Lübeck und dem Domcapitel zu Bremen von kais. Maj. aufgegebene Commissorium in Sachen der zwischen dem Herzog Adolf von Gottorf und dem Rathe der Stadt Lüeck strittigen Loslösung der Stadt Möllen und des Hofes Ritzerow.

d. d. Lübeck etc.
Orig. Perg.

Nr. 251.

Um 1590. Bürgermeister und Rath der Stadt Mölln bestätigen die Artikel des Schuhmacheramts daselbst.

Ohne Datum.
Orig. Perg. Mit dem angeh. Stadtsiegel.

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Nr. 252.

1591, Juni 4. Bürgermeister und Rath der Stadt Mölln bestätigen die Artikel des Leinweberamts.

Orig. Perg. mit dem angeh. Stadtsiegel.

Nr. 253.

1595, März 6. Artikel des Hutmacheramtes, wie sie von Abgeordneten der Hutmachermeister der Stadt Hamburg, Rostock, Wismar und Mölln auf einer Tagfahrt zu Lübeck festgesetzt worden sind.

d. d. Lübeck 1585, Martii 6.
Orig. Perg. Mit dem angeh. beschädigten Siegel des Lübecker Hutmacheramts.

Nr. 254.

1596, Februar 23. Johannes Adolf, Herzog von Holstein-Gottorf, Erzbischof von Bremen und Bischof von Lübeck räth dem Herzoge Franz II. von Sachsen, den Georg Elers aus Lüneburg über den Inhalt und den Verbleib gewisser, den Wiederkauf Möllns betreffender Urkunden, bei deren Transsumption derselbe zugegen gewesen zu vernehmen.

d. d. Gottorp.
Orig. Pap. mit eigenhändiger Unterschrift und aufgedr. Siegel.

Nr. 255.

1611, October 22. Hauptmann Hans Steinkeller beschwert sich beim Rathe von Mölln über die Gefangensetzung des Herzoglichen Holzvogtes Heinrich Höltinck.

d. d. Ratzeburg.
Concept Papier.

Nr. 256.

1614, October 22. Antwortschreiben des Bürgermeisters und Rathes zu Mölln auf die Beschwerde des Hauptmanns Hans Steinkeller, betreffend die Gefangensetzung des Herzoglichen Holzvogtes Heinrich Höltinck.

d. d. Mölln.
Copie Papier.

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Nr. 257.

1614, October 23. Hauptmann Hans Steinkeller beschwert sich beim Rathe von Lübeck über die zu Mölln geschehene Gefangensetzung des Herzoglichen Holzvogts Heinrich Höltinck.

d. d. Ratzeburg.
Concept Papier.

Nr. 258.

1614, October 29. Hauptmann Hans Steinkeller und Andreas Hundt berichten dem Herzog Franz II. von Sachsen über die zu Mölln geschehene Gefangensetzung des Herzoglichen Holzvogts Heinrich Höltinck.

d. d. Ratzeburg.
Orig. Pap. mit Einschnitten für Siegelstreifen.

Nr. 259.

1656, Februar 27. Notariatsinstrument über die Einhändigung einer Protestationsschrift des Herzogs Franz Carl von Sachsen d. d. Neuhaus 1656, Februar 11., betreffend den von Seiten Lübecks beabsichtigten Verkauf einer zum Amte Ritzerau gehörigen Hölzung an den Rath zu Lübeck durch den Notar Rudolphus Schlick und über den Empfang einer Reprotestationsschrift des Bürgermeisters von Lübeck, betr. Köler d. d. Lübeck 1656, Februar 15. durch denselben.

d. d. Neuenhaus (Neuhaus).

Orig. Pap. unterzeichnet und untersiegelt vom Notar Rudolphus Schlick.

Nr. 260.

1670, Juni 30. Bürgermeister und Rath der Stadt Mölln bestätigen die Artikel und Privilegien der Raschmacher daselbst.

d. d. 1670, 30. Juni.
Orig. Perg. mit dem angeh. Stadtsiegel.

Nr. 261.

1670, October 27. Herzog Julius Franz von Sachsen

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befiehlt, nachdem vom Reichskammergericht das Recht der Wiedereinlösung von
Stadt und Vogtei Mölln ihm zugesprochen, den Eingesessenen derselben die Zahlung von Abgaben an Lübeck zu sistiren, da er die Rückkaufsumme bereits deponirt habe und vom Zeitpunkte der Deponirung an die betreffenden Abgaben ihm rechtlich zuständen.

d. d. Lauenburg.
Orig. Perg. mit eigenhändiger Unterschrift und aufgedr. Siegel.

Nr. 262.

1683, October 15. Die kurfürstlichen und fürstlichen Subdelegaten Georg Heinrich Borck und Christoph von Hammerstein attestiren den fürstlich Sächsischen Abgesandten auf deren Ansuchen, daß das Siegel einer von ihnen bei der Kaiserlichen Executionskommission eingereichten Urkunde d. d. Lubek 1359, April 14., betreffend die Erhebung von 940 Mark aus der Stadt Mölln, seitens Lübecks, anfangs unversehrt gewesen und erst nachmals beschädigt worden sei.

d. d. Mölln.
Orig. Pap. untersiegelt.

 


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