Jahresband 1897

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg


Einige Notizen über das Wegewesen,
insbesondere die alten Landstraßen
im Herzogthum Lauenburg.

Mitgetheilt vom Baurath AD. V. BINZER.

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Durch den offenen Brief d. d. Kopenhagen 6. Dezember 1815 nahm Se. Majestät der König von Dänemark Frederick VI auf Grund des 4ten Artikels des zu Wien den 29. Mai 1815 zwischen Sr. Majestät dem Könige von Preußen und Sr. Britischen Majestät dem Könige von Hannover abgeschlossenen Tractates als Herzog von Lauenburg Besitz von dem Herzogthum Lauenburg, und ist dieses Patent nach erfolgter Uebertragung des Herzogthums an Se. Königliche Majestät unterm 27. Juli 1816 durch den Gouverneur von Lauenburg Geheimen Conferenzrath Grafen von Reventlow am 27. Juli 1816 zur öffentlichen Kunde gebracht worden.

Im Jahre 1818 richtete die Königlich dänemärkische Regierung in Kopenhagen (Königlich Schleswig-Holstein-Lauenburgische Rentekammer) ihr Augenmerk auf das Wegewesen und veranlaßte den Gouverneur von dem damaligen Oberdeichgräfen und Landesbauverwalter Wundram zu Lauenburg einen Bericht betreffend die Land-Wegebauverfassung des Herzogthums Lauenburg zu erfordern.

Unter Weglassung der Einleitungsworte gebe ich hier einen Auszug aus dem von Wundram unterm 20. Februar 1818 erstatteten Bericht:

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Die Verbesserung der öffentlichen Wege im Herzogthum Lauenburg war lange schon ein Gegenstand, welchen die vormalige hannöversche Regierung ihrer besonderen Aufmerksamkeit würdigte.

Die vortheilhafte Lage dieses Landes zwischen der Nord- und Ostsee, von ansehnlichen schiffbaren Strömen durchschnitten, die Passage von einem großen Theile des Continents durch dasselbe nach den Städten Hamburg, Lübeck, Wismar und Rostock, in die dänischen Staaten, nach Schweden und Rußland, waren auch Motive genug, hierzug laut aufzufordern.

Die Epoche, wo man jedoch anfing auf die Verbesserung dieser öffentlichen Wege erst mit Ernst zu denken, darf man füglich in die Zeit der Verkoppelung dieses Landes, und also etwa in die Jahre von 1770 bis 1803 setzen.

Keine Gelegenheit hätte auch wohl günstiger sein können, die großen Routen des Landes zweckmäßiger, kürzer und der Natur des Terrains angemessener anzuordnen, als diese landwirthschaftliche Totalreform, wobei es ebenfalls leicht war, den nicht minder wichtigen Communicationswegen eine treffliche Verbindung mit denen Städten, Aemtern, Kirchdörfern u. s. w. zu geben, weil Austauschung aller Art ohne große Schwierigkeiten geschehen konnte.

Wenn man dessen ohngeachtet aber mit einem Blick auf die Karte oder noch auffallender aus dem Reisewagen jetzt die Direction dieser Routen betrachtet, so drängt sich freilich die sehr richtige Frage auf: warum man selbige so, und nicht anders geleitet habe - ?

Ich will versuchen diese Frage aus der Geschichte des hiesigen Verkoppelungswesen zu beantworten.

Als um das Jahr 1770 von der Königlichen Kammer zu Hannover in Folge der von des Königes Majestät dazu gegebenen Veranlassung der Wunsch geäußert wurde, daß die Dorfschaften ihre Gemeinheiten aufheben und dagegen eine auf ökonomischen Principien beruhende Koppelwirthschaft
 

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einführen möchten, waren es nicht ganze Aemter und Landstriche, sondern anfänglich nur einzelne Dorfschaften, namentlich im Amte Steinhorst, welche man zu einer solchen Totalreform aufmuntern, und nicht selten nur durch herrschaftliche Geld- und ander Unterstützungen bewegen konnte.

Bei dem damaligen Mangel wohl unterrichteter Oekonomie-Commissarien und weil das Verkoppelungsgeschäft hier selbst noch in der Kindheit war, konnte dessen Ausführung nur gewöhnlichen Feldmessern oder höchstens alten im siebenjährigen Kriege gedienten Ingenieur-Offizieren übertragen werden.

Da die Umsicht dieser Männer sich jedoch selten weiter als auf die Aufnahme und ökonomische Eintheilung der ihnen zur Verkoppelung übertragenen Feldmark erstreckte, so glaubten selbige auch ihre Aufgabe sattsam gelöst zu haben, wenn sie diese nur zur Zufriedenheit ihrer Obern und der Commüne zu Stande brachten.

Unter diesen Umständen rückte jedoch in den beiden Decennien von 1770 bis 1790 die Verkoppelung in allen Gegenden des Landes rasch vor, ohne daß man höhern Orts darauf bedacht war, vorgängig einen allgemeinen Verkoppelungs-Plan für das ganze Land aufzustellen, der in Beziehung auf das Wegebauwesen, die Entwässerung des Landes und Zusammenlegung der Forstreviere nicht anders, als von den wohlthätigsten Folgen würde gewesen sein.

Ohne die Aufstellung eines solchen General-Plans, in welchem alle jene Gegenstände so leicht hätten berücksichtigt werden können, war daher auch eine zweckmäßige Leitung der öffentlichen Routen sowohl, als auch der Communicationswege nicht gedenkbar. – Denn wenn ein Geometer ein paar an diesen Routen liegende Dörfer bereits verkoppelt hatte, so war ein anderer genöthiget, an die seiner Wahl nun nicht mehr überlassenen Wegepunkte sich anzuschließen, wobei für die innere Wegeeintheilung, da Brücken, Gebäude, Sümpfe und Anhöhen gleichfalls in Betracht gezogen werden mußten, oft eben so wenig mehr geschehen konnte.

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Aus diesem Mangel eines allgemeinen Plans ist es daher auch nur erklärbar, wie von Artlenburg und Lauenburg ab, nach Mölln, zwei große Routen in der geringen Entfernung von ¾ Stunden fast parallel neben einander, und zwar die eine über Lütau, Franzhof, Roseburg, Wolterdorf und Hahnenburg, die andere über Witzeeze, Büchen und Göttin haben projectirt und ausgeführt werden können, deren fehlerhafte Richtungen ohnehin auch dann erst recht auffallend sich zeigen dürften, wenn davon, so wie von den übrigen großen Straßen im Herzogthum Lauenburg, einst einmal genaue Wegekarten aufgenommen sein werden.

Da die Verkoppelung des Landes aber jetzt beendigt ist und die großen Routen sowohl, als auch die Communicationswege nun einmal ihre bestimmten Richtungen erhalten haben, so ist deren Umlegung nur in äußerst wenigen Fällen möglich, und wird man deshalb nur allein darauf bedacht sein können, sie ihrem jetzigen Bestande nach in einen möglichst guten Stand zu setzen.

Von diesem wünschenswerthen Zustande sind gegenwärtig aber die meisten öffentlichen wege im Herzogthum Lauenburg noch weit entfernt, denn wenngleich die Hannöversche Regierung fortfuhr, darauf außer den aufgekommenen Wegegeldern große Summen zu verwenden, so ist deren Anzahl und Länge doch zu bedeutend, als daß selbst auch die besseren während der langen Dauer der französischen Occupation nicht wiederum hätten in Verfall gerathen sollen.

Nach der jetzigen Verfassung des Wegebauwesens im Herzogthum Lauenburg lassen sich dessen Wege in zwei Klassen abtheilen.

A. IN POST-, FRACHT- UND HEERSTRASZEN,
die von der Landesherrschaft allein unterhalten werden und die wegen der Posten, des Transito-Handels, des inländischen Verkehrs und der Militair-Transporte sehr wichtig sind, auch, da Wegegelder darauf erhoben werden, sich zum Theil selbst unterhalten, und außerdem durch die Zölle dem Lande große Einnahmen gewähren.

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B. IN LAND- UND COMMUNICATIONSWEGE,
die wegen des inländischen Verkehrs nicht minder important sind und die sich in Hinsicht ihrer Unterhaltung wiederum abtheilen:
 

a. in solche, welche der Landesherrschaft wegen ihrer Domainen allein zu unterhalten obliegt und
b. in die, welche von den Commünen und adlichen Gerichten unterhalten werden müssen.

Die Anzahl der Post-, Fracht- und Heerstraßen, welche, um sie ihrem Laufe nach im Zusammenhange zu erblicken, hier nicht nach der bloßen Eintheilung der Aemter und adlichen Gerichte, sondern jedesmal ihrer ganzen Länge nach werden beschrieben werden, beläuft sich auf acht, als:

I.
Die große Straße von Lübeck nach Hamburg,

welche hinter Crumesse Amts Ratzeburg ins Herzogthum Lauenburg tritt, in diesem Amte sich durch die adlichen Gerichte Bliestorf und Castorf bis an die Grenze des Amts Steinhorst hinzieht und dann im letzteren Amte, von Knappkathen an, durch die Dörfer Kl. Klinkrade, Labenz, Sandesneben, Schönberg bis zum Dwerkathen an der holsteinischen Grenze fortläfut.

Sie ist wegen ihrer Frequenz unter allen Straßen im Herzogthum Lauenburg die wichtigste, hat aber größtentheils einen für den Wegebau sehr ungünstigen lehmigen Boden, der vom Wasser leicht aufgelöset und durch das Fahren zu einem breiartigen Schlamm wird, daher denn auch bei dem Mangel oder doch der Kostbarkeit des herbeizuschaffenden Sandes diese Straße sehr bedeutende Unterhaltungskosten erfordert.

Ihre Länge beträgt 4244 Calenberger-Ruthen; oder etwa 2 1/8 Hannöversche Meilen, und zwar
 

    a. IM AMTE RATZEBURG.
1.
 
  Im Gericht Bliestorf = 225 Ruthen, welche ungepflastert sind.

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2.

 
  Im Gericht Castorf = 1122 Ruthen, welche sämmtlich in der Breite von 1 Ruthe gepflastert sind und auf welcher Strecke sich außerdem befinden:
    5 steinerne Kanäle und
3 hölzerne Brücken.
     
    b. IM AMTE STEINHORST.
    An Steinpflaster so eine Ruthe breit = 2820 Ruthen.

An ungepflasterten Wegen = 77 Ruthen nebst 19 steinernen Sielen von verschiedener Größe.

Ihre Breite, welche mit Inbegriff der Seitengräben durchgends auf 4 Ruthen festgesetzt worden, beträgt jedoch an einigen Stellen mehr, an andern minder. Diese Ungleichheit scheint aus dem Mangel einer frühern genauen Wegeaufsicht entsprungen zu sein, die schon vor und während der französischen Herrschaft das zu scharfe Abgraben der Seitengräben nicht wachsam gesteuert und eben so die Anlage einer Kathenstelle auf der Straße im Gericht Castorf gestattet hat, welchen Abweichungen von den angenommenen Principien künftig nur allein durch eine gute Aufsicht und genaue Wegekarten wird vorgebauet werden können.

Das durchgehends nur eine Ruthe breit von Kieselsteinen (Granit-Findlingen) verfertigte Pflaster läuft meistentheils in der Mitte der Straße entlang und hat, da die Straße selbst nich tracirt, mithin ihre Direction und Breite weder zweckmäßig abgerissen, noch nach einem vorangegangenen Nivellement durch Abtragung und Erhöhung des Erdreichs zu einer möglichst horizontalen Ebene umgeschaffen ist, noch alle Terrain- und Pflasterfehler, welche jede gute Straße nich haben soll; - weshalb die Klagen des Publikums über die Schlechtigkeit derselben denn eben so häufig, als dessen Vorwürfe bitter sind, wenn an den Barrièren das Weggeld bezahlt wird.

Die Direction über diese, sowie über alle öffentliche Straße im Herzogthum Lauenburg führt der zeitige Landbaubediente, und zwar in Verbindung mit den Aemtern.

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Allgemeine und specielle Wegeordnungen, oder Instructionen für diesen Baubedienten giebt es jedoch nicht und wenngleich wohl seit 1735 in der Königlich-Hannöverschen Regierung und Kammer die Abfassung einer Wegeordnung ab und an in Antrag gekommen sein soll, so ist sie doch nie ausgeführt worden und man ist bei der allgemeinen Vorschrift geblieben, daß die Wege im guten Stande erhalten werden sollen.

Die Unterhaltung dieser Straße liegt im Amte Steinhorst allein der Landesherrschaft ob und macht im Amte Ratzeburg, in dessen Bezirk die beiden adlichen Gerichte liegen, die Ausnahme, daß nicht die Gutsbesitzer, sondern auch hier die Landesherrschaft den Weg zu unterhalten hat, wogegen aber die Gerichte von der Theilnahme an den aufkommenden Zoll- und Weggeldern ausgeschlossen sind.

Die Unterthanen leisten dazu überall keine Dienste und haben solche auch niemals geleistet, müssen aber ebenfalls Weggeld bezahlen.

Der Ursprung der Verpflichtung der Landesherrschaft, die Post-, Fracht- und Heerstraßen, welche im Bezirk der Aemter liegen, zu unterhalten, ist nicht bekannt, es ist selbige aber stets anerkannt und niemals bestritten worden. – Im allgemeinen scheint sie indeß wohl aus der Gerichtsbarkeit hergeleitet zu sein, weil die Gutsbesitzer, wenn nicht Ausnahmen von der Regel stattfinden, schuldig sind, diese Straßen ebenfalls da zu unterhalten, wo sie durch ihre Gerichte gehen, obgleich die Gerichte an den Zoll- und Weggeldern überall keinen Antheil haben.

Hier dürfte diese Verpflichtung jedoch wohl allein auf den der Landesherrschaft zustehenden Zoll- und Wegegelds-Erhebungen beruhen.

Schon zu Anfange des vorigen Jahrhunderts wurde auf dieser Straße ein Weggeld zu Schönberg im Amte Steinhorst und seit 1718 ein gleiches vom Amte Ratzeburg im Gerichte Castorf erhoben, allein bei den von den Aemtern

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und Landbaubedienten gemeinschaftlich gethanen Vorschlägen in Wegerefectionssachen wurde vormals keine Rücksicht darauf genommen, ob die Wegebaukosten das aufgekommene Weggeld überschritten oder nicht, daher auch in früheren Zeiten gewiß weit mehr verwandt worden ist, als das Weggeld betragen hat.

Seit der französischen Occupation des Landes wurde es mit diesen Verwendungen jedoch immer mangelhafter und dabei ist es bis jetzt geblieben, denn wenn seit dem 1. May 1814 bis dahin 1818 das Weggeld im Amte Steinhorst 2957 rthl. eingebracht hat, so sind in diesem Zeitraum davon doch nur 1472 rthl. 31 ßl. 8 pf. verwandt worden; mithin zu Steinhorst allein schon ein ansehnlicher Ueberschuß von 1484 rthl. 16 ßl. 4 pf. in der herrschaftlichen Casse geblieben, welche eben so dringend als nützlich hätten verwandt werden können.

Und da die Weggeldeinnahmen seit den letzten 10 Jahren, nemlich von 1808 bis 1818 ohne Rücksicht auf die Unterbrechung in den Jahre 1811 und 1812 im Amte Steinhorst 7157 rthl., im Amte Ratzeburg aber in den sieben Jahren von 1801 bis 1808 1880 rthl. 22 ßl. betragen hat, so zeigen diese bedeutenden Summen schon, daß die Landesherrschaft, wenn diese Straße erst einaml in einen guten Stand gesetzt sein wird, dabei nur wenig zuzuschießen nöthig haben werde, und daß ebenfalls das Publicum gerechte Ansprüche auf eine möglichst gute Unterhaltung derselben habe.

II.
Die große Poststraße von Lüneburg nach Lübeck,

welche Artlenburg gegenüber, am rechten Elbufer bei der Fährstelle zum Sandkruge, ins Amt Lauenburg fällt, zieht sich von da rechts an Glüsingen herunter, geht über Lauenburg und Schüttenkathen bis an die Grenze des adlichen Gerichts Dalldorf, durchschneidet dieses auf eine kurze Strecke, tritt nahe vor dem Dorfe Witzeeze wiederum ins Amt Lauenburg und läuft über Büchen die dasige Poststation vorbei, bis an die Grenze des Amts Lauenburg.

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Von hier ab fällt selbige ohnweit des Vorwerks Bergholz in das adliche Gericht Gudow, in welcher sie durch das Dorf Göttin bis nahe vor das Möllnsche Holz sich hinzieht und dann in dem Gebiete dieser Stadt jenseits derselben in der Gegend des herrschaftlichen Vorwerks Marienwohlde das Amt Ratzeburg erreicht.

In diesem Amte durchläuft sie ein ansehnliches Gehölz den Tangenberg, geht über das Vorwerk Friedeburg und theilt nicht weit von diesem Vorwerke sich in zwei Arme, wovon der linke gerades Weges über die Ziegelei nach Einhaus geht, der rechte aber in die Stadt Ratzeburg führt.

Dieser letztere Arm, welcher vor der Stadt Ratzeburg zugleich auch seine Richtung links über St. Georgensberg nach Einhaus nimmt, vereinigt sich jedoch vor diesem Orte wiederum mit der Hauptstraße, und geht dann durch das Dorf Pogetz bis zur Grenze des Dorfes großen Sarau, adlichen Gerichts Tüschenbek, in welchem Gerichte sie bis zur Grenze des Fleckens Grönau, Amts Ratzeburg, fortläuft und dann im Bezirk dieses Amts ihren Lauf auf der Grönaner Haide an der Lübecker Landwehr endigt.

Dem vorbeschriebenen Laufe nach durchschneidet diese Straße also im Herzogthum Lauenburg:

1. den südlichen Theil des Amts Lauenburg;
2. das adliche Gericht Dalldorf;
3. den nördlichen Theil des Amts Lauenburg;
4. das adliche Gericht Gudow;
5. das Gebiet der Stadt Mölln;
6. den südlichen Theil des Amts Ratzeburg, in welchem die beiden getheilten Wegearme sich befinden;
7. das adliche Gericht Tüschenbek und
8. den nördlichen Theil des Amts Ratzeburg.

Da von dieser Straße ebenfalls keine Wegekarte vorhanden, so ist deren Länge nicht genau, und ohngefähr nur auf 8 Meilen anzugeben. Ihre Breite, die allenthalen 4 Ruthen sein soll, ist an manchen Stellen schon unter

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dieser Breite geschmälert -, und da die ganze Straße eigentlich noch nirgends tracirt worden, so ist aus diesem mangelhaften Zustande schon ihre Beschaffenheit einigermaßen zu beurtheilen.

Indes hat sie fast nirgends und nur mit Ausnahme einer kleinen Strecke im Amte Lauenburg zwischen dieser Stadt und Schüttenkathen, sowie im Amte Ratzeburg zwischen Einhaus und dem Dorfe großen Sarau einen lehmigen und breiartigen Boden, der aber auch theils mit Sand und Kies, theils mit einem neuen Steinpflaster nach und nach gebessert werden kann.

Ein Steinpflaster ist gegenwärtig auf dieser langen Straße nur noch an wenigen Stellen vorhanden und das vorhandene zum Theil in einem so schlechten Stande, dass es kaum diesen Namen verdient.

Im Amte Lauenbug sind die sehr wenigen und kurzen Pflasterstrecken noch nicht gemessen, im Amte Ratzeburg aber beträgt ihre Gesammtlänge 970 ½ Ruthen, welche sämmtlich auf Kosten dieses Amts in 16 füßiger Breite angelegt worden sind und auch von selbigem unterhalten werden.

Auch die ungepflasterten Strecken dieser Straße sind größtentheils noch in einem sehr mangelhaften Zustande, wohin besonders die sehr beschwerlichen und zu gewissen Zeiten gefahrvollen Stellen beim Sandkruge an der Elbe, am Berge bei Dalldorf und die frequente Abfahrt am St. Georgensberge bei Ratzeburg zu rechnen sind.

An Brücken und Wasserabzügen enthält diese Straße
    a. IM AMTE LAUENBURG
3   steinerne Canäle mit Bohlen bedeckt,
2   dito mit Steinen gewölbt,
2   hölzerne Siele,
1   steinerne Brücke mit Balken und Deckbohlen über die Linau,
1   dito über die Steinau,
1   1 große steinerne gewölbte Brücke über die Stecknitz bei Büchen.

 

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    b. IM AMTE RATZEBURG.
2   steinerne gewölbte Brücken,
1   steinere Brücke mit Balken und Deckbohlen,
3   steinerne Canäle,
18   kleinere hölzerne Brücken.

Mit der Unterhaltung dieser Straße hat es die Bewandtniß, dass die Landesherrschaft solche in den Aemtern Lauenburg und Ratzeburg allein, in dem Gebiet der Stadt Mölln diese Stadt und im Gericht Gudow der Gutsbesitzer unterhält. In den adlichen Gerichten Tüschenbek und Dalldorf aber liegt denen Gutsbesitzern diese Unterhaltung nicht ob weil die Landesherrschaft solche früherhin vertragsmäßig übernommen hat.

Da auf dieser langen Straße nur ein Weggeld zu Einhaus im Amte Ratzeburg seit 1747 erhoben wird, dessen Aufkommen alljährlich etwa zu 221 Rthl. angeschlagen werden kann, so müssen die Wegeresectionskosten die Summe des aufgekommenen Weggeldes auch hier vormals bedeutend überschritten haben.

III.
Die große Post- und Extra-Poststraße von Berlin nach Hamburg,

welche schon eine Strecke im Mecklenburgischen beim sogenannten Horster Damm anfängt, bald darauf ins Amt Lauenburg tritt und im Verfolg dieses Dammes bis zur Palmschleuse fortgeht, von da durch die Vorstadt von Lauenburg über die Dörfer Schnakenbek und Grünhof bis zur Grenze vom grünen Jäger, adlichen Gerichts Gülzow läuft, dieses Gericht durchschneidet, hierauf aber in der Feldmark Geesthacht, einem zu dem Hamburger Amte Bergedorf gehörenden Dorf, sich hinzieht, nachher ohnweit des neuen Kruges in die Feldmark Besenhorst, Amts Schwarzenbek, tritt und in diesem Amte durch das Dorf Besenhorst über die Fahrendorfer Feldmark, der Poststation Escheburg vorbei, über die Börnser Feldmark hin, hinter dem Rothenhause an der Grenze des Amts Schwarzenbek, sich endigt.

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Dem vorbeschriebenen Laufe nach durchschneidet diese Straße also:

1. das Amt Lauenburg,
2. das adliche Gericht Gülzow,
3. das Gebiet der freien Hansestadt Hamburg,
4. den westlichen Theil des Amts Schwarzenbek.

Bei dem Mangel einer Wegekarte ist deren Länge zwar nicht genau zu bestimmen, aber doch wenigstens auf 3 ½ Meile anzuschlagen.

Die Breite derselben ist zu 4 Ruthen bestimmt, hält aber an mehreren Stellen kaum 3 Ruthen.

Nach den Angaben der Aemter Lauenburg und Schwarzenbek, welche jedoch für deren Richtigkeit nicht einstehen, befinden sich

    a. IM AMTE LAUENBURG.
1. auf dem von der Horst bis zur Palmschleuse gehenden Steindamme, welcher in seiner Länge von einen halben Stunde überall gepflastert ist, und der wegen öfterer Ueberströmung von hohem Elbwasser alljährlich bedeutende und kostspielige Reparaturen erfordert,
 
5   steinerne gewölbte Brücken,
 
2   hölzerne Brücken mit massiven Wangen, von denen die eine eine Zugbrücke ist -, so wie das den Zoll und Brückgelds-Erheber, auch Palmschleusenmeister ratione officii eingegebene Wegehaus und Scheuer, und auf der übrigen Wegestrecke annoch
 
5   steinerne Canäle mit Deckbohlen,
 
3   steinerne gewölbte Canäle, sowie einige gepflasterte, jedoch ungemessene Wegestrecken in der Vorstadt von Lauenburg, im Dorfe Schnakenbek und hinter Grünhof.
 
     
    b. IM AMTE SCHWARZENBEK
7   mit rauen Feldsteinen aufgemauerte und bedeckte Canäle,
1   hölzerne Brücke,
6   hölzerne Siele,

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nebst einzelnen unbedeutenden Pflasterstrecken vor und in dem Dorfe Escheburg und beim rothen Hause.

Tracirt ist auch diese sehr frequente Post- und Extra-Poststraße nicht, weshalb sie denn an mehreren Stellen, namentlich in dem engen Bergpasse zwischen der Palmschleuse und Lauenburg, beim neuen Kruge ohnweit Besenhorst, sowie an einigen andern hohen und tiefen Stellen vor Escheburg oft nicht ohne Beschwerlichkeit passirt werden kann.

Ihre Unterhaltung liegt in den Aemtern Lauenburg und Schwarzenbek der Landesherrschaft, in dem adlichen Gericht Gülzow der Gutsherrschaft und im Bezirk des Hamburgischen Amts Bergedorf diesem Amte ob. Doch ist dabei noch zu bemerken, daß das Amt Lauenburg die Unterhaltung des schon bei der Horst im Mecklenburgischen sich anfangenden und folglich noch eine Strecke in jenem Herzogthum fortlaufenden Horsterdammes conventionsmäßig übernommen hat, und dafür die Aufkünfte des zur Palmschleuse erhoben werdenden Weg- und Brückengeldes, welches alljährlich etwa 650 Rthl. beträgt, allein bezieht, außer welchen vom Amte Lauenburg auf dieser Straße weiter kein Weg- und Brückengeld erhoben wird.

Im Amte Schwarzenbek wird jedoch zum rothen Hause noch ein erst während der französischen Occupation eingeführtes Weggeld erhoben, wel man damals die Straße nicht mehr erhalten konnte.

Da das Weggeld aber mit dem zu Wentorf vereinigt abgeliefert wird, und die Acten hierüber an die Königliche Regierung zu Ratzeburg gesandt sind, so kann dessen Ertrag für jetzt nicht angegeben werden.

IV.
Die große Mecklenburgische Fracht- und Extra-Poststraße
von Wittenburg über Büchen und Schwarzenbek nach Hamburg.

Diese bedeutende Straße, in welcher sich die von Berlin, Rostock, Güstrow, Schwerin, auch Neubrandenburg im Mecklenburg-Strelitzschen kommenden Wege vereinigen, fällt

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auf der Valluhner Haide an der Mecklenburgischen und Lauenburgischen Grenze in das adliche Gericht Gudow, durchläuft solches über Langenlehsten, Fortkrug, tritt ohnweit Büchen in das Amt Lauenburg und zieht in selbigem sich durch die Dörfer Büchen, Pötrau, Franzhof, Schulendorf und Bartelsdorf hin, durchschneidet alsdann das adliche Gericht Müssen, fällt darauf ins Amt Schwarzenbek und läuft in diesem Amte durch die Dörfer Schwarzenbek, Dassendorf, Kröppelshaen und Wentorf bis zur Grenze des Hamburgischen Amts Bergedorf fort.

Dem obigen Laufe nach durchschneidet diese Straße also:

1. das adliche Gericht Gudow,
2. das Amt Lauenburg,
3. das adliche Gericht Müssen,
4. das Amt Schwarzenbek.

Da auch von dieser ansehnlichen Straße keine Wegekarte vorhanden ist, so kann deren Länge ebenfalls nicht genau angegeben werden; sie dürfte aber sich wohl auf 5 ¼ Meilen erstrecken. Deren Breite soll 4 Ruthen betragen, die sie auch an den meisten Stellen hat.

Ihre physische Beschaffenheit ist in dem adlichen Gerichte Gudow, dem Amte Lauenburg und dem adlichen Gerichte Müssen in der Hinsicht nicht schlecht zu nennen, weil der Boden größtentheils sandig ist, und folglich diejenigen noch vorhandenen schlechten, jedoch nur kurzen Wegestrecken leicht gebessert werden können. Im Amte Schwarzenbek aber, wo dieses Material an vielen Stellen fehlt, wo der Boden kley- und moorartig ist oder doch größtentheils aus einem fetten gelben Lehm besteht und wo endlich sich noch ganze Wegestrecken finden, denen nach der Verkoppelung noch nicht einmal die erstmalige Form hat gegeben werden können, ist sie in einem wirklich noch sehr schlechtem Zustande.

In den adlichen Gerichten und in dem Amte Lauenburg sind nur einzelne sehr unbedeutende Strecken bepflastert, im

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Amte Schwarzenbek hingegen hat man dazu schon mehr seine Zuflucht nehmen müssen, obgleich auch hier in dieser Hinsicht noch sehr vieles zu wünschen übrig bleibt.

Eine Angabe der Anzahl und Länge dieser Pflasterstrecken ist ohne eine vorherige Aufmessung nicht möglich, so wie diese bedeutende Straße denn auch nie ohne eine zuvor aufgenommene Wegekarte und Nivellement in einen guten Stand kommen wird.

Nach den Angaben der Aemter Lauenburg und Schwarzenbek befinden sich auf dieser Straße

    a. IM AMTE LAUENBURG
4   steinerne Abzugscanäle,
1   steinerne Brücke zu Pötrau, mit Balken und Deckbohlen darüber.
 
     
    b. IM AMTE SCHWARZENBEK
6   hölzerne Sielbrücken,
3   steinerne dito

nebst dem zu Wentorf befindlichen Zoll- und Weggeldhause und Scheuer. Auch auf dieser Straße liegt deren Unterhaltung in den Aemtern der Landesherrschaft, so wie in den adlichen Gerichten denen Gutsbesitzern allein ob.

Nur im Amte Schwarzenbek wird zu Wentorf seit der französischen Occupation vormals aus den Auskünften von den Domainen allein bestritten wurde, nicht mehr zu bessern im Stande war.

Wenn aber gleichwohl dies Weggeld seit jener Periode noch beibehalten worden, so ist dessen Fortdauer doch noch zweifelhaft, indem es davon abhängen wird, ob die Lauenburgsche Ritter- und Landschaft diese neue Auflage bewilligen werde, worüber vom Amte Schwarzenbek bereits ein Bericht an die Königliche Regierung zu Ratzeburg abgestattet worden ist.

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Da, wie schon bei der Straße Nr. III am Ende bemerkt worden, das Wentorfer und Rothenhauser Weggeld vereinigt abgeliefert wird, so ist aus dem daselbst angeführten Grunde der jährliche Ertrag des erstern allein zwar nicht genau anzugeben, aber beide zusammen genommen haben betragen:

im Jahr 1815 = 914 rthl. 14 ßl.,
im Jahr 1816 = 831 rthl. 8 ßl. 9 pf.

Der Hauptgrund der schlechten Beschaffenheit dieser und der beiden andern unter Nr. III und V beschriebenen großen Straßen, welche im Amte Schwarzenbek einen besonders wichtigen Gegenstand ausmachen, dürfte seit den letzten Jahren jedoch wohl hauptsächlich den geringen Kosten zuzuschreiben sein, die man darauf hat verwenden können.

Es ist dieser Umstand auch bereits in einem vom Amte Schwarzenbek und mir gemeinschaftlich unterm 21. October 1817 an die Königliche Rentekammer über die Herstellung der auf diesen Wegen vorhandenen Schafhaftigkeiten abgestatteten Bericht mit der Anführung angezeigt worden, daß für das Jahr 1816 bis 1817 nur 400 rthl. und für das Jahr 1817 bis 1818 noch gar nichts zu verwenden bewilligt sei, obgleich daselbst am Ende dieses Jahres ein baarer Weggeldsüberschuß von circa 1600 Rthlr. vorhanden sein werde.

V.
Die große Post- und Frachtstraße von Mölln nach Hamburg,

welche von Mölln durch einen kleinen Theil des Gebiets dieser Stadt läuft, zur Hahnenburg ins Amt Ratzeburg fällt und in diesem Amte über Altmölln hinter Breitenfelde weg sich bis zur Grenze des adlichen Gerichts Niendorf an der Stecknitz hinzieht, dieses Gericht ist bis zum Neuenkrug durchschneidet und dann in den östlichen Theil des Amts Schwarzenbek tritt, in welchem zuerst durch das Dorf Talkau und dann durch die Feldmark Schretstaken, ein der freien Hansestadt Lübeck und zum Amte Ritzerau gehöriges Dorf geht, bald darauf aber wiederum den mittleren Theil des Amts

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Schwarzenbek in der Mühlenrader Feldmark erreicht und, nachdem sie dann noch das adliche Gericht Basthorst in der Hamfelder Feldmark durchschnitten, ihren Lauf in dem westlichen Theile des Amts Schwarzenbek durch das Dorf Kuddewörde zum Grande an der Holsteinischen Grenze beschließt.

Der obigen Beschreibung zufolge durchschneidet diese Straße also:

1. einen kleinen Theil des Gebiets der Stadt Mölln,
2. das Amt Ratzeburg,
3. das adliche Gericht Niendorf an der Stecknitz,
4. den östlichen Theil des Amts Schwarzenbek,
5. das Lübeck’sche Amt Ritzerau,
6. den mittleren Theil des Amts Schwarzenbek,
7. das adliche Gericht Basthorst,
8. den westlichen Theil des Amts Schwarzenbek.

Die Länge dieser Straße kann bei dem Mangel einer Wegekarte zwar auch nicht genau angegeben werden, sie sit aber auf 4 Meilen anzuschlagen. Ihre Breite ist zu 4 Ruthen bestimmt, die sie aber auch nicht allenthalben hat.

Die physische Beschaffenheit derselben ist fast überall schlecht, daher die Klagen der Reisenden darüber auch nicht ohne Grund sind.

Ein größtentheils lehmiger oft mit großen Kieselsteinen vermischter Boden, der hin und wieder auch Stellen hat, die eine fruchtbare Dammerde, so wie einzelne Stellen, die Sand und Kiesgrand enthalten, machen die Hauptbestandtheile des Bodens dieser Straße aus.

Manche Strecken derselben sind schon mit einem, aber größtentheils elenden Steinpflaster belegt, das einer gänzlichen Umlegung bedarf, und noch mehrere Strecken werden ohne die Anlage eines neuen Steinpflasters nicht in einen guten Stand gebracht werden können.

Die Unterhaltung dieser Straße liegt in den Aemtern der Landesherrschaft, in den adlichen Gerichten den Gutsbesitzern, im Gebiet der Stadt Mölln dieser Stadt und im Gebeit der Stadt Lübeck dem Amte Ritzerau ob.

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Nach den Angaben der Aemter, welche jedoch für deren Richtigkeit nicht einstehen, befinden sich auf dieser Straße:

a. IM AMTE RATZEBURG.

Das große massive Brückengewölbe über die Stecknitz bei der Hahnenburg, dessen Seitenwangen und Fundament jedoch, weil sie einen Theil der dasigen schiffbaren Schleuse ausmachen, vom Elb- Zollgebiete zu Lauenburg unterhalten werden;
 

1   Steinpflaster von der Hahnenburg
bis zum Handweiser nach Mölln von
  121 Ruthen
1   dito im Dorfe Altmölln von   40 Ruthen
1   dito neben Breitenfelde   5 Ruthen
1   dito daselbst vor dem Bache   11 Ruthen
6   Strecken zwischen Breitenfelde und
Neuenkrug zusammen
  163 Ruthen
    __________________________
   

Summa

  340 Ruthen

 

   

b. IM AMTE SCHWARZENBEK

     
11   steinerne Siele von verschiedener Größe,
5   hölzerne dito
1   große hölzerne Brücke mit steinernen Widerlagen zum Grande über die Bille, nebst dem hierselbst belegenen Zoll- und Weggeldhause.

Weil man diese Straße während der französischen Occupation nicht mehr unterhalten konnte, so wird seit dieser Zeit zum Grande im Amte Schwarzenbek ein Weggeld erhoben, dessen Fortdauer jedoch noch ebenso ungewiß als die Erhebung desselben zum rothen Hause und in Wentorf ist.

Es hat solches im Jahre 1815 = 222 rthl. 4 ßl. 6 pf. und im Jahr 1816 = 198 rthl. 1 ßl. 5 pf. eingetragen und man ist daher berechtigt anzunehmen, dass vormals aus den Auskünften von den Domainen weit mehr auf diese Straßen verwandt worden ist, als dieses aufgekommene Weggeld beträgt.

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VI.
Die große Frachtstraße von Lüneburg über Mölln nach Gadebusch,

welche Artlenburg gegenüber am rechten Elbufer bei der Fährstelle zum Sandkrug ins Amt Lauenburg fällt, dies Amt in einer langen Strecke durch die Dörfer Schnakenbek, Lütau, Franzhof und Neumühlen bis an die Grenze des adlichen Gerichts Wotersen durchschneidet, in diesem Gericht die Feldmark Siebeneichen nebst dem Dorfe Roseburg durchläuft, alsdann bei Hornbek ins Amt Ratzeburg tritt und in diesem Amte über Woltersdorf bis an die Hahnenburg fortläuft, daselbst in das Gebiet der Stadt Mölln fällt, diese Stadt und Gebiet durchschneidet, an dessen Grenze aber wiederum ins Amt Ratzeburg tritt, sich durch dessen Dörfer Schmilau und Salem hinzieht, hier aber eine kurze Strecke in die Feldmark Butze des adlichen Gerichts Seedorf fält, und dann im Amte Ratzeburg hinter Kittlitz an der Mecklenburgischen Grenze bei Dutzow endigt.

Der obigen Beschreibung zu Folge durchläuft diese Straße also:

1. das Amt Lauenburg,
2. das adliche Gericht Wotersen,
3. den südlichen Theil des Amts Ratzeburg,
4. das Gebiet der Stadt Mölln,
5. den mittleren Theil des Amts Ratzeburg,
6. das adliche Gericht Seedorf,
7. den östlichen Theil des Amts Ratzeburg.

Die Länge derselben ist, weil auch davon keine Wegekarte vorhanden, nicht genau anzugeben; sie wird aber nahe an 6 Meilen betragen. Ihre Breite ist zu Ruthen bestimmt, hat solche aber auch nicht allenthalben.

Die physische Beschaffenheit derselben ist im Ganzen schlecht, weil sie noch nicht tracirt worden und man bisher nur immer bemüht gewesen ist, die allerschlechtesten Stellen darauf zu bessern und im fahrbaren Stande zu erhalten.

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Gepflasterte Strecken befinden sich auf selbiger nur wenige, und die vorhandenen sind größtentheils in einem solchen Verfall, dass mehrere ohne eine völlige Umlegung nicht hergestellt werden können.

Nach der zwar nicht zu verbürgenden Angabe der Aemter sind darauf vorhanden:

    a. IM AMTE LAUENBURG
3   steinerne gewölbte Canäle,
5   steinerne Canäle mit Deckbohlen,
1   steinerne gewölbte Brücke,
2   steinerne Brücken mit Balken und Deckbohlen belegt.
     
    b. IM AMTE RATZEBURG
1    
1   steinerne gewölbte Brücke am Delvenau-Graben,
2   dito bei Kittlitz,
1   Steinpflaster vor Hornbek von 71 ½ Ruthen
2   dito am Moorberge von 29 Ruthen
1   dito am neuen Lande von 103 Ruthen
1   dito im Dorfe Schmilau 47 Ruthen
   

___________________________

   

Summa 250 ½ Ruthen

Die Unterhaltung derselben liegt in den Aemtern der Landesherrschaft, in den adlichen Gerichten den Gutsbesitzern, so wie im Gebiet der Stadt Mölln dieser Stadt ob und da auf dieser Straße nirgends Weggeld erhoben wird, so hat deren Unterhaltung im Bezirk der Aemter stets von den Auskünften der Domainen bestritten werden müssen.

VII.
Die von Gadebusch aus dem Mecklenburgischen herkommende über Ratzeburg, Donnerschleuse
und Hamfelde nach dem Grande und von da durch das Holsteinische nach Hamburg gehende
Post- und Extra-Post- und Frachtstraße,

welche von der Ziethener Feldmark ins Herzogthum Lauenburg tritt, sich über die lange Ratzeburger Brücke weg durch diese Stadt zieht, links neben St. Georgsberg und rechts vor der

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Ziegelei hin, nach Albsfelde, einem zum Lübeck’schen Amte Behlendorf gehörenden Dorfe, läuft, von da abermals ins Amt Ratzeburg tritt und durch das Dorf Lankau, so wie zur Donnerschleuse durch die Stecknitz führt, hier aber durch das fürstlich Ratzeburgische Dorf Panten, dann durch das zum Lübeck’schen Amte Ritzerau gehörende Kirchdorf Nuß geht, an dessen Grenze noch einmal das Amt Ratzeburg durch das Dorf Koberg durchschneidet, hierauf im Dorfe Köthel das Amt Schwarzenbek erreicht und im Dorfe Hamfelde, adlichen Gerichts Basthorst, in die große unter Nr. V beschriebene Straße fällt, auf welcher sie über Grande durch die Holsteinischen Dörfer Witzhafen, Gelinde, Altensteinbeck und Schiffbeck nach Hamburg geht.

Dem vorbeschriebenen Laufe nach durchschneidet diese Straße also:

1. das Amt Ratzeburg,
2. das Gebiet der Stadt Ratzeburg,
3. das Amt Ratzeburg,
4. das Gebiet der Stadt Lübeck,
5. das Amt Ratzeburg,
6. das zum Stift Ratzeburg gehörende Großherzoglich Mecklenburg-Strelitzsche Gebiet,
7. das Gebiet der Stadt Lübeck,
8. das Amt Ratzeburg,
9. das Amt Schwarzenbek,
10. das adliche Gericht Basthorst.

Die physische Beschaffenheit dieser Straße ist im Ganzen schlecht, welches auch schon daraus abzunehmen ist, dass sie auf ihrem etwa 4 Meilen langen Wege nicht weniger denn 10 verschiedene Gerichtsbarkeiten durchläuft. In den schlechtesten Jahreszeiten ist sie oftmals ganz unfahrbar und die Posten so wohl, als die Extra-Post- und Frachtwagen wählen dann die Straße Nr. V.

Gepflastert ist sie nur auf sehr wenigen Stellen und es enthält selbige im Amte Ratzeburg

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1. eine gewölbte Brücke bei der Malzmühle,
2. ein Steinpflaster daselbst von ca. 80 Ruthen lang,
3. die seit 1814 von der Stadt an das Königliche Amt Ratzeburg abgetretene lange Brücke, nebst dem dazu gehörigen Brückengelds-Einnehmer-Hause,
4. ein Steinpflaster in der Stadt Ratzeburg von 41 Ruthen,
5. eine hölzerne Brücke bei der Sandmühle,
6. eine gewölbte Brücke ohnweit dieser,
7. ein Steinpflaster im Dorfe Lankau von 129 Ruthen,
8. ein gleiches daselbst weiter den Berg hinunter von 32 Ruthen.



Ihre Unterhaltung liegt in den Königlichen Aemtern Ratzeburg und Schwarzenbek der Landesherrschaft und in den übrigen Bezirken denjenigen ob, durch deren Gebiet sie geht.

Weggeld wird auf dieser Straße nirgends erhoben, allein das Amt Ratzeburg erhebt:

1.   Ein Brückengeld wegen Unterhaltung der langen Brücke in Ratzeburg, dessen Bruttobetrag etwa alljährlich 922 Rthlr. beträgt.
2.   Ein Brückengeld am Lüneburger Thore, dessen Ertrag etwa auf 90 Rthlr. alljährlich angeschlagen werden kann.

VIII.
Die von Lübeck und Ratzeburg nach Boizenburg gehende Extra-Post- und Frachtstraße,

welche im Amte Ratzeburg zwischen Fredeburg und Mölln links von der Straße Nr. II nach der Feldmark Schmilau abgeht, alsdann in dem adlichen Gericht Gudow an den Drüsen-Seeen herunter über den Wasser- und Fortkrug sich hinzieht, bald aber in zwei Arme theilt, wovon der rechte nach Büchen zu, der linke hingegen bis zur Mecklenburgischen Grenze nach Boizenburg fortläuft.

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Diesem Laufe nach durchschneidet diese Straße also:
 

1.   das Amt Ratzeburg,
2.   das adliche Gericht Gudow,
3.   einen kleinen Theil des Amts Lauenburg in dem nach Büchen abgehenden rechten Wegearm.
     
Die Länge dieser noch nirgends tracirten Straße beträgt etwa 2 ¾ Meilen.
 
Sie ist nicht sehr frequent, hat keinen schlechten, sondern einen größtentheils aus Sand bestehenden Boden.
 
Ein Steinpflaster befindet sich auf derselben nicht, sie dürfte künftig an mehreren tiefen Stellen aber einiger Wasserabzüge bedürfen. Ihre Unterhaltung liegt in den Aemtern Ratzeburg und Lauenburg der Landesherrschaft und im Gericht Gudow dem Gutsbesitzer ob. Ein Weggeld wird auf derselben nirgends erhoben.


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Nach der im Eingange gemachten Klassifikation folgen jetzt:

B. DIE LAND- UND COMMUNICATIONSWEGE,
deren Beschreibung am zweckmäßigsten nach dem Bezirk der Aemter, Städte und adlichen Gerichte geschehen würde. Da über die Anzahl derselben, und welche Beschaffenheit es mit deren Unterhaltung in jedem Bezirk besonders hat, aber noch ein solches Dunkel herrscht, dass ohne eine vorgängige specielle Aufnahme hierüber nichts genaues und vollständiges angegeben werden kann, so sehe ich mich genöthiget gegenwärtig nur folgendes im allgemeinen anzuführen und zwar:
 

a. Von denen Communicationswegen, welche der Landesherrschaft wegen ihrer Domainen zu unterhalten obliegen,

wovon die Verpflichtung auf dem Grundsatz beruhet, dass der Eigenthümer der Grundstücke auch die anstoßenden Communicationswege, folglich die Landesherrschaft die an ihren Forsten und verpachteten oder ratione officii eingethanen Ländereien stoßenden Wege erhalten müsse, welches Princip hier so fest steht, daß es mit Beistand der Gesetze nicht umgestoßen werden kann.

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Diese Wege sind gemeiniglich:

1. solche, welche von den Amt- und Pachthöfen, auch den Höfen der Forst- und anderen Herrschaftlichen Bediente nach den großen Straßen, Kirchdörfern, Mühlen und Domanialbesitzungen führen,

2
. diejenigen, welche in den Domonialbesitzungen selbst belegen und wohin alle Feldwege auf den Vorwerken der Beamte und Herrschaftlichen Pächtern zu rechnen sind.
Befinden sich Steindämme auf diesen Wegen, so werden selbige oftmals von der Herrschaft nur allein, die ungepflasterten Wegestrecken aber von den Pächtern, welche sie benutzen müssen, nothdürftig unterhalten. Doch fehlt es auch nicht an Beispielen, dass letztere auf Herrschaftliche Kosten sind gebessert worden.

3. Solche, nachdem die großen Pachtungen eingegangen, oder die Herrschaftlichen Vorwerke vereinzelt, dennoch von Herrschaftswegen zu unterhalten übernommen worden, und endlich

4
. alle Wege, welche in den Herrschaftlichen Forsten liegen. Diese letzteren sind jedoch stets von denen Forst-Aemtern gebessert, und das dazu erforderliche Geld ist in den jährlichen Forst-Cultur-Anschlägen mit aufgeführt worden.

Zu allen vorbenannten Wegen leisten die Unterthanen gar keine Fuhren und haben sie auch niemals geleistet.

Indes ist es in einigen Aemtern wohl der Fall gewesen, dass, wenn die für die Herrschaft reservirten Burgfestdienste nicht auf andere Weise als z. B. zu Holzfuhren u. d. gl. haben benutzt werden können, man selbige zur Ausbesserung dieser Herrschaftlichen Wege mit gebraucht hat. – Als eigentliche Wegedienste dürfen solche aber nicht betrachtet werden; auch ist die Anzahl dieser Fuhren gewöhnlich so geringe, dass bei der Wegebesserung sich darauf nicht viel rechnen lässt.

b. Von solchen Communicationswegen, welche von den Unterthanen allein unterhalten werden müssen.

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Hierher sind alle Dorf-, Kirch- und Feldwege zu rechnen, in soweit selbige nicht an oder zwischen den Domanialbesitzungen belegen sind. Seit der Verkoppelung ist die Anzahl derselben sehr vermehrt, weil dadurch das ganze Land gleich einem großen Garten eingetheilt worden.

Daß der zeitige Landbaubediente in Gemeinschaft mit den Aemtern auch die Oberaufsicht über alle Land- und Communicationswege habe, erhellet aus einer unterm 7. November 1783 von der Königlichen Kammer zu Hannover dem damaligen Commissario und nachherigen Ober-Landbaumeister Zawes zugefertigten Resolution.

Aus der vorstehenden Beschreibung der großen öffentlichen Straßen, welche das Herzogthum Lauenburg nach allen Richtungen durchschneiden und deren Gesamtlänge wenigstens 35 1/8 Hannöversche Meilen à 2000 Ruthen beträgt, erhellet es schon zur Genüge, wie wichtig und von welchem Umfange das Wegebauwesen in diesem nur etliche 20 Quadrat-Meilen großen Lande sei. Noch auffallender aber dürfte diese Ansicht erscheinen, wenn in allen Aemtern erst genaue Verzeichnisse von denen Communicationswegen, welche der Landesherrschaft gleichfalls zu unterhalten obliegen, werden aufgenommen sein.

Bei dem noch sehr mangelhaften Zustande des hiesigen Wegebauwesens scheint es daher nothwendig zu sein, auf Mittel zu denken, wodurch man mit den mindest möglichen Kosten nach und nach eine zweckmäßige Verbesserung desselben bewirken könne, und diese Mittel dürften meines ohnvorgreiflichen Dafürhaltens etwa folgende sein:

1. daß von jeder öffentlichen Straße eine genaue Wegekarte, in der alles was damit in Verbindung steht, genau bezeichnet, aufgenommen werde,

2
. daß davon ebenfalls genaue Nivellements verfertiget und diese in Profilen dargestellt werden, damit man daraus zu beurtheilen im Stande sei, in welchen Gegenden die Straßen erhöhet und in welchen solche abgetragen werden müssen.

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Nur erst nach diesen Vorarbeiten wird es möglich, die mannigfaltigen Fehler, welche bei der Anlage der Straßen gemacht worden, in etwas zu redressiren und Unordnungen vorzubauen, welche ohne selbige nicht wohl controllirt werden können,

3
. daß alle Steinpflaster künftig nicht mehr wie bisher nach den verschiedenartigsten Formen, sondern nach einer allgemeinen Methode, die beim Wegbau als die zweckmäßigste anerkannt worden, gelegt werden,

4. daß die ungepflasterten Wegestrecken oder Sommerwege, ebenfalls in den bestmöglichsten Stand gesetzt werden, damit die schweren Post- und Frachtwagen solche gleichfalls den größten Theil des Jahres hindurch befahren können, wodurch dem öftern Ruin des kostbaren Steinpflasters abzuhelfen steht.

5. daß die gewöhnlich nur die Breite des Steinpflasters habenden Kanäle oder Wasserabzüge so verlängert werden, dass sie auch unter den Sommerwegen durchgehen, damit der Frachtfuhrmann nicht genöthigt wird, so oft er eine solche Brücke trifft, von den Sommerwegen in kurzen iegungen auf das Steinpflaster abzulenken und dadurch dessen Wölbung zu beschädigen,

6. daß den Frachtfuhrleuten das Fahren mit 4 bis 6000 Pfund schwer beladenen Wagen entweder gänzlich untersagt oder ihnen ein mit den dadurch auf den Wegen entstehenden Schäden in Verhältniß stehendes erhöhtes Weggeld auferlegt werde,

7. daß nach Verschiedenheit der Länge der Straßen auf jeder derselben ein oder mehrere Wegeaufseher angestellt werden, welche bei plötzlichen und anhaltenden Regengüssen sogleich das Wasser ableiten, die entstehenden Schlaglöcher ausbessern, die tiefen Wagengleisen ebnen, die Wegeanwohner zur Eröffnung der Seitengräben anhalten, jede im Steinpflaster entstehende Schadhaftigkeit sofort herstellen

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und darüber wachen, daß die Wege mit allem, was dazu gehört, nicht von Frevlern beschädigt werden,

8
. daß die Kosten zur Herstellung eines jeden Weges alljährlich auf einmal und so frühe bewilligt werden, daß die Arbeiten nicht allein in der guten Jahreszeit vorgenommen, sondern die Materialien auch schon in solchen Zeiten herbeigeschafft werden können, in welchen sie wohlfeil zu haben sind, und nicht nach den theuersten Preisen bezahlt zu werden brauchen,

9. daß es wenn nicht andere Rücksichten dagegen sprechen sollten zweckdienlich scheinen will, wenn von der Landesherrschaft für die Unterhaltung jeder öffentlichen Straße alljährlich eine bestimmte Summe ausgesetzt, wozu die bisher verwandten Kosten ebenfalls nach einem 30jährigen Durchschnitt den Maaßstab abgeben dürften, und daß das an dieser Summe alsdann noch fehlende etwa durch ein mäßig erhöhtes Weggeld aufgebracht würde.

Auf diese Weise bleibt die Landesherrschaft ihrer alten Verpflichtung treu und das Publikum hat alsdann nur allein die mehreren zu seiner Bequemlichkeit und schnellerm Fortkommen zu verwendenden Kosten zu tragen.

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Soweit der Bericht.

Die Wundram’schen, zum Theil sehr richtigen Vorschläge vom Jahre 1818 hatten nur geringen Erfolg, es blieb im Wesentlichen beim Alten.

Die Fracht- und Heerstraßen Nr. I. Lübeck-Hamburg und Nr. VI. Lüneburg-Schnakenbek-Lütau u. s. w. wurden allmählich gepflastert, alle übrigen Strecken dieser Straßen aber und die Communicationswege von Ort zu Ort blieben in mäßigem Zustande.

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Erst Ende der dreißiger und Anfang der vierziger Jahre wurden die Chausseeen Hamburg-Schwarzenbekk-Lauenburg-Berlin und Schwarzenbek-Mölln-Ratzeburg-Thurow, sowie die Chaussee Ratzeburg-Einhaus-Grönau-Lübeck gebaut und erfolgte dann in den sechsziger Jahren die Chaussirung einiger Strecken der jetzigen Landstraßen und endlich nach dem Erlaß der Wegeordnung für das Herzogthum Lauenburg vom 7. Februar 1876 der völlige Ausbau des jetzigen ca. 330 Kilometer langen Landstraßen-Netzes.

 

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ünglich allerdings ein Gehege.

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Wie Franzhagen zu beweisen scheint, nannte man auch den Sommersitz eines Großen, der dort namentlich wohl der Jagd pflegte, ein Gehege. Etwas sentimentaler bezeichnet die Neuzeit solche Refugien als Ruhen. So z. B.

75. FRIEDRICHSRUH.

1767 legte Graf Friedrich von der Lippe bei Aumühle ein Jagdschloß an und nannte es Friedrichsruh, doch wohl nach seinem Namen.

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Die Bezeichnung eines einzelnen Gebäudes und danach der ganzen Ansiedlung wird ferner auch von der Hofstelle (area = Wurth) hergenommen. cf. Worthtins = census de area. Wort oder Worth eigentlich Baustelle, dasselbe was in andern Ortsnamen als Borstelle (Anbauerstelle) vorkommt.

76. HAMWARDE (vorm. Honwarde).

Später ist dies Dorf fälschlich Johannwarde genannt worden. wort und wart wechselt noch mhd. Honwarde ist also: ZUR HOHEN BAUSTELLE; dasselbe bedeutend wie z. B. das hannoversche Hornbostel = Baustelle auf der Höhe.
 

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77. KUDDEWÖRDE (vorm. Kuthenworden).

cf. Hey p. 35, nur würde ich übersetzen „Käthnerstellen“. 1497 stiftete Herzog Johann IV. ein Kloster und Heiligengeisthospital für Augustinermönche, welches aber schon 1521 wieder aufgehoben wurde. Ein ehemaliges Schloß am Ufer der Bille war von 1485-1585 im Besitze der Familie von Lieth. 1585 wurde es abgebrochen und daraus das ehemalige Vorwerk Rothenbek gebaut. Die Reste des Burgplatzes sind noch sichtbar.

78. WORTH (vorm. Wort).

Da Wort und Hamwarde Nachbardörfer sind, hat letzteres wohl vom ersteren den Namen = Baustelle, (ähnlich wie Borstel in Hannover und Holstein).

Garten, was sich passend hier anschließt, kommt bei uns bloß in seiner neuesten Bedeutung vor.
 

79. FÜRSTENGARTEN.

Der Fürstengarten in Lauenburg wurde 1583 von Franz II. (?) angelegt.
 

80. ROSENGARTEN.

Eine Schäferei bei Segrahn trägt diesen schönen Namen. In der That mag hier einmal ein besonderer Rosengarten gewesen sein, dergleichen gab es schon in recht sehr weit zurückliegenden Zeiten.

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Dem Zweck der Baulichkeiten, nämlich als Wohnung bestimmter Bevölkerungsklassen zu dienen, bezw. gewisse Geschäfte darin auszuüben, bezeichnen die Zusammensetzungen mit Kathen, Mühle, Krug.
 

81. BODEN (vorm Bei der Boden und Losenboden).

Boden ist offenbar aus den Überresten des vergangenen Dorfes Rekenhagen entstanden. Im Fürstentum Ratzeburg heißen die Erbpächter Hauswirthe, die Anbauer und Käthner
 

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Büdner. In unsern Städten nennt man die Halbhäuser Buden. Mhd. buode sw. fem. heißt die Bude. Danach darf man ein as. bôde voraussetzen. Also „Zu den Buden.“ Es haben sich demgemäß die Anbauerstellen hier zum wirklichen Dorfe entwickelt. – Am 4. Dec. 1813 fand bei Boden ein nicht unblutiges Gefecht statt, in welchem die Fühnschen Dragoner durch einen kühnen Angriff das Dörnbergsche Corps zurückwarfen.

Die Hütte heißt md. Kote. Damit zusammen hängt die hierorts übliche Bezeichnung Kathe. Vielleicht kann man auch Köthel, das Hey für slavisch hält, hierher ziehen. Kotila würde ja das Deminitivum von Kote sein können. die urkundliche Form für Köthel ist Cotle cf. Hey p. 20. In Kuddenworden freilich (s. daselbst) würde die altsächsische Form vorliegen. Die Ortsnamen nun mit Kathen bezeichnen sämtlich wirkliche Käthnerwohnungen und erklären sich bis auf eine von selbst. Es sind:


82. HAIDKATHEN,

Bremerkathen, Brückenkathen, Holzkathen, Kirchenkathen, Knappkathen, Kupferkathen, Koppelkathen, Scheerkathen, Scheidekathen, Schlüterkathen, Vogelfängerkathen, Voßkathen und Hurlebuschkathen. Ob letzteres, wie wahrscheinlich doch Schlüter- und Voßkathen, vom Namen des ersten Bewohners abzuleiten ist? Hurlebusch weiß ich mindestens nicht zu erklären, oder darf man etwa an hurlepuz „gruseliges Geräusch“ denken, also gewissermaßen die Spukkathe?!

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Die mit Mühle zusammengesetzten Ortsnamen bezeichnen hier thatsächlich noch meist einzelne Mühlengehöfte.

83. MÖLLN (ehem. Mulne).

Mölln freilich hat sich gar zur Stadt ausgewachsen. Hey p. 33 hat gewiß recht. Mulne ist als dat. sing. von mulîn

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aufzufassen. Aber ob man es nun aus dem Slavischen oder Deutschen erklärt, es heißt allemal „zur Mühle.“ Freilich nahm es wohl seinen Namen von dem nachher zum Unterschied Alt-Mölln genannten Dorfe. Das Z R. bezeichnet dieses Dorf bereits als antiquum Mulne, das Isfriedsche Verzeichniß von 1194 ebenfalls. Ob die Schreiber dabei in Gedanken das lateinische molendinum substituiert haben? Das würde dann beweisen, daß sie sich der Bedeutung von Mulne bewußt gewesen wären. Aber der Schreiber des Z R. schreibt z. B. auch antiquum Pokrente, wohl mehr nach den lateinischen Genusregeln, als in Gedanken an die etwaige Bedeutung. So viel aber wird durch beide Verzeichnisse bewiesen, daß die Stadt Mölln selbst oder wenigstens ihre Anfänge vor 1194 vorhanden gewesen sein müssen, denn Alt-Mölln (1194) setzt da schon ein Neu-Mölln voraus.

84. AUMÜHLE.

Es ist die an dem Flüßchen Au gelegene Mühle. Bis 1747 war hier ein herrschaftliches Vorwerk, Aumühle oder Nienhoff genannt. Durch die Niederlegung des Vorwerks wurden die Anbauerstellen bei der Mühle erst existent.


85. BROCKSMÜHLE.

Es ist die am Brook oder Bruch gelegene Mühle. Vergl. andrerseits die umgekehrte Bezeichnung Mühlenbrock als topographische Bezeichnung und als Ortsname.

86. BORNMÜHLE (vorm. Wyndelborn- oder Crispinermühle).

Crispinermühle heißt die Mühle ohne Zweifel von dem Lübecker Ratsherrn Crispin, an den sie mit einem Teile Krumesses im Jahre 1382 durch Kauf kam; Windelborn hieß wohl der Bach, der die Mühle treibt. Windelborn mag zusammenhängen mit wandel und wantelôn verändern, wandeln.

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87. DRÖGMÜHLE.

Mühle, und zwar Windmühle im Gute Rondeshagen. Bis 1848 war hier eine Wasermühle. Im Gegensatz zu dieser mag die Mühle jetzt Drögmühle heißen.


88. FRANKENMÜHLE (auch Riemannsmühle).

Offenbar ist hier der Name des Besitzers oder Pächters von ehemals gewahrt.


89. MALZMÜHLE.

Eine Mühle in der Vorstadt Ratzeburg. Ehemals gehörte auch eine Windmühle dazu, welche in der Nähe auf dem Berge stand. Herzog Magnus nahm diese dem Stift gehörige Mühle widerrechtlich in Besitz und gab sie auch nicht wieder heraus. Das zum Rommeldeußbrauen verwandte Malz wurde hier gemahlen; daher der Name.

90. PALMMÜHLE.

Diese Mühle trägt ihren Namen von einem gewissen Palm von Braunschweig, der diese damals Vogteimühle genannte Mühle und die Schleuse am Ende des 16. Jahrhunderts in Pacht hatte.

91. SANDMÜHLE.

Sie liegt unterhalb des St. Georgsberges hart am Ufer des Ratzeburger Sees. Uff’m Sande ist offenbar der Gegensatz von uff’m Berge. Sand ist hier soviel als flacher Strand.

Einsame Wirtshäuser an der Landstraße tragen ihre besonderen Namen. Man bezeichnete früher und teilweise jetzt noch diese Wirtshäuser als Krüge.

92. BERGKRUG.

Der Teil des Dorfes Müssen, in welchem der Krug liegt, heißt „auf dem Berge.“ Also ist hier der Name in der That von der Lage auf dem Berge hergenommen.

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93. F'ORTKRUG.

Dieser Krug ist wahrscheinlich so benannt von einer Furt über den dort fließenden Mühlbach.


94.
POGGENKROG.

Das ist der Name einer Kathe bei Hasenthal; vielleicht ein Scherzname. Poggen sind bekanntlich Frösche.


95. SANDKRUG.

Der Sandkrug liegt bei der alten Fuhrstelle über die Elbe nach Artlenburg. Die Bedeutung ist wohl dieselbe wie bei der Sandmühle. 1851 ging hier das österreichische Armeekorps über die Elbe.

96. SEEKRUG.

An dem kleinen See im Dorfe Hornstorf gelegen.
 

97. STEINKRUG. (auch Steinauerkrug).

Der Krug ist so benannt von seiner Lage an der Steinau.


98.
WASSERKRUG.

Dieser Krug liegt an der alten Landstraße Lübeck-Boitzenburg, dem sogenannten Wasserkrüger Wege, und an dem Bache, welcher die Gudower Mühlen treibt und sich in den Sarnekower See ergießt.

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Von der topogrophischen Lage haben zahlreiche Ortschaften ihre Namen. Zunächst vom Wege:

99. AUF DEM BAARWEGE (Bolwege).

So heißen einige Anbauerstellen am Wege von Linau nach Grönwohld. Baarweg mag von bar Balken kommen. Auch Bohle bedeutet ja dasselbe. Nun fand man im Erlebruch bei Linau Überreste eines versunkenen Knüppeldammes aus Birkenstämmen. Ein solcher Weg könnte hier auch gemeint sein.

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Von der politischen Lage an der Grenze scheint hergenommen

100. BRUNSMARK.

Es liegt an der Grenze der mecklenburgischen Enclave Horst. Das Dorf kommt im Z R. noch nicht vor. Immerhin könnte ein einzelnes Haus schon damals dort gestanden haben. Bis 1747 war hier ein herrschaftliches Vorwerk. Später wurde das Haus als Försterwohnung benutzt. Zunächst verlangt die Ähnlichkeit mit Brunstorf an Barunesmark zu denken. Es kann aber auch Brune’s, d. i. Bruno’s Mark, sein. Mark ist entweder im Sinne von Grenze oder von Bezirk zu nehmen.

101. NIEMARK (vorm. Nygenmarke).

Bis 1321 war das Dorf herzoglich. 1380 und 1382 verkauften es die Crumesses an Lübecker Bürger. 1762 kaufte es die Stadt Lübeck von den Erben des Bürgermeisters Andreas von Brömbsen. Es ist ganz deutlich die neue Grenze.

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Mit Berg zusammengesetzt ist eine stattliche Reihe von Namen. Das kommt daher, daß jede kleine Bodenerhebung im Flachlande doppelt auffällig ist. Doch hängen wahrscheinlich nicht alle mit berg, sondern einige auch mit percan (cf. Berge in Herberge) d. i. bergen, umschließen, zusammen, die ebensogut auf burg endigen könnten.

102. KOBERG (vorm. Coberch).

Die Deutung „Grenzburg“ ist mir bekannt, doch ist sie mehr geistreich als richtig. Ich bin prosaisch genug Coberch als die Kuhberge, den Ort, wo man zu Zeiten feindlicher Einfälle seinen größten Reichtum, die Kuhherde, barg, zu deuten. Das weit ausgedehnte Moor bei Koberg war dazu wohl geeignet. (cf. Förstemann O. N. p. 412) Ko as. st. f. = Kuh; berch in halsberc sowie in herberge. Das Dorf ist

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1230 vorhanden, wahrscheinlich aber viel älter. In den Vermeßregistern des Dorfes von 1750 und 1775 findet sich auch die Flurbezeichnung: der hohe Coberg; daneben eine andre die Kuhbreite.

103. FLIEGENBERG.

Dies ist eine Holzvogtswohnung im gleichnamigen Forst bei Göldenitz. Eine andere Ableitung als von Fliege wäre zwar möglich, doch ist das Naheliegende hier wohl auch das Richtige.

104. FRÄULEINBERG.

Eine Kathe bei Schenkenberg, die auch Hurlebuschkathe (s. das.) genannt wird, trägt diesen Namen. Eine tiefere Bedeutung wird wohl nicht darin liegen.

105. GRETENBERGE.

grêde sw. f. mhd. heißt die Stufe oder Treppe. Der Wechsel von d und t würde wenig stören, und so könnte es heißen „zum Stufenberge“. Indessen ist wohl eher an eine Verstümmelung zu denken aus Margarethenberge. Es soll hier ehemals eine Kapelle gestanden haben. Ob sie der heiligen Margarethe geweiht war?

106. SCHENKENBERG (Schenkenberge).

Heinricus Pincerna, d. i. der Schenk, war Mundschenk (Ministerial) des Grafen Albrecht von Orlamünde, des dänischen Statthalters von Holstein und Lauenburg im Anfange des 13. Jahrhunderts. Um 1230 war dieser Zehntbesitzer und wahrscheinlich auch Grundbesitzer in Stochelsdorf und Niemark, die Zehnten in Schenkenberg besaß das Kapitel zur Hälfte, zur andern Hälfte der Landesherr. Wem sie von diesem zu Lehen gegeben waren, wissen wir zwar nicht, aber die Vermutung liegt nahe, daß jener Heinrich, der Schenk, dort Lehnsträger war und daß das Gut nach ihm den Namen trägt, weil damals

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derartige Hofämter hier eingerichtet wurden. Um 1194 scheint das Dorf noch den Namen Pukentorpe geführt zu haben. (s. das.)
 

107. SCHÖNBERG (vorm. Schonenberch).

Durch das Dorf fließt ein ziemlich bedeutender Bach, die Schönau (vorm. Trutawe). 1391 verkauften es die Scharpfenberge an einen Hamburger und dieser wieder an den Lübecker Bernd Plessow. 1747 kam es durch Kauf an den Landesherrn zurück. Schön heißt in diesem Falle hell und rein und wird demgemäß zunächst von der Au gesagt, dann auf die Ansiedlung übertrgen; vielleicht zunächst (wie Steinauburg, Steinburg) Schönauberg.

108. St. GEORGSBERG.

Vergl. den Artikel Alt- und Neu-Ratzeburg in diesem Archiv II. 2, p. 139. Der Name stammt von dem dem heiligen Georg geweihten Benediktinerkloster, welches um 1060 bereits da sich befand.

109. KLOSTERBERG.

So heißen Anbauerstellen bei Gr. Disnack nach Krumesse zu. Groß-Disnack war von 1248-1482 im Besitze des Reinfelder Klosters. Daher stammt wohl der Name.

110. UNTERBERG (früher Untermberge).

Ehemalige Vorstadt, jetzt Teil der Stadt Lauenburg; von ihrer Lage unter dem Berge so benannt.


111.
THEBELSBERG.

Zwei 1790 am Rande des Farchauer Gehölzes gebaute Kathen führen den Namen Thebelsberg oder Ravenskamp. Der Ravensdiek (Thebelsdiek) unterhalb derselben wird schon 1353 genannt. Die Namen dürften bis zur ersten Zeit der Colonisation zurückgehen und sich auf Theobald, den ersten Präpositus des Stiftes, und den Ritter Walraven von Ritzerau zurückbeziehen. Der Name Düwelsdiek statt Thebelsdiek beruht offenbar auf Entstellung.

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112. WEISZENBERG (Wittenberg).

Bei Lankau gelegen. Auch bei Ziethen im Fürstentum Ratzeburg giebt es einen Weißenberg. Es ist hierbei ebenso möglich, daß der Berg nach einem früheren Besitzer Witte (cf. oben die so oft angewendete schwache Form der Namen) als nach der Farbe ehemals hervorstehenden Kalksteins benannt ist.

Ziemlich dasselbe wie Berg bedeutet Horn, nämlich hervorragende Spitze, Bergkante.

113. DRUMSHORN.

drum st. n. bedeutet Endstück, Saum. Das scheint ein ganz passender Name für diese äußersten Anbauerstellen des Dorfes Hohenhorn.
 

114. HOHENHORN (vorm. Horn, cornu).

Der neue Zusatz macht das Wort zur Tautologie, beweist mithin, daß das einfache Horn in späterer Zeit nicht mehr recht verstanden wurde.

Dasselbe wie Berg und Horn, nur in modernster Fassung, ist Höhe.
 

115. CHRISTIANSHÖHE.

Meierhof im Gute Castorf, 1809 von dem damaligen Besitzer Castorfs, Freiherrn CHRISTIAN von Hammerstein, erbaut. Christianshöhe liegt in der That sehr hoch und bietet einen prächtigen Blick auf Lübeck.
 

116. CARLSHÖHE.

Bei Neu-Wentorf A. Schwarzenbeck. Der Ursprung des Namens ist mir unbekannt.

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Neben der Höhe fehlt in unsern Ortsnamen auch das Thal nicht.


117. Besenthal (vorm. Besendale).

1230 ist die Ortschaft vorhanden. 1412 kam sie als

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wüster Ort an die Kirche zu Gudow und ward alsdann wieder bebaut. Bis 1803 hatten die Einwohner noch einen Tag im Jahre Hofdienste für das Amt Ratzeburg zu leisten. Es ist dort viel Moor- und Heideboden. Als Etymon darf man wohl an beese = Binse denken. Also Binsenthal. (cf. Besenhorst.)

118. HASENTHAL (vorm. Hasledale).

Das Dorf ist 1230 vorhanden, wurde aber im 30jährigen Kriege völlig zerstört und 1636 vom Besitzer von Schack mit Collow vereinigt, das seinerseits später zu Gültzow gehörte. In diesem Jahrhundert wurde dort wieder ein Vorwerk von Gültzow aus errichtet, das den alten Namen erhielt. Ganz schwache Spuren der alten Burg sind noch bei der Kathe Hasenthal vorhanden. Der Name ist von den Haselbüschen hergeleitet, die dort in alter Zeit besonders stark vertreten gewesen sein müssen, also HASELNUSZTHAL.


119. MELOSINENTHAL (Melusinenthal).

Meierhof des Gutes Gülzow. So benannt zu Ehren einer Gräfin Melusine von Kielmannsegge. Eine Zeitlang hieß es Susannenthal zu Ehren einer Frau von Bodeck. Noch früher Sandahl = Sandthal. (cf. Dührsen-Manecke p. 105)


120. SOPHIENTHAL.

Von dem 1724 gestorbenen J. v. Bülow erbaut an Stelle eines abgebrochenen Försterhauses. Der Ursprung des Namens ist mir unbekannt.

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Verhältnismäßig wenig sind die zahlreichen Seen des Kreises zur Namengebung für die Ortschaften mitverwendet. Man darf immerhin daraus schließen, daß die kolonisierende Bevölkerung keinen wesentlichen Wert auf den Wasserreichtum legte. Außerdem war die Nutznießung der Seeen von vornherein fürstliches Regal.

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121. BLANKENSEE (vorm. Blankense).

Blankensee wurde 1293 und 1300 vom St. Johannisklor einst Lübeck erworben; einen Teil des Sees kaufte das Kloster 1360 von den Gebrüdern von Gronowe. Ahd. blanc = blank, blinkend. Also „am blinkenden See.“


122.
DUVENSEE.

Das Dorf ist schon 1230 vorhanden. Es lag am 1850 erst trocken gelegten Duvensee. As. dûvâ die Taube. Also in der That „Taubensee“. Die alte Befestigung, „Duvenseeer Wall“, war wohl der ehemalige Adelssitz der Familie v. Duvensee.


123. GARTENSEE (vorm. Gardense) cf. Hey p. 35.

1230 lag am Gardensee in der Hölzung Gardenseeer Raum ein Dorf, welches im 30jährigen Kriege vergangen ist.

As. gardo, ahd. garto sw. m. heißt der Garten. Zunächst bedeutet es aber nur den rings umschlossenen Raum. In diesem Sinne ist der Gardensee, dieses wundervolle kleine Gewässer, allerdings ein Gartensee, da es von allen Seiten von Waldhügeln umschlossen ist und sein Anblick dem Wanderer nicht eher zu Teil wird, als bis er unmittelbar davorsteht.

124. GOLDENSEE (cf. Hey p. 7).

Hey’s Erklärung befriedigt nicht. Gleichwohl ist die Erklärung aus dem Deutschen schwierig. Es ist zu vermuten, daß durch Volksetymologie der Name aus Göldenitz (s. das.) umgewandelt ist. Die Bedeutung „goldener See“ erscheint fast zu poetisch; doch ist es ja mit Blankensee kaum anders.

124a. NUSSE.

1158 Nusce, dann Nutse (1194), Nusce (1230), Notze (1300), Nutze (1354), Nutzee (1370), Notse (1418). Hey p. 24 erklärt den Namen aus dem Slavischen. Indessen ist eine Ableitung aus dem Deutschen sehr wohl möglich und nicht

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einmal unwahrscheinlich. Althd. und mhd. heißt die Nuß hnuz und nuz, niederdeutsch nut. Der Nusser See aber hat eine so rundliche Form, daß man sehr wohl auf den Gedanken kommen konnte, ihn deshalb Nuß-See zu nennen.

125. POGGENSEE (vorm. Pogense).

Poggensee wurde 1465 und 1468 von den Ritzeraus mit Ritzerau, Duvensee, Coberg, Tramm, Woltersdorf, Sirksfelde und der Hölzung Manau an Lübeck verkauft. Es ist durchaus, wie bei einer großen Zahl Flurnamen Poggenpoul (Froschpfuhl) u.s.w. an Pogge = Frosch zu denken. Also FROSCHSEE.

126. SCHWARTENSE (cf. Oldenburg).

Andre Arten stehender und fließender Gewässer geben folgenden Ortsnamen ihre Entstehung.


127. SCHNAKENTEICH.

Anbauerstellen bei Gültzow. Wahrscheinlich doch von den Schnaken, den kleinen Stechmücken so benannt. (cf. Schnakenbeck.)
 

128. STANGENTEICH.

Holzvogtsgehöft am Stangenteich, der durch den Einfluß des Kammerbeks in die Au gebildet wird. Ob der Name von einem ehemaligen Besitzer Stange oder von Baumstangen abzuleiten ist, weiß ich nicht.
 

129. MÜHLENBROOK.

cf. Brookmühle. Vorwerk bei Steinhorst = Mühlenbruch.
 

130. SCHÖNENBORN (vorm. tho dem Sconenbornen.)

Schönenborn war 1314 als Kirchspiel vorhanden, damals gehörte es zu Holstein. 1409 ward es mit Steinhorst von der Familie von Zülen an Herzog Erich von Lauenburg verkauf. 1590 wird es bereits eine wüste Feldmark genannt. Das Fundament der Kirche ist noch jetzt auf der sogen. Kirch-

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holzkoppel
bei Schürensöhlen zu erkennen; vor Jahren wurde dort ein Kirchenschlüssel gefunden. Überreste einer alten Burg sind ebenfalls auf der Feldmark in der Nähe einer Quelle, der schöne Born genannt, zu finden.


131. GESUNDBRUNNEN.

Kathe bei Niendorf a. d. St. Auf einer Koppel des Gutes Niendorf kommt eine Quelle zu Tage, der man Heilkräfte zuschreibt und die in alter Zeit mit einem Geländer umgeben war.


132. GRINAU (vorm. Grynawe).

Der dort fließende Bach wird schon 1167 Grinawe genannt (auch Quatenbeck). Quatenbeck stellt sich zu as. quidhëan = lamentari, also gewissermaßen „Heulbach.“ Ebenso fast verhält es sich mit Grinawe; grînan heißt weinen, grinsen, knurren. Also „Winselbach.“ 1380 und 1382 wurde das Dorf von den Crumesses an die Lübecker Crispin und Darsow verkauft.


133. GRÖNAU (vorm. Gronowe).

Gronowe geht auf as. grôni = grün zurück, also GRÜNAU.


134. HELLE.

1230 erwähnt. 1471 lag es wüste, und die Feldmark wird damals Helvevelt genannt. Das Hellmoor (Hohlenmoor) zwischen Steinhorst und Labenz scheint noch heute den Namen zu bewahren. Wegen Helvevelt ist wahrscheinlich an Hellawe zu denken. Ein Hellowa ist urkundlich aus dem 9. Jahrhundert aus Gelderland bezeugt, cf. Förstemann O. N. p. 388; dasselbe kommt auch verkürzt als Hellue = Helve vor. Es wird zusammenhängen mit hëllan = ertönen lassen (gellen); etwa rauschender Bach = Rauschebach.


134a DAHMKER.

Hey p. 6 erklärt Dahmker aus dem Slavischen. In-

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zwischen ist mir die Etymologie dieses Namens aus den Vermeßregistern von Kuddewörde und Rothenbek von 1788 und 1745 klar geworden. Jene sprechen von dem Damcke und dem Weg nach Damckow, dieses aber redet von dem Dambecker Papenkamp. Danach muß unter Dambek der Hamfelder Mühlenbach, der in der Nähe von Hamfelde an den Resten des großartigen Hamfelder Walles oder Dammes vorübergeht, verstanden werden, und Dahmker beruht auf einer ganz merkwürdigen Verhunzung; ursprünglich sind darunter verstanden worden Wiesen und Felder am Dammbek, also Dambeker Wiesen, dann auch das dort entstandene Vorwerk von Basthorst. Es hat sich also das bloße Adjektiv Dambecker oder Damker als Substantiv festgesetzt.

135. GRAMBEK (cf. Hey p. 35.)

Der Boden bei Grambek ist grandigt und sandigt, daher wohl richtig GRANDBACH gedeutet.


136. HAKENBEKE.

Um 1230 wird im Kirchspiele Gr. Berkenthin ein Dorf Hakenbeke erwähnt. Man hielt es bisher für das jetzige Hollenbek; dem scheint aber nicht so zu sein. Im Vermeßregister von Kl. Berkenthin von 1779 wird ein Bach Hakenbek mehrfach erwähnt. So hat z. B. der Schleusenmeister Land an der Hakenbek und im Wulfsberg. Vielleicht trug der Göldenitzer Mühlenbach früher den Namen Hakenbek.


137. HOLLENBEK (vorm. Holembeke).

Das eine der Dörfer dieses Namens liegt bei Sterley und ein Gehölz dabei heißt Hahlehorst, das andere liegt bei Behlendorf an einem Bache gleichen Namens. Ein anderes Hollenbek in Holstein heißt urkundlich Halenbeke. Aus allem diesem ist zu schließen auf hol von hëlan = hohl = verhohlen, verborgen und auf hâli, hâle = verhehlend und verhohlen. In dem einen Falle hat wohl der Bach seinen Namen vom Wald, in beiden aber der Ort vom Bache. An einem Platze

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beim Behlendorfer Hollenbek, genannt Hofwall, soll früher eine Burg gestanden haben. Der Bach bei dem Behlendorfer Hollenbek fließt übrigens in der That in einer Hohle, in einem so tiefen, umbuschten Einschnitt, daß man ihn kaum bemerkt.


138. HORNBEK (vorm. Horgenbeke).

Dies ist wahrscheinlich das alte Horchenbici, welches Adam von Bremen um 1070 erwähnt als zur Sachsengrenze gehörend. Überreste einer alten Landwehr sind dort noch vorhanden. Es geht auf horwic, horc zurück = kotig, schmutzige Also Kotbach, Dreckbach.
 

139. ROTHENBEK.

Die Dorfschaft entstand allmählich durch die 1747 erfolgte Niederlegung des Vorwerks Rothenbek und dann bei der Verkoppelung der Dorfschaften Kuddewörde und Kasseburg. Da wir auch Schwarzenbek, Grönau u.s.w. haben und die Bille in Übersetzung Weißwasser bedeutet, so kann man auch hier unbedenklich annehmen, daß der Bach Rothenbek seinen Namen von der Farbe seines Wassers hat oder hatte, das an manchen Stellen durch Ocker gefärbt sein mochte, wie das z. B. bei einer ganzen Anzahl Quellen am Ratzeburger See der Fall ist.


140. SCHNAKENBEK (vorm. Snakenbeke).

Siehe bei Schnakenteich. Möglich wäre eine andere Ableitung, nämlich von snagjo die Schnecke.
 

141. SCHWARZENBEK (vorm. Swartenbek).

Ursprünglich gehörte Schwarzenbek wahrscheinlich dem Lupus de Swartenbeke. Später war dort ein herzogliches Schloß, die Schwarteburg. 1628 ward Schwarzenbek von den kaiserlichen Kriegsvölkern zum Teil zerstört. Das herzogliche Vorwerk wurde 1748 niedergelegt, dann aber wieder errichtet. Seit 1873 besitzt es Fürst Bismarck.

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142. CURSLAK (cf. Hey p. 6).

Hier eingereiht, weil es mit lache = Pfütze zusammenzuhängen schien, Curslak muß in der that aus dem Deutschen abgeleitet werden, und zwar aus dem niederländisch-deutschen, da die Vierländer unbedingt zu den niederländischen Colonisten unsrer Gegend gehören.

Neben Kureslake kommen noch in Betracht Achterslake (Achterschlag) und Bruneslake (1180). Das Etymon bei allen dreien ist ohne Zweifel slaga, der Schlag, die Feldabteilung. Achterschlag wäre nun der Hinterschlag. Danach sollte man für Brune und Kure auch Adjektivbedeutungen suchen, was ja bei brune = braun leicht ist, für kure aber nicht gelingen will. Ob es mit quer (ahd. twër) zusammenhängen kann?

143. CRONSFORDE (vorm. Cronesvorde).

Das Dorf wurde 1380 und 1382 von den Crumesses an Lübecker Bürger verkauft. 1762 kaufte es die Stadt Lübeck von den Erben des Bürgermeisters Andreas von Brömbsen.

Es ist wahrscheinlich cranuh, Kranich st. m. mittel-niederdeutsch Krân der Kranich, und vort, die Furt, der Weg. Also Kranichsfurt (nämlich über die Stecknitz).

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Auch die Brücken und Schleusen kommen, allerdings nur in jüngeren Bildungen, in Namen vor.


144. OBERBRÜCK (vorm. Oberderbrücke).

Stadtteil Lauenburgs, ehemals selbständige Gemeinde, Ob- oder Über der Brücke. Ist die Brücke über den Graben gemeint?
 

145. STÖTTEBRÜCK (Stoßbrücke).

Bei Basedow an der alten Landstraße nach Büchen belegen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Art Zugbrücke. Sollte es imperativisch als Holüberruf zu fassen sein? = „Stoß die Brücke."

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146. FRAUENWERDERSCHLEUSE.

Im 17ten Jahrhundert hieß die Schleuse Frauenweider Schleuse und so noch bei Manecke. Herr Amtsgerichtsrat Dührsen (cf. Dührsen-Manecke p. 354) führt an, daß sie vormals Frohwedder-Schleuse geheißen habe. Wir würden es dann wie bei den übrigen Schleusen mit dem Namen des ersten Schleusenmeisters zu thun haben. Man vergl. den noch üblichen Familiennamen Rowedder. Frowedder wäre ein niederdeutscher imperativisch gebildeter Name; frôwen = pfänden, also: pfänd wieder.

147. Voßmoor.

So heißen einige Anbauerstellen bei Escheburg = Fuchsmoor.

148. Müssen. (cf. Hey p. 23) vorm. Mussen.

Müssen kommt hier und in Schleswig-Holstein häufig als Flurname vor. So z. B. Müssenkamp bei Castorf. Müssen, Forstrevier im Sachsenwald. Bei Bönningstedt heißt es: „In den Müssen“. Es soll unter Müsse ein krautbewachsenes Wasserloch zu verstehen sein. Die Ableitung aus dem Slavischen ist daher wohl nicht zu versuchen. Es dürfte mit ahd. mios, mhd. mìes = Moos zusammenhängen, welches verwandt ist mit mos Sumpf. Waldstellen, wo der Erdboden auf großen, weiten Strecken mit einem dichten Moosteppich bedeckt ist, in welchem der Fuß einsinkt, giebt es in unsern Wäldern genug.

Bei Müssen befindet sich ein alter Burgplatz. Auf der Feldmark wurde unter 2 Steinen eine Urne mit 3 Henkeln und mehreren Broncesachen gefunden.

149. Schürensöhlen (Schierensöhlen).

Mhd. schìr as. skîr heißt hell, klar, rein. sol st. m. u. n heißt eigentlich die Kotlache, in welcher sich Tiere wälzen. Mittelniederdeutsch wird mit sol ein stehendes Wasser in Vertiefung auf Kornfeldern und Feldniederungen, die nicht mit

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Holz bewachsen sind, verstanden. Es bedeutet Schürensöhlen also „zu den klaren Tümpeln“. Beachtenswert ist, daß auf der Feldmark das ehemalige Dorf „Schönenborn“ lag. Die Bedeutung beider Namen würde fast dieselbe sein, nur daß der Born von einer Quelle gespeist wird.
 

150. BUTZ (die Butz).

Gehöft bei Salem. butze st. f. heißt Brunnen, Pfütze, Lache.

Vom Walde haben eine große Anzahl Orte ihre Namen entlehnt, nur daß das Wort Wald selbst außer in einer jüngeren Bidung nicht vorkommt, dagegen Busch, Holz und Horst.

151. MARIENWOHLDE.

Vorwerk, früher Kloster, gegründet zunächst in Bälau 1413; es wurde aber bereits 1416 nach der Stelle des jetzigen Marienwohlde verlegt, wo damals noch ein Dorf Pezeke stand. 1435 bei der Belagerung Möllns wurde das Kloster verbrannt, die Mönche und Nonnen siedelten nach Lübeck über; 1558 zog der Herzog die Klostergüter ein. Die Conventualen gehörten dem (schwedischen) Birgittenorden an. Das Mutterkloster war Mariendal bei Reval. Diese von den Dänen in Estland um 1219 gegründete Stadt hatte seit da rege Handelsbeziehungen mit Lübeck. Das Kloster führt, wie alle Birgittenordensklöster, seinen Namen zur Ehre der heiligen Mutter Gottes. (Wald der Maria.)


152. BASTHORST.

hurst st. m. u. f. bedeutet Busch, Gebüsch, zugleich aber, wie die Waknitzhöfe noch jetzt beweisen, ein einzelnes Gehöft im (Ufer) gebüsch. bast st. m. u. n. = Bast. Es mag also Basthorst ein Linden- oder Birkengebusch bezeichnen. Das Gut gehörte in alter Zeit der Familie von Schack. Zu der der heiligen Maria geweihten Dorfkirche geschahen in katholischer

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Zeit sehr frequentierte Wallfahrten zum heiligen Leichnam, woraus später Jahrmärkte entstanden.
 

153. BESENHORST (cf. Besenthal).

Danach würde es Binsenbusch bedeuten. Indessen kann man auch an niederländisch bese = beere (Besinge = Bickbeeren) denken, also Bickbeerenbusch. Bis zum Jahre 1806, wo es durch eine Eisstopfung zerstört wurde, lag das Dorf nahe an der Elbe zwischen Altengamme und Geesthacht, jetzt ½ Stunde landeinwärts. Schon im 30jährigen Kriege war das Dorf einmal verwüstet worden.
 

154. BUCHHORST (vorm. Bochhorst).

Es bedeutet Buchenhorst, wie Buchholz Buchenholz und Ekhorst (cf. das.) Eichenhorst. Es ist direkt mit dem Stamme von vorauszusetzendem as. bôc f. die Buche, zusammengesetzt. Auf den Heidbergen der Feldmark werden oft zertrümmerte Urnen ausgegraben.
 

155. BULLENHORST.

Anbauerstellen beim Steinhorster Wentorf. In der That wohl das Waldrevier, welches dem Dorfbullen zum Aufenthalt diente, bezw. das Gehöfte, wo der Dorfbulle gehalten wurde. Wenn Beyer limes Saxoniae p. 14 Bullenhorst wie Bullenhorn und Bullenhusen als Billenhorst, der Wald, in welchem ein Arm der Bille entspringe, zu erklären versucht, so ist er durchaus im Irrtum, man müßte dann schon annehmen, daß sich der also benannte Wald sehr weit nach Süden erstreckt habe und Bullenhorst an dessen nördlichstem Rande gelegen habe. Indessen bezeichnet Horst ja nur ein wenig umfangreiches Gebüsch, oft nur eine kleine mit Gestrüpp besetzte Anhöhe.


156
. EKHORST.

1230 lag etwa da, wo jetzt die Butz liegt, ein kleines Dorf. 1445 war es schon wüste. Die südwestlich von der Butz gelegene Seedorfer Hölzung heißt noch Ekhorst.

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157. ELMENHORST (vorm. Elmhorst).

1447 und 1456 verpfändeten die Gebrüder Wulf von Schwarzenbek Elmenhorst samt Lanken, Sahms und Pampow an Graf Adolf VIII. von Holstein. 1736 entsagten die Holsteiner zu Gunsten Chur-Hannovers auf den Besitz. Elm oder Elme ist die Ulme. Also = Ulmenbusch. Trotz des bereits deutschen Namens war Elmhorst 1230 noch ein slavisches Dorf. Man wird also leicht zu der Annahme geführt, daß die Slaven zuvor das Dorf den Deutschen abgenommen hatten.

158. HAVEKOST (vorm. Havighorst).

Mhd. habich der Habicht. Also Habichtshorst.

159. HORST (mecklenb.)

Horst ist niemals etwas andres gewesen als ein einzelnes Gut. Es wurde 1573 von den Brüdern v. Wakerbarth auf Kogel und Sterley an Stelle des alten Clotesfelde erbaut und erst Neurad, dann Horst genannt. 1323 bestimmt Herzog Erich die Grenze zwischen Schmilau und Clotesfelde so, daß ein Stück Land, gewöhnlich Horst genannt, zu Clotesfelde kam. Es bezeichnet wohl eine höhere busch- oder waldbestandene Strecke zwischen den dortigen Brüchen und Mooren.

160. HOHEHORST.

Kathen bei Schönberg. Also HOCHBUSCH.


161. RAUHEHORST.

Ziegelei bei Kehrsen. Ahd. hruch, mhd. rouch st. m. u. ruoche sw. m. die Krähe, der Häher. Andere Flurnamen sind Rugenhorst, Rugenberg, Rugenbek, Rugenmohr. Es ist hier also durch die vermeintliche Übertragung ins Neuhochdeutsche die Ableitung verdunkelt worden. Es bedeutet Krähenhorst oder besser wohl HÄHERHORST.


162. SCHIPHORST (vorm. Sciphorst).

Um 1230 ist das Dorf von Slaven bewohnt. Gleichwohl halte ich den ganzen Namen für deutsch, allerdings wohl blos als Übersetzung aus dem in seiner Bedeutung damals

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klaren und bekannten slavischen Namen. Als Etymon nehme ich freilich nicht as. scip = Schiff, sondern as. scâp, engl. sheep = Schaaf an. Also: SCHAFBUSCH.

163. STEINHORST (vorm. Stenhorst).

Früher gab es 2 Steinhorst. Groten- und Lütken-Stenhorst. Auch sind noch Überreste von 2 Burgen daselbst vorhanden. 1349 bei der großen Razzia gegen die Raubritter ward auch in Steinhorst eine Burg gebrochen. Ein Zweig derer von Zülen nannte sich auch von Steinhorst. Von diesen erwarb es der Herzog, verpfändete es aber im 16. Jahrhundert an einen Holsteiner von Adel und 1575 verkaufte Herzog Franz II. das ganze Amt Steinhorst an Herzog Adolf von Holstein-Gottorf. 1738 eroberten die Hannoveraner das Schloß, und das ganze Amt kam durch Vergleich wieder an Lauenburg. – Man kann zweifelhaft sein, ob hier überhaupt an einen Wald als ursprünglichen Namensträger gedacht werden darf, ob nicht vielmehr blos ein steinernes Haus bezeichnet werden soll.

164. Ziegelhorst (vorm. Tegelhof).

1683 stand hier (im Gute Tüschenbek) noch der Zisekenkrog (Zeisigkrug), später eine Ziegelei. Da es ein Waknitzhof ist, bedeutet es wohl einfach, wie ja auch der frühere Name zeigt, Ziegelhof d. i. Ziegelei. So mag auch Schiphorst am Ende weiter nichts sein sollen als Schäferei, Elmhorst der Ulmenhof, Buchhorst der Buchenhof, ganz wie man anderwärts Vorwerke und einzelne Höfe auch zu bezeichnen pflegt.


165.
Bartelsbusch.

Holzvogtwohnung und Hölzung bei Kl. Disnack. Daß eine Hölzung von einem P. N. benannt wird, ist auffällig, mindestens wenig üblich. Ich bin daher geneigt an eine volksetymologische Verdrehung zu glauben. Ich denke dabei an das mhd. pardrîs (aus frz. perdrix) Rebhuhn. Also Rebhuhnbusch.

166. Bohnenbusch (Bodenbusch).

Gehöft bei Krukow. Die Erklärung von Boden (cf.

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daselbst) dürfte auch hier zutreffen. Der Busch mit Häuslerwohnungen. BUDENBUSCH.

167. EULENBUSCH (Uhlenbusch).

Bei Grönau. An Stelle dieser Häuser stand ehemals ein von Herrn von Ranzau gestiftetes Armenhaus. Man denke an das hamburgische Uhlenhorst. Also in der That Eulenbusch.

168. HUNDEBUSCH.

So heißt das ziemlich umfangreiche Gehölz bei Salem, wo jetzt sich die Schießstände des lauenburgischen Jägerbataillons befinden. Es scheint kaum möglich ein anderes Etymon zu finden als hunt, der Hund. So wird es denn wohl wirklich Hundebusch sein. Vielleicht daß dort die Jagdmeute der Herzöge gehalten wurde. (?)

169. BARGHOLZ (vorm. Berkenholte).

Bei Gudow. Der ältere Name scheint von selbst auf die richtige Deutung zu führen. Allein sowohl ahd. als mhd. heißt der Baum birca und birke. Es liegt also Grund vor, Berkenholte als volksetymologischen Irrtum aufzufassen. Östlich vor Ratzeburg lag noch 1592 ein dünnes Wäldchen, Bergbusch genannt, aus EICHEN bestehend, worin die Ziethener die Mast hatten. Nun heißt ahd. barch, mhd. barc st. m. das männliche Schwein. Bargholz ist also SCHWEINEHOLZ. – Bargholz war ehemals ein Dorf. 1470 verkauften die von Zülen die wüste Feldmark an die Gebrüder von Bülow auf Gudow.

170. BUCHHOLZ (vorm. Bocholt).

Buchholz liegt in der That, bezw. lag früher in einem Buchenholz. 1277 bestätigte Johann I. dem Ratzeburger Bischof die Erhebung des halben Zehnten aus Buchholz. Da das Dorf im Zehntenregister von 1230 noch nicht vorkommt, war diese Bestätigung vielleicht eben deshalb nötig. Wahrscheinlich ist also das Dorf zwischen 1230 und 1277 erst entstanden.

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171. GROSZ-WEHDEN (vorm. Wedege).

Wahrscheinlich von mhd. widahe st. n. Das Weidengebüsch, Weidicht.
 

172. HEISCH (zum Heisch).

Holz- und Moorvogtswohnung bei Duvensee. Wahrscheinlich zu mhd. heidach, heidehe st. n. das Heidekraut, Heidicht. Die Umwandlung wäre so zu denken: heidech, heidch, heidsch, heisch. Vielleicht ist es aber der Ort, wo die Pfingstlaube stand. (cf. Pingsheesch.)
 

173. SÖHREN (in den Söhren).

An der Hölzung Hundebusch an der alten Landstraße Mölln-Schwerin. Hier hatte sich 1813 das dänische Hülfskorps des Fürsten von Eckmühl verschanzt. Am 7. Oktober jenes Jahres erlitt hier das Lützow’sche Freikorps unter Major von Dörenberg eine blutige Niederlage durch die dänischen Husaren.

sôr bedeutet das Absterben eines Baumes sôr adj. = welk. Es ist also DÜRRHOLZ. Bei der früheren unachtsamen Waldwirtschaft mag ein Versohren größerer Waldstrecken öfters vorgekommen sein.

Da auch einzelne Bäume und Baumgruppen unter Umständen gute Merkzeichen der Gegend sind, darf man sich nicht wundern, daß auch sie zur Namengebung verwendet wurden. Überhaupt tritt ja in unsern deutschen Ortsnamen das Bestreben unverkennbar hervor, möglichst charakteristische Merkmale in die Namen aufzunehmen, so daß der Name wirklich zum Erkennen des Orts beiträgt.


174. BILLBAUM.

Mit Billbaum, Grönauer Baum u.s.w. verhält es sich freilich anders. Es ist nämlich der Grenzschlagbaum. In der That liegt das so benannte Wirtshaus an der lauenburgisch-holsteinischen Grenzscheide an der Bille.
 

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175. SIEBENBÄUMEN (vorm. Sovenbomen).

Siebenbäumen umfaßt zum Teil das ehemalige Kirchspiel Schönenborn. Es ward von den Herzögen seiner Zeit zur Hälfte an Lübeck verpfändet. Durch den Vergleich von 1747 kam auch diese Hälfte wieder an Lauenburg. Es bedeutet in der That: „zu den 7 Bäumen.“


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. SIEBENEICHEN (Soveneken ad septem quercus).

Auf einem freien Platze im Dorfe hat man erst in diesem Jahrhundert zu Ehren des Namens wieder 7 Eichen gepflanzt. Die lateinische Interimsbzeichnung von 1230 bedeutet meiner Überzeugung nach, daß das Dorf damals erst vor Kurzem und zwar keineswegs aus einem slavischen Dorfe, sondern duch Neugründung entstanden war. Das 2malige Vorkommen von 7 Bäumen in Dorfnamen muß seine besondere Bedeutung haben. Ich vermute, daß auf solche Weise die Dingstätte eines größeren Bezirks bezeichnet wurde.


177. BÜCHEN (vorm Boken).

Büchen liegt hoch in einer öden Sandfläche, auf der sich die Buchengruppe, welcher der Ort den Namen verdankt, besonders markant abgehoben haben muß. Im Anfange des 15. Jahrhunderts hatte die Familie von Marschalk hier eine Burg; eine zum Pastorat gehörige Wiese heißt noch die Burgwiese. Büchen war ehemals ein Walfahrtsort, in dem ein wunderthätiges Muttergottesbild aufbewahrt wurde. Im Saale des Posthauses wurden ehemals die lauenburgischen Landtage abgehalten.


178. SCHEVENBÖKEN (Silkenburg).

So heißen einige Kathen bei Coberg. = Zu den schiefen Buchen.

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Ein weiterer Grund zur Bezeichnung seiner Wohnstätte ist für den Ackerbauer die Beschaffenheit seiner Flur, des Feldes, des Kampes, der Rodung.

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Das neu unter den Pflug genommene Land soll wahrscheinlich bezeichnen

179. NEUENLANDE.

Einige Kathen bei Breitenfelde heißen so.

180. ALBSFELDE (vorm. Albrechtesvelde).

1291 verkaufte Herzog Albrecht II. dieses Dorf an einen Lübecker Bürger. 1230 besaß dort Fridericus stultus den halben Zehnten. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß das Dorf von Albrecht I. seinen Namen führt. 1441 kaufte die Stadt Lübeck das Dorf mit Genehmigung der Herzöge Magnus und Bernhard II. Damals wurden die Hoheitsrechte der Herzöge besonders gewahrt. Gleichwohl behauptete Lübeck später auch diese zu besitzen und erlangte sie durch den Vergleich von 1747 nach dem Grundsatz do ut des wirklich.
 

181. BREITENFELDE (vorm Bredenvelde).

Zu dem Breiten d. i. ausgedehntem Felde. Das Dorf wird bereits 1194 erwähnt. Schon damals wie heute noch lag das Dorf also, oder wenigstens seine Flur, im weiten Ackerfelde. Breitenfelde war eines der wenigen Dörfer, in denen sich die Zehntenzahlung an das Stift Ratzeburg bis in die neueste Zeit erhalten hatte. Ehemals gehörte es den Schacks, später war es zum Teil Eigentum des Klosters Marienwohlde, endlich war die andere Hälfte mit der Vogtei Mölln an Lübeck verpfändet und kam erst 1747 wieder an Lauenburg. Von daher stammen noch die Bezeichnungen alt- und neu-sächsisch Breitenfelde. 1658 litt Breitenfelde sehr von schwedischen Kriegsvölkern.


182. CLOTESVELDE.

1158 hieß das Dorf Kosaza, 1174 bereits Clotesfelde. 1358 ist dann von der Clotesfelder Horst die Rede. Es ist das jetzige Horst. (s. das.) Clot ist = Chlotar. Derselbe Name steckt im heutigen Familiennahme Klotz. Man kann also übertragen: KLOTZFELD.

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183. HAMFELDE (vorm. Honvelde)

= zum hohen Felde. Die Schacks besaßen bis 1460 Dorf und Gut zu Hamfelde. Der Hof ward 1801 bei der Verkoppelung niedergelegt.


184. SANDFELDE.

Anbauerstellen bei Anker = „ZUM SANDFELDE.“
 

185. SIRKSFELDe (vorm. Sirikesvelde).

Sirik ist gleich Sigerich. Also SIGERICHSFELDE. Ein wendisch Sirksfelde wird 1230 und 1291 erwähnt; 1468 lag es bereits wüste. Das wendische Dorf nahm hier möglicherweise den Namen seines deutschen Herren an. Die durch nichts bewiesene Behauptung, daß das als wendisch oder Klein- bezeichnete Dorf, im Gegensatz zu dem deutschen, oft mit Groß- bezeichnetem Dorfe, eins sei, was die Wenden erst anlegten, nachdem sie aus dem großen vertrieben waren, findet an solchen Beispielen wie hier wenig Unterstützung. Ich halte daran fest, daß das als wendisch bezeichnete Dorf allemal das ursprüngliche ist. Es ist geradezu unglaublich, daß der Deutsche sich in die schlechten Hütten der Wenden gesetzt haben soll. Er baute sein eigenes Dorf an gut gewählter Stelle. die Flur belegte er in ihren besten Stücken mit Beschlag und ließ den Wenden bloß die schlechten. Auch wo kein neues Dorf entstand, ist sicher ein neuer Dorfteil angebaut worden. Das dem so ist, schließe ich aus gewissen Andeutungen des so oft angeführten und oft so mißbräuchlich benutzten Zehntenregisters, das hoffentlich bald eine ausführliche Würdigung erfährt.

In der Nähe von Sirksfelde ist eine alte Befestigung, der sog. Sirksfelder Wall.
 

186. Volcmaresvelt.

Ein solches Dorf wird 1230 im Kirchspiel Lütau erwähnt. = VOLLMERSFELD. Dies ist das dritte der kleinen Dörfer, aus denen die Flur der Stadt Lauenburg entstand.

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187. WALKSFELDE (vorm. Walegotesvelde).

Graf Bernhard machte der Kirche mit diesem Dorfe, das damals noch seinen slav. Namen Walegotsa trug, aber schon 1190 Walegotesvelde genannt wird, eine Schenkung zum Seelenheile seines Vaters. Gräfin Adelheid gab 1190 alle ihre Rechte, die sie noch dort besaß, als Heerfolge, Beden, Borchwerk, Brugwerk und Dienste (angariae Frohnden) auf. Das Dorf gehört noch heute, allerdings nach mancherlei Besitzwechsel zum Fürstentum Ratzeburg. Interessant ist die volksteymologische Veränderung, welche man hier wirklich einmal noch verfolgen kann. Aus dem slav. Walegotsa wurde ein deutsches Walegotesvelde zurecht gemacht, = Feld der Wahl Gottes. (ahd. wala die Wahl.)

Für ein Feldgrundstück von beschränkter Ausdehnung gilt der Ausdruck Kamp.


188. BILLENKAMP.

Kamp an der Bille, Anbauerstellen bei Aumühle.


189. KÄTHNERKAMP (Kötherkamp).

Schulkathen zwischen Havekost und Möhnsen, wahrscheinlich in der That auf dem Käthnerlande errichtet.


190. RAVENSKAMP.

Siehe Thebelsberg.
 

191. VIEHKAMP.

So heißt eine Kathe bei Kl. Sarau.

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Von der Rodung tragen folgende Orte ihre Namen:
 

192. BERGRADE (vorm. Bercroth).

Bergrade gehörte bis 1394 den Ritzeraus. Es bedeutet die Rodung am Berg und ist offenbar so benannt im Gegensatz zu Klinkrade. (s. das.) Das nahe Klinkrade zeigt, daß die ganze Gegend dort ehemals d. h. zur Zeit der Einwanderung der Deutschen in der Mitte des zwölften Jahrhunderts ein großer Wald war.

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193. FLACHSRÖTE.

Anbauerstellen bei Linau. Mit Flachsröte verhält es sich anders. roten ist die niederdeutsche Form für das hd. rösten = Flachs zur Bearbeitung erweichen. Also Flachsröste.

194. KLINKRADE (vorm. Klinkroth).

Klinka ist eine Thalschlucht, in der Wasser fließt. Die Benennung ist offenbar im Gegensatz zu Bergrade erfolgt. Auch Klinkrade gehörte ursprünglich, gleichwie Bergrade den Ritzeraus, die schon 1230 den halben zehnten dort besaßen. Man geht wohl kaum fehl, wenn man diesem Geschlechte der Raven (corvi) auch die Anlage und Colonisation beider Orte zuschreibt.

195. LEHMRADE.

Da der Boden bei Lehmrade nicht schwer, sondern im Gegenteil recht leicht ist, darf man hier wohl nicht an leim = Lehm als Etymon denken. Vielmehr ist das bei Lauenburg erwähnte lewen in der Bedeutung „ausgedehnter Wald“ hier anzuziehen. Also Rodung im Lewen.


196.
MÜHLENRADE (vorm. Mollenrode).

Mühlenrade war im 16. Jahrhundert und bis 1631 zugleich mit Fuhlenhagen, Talkau und Köthel an den Grafen von Oldenburg verpfändet, weshalb man diese Dörfer wohl auch noch die Grafendörfer nennt. Forstörter bei Mühlenrade sind unter andern auch Mühlenland, Bollenrade, Rodenlande, Schiebenrade und Kohlenrade, offenbar später wieder aufgeforstete Orte. Mühlenrade ist demnach die Rodung zum Zweck der Anlage einer Mühle.

197. SIRKSRADE (vorm Ciresrode).

1401 von den Ritzeraus an einen Lübecker Bürger, 1586 an die Stadt Lübeck verkauft. Neben Ciresrode findet sich eine andere ältere Form Scirfrode, außerdem Tzirsrode und Syresrode. Ersteres führt auf die richtige Ableitung. Bezeugt ist der ahd. P. N. Zierolf oder Cierolf, etwa in der Bedeutung „Zierde des Geschlechts.“ Also Zierolfs Rodung.

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Die neue Form Sirksrade ist offenbar entstanden durch Angleichung an Sirksfelde, das aber (s. das.) einen ganz andern Ursprung hat.

198. STUBBEN (vorm. tho den Stubben).

cf. Hey p. 34. Mit ahd. stuba = ovile, porcaritium = Schaaf- od. Schweinehürde hat es wohl nichts zu thun. Stubben sind, wie bekannt, die Stümpfe ausgerodeter Bäume. Einige Kathen bei Stubben heißen noch heute Radelande. Waldreviere tragen ebenfalls den Namen Stubben, so z. B. eins bei Talkau. Also: „Zu den Stümpfen.“

199. VOGTSTEMMEN.

Gehöft bei Dargow. Es dürfte zu stam st. m. der Stamm gehören. So erklärt auch Förstemann Stammheim, z. B. Nordstemmen, Burgstemmen. Also Wohnung des Vogtes bei den Stämmen, nämlich gefällter Bäume. VOGTSSTAMMHEIM.

Es folgen nun noch einige Flurbezeichnungen und andres, was sich nicht an einer bestimmten Stelle einfügen ließ.

200. VIERT.

Kathe in Groß-Grönau. Viert ist eine in hiesiger Gegend äußerst häufige Flurbezeichnung. Wahrscheinlich ist es dasselbe wie nhd. Geviert und bezeichnet entweder ein viereckiges Stück Land, oder es bezeichnet den 4. Schlag, der brach lag, während die übrigen 3 Schläge benutzt wurden.

201. KALKKUHLE.

Anbauerstellen bei Sirksfelde. Kuhle bezeichnet hier eine Grube. Also Kalkgrube.
 

202. HUDE (auf der).

An der Stecknitz bei Kühsen. Hängt zusammen mit houten = acht haben, bewachen. Es scheint eine Landestelle und Lagerplatz für Schiffsgüter zu bezeichnen. cf. Holzhude bei Ratzeburg.

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203. TESPERHUDE.

Tesperhude ist wahrscheinlich gleich dem Toschope des Z. R. Es liegt gegenüber dem hannöverschen Tespe. Jenes wird sein To scope. Ahd. scopf und scof, dem ein as. scop entsprechen mochte, heißt Schuppen, Wetterdach. Also „Zum Schuppen.“ Das würde dann zu Hude sehr gut passen. Schuppen und Schupfen ist übrigens bloß die schwache Form zu scopf.


204.
SCHRETSTAKEN.

Vormals Scretstaken (1407), Scrytstaken (1460). 1407 war Schretstaken ein Vikariendorf der Lübecker Ägidienkirche und ward 1452 an die Stadt verkauft. Nach Saß u. Holst, R 122 (cf. Schiller-Lübben) ist schrêtstake eine zugespitzte Stange, die nach einer Stelle aus dem Livl. Urk. Nr. 2811 aus dem Jahre 1380 auch als Grenzbezeichnung verwendet wurde. Es ist zusammengesetzt aus schrêt oder schrât (von schroden = schneiden) und stake, das ja noch jetzt üblich ist Schretstaken würde also das Dorf beim Grenzpfahl sein. In der That zog in der Nähe von Schretstaken sich die Grenze von Sadelbandien hin. Die Stelle aus Saß und Holst. R 122 lautet: unde were mit deme gelde hen in dat velt gegan unde alda bi einem Schretstaken dale gegraven. Hier sollte also der Schretstaken, der zu diesem Zwecke beständig dort stehen bleiben mußte und also sicher eine Bedeutung hatte, als jederzeit leicht erkennbares Merkmal dienen.

Willkürliche Bezeichnungen sind: 205. WEISZER HIRSCH, ein Wirtshaus in den Söhren bei Salem; 206. GRÜNER JÄGER, ein Forstgehöft bei Gültzow.

Scherznamen sind: 207. NEUE WELT, bei Kogel; 208. KEHRWIEDER, Wirtshaus bei Brunsmark; 209. VERGISZMEINNICHT, Anbauerstelle bei Sandesneben und 209a. SCHLAPUT, Kathe bei Kogel.

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210. TANGMER.

Vergessen ist unter den slavischen Ortsnamen unsrer Gegend das vergangene Dorf Tangmer bei Schmilau, an welches

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noch der Forstort Tangenberg daselbst erinnert. 1377 war es noch vorhanden. Damals vertauschte es der Bischof mit andren Besitzungen an Detlew von Gronow für Stove.

Wegen Tangmer, Kosaza, Schattin und Walksfelde erbat ich und erhielt von Herrn Dr. Hey in Döbeln folgenden Nachtrag.

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NAMEN-NACHLESE.

An die im Jahre 1888 in diesem Archiv gebotene Erläuterung der lauenburgischen Ortsnamen möge sich noch zur Vervollständigung, durch Herrn Dr. Hellwig veranlaßt, folgender kleine Nachtrag schließen.

TANGMER, ein eingegangener Ort bei Schmilan, der 1230 genannt wird und auch 1377 noch vorhanden war, trägt seine Benennung von einem Besitzer Tągomir (ą nasal, spr. Tongomir). dieser P N. stammt von asl. tągú, tsch. tuhý, wend. tuhi zähe, starr, fest, streng, hart und mêr = mir Name, Ruhm, und ist auch in der Form Tugumir in Mon. Germ V. 444 als der Name eines Führers der Heveller überliefert. An das Dorf erinnert noch der Forstort Tangenberg b. Schmilau.

KOSAZA, ebenfalls verschwunden, erklärt sich aus dem von Koza Ziege gebildeten Adjektiv olw. Kozacy, a, e, slovak. Kozací, als Femininum, = Ziegenhain, oder entspricht dem gleichbedeutenden Kozjaća in Kroatien.

SCHATTIN, jetzt lübisch, 1230 Scatin, ist vielleicht auf skotina = Viehtrift zurückzuführen von asl. sxotú, tsch. skot Vieh, wie Schwerin, urk. Zwerin = zvêrina Tiergarten von zvêrí Tier, Wild; sc, sch ist sehr gewöhnlich aus sk hervorgegangen.

WALKSFELDE, jetzt zu Meckl. Strelitz gehörig, um 1160 Walegotsa, dann aber 1194 Walegotesvelde, 1196 Waleghotesuelde, 1230 1236 Walegotesvelde genannt, deutet Kühnel als den Ort eines Valegost = tapfere Gastfreunde habend, oder Ort eines Valichoteš = voll starker Sehnsucht. Aber in Rücksicht darauf, daß bei fünfmaliger urkundlicher

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Nennung des Namens dieser noch in keinem Falle s vor t aufweist, also zu einer Ableitung von Valegost sich nicht recht zu fügen scheint, sowie daß ein Name Valichoteš ohne Analogie steht, möchte man sich darauf beschränken, den Namen einfach als Dorf eines Walegot zu erklären. Schwer ist die Entscheidung, ob dieser P. N. deutsch ist wie Walagaud (ius), Walagothi – s. Förstemann, altdeutsches Namenbuch I, 1232, II, 1531 – ferner wie Walaram, Walahfrid oder Walefrid, Walegundis u.s.w. oder ob er als slavisch zu gelten hat = Valechot, Kriegsluft. Für das Deutschtum möchte der hessische O. N. Walkes sprechen, wenn dieser für einen Genitiv Walgotes gehalten werden darf.

Schließlich sei noch bei dieser Gelegenheit in Betreff der früher behandelten Namen bemerkt, daß unter Grienau die Formen Wazgrini, Wozgrinie und Všegrin zu streichen sind, sowie das Zecher und Čachor aus dem Stamm čach-, weißruss. čachnuć = auszehren sich erklären dürften.

Dr. G. Hey.

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Ueberschauen wir nun nochmals die Gesamtheit unsrer deutschen Ortsnamen, so überrascht uns bei der Mehrzahl die außerordentliche Schärfe, mit welcher die charakteristischen Merkmale der Gegend beobachtet und zum Ausdruck gebracht sind. Es gehörte dazu das an die Naturbeobachtung gewöhnte Auge und Ohr unsrer Altvordern. Nur 43 von den mehr als 200 Ortsnamen beziehen sich auf die ersten Gründer und bewahren uns deren Namen auf. Diese sind in alphabetischer Ordnung folgende:

Abo, Albrecht, Barthold Bege, Berne, Berthold, Biliza (?) Borchard, Bruno, Carl, Chlotar, Christian, Dasso, Franz, Friedrich, Georg, Giselbrecht, Gotschalk, Hagilo (?), Hano, Hermann, Hruoduchilo, Kailo (?), Kerstian, Louise, Maria, Margarethe, Melusine, Nanno, Puko, Raven, Roding, Sigerich, Sophie, Stahal, Theobald, Valko, Volkmar, Walther, Wiger, Wite, Wolfhart, Zierolf.

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Im übrigen ordnen sich die zu den Namen verwendeten Bestandteile folgendermaßen:

Aus dem Tierreich entlehnt sind: Bulle, Kuh, Fohlen, Fuchs, Schaaf (?), Schwein (barc), Hund; Rebhuhn (pardris) ?, Eule, Häher, Kranich, Habicht, Taube; Frosch (Pogge), Fliege und Schnake.

Aus der Pflanzenwelt sind hergenommen: Baum, Buche, Eiche, Esche, Föhre, Hasel, Ulme; Stamm, Stubben, Stange, Drum; Weidicht, Heidicht (?), Moos; Flachs; Rose.

Von Geräten kommen vor: Schretstaken.

Von Industriegegenständen findet sich nur Ziegel (tegel).

Von concreten Substantiven scheinen verwendet: Edelmann (baro) ?, Krüppel (cruppel); von abstracten Substantiven: Schutz (fridhu).

Von der Bodenbeschaffenheit sind hergenommen: Sand, Grand; von der Bodengestalt: Berg, Thal, Höhe.

Flurnamen Feld, Wald und Wasser betreffend sind: Land, Feld, Hufe, Kamp, Schlag, Viert, Rodung, Garten; Wald (Lewen) ?, Horst, Hagen, Busch, Holz, Sohr; See, Gestade, Bruch, Moor, Pfütze, Bach, Furt, Sohl, Kuhle, Born, Brunnen.

Von Baulichkeiten kommen vor: Burg, Haus, Bur (Bauer) ?, Hagen (?) Bude, Kathe, Schuppen, Wurt; Mühle, Krug.

Attributivisch verwendet finden sich folgende Adjektive: schön, blank, golden (?); schwarz, rot, grün; hell (schier), schmutzig, (horvic); hoch, breit, schief; öde, alt, neu; kalt; Zahlen: eins, fünf, sieben.

Althochdeutsche Verben bezw. altsächsische kommen in ihrem Stamme zur Verwendung: grinan (greinen), quêdhean (klagen), hêlan (verhehlen).

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Zur besseren Uebersicht folgt ein Verzeichnis sämtlicher lauenburgischer Ortsnamen, auch der slavischen, mit Angabe der Stelle, wo der betreffende Artikel darüber zu finden ist, und kurzer Deutung.

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Albrechteshope No. 52 = Albrechts Schar.
Albsfelde No. 180 = Albrechts Felde.
Alt-Mölln No. 83 = Zur alten Mühle.
Anker Hey p. 4 = die Mehlhändler. (sl.)
Artlenburg No. 36 = Burg an der Erthene.
Aumühle No. 84 = Mühle am Aubach.
       
Baarwege No. 99 = Am Knüppeldamm.
Bälau Hey p. 14 = Bela's Dorf. (sl.)
Bandowe Hey p. 14 = Band's Gut. (sl.)
Bargholz Hey p. 169 = Schweinezolz.
Barnitz (Bach) Hey p. 5 = Lehmbach. (sl.)
Bartelsbusch Hey p. 165 = Rebhuhnbusch.
Basedow Hey p. 14 = Gut des Basda. (sl.)
Basthorst Hey p. 152 = Lindengebüsch.
Behlendorf Nr. 3
Hey p. 14
= Dorf des Bela. (sl.)
Beidendorf Nr. 3
Hey p. 14
= Berge's Dorf.
Bergkrug No. 92 = Krug auf dem Berge.
Bergrade No. 192 = Rodung am Berge.
Berkenthin Hey p. 15 = Gut des Parkenta. (sl.)
Bernstorf No. 4 = Dorf Berne's.
Besenhorst No. 153 = Bickbeerenhorst.
Besenthal No. 117 = Binsenthal.
Billbaum No. 174 = Schlagbaum an der Bille.
Bille (Fluß) Hey p. 5 = Weißwasser. (sl.)
Billenkamp No. 188 = Feldstück an der Bille.
Blankensee No. 121 = Zu dem blanken See.
Bliestorf Nr. 5,
Hey p. 15
= Biliza's Dorf. (sl.)
Boden No. 81 = Zu den Buden.
Börnsen Hey p. 33 = Borno'shausen.
Börse Hey p. 5 = Föhrenwald. (sl.)
Bohnenbusch No. 166 = Budenbusch.
Bornmühle No. 86 = Mühle am Quell.
Borstorf No. 6 = Borchardt's Dorf.
Breitenfelde No. 181 = Zum breiten Felde.
Brennerkaten No. 82 = Branntweinbrennerkaten.
Bresahn Hey p. 5 = Uferleute. (sl.)
Brookmühle No. 85 = Mühle am Bruch.
Bröthen Hey p. 5 = Brudershof. (sl.)
Brückenkathen No. 82 = Kathen bei der Brücke.
Brunsmarck No. 100 = Bruno's Bezirk.
Brunstorf No. 7 = Barons Dorf.
Buchholz No. 170 = Buchenholz.
Buchhorst No. 154 = Buchenhorst.
Büchen No. 177 = Zu den Buchen.
Bullenhorst No. 155 = Des Bullen Horst.
Butz No. 150 = Pfütze.
       
Campen (leer) = Insel (Wärder). (sl.)
Carlshöhe No. 116 = Carslhöhe.
Castorf No. 8 = Kerstians Dorf.
Cemerstorp Hey p. 15 = S'cimirs Dorf. (sl.)
Christianshöhe No. 115 = Christianshöhe.
Clotesfelde No. 182 = Klotzfelde.

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Coberg No. 102 = Kuhberge.
Collow Hey p. 15 = Kolad's Gut. (sl.)
Cronsforde No. 143 = Zur Kranichsfurt.
Culpin Hey p. 16 = Kolp's Gut. (sl.)
Curslak No. 142,
Hey p. 6
= Querschlag (?)
       
Dahmker No. 134a,
Hey p. 6
= am Dammbek.
Dalldorf No. 9 = Thaldorf.
Dargenowe Hey p. 16 = Dargan's Gut. (sl.)
Dargow Hey p. 16 = Dargs Dorf. (sl.)
Dassendorf No. 10 = Dasso's Dorf. (sl.)
Dechow Hey p. 16 = Dech's Dorf. (sl.)
Delvenau (Fluß) Hey p. 6 = Graben. (sl.)
Dermin Hey p. 16 = Doroma's Gut. (sl.)
Disnack Hey p. 6 = Leibeigene. (sl.)
Donnerschleuse No. 146 = Donners Schleuse.
Drögemühle No. 87 = Trockenmühle.
Drüsen Hey p. 17 = Drusen's Hof. (sl.)
Drumshorn No. 113,
Hey p. 17
= Ende von Horn.
Düchelsdorf No. 11,
Hey p. 17
= Roduchilo's Dorf.
Dückerschleuse No. 146 = Dückers Schleuse.
Dutzow Hey p. 17 = Duscha's Gut. (sl.)
Duvensee No. 122 = Taubensee.
       
Einhaus No. 62 = Ein Haus.
Ekhorst No. 156 = Eichenhorst.
Elmenhorst No. 157 = Ulmenhorst.
Erteneburg No. 37 = Burg an der Erthene.
Escheburg No. 38 = Eschenburg.
Eulenhorst (leer) = Eulenhorst.
       
Fahrendorf No. 12 = Föhrendorf.
Falkenhusen (leer) = Zu Falko's Häusern.
Farchau Hey p. 17 = Werchs Gut. (sl.)
Fitzen Hey p. 17 = Vitz' Gut. (sl.)
Flachsröthe No. 193 = Flachsröste.
Fliegenberg No. 103 = Fliegenberg.
Fortkrug No. 93 = Krug an einer Furt.
Frankenmühle No. 88 = Franke's Mühle.
Franzdorf No. 13 = Franzdorf.
Franzhagen No. 66 = Franzens Gehege.
Franzhof No. 57 = Franzenshof.
Fräuleinberg No. 104 = Fräuleinberg.
Fredeburg No. 39 = Landfriedensburg.
Friedrichsruh No. 75 = Friedrichs Ruhesitz.
Fuhlenhagen No. 67 = Fohlengehege.
Fünfhausen No. 63 = Zu den 5 Häusern.
Fürstengarten No. 79 = Fürstengarten.
Fürstenhof No. 58 = Fürstenhof.
       
Garrensee No. 123
Hey p. 35
= Gartensee.
Geestbek (Bach) Hey p. 7 = Klarer Bruch. (sl.)
Georgsberg, St. No. 108 = Berg d. hl. Georg.
Gesundbrunnen No. 131 = Gesundbrunnen.
Giesensdorf No. 14 = Giselbrechts Dorf.
Glüsing Hey p. 34 = Glanz (?)

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Goelescalci villa No. 15 = Gottschalks Dorf.
Göldenitz Hey p. 18 = Golens' Leute. (sl.)
Göttin Hey p. 18 = Chot's Hof. (sl.)
Goldensee Hey p. 7 = Zum goldenen See (?)
Grabau Hey p. 7 = Buchheim.
Grambek Hey p. 35 = Grandbach.
Grande Hey p. 35 = Zum Grande.
Gretenberge No. 105 = Margarethenberg.
Grinau No. 132,
Hey p. 19
= Winselbach.
Grönau No. 133,
Hey p. 19
= Grüne Au. (?)
Grove Hey p. 35 = Zur Grube.
Grünhof No. 59 = Zum grünen Hof.
Grünjäger No. 206 = Zum grünen Jäger.
Gudow Hey p. 19 = Chod's Hof. (sl.)
Gülzow Hey p. 7 = Heidefeld. (sl.)
Gültzow Hey p. 18 = Gut des Golisch. (sl.)
Güsten Hey p. 19 = Gut des Gostirad. (sl.)
       
Hakenbeke No. 136 = Hakenbach.
Hackendorf No. 16 = Hacke's Dorf.
Haddenburg No. 40 = Burg der Kühnen.
Hagelstorpe No. 17 = Hagilo's Dorf.
Heidkathen No. 82 = Kathen in der Heide.
Hahnenbusch ---- = Auerhahnbusch (?)
Hakendorf No. 18 = Hake's Dorf.
Hamfelde No. 183 = Zum hohen Felde.
Hamwarde No. 76 = Zum hohen Warth.
Hammer ---- = Kupfer (?) Hammer.
Harmsdorf No. 19 = Hermannsdorf.
Hasenthal No. 118 = Haselnußthal.
Havekost No. 158 = Habichtshorst.
Heege No. 74 = Gehege.
Heisch No. 172 = Heidicht.
Helle No. 134 = Rauschebach.
Hohehorst No. 160 = Hohe Horst.
Hohenhorn No. 114 = Zum Horn.
Hollenbek No. 137 = Zum verborgenen Bach.
Holstendorf No. 22 = Holsteiner Dorf.
Holzkathen No. 82 = Kathen am Holz.
Honhagen No. 68 = Zum hohen Hagen.
Hornbek No. 138 = Schmutzbach.
Hornstorf No. 20 = Dorf auf der Höhe.
Horst No. 159 = Horst.
Hude No. 202 = Ladeplatz.
Hundebusch No. 168 = Hundebusch.
Hurlebuschkathe No. 82 =    ?
       
Juliusburg No. 42 = Julius' Burg.
       
Kählsdorf No. 21 = Kailo's Dorf (?)
Käthnerkamp No. 189 = Feld der Käthner.
Kalkkuhle No. 201 = Kalkgrube.
Kanklau Hey p. 7 = Kornradenfeld. (sl.)
Kasseburg Hey p. 8 = Zwergkieferndorf. (sl.)
Kehrsen Hey p. 20 = Korzims Hof. (sl.)

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Kehrwieder No. 208 = Komme wieder.
Kirchenkathen No. 82 = Der Kirche geh. Kathen.
Kitlitz Hey p. 7 = Blumenau. (sl.)
Klappendorf No. 23 = Klaps Dorf.
Klempau Hey p. 20 = Gut des Klempa.
Klinkrade No. 194 = Roding i. d. Thalschlucht.
Klosterberg No. 109 = Dem Kloster geh. Berg.
Knappkathen No. 82 = Knapp's Kathen ?
Köthel Hey p. 20 = Chytil's Dorf  (sl.)?
Kogel Hey p. 8 = Unter Schmieden. (sl.)
Koldenhove No. 53 = Zur kalten Hufe.
Koppelkathen No. 82 = Kathen auf der Koppel.
Kosatza Hey
Nls p. 8
= Ziegenhain. (sl.)
Kröppelshagen No. 69 = Des Krüppels Verhau.
Krukow Hey p. 20 = Gut des Kruk. (sl.)
Krüh Hey p. 34 = Krümmung.
Krumesse Hey p. 20 = Gut des Kromensch. (sl.)
Krümmel Hey p. 34 = Krümmung.
Krützen Hey p. 21 = Gut des Kromesch (sl.)
Kühsen Hey p. 21 = Kuhsen' Dorf. (sl.)
Kuddewörde No. 35
Hey p. 35
= Zu den Käthnerbaustellen
Kupferkathen No. 82 = Kupfer(mühlen)kathen.
       
Labenz Hey p. 8 = Schwanenwasser (?) (sl.)
Lankau Hey p. 9 = Sumpfaue. (sl.)
Lanken Hey p. 9 = Sumpf. (sl.)
Lanze No. 35 = Landsitz.
Lassahn Hey p. 9 = Waldsassen. (sl.)
Lauenburg No. 43 = Burg im Lewen.
Lehmrade No. 195 = Rodung im Lewen.
Lehsten Hey p. 9 = Haselstaudenort. (sl.)
Lelecowe Hey p. 21 = Gut des Lelek. (sl.)
Linau Hey p. 10 = Schleibach. (sl.)
Linau (Bach) Hey p. 9 = Schleibach. (sl.)
Logen Hey p. 21 = Logens Gut. (sl.)
Louisenhof Hey p. 60 = Louisens Hof.
Lüchow Hey p. 22 = Gut des Luch. (sl.)
Lütau Hey p. 22 = Gut des Lut. (sl.)
       
Malzmühle No. 89 = Malzmühle
Manau Hey p. 22 = Man's Gut. (sl.)
Manhagen No. 68 = Zum hohen Hagen.
Marienstädt No. 51 = Mariengestade.
Marienwohlde No. 151 = Zum Marienwalde.
Masch Hey p. 84 = Marsch.
Maslewitz Hey p. 22 = Dorf des Masla. (sl.)
Melusinenthal No. 119 = Melusinens Thal.
Möhnsen Hey p. 33 = Vasallen (?)
Mölln No. 83,
Hey p. 33
= Zur Mühle.
Mühlenbrook No. 129 = Mühlenbruch.
Mühlenrade No. 196 = Mühlenrodung.
Müssen No. 148,
Hey p. 23
= Moosbewachsenes
Sumpfloch.
Müssenkamp (leer) = Feld mit Sumpfstellen.
Mustin No. 23 = Mstin's Dorf. (sl.)

1897/1 - 61


1897/1 - 62

Nannendorf No. 24 = Nanno' Dorf.
Neuenlande No. 179 = Zum neuen Lande.
Neue Welt No. 207 = Neue Welt.
Neu-Vorwerk No. 61 = Neues Vorwerk.
Niebuhrschleuse No. 146 = Niebuhrs Schleuse.
Niederschleuse No. 146 = Untere Schleuse.
Niemark No. 101 = Neue Grenze.
Niendorf No. 25 = Neues Dorf.
Nüssau Hey p. 24 = Gut des Njuscha.
Nusse No. 124a u.
Hey p. 24
= Nuß-See.
       
Oberbrück No. 144 = Ob der Brücke.
Oberschleuse No. 146 = Obere Schleuse.
Oedendorf No. 26 = Zum vergangenen Dorfe.
Oldenburg No. 44 = Zur alten Burg.
       
Palmmühle No. 90 = Palms Mühle.
Palmschleuse No. 146 = Palms Schleuse.
Pampau Hey p. 24 = Gut des Pamp. (sl.)
Panten Hey p. 25 = Gut Pamten's. (sl.)
Pezke Hey p. 10 = Sandflächen. (sl.)
Pinnow Hey p. 10 = Bei den Wurzelstöcken. (sl.)
Plötschen-See Hey p. 10 = Plötzen See. (sl.)
Pötrau Hey p. 25 = Gut des Pytar. (sl.)
Pogeez Hey p. 10 = Dammdorf. (sl.)
Poggenkrog No. 94 = Froschkrug. (sl.)
Poggensee No. 125 = Froschsee.
Pukendorf No. 26a = Burghardtsdorf.
       
Ratzeburg Hey p. 25 = Ratibors Stadt. (sl.)
Rauhehorst No. 163 = Häherhorst.
Ravenskamp No. 190 = Ravens Grundstück.
Reburg No. 45 = Rethburg.
Riemanns Mühle No. 88 = Niemanns Mühle.
Rikenhagen No. 70 = Des Rekan Verhau.
Ritzerau Hey p. 27 = Ritters Hof. (sl.)
Röggelin No. 28 = Ruchala's Gut.
Römnitz No. 28 = Dorf Radomysl's. (sl.)
Rondeshagen No. 71 = Rodings Verhau.
Roseburg Hey p. 28 = Gut des Rozbor. (sl.)
Rosengarten No. 80 = Rosengarten.
Rosenhagen No. 72 = Rosengehege.
Rothenbek No. 139 = Zum roten Bach.
Rothenhaus No. 64 = Zum roten Hause.
Rothenhausen No. 65 = Zu den roten Häusern.
Rülau Hey p. 28 = Gut Des Rul. (sl.)
       
Sahms No. 11 = Froschbach. (sl.)
Salem No. 29 = Dorf des Zalim. (sl.)
Sandesneben No. 29 = Familie Sandignevi. (sl.)
Sandfelde No. 184 = Zum Sandfelde.
Sandkrug No. 95 = Krug auf dem Sande.
Sandmühle No. 91 = Mühle auf dem Sande.
Sarau Hey p. 2 = Brandhof. (sl.)
Sarnekow Hey p. 2 = Gut Des Tscharnek. (sl.)
Schalsee Hey p. 2 = Steinesee. (sl.)
Schattin Hey Nls.
p. 55
= Viehtrift. (sl.)

1897/1 - 62


1897/1 - 63
 

Scheerkathen No. 82 = Schaafscherkathen.
Scheidekathen No. 82 = Kathen an der Feldscheide.
Schenkenberg No. 106 = Berg oder Burg des Schenken.
Scheveböken No. 178 = Zu den schiefen Buchen.
Schiebenitz (Bach) Hey p. 11 = Zischelbach. (sl.)
Schiphorst No. 162 = Schäferei.
Schlüterkathen No. 82 = Schlüters Kathen.
Schmilau Hey p. 30 = Dorf des Smil. (sl.)
Schnakenbek No. 140 = Schnakenbach.
Schnakenteich No. 127 = Schnakenteich.
Schönberg No. 107 = Berg an der Schönau.
Schönenborn No. 130 = Zur schönen Quelle.
Schretstaken No. 204 = Grenzpfähle.
Schürensöhlen No. 149 = Zu den reinen Tümpeln.
Schulendorf No. 27 = ?
Schwartensee No. 126 = Zum schwarzen See.
Schwarzburg No. 141 = Schwarzburg.
Schwarzenbek No. 141 = Zum schwarzen Bach.
Schwarzhof No. 54 = Schwarzer Hof.
Seeburger Schleuse No. 146 = Schleuse b. Seeburg oder Seebau.
Seedorf No. 28 = Seedorf.
Seekrug No. 96 = Kurg am See.
Segrahn Hey p. 12 = Leute hinterm Berg. (sl.)
Siebenbäumen No. 175 = Zu den sieben Bäumen.
Siebeneichen No. 176 = Zu den sieben Eichen.
Sirksfelde No. 185 = Zu Sigerichs Felde.
Sirksrade No. 197 = Zierolfs Rodung.
Silkenburg