Jahresband 1898

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


LAUENBURGISCHE GESCHICHTSFORSCHER.

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[Max Schmidt]
 

Als eine Zeit voller Schrecken ist der geräuschvolle Ausgang des vorigen Jahrhunderts zu bezeichnen; aber diese trübe Zeit hat für Lauenburg insofern auch ihre Lichtseite, denn sie hat uns gerade diejenigen Männer, die für die Geschichtsforschung unserer Heimat von Bedeutung geworden sind, gebracht, und zwar in merkwürdig schneller Aufeinanderfolge, da sie alle innerhalb eines Lustrums das Licht der Welt erblickt haben.

Die Namen aber dieser Männer lauten Duve, Kobbe, Zander, Burmester und Masch.

Adolph Eduard Eberhard Ludwig von Duve wurde zu Eickelohe bei Celle am 23. Juli 1790 geboren. Er war Doktor beider Rechte, vom Oktober 1811 bis zur Aufhebung der französischen Verfassung erster Sekretär der Unterpräfektur zu Lüneburg, seit Dezember 1818 Advokat, und seit September 1819 auch Notar in Lauenburg. Im Juli 1824 ließ er sich in Mölln nieder, vertauschte aber diesen Wohnsitz Michaelis 1835 mit dem Domhofe zu Ratzeburg, wo er lange Jahre in dem kleinen Hause des Plogh’schen Geweses wohnte. In Mölln muß er sich etwas haben zu Schulden kommen lassen, denn die Ausübung der Advokatur wurde ihm von der lauenburgischen Regierung verboten. In seinen letzten Jahren kam er mit der Außenwelt wenig in Berührung, da sowohl seine pekuniären Verhältnisse wie seine große Taubheit ihn zur Zurückgezogenheit zwangen. Ein Schlaganfall ereilte ihn gelegentlich einer Reise und machte

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seinem Leben am 11. Januar 1857 zu Immenbeck bei Buxtehude ein Ende.

Ueber die von ihm bis zum Jahre 1828 herausgegebenen Schriften berichtet das Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Schriftsteller von 1796-1820. Altona 1829.

Duve’s Werk: „Mittheilungen zur näheren Kunde des Wichtigsten der Staatsgeschichte und Zustände der Bewohner des Herzogthums Lauenburg von der Vorzeit bis zum Schlusse des Jahres 1851“ ist nach des Verfassers Angabe nach Urkunden und authentischen Quellen bearbeitet, und liefert in der That schätzenswerte Beiträge zur Landeskunde, namentlich in rechtlicher Beziehung. Der Stoff aber ist wenig geordnet, die Übersichtlichkeit dadurch sehr geschmälert und bei dem Mangel eines Registers das Nachschlagen sehr lästig und zeitraubend.

Vielfach sucht Duve die Angabe Kobbe’s zu verbessern, wobei ihm freilich selber Irrtümer unterlaufen.

Peter Ludwig Christian von Kobbe wurde am 6. Oktober 1793 in Glückstadt geboren, sein Vater war Offizier in der dänischen Garde du corps, er diente bis zum Jahre 1820 in der dänischen Armee, die er als Rittmeister verließ, studierte dann die Rechte, wurde Dr. juris und 1824 Bürgermeister in Wunstorf bei Hannover. Er beschäftigte sich viel mit historischen Arbeiten und lebte später als Privatmann in Winterhude bei Hamburg und in Ratzeburg. Hier wohnte er in der großen Wallstraße Nr. 212 und in dem hinter dem Hause befindlichen Stalle soll er seine lauenburgische Geschichte geschrieben haben. In Ratzeburg ist er am 11. September 1844 gestorben. Seine Familie gehört zu den alten bremischen Ministerialengeschlechtern; sie führte aber das „von“ nicht. Kobbes dreibändiges Werk: Geschichte und Landesbeschreibung des Herzogthums Lauenburg erschien in den Jahre 1836-37. Mit der Bearbeitung des ersten

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Bandes hatte er bereits 1821 begonnen und ihn bald darauf erscheinen lassen, hielt aber eine Umarbeitung für notwendig.

Kobbe konnte viele Quellen benutzen die jetzt versiegt sind; geschichtliche Irrtümer sind ihm nicht in dem Maße, wie Duve meint, begegnet, aber eine gewisse Flüchtigkeit ist seinem Werke nicht abzusprechen.

In Johann Friedrich Burmester finden wir den Mann, der sich der mühevollen Arbeit unterzogen hat, uns mit den kirchlichen Verhältnissen Lauenburgs bekannt zu machen. Bescheidenerweise nennt er sein im Jahre 1832 erschienenes Werk „Beiträge zur Kirchengeschichte des Herzogtums Lauenburg.“

Im Jahre 1882 wurde eine zweite Auflage von dem damals in Ratzeburg lebenden pastor emer. Joh. Aug. Amann, der die in den verflossenen funfzig Jahren eingetretenen Veränderungen und Ergänzungen gesammelt hatte, veranstaltet.

Johann Friedrich Burmester wurde als Sohn des Ratsherrn und Brauers Johann Peter Burmester in Mölln am 25. Oktober 1795 geboren. Er besuchte das Katharineum in Lübeck und studierte von 1814-1817 in Göttingen. Unter dem hervorragenden Kirchenhistoriker G. J. Planck ward er angeleitet zu gründlicher gewissenhafter Quellenforschung, doch befriedigte ihn nicht dessen Personen und Sahcne nicht selten Gewalt anthuender Pragmatismus. Er war 1818 Rektor, 1829 Diakonus und Garnisonprediger zu Ratzeburg und 1834 Pastor zu Gr. Grönau, wo er bis zu seinem Tode, den 10. Juni 1855, verblieb. In Gemeinschaft mit dem Superintendenten Catenhusen war er als Konsistorial-Assessor bemüht, in den Gemeinden und unter der Geistlichkeit des Landes positiven lutherischen Glauben zu wecken. Leutselig und milde war er als Prediger und Seelsorger bei Hoch und Niedrig geachtet und geliebt. In einer Zeit in der das Studium der Spezialgeschichte wieder neues Leben gewann, erwachte in ihm der Wunsch, das

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ältere über die Provinzalkirche bereits Vorhandene durchzusehen, aus den Quellen zu berichtigen und das Neuere hinzuzufügen. Insbesondere wollte er die beiden einzigen gedruckten Werke, welche spezielle kirchenhistorische Nachrichten über das Herzogtum Lauenburg enthalten (Schlöpken, historische Nachrichten 1724, und Nachricht von den Pfarrkirchen u. s. w. Lauenburg 1715), vervollständigen, ohne in Untersuchungen über die älteste heidnische und christliche Zeit Niedersachsens einzugehen. So entstanden seine „Beiträge“. Vorzugsweise benutzte er die Protokolle und Akten der Generalvisitationen, Verordnungen und Kurrenden der Königlichen Regierung und des Königlichen Konsistoriums, sowie die Pfarrregistraturen.

Hymnologische Studien setzten ihn in den Stand, für die neue Auflage des lauenburgischen Gesangbuchs im Jahre 1841 schätzenswerte Beiträge zu liefern.

Wertvolle Berichte über die Zeit der französischen Gewaltherrschaft lieferte ein alter Freiheitskämpfer, der Direktor Zander in Ratzeburg.

Christian Ludwig Enoch Zander wurde geboren am 8. Mai 1791 zu Alt-Schwerin bei Malchow in Mecklenburg, wo sein Vater seit 1788 Prediger war, aber 1796 die Pfarre Lohmen bei Güstrow und bezog Michaelis 1810 die Universität Jena, um Theologie und Philologie zu studieren. Da ihm Jena in philologischer Beziehung zu wenig bot, so ging er Michaelis 1812 nach Berlin. Infolge des Zusammenbruchs der nach Rußland gegangenen französischen Armee zeigte sich in Berlin eine große Erregung, die ganz besonders die studierende Jugend ergriff. Zander zog mit einer großen Schar von Freiwilligen nach Breslau, trat dort beim 1. Füsilier-Bataillon ein und wurde zum Unteroffizier ernannt und bald darauf Feldwebel und Offizier bei der ersten Kompagnie, die er dann im Jahre 1814 als einziger Offizier führte.

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Nach dem Kriege nahm er die abgebrochenen Studien in Berlin wieder auf und trat dann eine Hauslehrerstelle beim Grafen Bernstorff-Gartow, der im Winter in Berlin lebte, an. Im Jahre 1819 wurde er zum Kollaborator und bald nachher zum Subrektor an der Domschule zu Ratzeburg ernannt. Im Jahre 1825 wurde er Prorektor, 1838 Konrektor und Professor und 1845 Direktor bei der anstelle der eingegangenen Domschule errichteten lauenburgischen Gelehrtenschule, die er bis Ostern 1868 leitete. Bei seinem Scheiden wurde er durch die Verleihung des roten Adlerordens geehrt; bereits in dänischer Zeit war er zum Ritter vom Danneborg ernannt worden. In seinem Ruhestande ward ihm die Freude zu Teil, an seinem 80. Geburtstage von der Kieler Universität zum Ehrendoktor ernannt zu werden. Er starb am 23. Juli 1872 zu Ratzeburg in seinem Hause an der Ecke der Töpfer- und Junkerstraße.

Zander verstand es, seine Schüler zu gründlichen Studien anzuleiten und für die Wissenschaft zu gewinnen und da er ein durch und durch deutscher Mann von biederem Charakter war, gerade und offen seine Meinung sagend, so wirkte er mehr durch seine ganze Persönlichkeit, als durch vorher zurecht gelegte nur dem jedesmaligen Bedürfnisse angepaßte Maßregeln. Von wahrhaft christlichem Sinne und christlicher Demut, und ausgerüstet mit einer tüchtigen selbst im Alter nicht erlahmenden Arbeitskraft stand er seinen Kollegen und Schülern als ein leuchtendes Vorbild da.

Zander hat manche Schriften hinterlassen, er war ein gründlicher Kenner des klassischen Altertums, und hat sich namentlich mit dem Heerwesen der Alten beschäftigt, das er zu seinem Lieblingsstudium gemacht zu haben scheint; aber es ist hier nicht der Ort, darauf einzugehen, wir haben uns an das zu halten, was er über lauenburgische Verhältnisse veröffentlicht hat. Seine 1839 erschienene „Geschichte des Krieges an der Niederelbe“ bringt für uns manches Wissenswerte, ganz besondere Erwähnung aber verdient seine fleißige Arbeit: „Das Herzogthum Lauenburg in dem Zeitraum von

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der französischen Occupation im Jahre 1803 bis zur Übergabe an die Krone Dänemark im Jahre 1816.“

Diese Arbeit, eine wertvolle Ergänzung zur Kobbe’schen Geschichte und zu den Duve’schen Mitteilungen fand Aufnahme im 3. Bande des vaterländischen Archivs für das Herzogtum Lauenburg (1863) und erschien auch als Separatdruck.

Der letzte der angeführten Männer ist H. M. C. Masch, freilich kein Lauenburger, aber trotzdem unbedingt in den Kreis der lauenburgischen Geschichtsforscher mit aufzunehmen.

Sein Werk „Die Geschichte des Bisthums Ratzeburg“, welches 1835 erschien, überragt die genannten lauenburgischen Geschichtswerke und ist für uns von großer Bedeutung dadurch, daß es vom Anfang bis zum Schluß die lauenburgischen Verhältnisse zum Bistum klar schildert und daher von dem, der sich mit der lauenburgischen Geschichte beschäftigt, nicht entbehrt werden kann.

Da wir nun, vornehmlich aus lokalen Gründen, auch die Geschichte des Fürstentums Ratzeburg mit in den Rahmen unserer Betrachtung gezogen haben, so wäre es sehr unrecht, Masch unerwähnt zu lassen.

Gottlieb Matthias Carl Masch wurde am 8. August 1794 zu Schlagsdorf im Fürstentum Ratzeburg geboren, er entstammte einer Pastorenfamilie, die im Anfang des vorigen Jahrhunderts aus Pommern nach Mecklenburg eingewandert war.

Sein Großvater Andreas Gottlieb Masch, geboren 1724 zu Beseritz in Strelitz, war ein sehr gelehrter Herr, der sich der akademischen Laufbahn widmen wollte, aber infolge seiner durch Studien sehr angegriffenen Gesundheit zu seinem Vater zurückkehrte, 1752 dessen Adjunkt und bereits 1756 Stadtprediger, dann Hofprediger und Konsistorialrat in Neustrelitz wurde. Er hat sich durch zahlreiche theologische

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Abhandlungen und Schriften hervorgethan. Auch unter den Altertumsforschern wurde er bekannt durch das im Verein mit dem Kupferstecher Woge herausgegebene Werk: „Die gottesdienstlichen Alterthümer der Obotriten aus dem Tempel zu Rhetra“, Berlin 1771.

Dieses Werk rief einen äußerst heftigen Gelehrtenstreit hervor, der weit über die Grenzen Mecklenburgs hinaus die Altertumsforscher erregte. Masch suchte mit Aufbietung aller Gelehrsamkeit die dort abgebildeten Prillwitzer Idole zu verteidigen, erlebte aber das Ende des Streites, der sogar noch zu gerichtlichen Untersuchungen führte, nicht mehr. Er starb 1807 im Alter von 83 Jahren zu Neustrelitz. Ich führe dies hier mit an, weil die betreffenden sogenannten obotritischen Altertümer früher in Ratzeburg auf der Dombibliothek in einem Glasschrank aufbewahrt, dann aber, wahrscheinlich als man sie als plumpe Falschungen erkannt hatte, nach Neustrelitz gesandt wurden.

Auf unsern Masch ist sehr viel von den Fähigkeiten des Großvaters übergegangen, und ganz besonders die Geschichte, Altertumskunde, Heraldik, Geneaologie und Numismatik haben an ihm einen bedeutenden Träger gefunden.

Obgleich er als treuer Seelsorger seiner Gemeinde und durch seine Berufsgeschäfte sehr in Anspruch genommen war, fand Masch trotzdem bis in sein hohes Alter Zeit für seine manigfachen Nebenstudien. Sein Fleiß und seine Arbeitskraft waren ganz erstaunlich und wurden nur in der letzten Periode seines Lebens durch die überhandnehmenden Gebrechen des Alters, besonders durch das Nachlassen der Sehkraft gehemmt; zu allen Zeiten aber hat sich der „alte Masch“ seinen frohen Mut und lebendigen Geist zu wahren gewußt.

Um den Verlauf seines Lebens zu schildern sei bemerkt, daß der 8jährige Knabe seinen ersten Unterricht durch einen Hauslehrer empfing und dann vom Jahre 1809 bis 1813


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das Katharineum in Lübeck besuchte, das er nach abgelegtem Maturitätsexamen verließ.

Schon früh interessierte sich Masch für Geschichte und Wappenkunde und es finden sich noch einige Manuskripte und Zeichnungen aus seiner Gymnasialzeit, die sein großes Verständnis für die geschichtlichen Hülfswissenschaften bezeigen. Ebenso bewies er ein lebhaftes Interesse für Sprachen, unter denen auch die neuen nicht vernachlässigt wurden.

Als stud. theol. wurde Masch am 6. Mai 1813 in Kiel immatrikuliert; er besuchte diese Universität bis zum 25. März 1814.

Am 29. Mai desselben Jahres hielt seine erste Predigt in Schlagsdorf und bezog am 18. Oktober die Universität Göttingen, wo er bis zum 4. September 1816 verblieb und in der Zwischenzeit öfter predigte. Am 3. November 1816 predigte er in der Domkirche zu Ratzeburg und erhielt gleich darauf, am 7. November, die Licentia concionandi im Fürstentum Ratzeburg, später, 1819, auch für beide Mecklenburg.

Vom Jahre 1817 bis 1826 bekleidete er Hauslehrerstellen, zuletzt in Schönberg, wo er am 12. Oktober 1826 als Lehrer an der dortigen Bürgerschule eingeführt und am 1. Oktober 1828 zum Rektor ernannt wurde.

In Schönberg begann er 1831 seine Geschichte des Bistums Ratzeburg die er 1835 vollendete, auch gab er hier und auch später in Demern verschiedene andere Schriften heraus, die ich aber gern übergehen kann weil sie mit unserer Spezialforschung nichts zu thun haben. Ungedruckt geblieben sind „Geschichte der Domkirche in Ratzeburg“ und „die Münzen des Bistums und Fürstentums Ratzeburg“.

Am 27. November 1837 erhielt Masch die Pastorenstelle in Demern, wo er am 1. Juli 1838 ordiniert wurde und bis an sein Lebensende verblieb. Hier arbeitete er in stiller Zurückgezogenheit, fern vom Getöse der Welt, nur umgeben von seinen Lieblingen, den Büchern und den

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verschiedenen Sammlungen, die er den Freunden und Gästen seines Hauses mit Stolz zeigen durfte. Kam er aber auf seinen Reisen heraus, so war er kein Fremdling, denn sein Ruf war weit über die Grenzen Deutschlands gedrungen und sein liebenswürdiger Charakter sicherten ihm stets die beste Aufnahme.

Sein Großherzogehrte ihn auf jede Weise; er ernannte ihn am 11. Mai 1861 zum Archiv-Rat am 4. August 1875 zum Ritter des Ordens der wendischen Krone und bei seinem 50jährigen Jubiläum am 12. Oktober 1876 zum Senior.

Infolge seiner Verdienste creierte ihn die Universität zu Kiel am 6. Mai 1873, an dem Tage, wo er vor 50 Jahren immatrikuliert worden, zum Doctor honoris causa.

Vom frühen Morgen bis zum späten Abend war Masch an seinem Schreibtisch oder in seiner umfangreichen Bibliothek zu finden, seine Korrespondenz war erstaunlich und nicht die wenigsten der an ihn gelangenden Briefe erforderten eine zeitraubende Beantwortung. Aus weiter Ferner kamen oft Anfragen in heraldischer oder genealogischer Beziehung und nie wurde der edle Mann müde, auszuteilen von seinem reichen Wissen, und denen behülflich zu sein, die seine Kraft da erprobten, wo die ihrige zu Ende war.

Masch gehörte etwa 20 Vereinen für Geschichte, Altertumskunde und Heraldik als Mitglied an, bei einigen war er zum Ehrenmitgliede ernannt worden, es konnte daher nicht ausbleiben, daß seine Thätigkeit mit den Jahren immer größer wurde.

Diejenige der Sammlungen, welche Masch ganz besonders pflegte und hegte, war die der Ratzeburgischen Münzen und Medaillen; er war bestrebt, ihr die größtmögliche Vollständigkeit zu geben und hatte deshalb den Wunsch, daß sie nach seinem Tode nicht zersplittert werden möge. Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, denn S. K. H der Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz hat nicht nur diese, sondern auch die Siegelsammlung angekauft und sie in Neustrelitz aufstellen lassen.

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Masch war dreimal verheiratet, hat aber nur aus erster Ehe einen ihn überlebenden Sohn, während ein aus zweiter Ehe stammendes Kind frühe starb und die dritte Ehe kinderlos blieb.

Im Frühjahr 1878 nahmen die Kräfte des alten Herrn ersichtlich ab, der Magen versagte mehr und mehr seine Funktionen und wenn auch eine zeitweilige Besserung einzutreten schien, so erwies sich die Hoffnung seiner Familie und der Freunde als trügerisch. Mit Ausgang Juni trat eine Verschlimmerung ein, Gott aber bereitete ihm ein sanftes Ende, und so ist er am 28. Juni friedlich im Herrn entschlafen und am 3. Juli in die kühle Erde gebettet worden. Sein Grab ziert ein Kreuz mit dem Spruche, den er sich selber erwählet hat: „Herr nun lässest Du Deinen Diener im Frieden fahren.“ Luc. 2,29.

Max Schmidt.


 


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