Jahresband 1895

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg


DER SACHSENWALD.

Von
 Konrektor NEHL, Mölln.

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Der Name dieses berühmten, uralten, schönen und wertvollen Waldes ist eine ehrende und bleibende Erinnerung an den tapferen Volksstamm, welcher an der Unterelbe der eifrigste Vorkämpfer für deutsche Sitte gewesen ist.

In alten Zeiten war der Sachsenwald viel größer als jetzt; er ging westwärts über die Bille hinaus und erstreckte sich östlich bis an die Delvenau, weshalb er von den Slaven Delvundez (Delvenau-Wald) genannt wurde. Allmählich besiedelte man den größten Teil mit Dörfern und verwandelte den Waldboden in Ackerland; doch ist es wahrscheinlich, daß der Sachsenwald seit der zweiten Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts keine weitere Einschränkung mehr erfahren und seine jetzige Gestalt schon damals erhalten hat.

Der Sachsenwald gehört seit 1228 zu Lauenburg. Im genannten Jahre schloß Gerhard II., Erzbischof von Bremen und Hamburg, mit dem Herzog Albrecht I. von Lauenburg einen Vertrag, worin der Herzog seinen Ansprüchen auf Ditmarschen, die Grafschaft Stade und den Wald zu beiden Seiten der Bille entsagte, dafür aber den Wald auf der linken Seite der Bille bis nach der Lauenburg und an die Elbe vom Erzbischofe als Lehen zurückerhielt.

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Den rechts von der Bille belegenen Teil, dessen größter, als Wald vorhandener Rest die umfangreiche Hahnheide bei Trittau ist, konnte der Herzog nicht erlangen.

Zweihundert Jahre später ging der halbe Sachsenwald wieder verloren. Herzog Erich V. und seine Brüder hatten nach einem unglücklichen Kriege gegen Lübeck, Hamburg und den Markgrafen von Brandenburg im Perleberger Vertrage 1420 den beiden Hansestädten den halben Nießbrauch im Raume des ganzen Sachsenwaldes für ewige Zeiten abtreten müssen. Nur die Jagd sollte ungeteiltes Recht der Herzöge von Lauenburg bleiben.

Diese verwickelten Besitzverhältnisse bestanden über 120 Jahre. Als aber Franz I. zur Regierung gekommen war, behauptete dieser, der im Vertrage von Perleberg gebrauchte Ausdruck Sachsen- oder Herzogenwald (nemus ducis) sei nicht der Name für den ganzen Wald, sondern gelte seit alter Zeit nur für den kleinen, bei Kröpelshagen belegenen Forstbezirk, welcher damals Wiedenort oder das lütte Viert hieß und auch noch heute so genannt wird. Demgemäß duldete er die hanseatischen Holzfäller nur in diesem Bezirk; aus allen anderen Teilen des Sachsenwaldes ließ er sie vertreiben. Die beiden Städte erhoben darauf beim Reichskammergerichte zu Speier Klage wegen Friedensbruch und Grenzverrückung. Es ist bezeichnend für die damalige Rechtspflege und das geringe Ansehen, welches das höchste Gericht bei den Fürsten genoß, daß dieser Prozeß 135 Jahre dauerte, von 1549 bis 1684. Fünf regierende Herzöge von Lauenburg, nämlich Franz I., Franz II., August, Julius Heinrich und Julius Franz waren in diesem Rechtshandel nacheinander die Verklagten. Sie wurden wiederholt verurteilt, den beiden Städten den halben Nießbrauch im ganzen Sachsenwalde freizugeben; aber sie kamen immer wieder mit neuen Weiterungen, Einwänden und Berufungen.

Im Jahre 1671, nachdem der Prozeß 122 Jahre gedauert hatte, verloren die Kläger die Geduld und wollten

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Selbsthilfe gebrauchen. „In Übereinstimmung mit dem lübischen Magistrat, welcher zu diesem Zwecke 150 Mann aufgeboten hatte, beschloß der hamburgische Kriegsrat einstimmig, auf gleiche Art zu handeln und nach Kriegsmanier auftreten zu lassen. Weil jedoch die Leute des Herzogs von Sachsen an Reutern, Schützen, Soldaten und Bauern ziemlich stark waren, und die Stadt Lübeck es für ratsam gehalten, die vorige Mannschaft mit 180 Mann nebst zwei Feldstücken zu verstärken, welche am 21. August 1671 im Sachsenwalde sein sollten, beschloß der hamburgische Kriegsrat am 16. August s. J. eine gleiche Verstärkung, und es sollten, wenn mehr Völker nötig wären, noch 200 Mann von jeder Stadt abgeschickt werden, jedoch mit dem Befehle, sich nur verteidigend zu verhalten und keinen Anlaß zu einiger Feindseligkeit zu geben. Wenn sie aber angegriffen würden, sollten sie mit Vorwissen der hamburgischen Oberalten Gewalt mit Gewalt vertreiben.“ (v. Duve, Mitteilungen. Ratzeburg 1857.) Man weiß nicht, ob diese 1060 Mann und 4 Kanonen wirklich in den Sachsenwald gezogen oder auf dem Papier geblieben sind; es ist uns auch keine Nachricht darüber erhalten, ob es überhaupt zu Thätlichkeiten gekommen ist.

Um ferneren Zwistigkeiten ein Ende zu machen, beantragten die Städte eine Teilung des Sachsenwaldes. Das Reichskammergericht gab diesem Antrage Folge, und unparteiische Kommissare teilten den Sachsenwald in eine nördliche und eine südliche, durch den Aufluß getrennte Hälte. Der Herzog von Lauenburg wurde beschieden zu wählen, der andere Teil sollte den beiden Städten zum Eigentum und zur vollen Nutznießung, die Jagd ausgenommen, überwiesen werden. Der Herzog aber wählte nicht, sondern behielt das Ganze Nunmehr erschien endlich am 14. März 1684 das Endurteil des Reichskammergerichts, dahin lautend, daß die südliche Hälfte Lauenburg, die nördliche aber den beiden Städten gehören sollte. Darauf versuchte Herzog Julius Franz, die Sache vom Reichskammergericht

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ab an den Reichshofrat in Wien zu ziehen. Das war im früheren deutschen Reiche neben dem Reichskammergericht das höchste Tribunal. Unter den achtzehn Räten, welche die Grafen-, die Herren- und die gelehrte Bank bildeten, mußten sechs evangelische sein. Der Reichshofrat hatte seinen Sitz in der Residenz des Kaisers und wurde bei jedem Regierungswechsel neu bestellt. Allein dieser Versuch des Herzogs, den Prozeß ferner zu verschleppen, mißlang. Der Reichshofrat forderte vielmehr im Namen des Kaisers das Reichskammergericht auf, ordnungsmäßig Recht und Gerechtigkeit zu handhaben, das heißt, Acht und Zwangsvollstreckung über den Herzog von Lauenburg zu verhängen.

Da trat ein Zwischenfall ein, welcher den Sachsenwald für Lauenburg rettete. Herzog Julius Franz, der letzte Askanier, starb 1689 kinderlos, Lauenburg kam an Braunschweig und 1705 an Hannover. Die Erben, mächtiger als der Erblasser, vertraten den Standpunkt, daß Lauenburg ein erledigtes Reichslehen sei, welches unverkürzt auf sie, die gegenwärtigen Lehensträger, übergehen müsse; es sei also trotz Reichskammergericht und Reichshofrat an eine Abtrennung des streitigen Gebietes vom Reichslehen nicht zu denken. Die Hansestädte bemühten sich auch fernerhin vergeblich, ihr Recht zu erlangen. Zwar protestierten sie und unterhielten noch fast hundert Jahre besondere Holzvögte für den Sachsenwald; als aber einer derselben einmal sein Amt praktisch ausüben wollte und Bäume zum Fällen zeichnete, wurde ihm von den lauenburgischen Forstbeamten sein Waldhammer weggenommen und er selbst auf kürzestem Wege über die Grenze geschoben.

So zäh die Herzöge ihren Wald gegen fremde Ansprüche verteidigten, so freigiebig waren sie gegen ihre Unterthanen, die in und am Walde wohnten. Die ganze Waldfläche ward in acht Huden eingeteilt und neun Hudemeistern, die zugleich Bauervögte waren, zur Aufsicht übertragen. Für ihre Mühewaltung sie von allen Hof-

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diensten frei, erhielten den gesamten Windbruch für den halben Wert, hatten für ihre eigenen Schweine, deren Zahl vorgeschrieben war, freie Mast im Walde, die sogenannte Dehlzucht, und bekamen für jedes fremde „eingebrannte Schwein zwei Schillinge an Gebühr. Den Bauern in und um den Sachsenwald wurden folgende Freiheiten zugestanden. Sie hatten auf der ganzen Fläche freie Weide an Laub und Gras für ihr Vieh und die Nutzung des für die Darstellung der Holzkohlen wichtigen Weichholzes, wozu man alle Bäume und Holzarten außer Buchen und Eichen rechnete. Auch gehörten ihnen die Stubben und das Leseholz, soviel sie davon mit Pferden und Wagen herausfahren konnten, desgleichen die Plaggen und die Heide im Walde. Bei solcher Freigiebigkeit besaß der Landesherr thatsächlich nur den Grund und Boden, die Jagd, sowie die Buchen und Eichen (und deren zur Schweinemast benutzten Früchte), jedoch mit der Einschränkung, daß er den Bauern das nötige Bauholz für ihre eigenen Gebäude aus den Eichenbeständen jahrhundertelang unentgeltlich und später um einen billigen Preis, den sogenannten Forstzins, verabfolgen ließ.

Trotz dieser Vergünstigungen stahlen die Waldbauern aus Vorurteil und Gewohnheit manche Buche und Eiche, besonders in dem südwestlich gelegenen Rothenhäuser Revier, von wo das gestohlene Holz leicht nach Hamburg gebracht werden konnte. In der Kriegsperiode von 1806 bis 1815 mußte allein das Dorf Escheburg 1000 Reichsthaler Strafgelder für Holzdiebstähle zahlen. Auch das Aumühler Revier hatte viel von Holzdieben zu leiden.

Es ist einleuchtend, daß die weitgehenden Befugnisse der Waldbauern eine rationelle Forstwirtschaft unmöglich machten. Daher erließ Kurfürst Georg Ludwig von Hannover am 11. März 1711 ein Regulativ: Es sollten reguläre Hauungen angelegt werden und diese, bis das junge Holz dem Viehfraße entwachsen sei, in Schonung bleiben. Es sollten nicht über zwei- bis dreitausend Faden jährlich nachhaltig

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gehauen und von dem dadurch erhaltenen Knüppelholze den Unterthanen das nötige Backholz, jedem eine namhafte Quantität, etwa anderthalb Faden, überlassen werden. – Dabei blieb Weide, Weichholznutzung, Leseholzsammeln und Stubbenroden den Unterthanen ferner frei. Die Kühe der Waldbauern mußten sich oft im Winter ihr kärgliches Futter, bestehend in Heide, dürrem Gras und Baumknospen, im Freien suchen. Es ist merkwürdig, welche Klugheit die Tiere dabei zeigten. Wenn Holz gefällt wurde und ein Baum krachend niederstürzte, so rannten die Kühe, ohne auf den Hirten zu achten, der Stelle zu, woher der Schall kam, um von dem gefällten Baume die Knospentracht zu fressen, die sich oben in Luft und Sonne am reichlichsten entwickelt. – In der Folge sind die Gerechtsame der Waldbauern durch Verkoppelungen (Zuteilung von Grund und Boden), sowie durch Ablösungen gänzlich beseitigt worden.

Wenn die Buchen und Eichen reichlich Früchte trugen, wurde die Mast an den Meistbietenden verpachtet oder für landesherrliche Rechnung ausgenutzt. Die Bauern in der Nähe beeilten sich, ihre Schweine herbeizutreiben; der Hudemeister versah die Tiere mit einem Brennzeichen und erhob für jedes Schwein eine Abgabe, wovon er zwei Schillinge erhielt. Dafür übernahm er aber auch die Verantwortung und leistete für etwa abhanden oder durch grobe Fahrlässigkeit der Hirten zu Schaden gekommene Schweine Ersatz. Wenn die reifen Eckern von den Bäumen fielen, Mitte Oktober, begann das Eintreiben. Die Vor- oder Fettmast dauerte bis Mitte Dezember; in dieser Zeit wurden die alten Schweine zum Schlachten fett. Die Nach- oder Faselmast, welche eine billige Ernährung der jungen Tiere bezweckte, währte noch bis zum Februar, in besonders reichen Jahren bis in den März. Abends wurden die Schweine in Koben, die im Walde hergerichtet waren, getrieben, wobei man sorgfältig darauf achten mußte, daß jedes Stück bei seiner Herde blieb; in einen warmen Stall kamen sie trotz Schnee und Eis nicht. Die Schweinekoben zeigten die

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Bauart unserer Bienenschauer. Ein vierseitiger Raum wurde von winddichten Wänden, die ein nach innen geneigtes, kleines Schutzdach trugen, eingeschlossen. Nicht nur im Sachsenwalde, sondern auch in anderen Forsten bestand diese Einrichtung; die noch heute übliche Bezeichnung Schweinekoben für manche Forstorte erinnert daran. Bei Vollmast konnten im Sachsenwalde 5835 Schweine „gefeistet“ werden, wovon die Landesherrschaft einen Reinertrag von 1278 Rthlr. 20 Schill. und 6 Pfg. hatte.

Im Brunstorfer Revier ist früher die Trüffel aufgefunden worden. Der dortige Förster trieb einst seine Schweine in einen jungen Eichenzuschlag, und bei dieser Gelegenheit wühlten die Tiere den wertvollen Pilz aus der Erde hervor. Man schaffte darauf abgerichtete Trüffelhunde aus Hannover an; als diese aber im Holze losgelassen und zur Suche angehalten wurden, liefen sie davon und kamen nicht wieder. Weitere Nachforschungen sind unterblieben; doch ist es sehr wahrscheinlich, daß in manchen Teilen der lauenburgischen Wälder, unter alten Eichen und Buchen Trüffeln vorhanden sind; da man sie auch in den Eutiner Forsten, in dem zum Kassedorfer Forstdistrikt gehörigen Gehege Großenwildkoppel beim Ausroden von Buchenstubben gefunden und längere Zeit eine jährliche Ausbeute von zwanzig bis dreißig Pfund gehabt hat, die an den Eutiner Hof geliefert worden ist.

Der Sachsenwald ist von jeher sehr wildreich gewesen. Ein glaubwürdiger Mann berichtet, daß er im Jahre 1841 einmal ungefähr achtzig Edelhirsche beisammen gesehen habe; und früher, als auch noch die Wildschweine frei umherliefen, hatten die Bauern am Rande des Sachsenwaldes schwere Arbeit, um das Wild von den Äckern abzuhalten. Sie errichteten Scheupfähle, die mit Löchern versehen waren, worin eine tüchtig stinkende Salbe von Teufelsdreck, Lorbeer- und Franzosenöl alle drei bis fünf Tage aufgefrischt wurde. Auch suchten besonders verordnete Wildwächter die bedrohten

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Felder zu schützen; aber mit diesen Mitteln vermochte man nicht, dem Übel wirksam zu steuern. Die Erbitterung der Bauern, die oft in einer einzigen Nacht den Ertrag monatelanger Arbeit und Mühe vernichtet sahen, war begreiflicher Weise sehr groß. Als einmal eine Anzahl Sauen ihren Stand in einer großen Schonung des Rothenhäuser Reviers hatte, wurde diese Schonung, wahrscheinlich von Bauern, angezündet, um die Sauen zu vertilgen oder wenigstens nach einer anderen Feldmark zu verjagen. Mancher verschaffte sich durch Wilddieberei einigen Ersatz; die Beute ließ sich in dem nahen Hamburg gut verwerten.

Diese bedauerlichen Zustände machten es möglich, daß sich in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts im Sachsenwalde ein Mann einnisten konnte, der die Wilddieberei als ausschließlichen Erwerb betrieb, von den Bauern als Nothelfer angesehen wurde und die Obrigkeit an der Nase herumführte. Er hieß Eidig, war ein gelernter Jäger und stammte aus dem Lüneburgischen. Dieser berüchtigte Wildschütz des Sachsenwaldes soll übrigens nie einen Mord, Raub oder anderen Diebstahl als Wilddieberei begangen, vielmehr manchem armen Tagelöhner ein Stück Bargeld, manchem kinderreichen Vater oder mittellosen, guten Freund einen Wildbraten gegeben haben. Er räumte unter dem Edelwild zur Freude der Bauern tüchtig auf und kümmerte sich um keine Schonzeit. Sein Auge war scharf, seine Hand stark und sicher. Ein ganzer Sagenkreis ist bei den Anwohnern des Sachsenwaldes über diesen Rinaldini entstanden. Man sagt: Einem ihn verfolgenden, berittenen Forstbeamten schoß er auf achtzig Schritt einen Stiefelabsatz weg, ohne Roß und Reiter zu verletzen, einen anderen einen Knopf von der uniform, einem dritten jagte er eine Kugel durch den Hut; und einen Gendarmen, der wegen seines rüden Benehmens bei den Bauern verhaßt war, prügelte er in einer Dorfschenke vor versammeltem Volke tüchtig durch und warf ihn dann auf die Straße. Sein Bild in kleidsamer Jägertracht war auf Pfeifenköpfen und Tassen zu haben, und auf

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den Jahrmärkten besang man seine Heldenthaten. *) Es wurden förmliche Kesseltreiben auf ihn abgehalten, aber immer da, wo er nicht war; denn keiner verriet, sondern jeder warnte ihn rechtzeitig.

Da wandte der Schwarzenbeker Amtsvogt schließlich, um den gefährlichen Menschen loszuwerden – wie es hieß, mit Zustimmung der höchsten dänischen Behörden – ein Mittel an, das für den Verfolgten und die Verfolger ungefährlich war und Zeugnis ablegt von dem gemütlichen und praktischen Sinn damaliger Zeit. Der Amtsvogt unterhandelte durch Zwischenträger mit Eidig und ließ ihm vorstellen, daß in Amerika sehr viel mehr Wild sei als im Sachsenwalde, und daß dort jeder auf die Jagd gehen dürfe, ohne eine besondere Berechtigung einholen zu müssen. Er, der Amtsvogt, wolle ihm das Reisegeld geben und eine schöne Summe dazu für seine waidmännische Ausrüstung und einen ersprießlichen Anfang in Amerika. Eidig, dem der Boden doch schon anfing heiß zu werden, ging darauf ein, und der Vertrag wurde ehrlich von beiden Seiten gehalten. Eidigs Abreise gestaltete sich zu einem wahren Triumph in Hamburg; denn seine Freunde aus dem Sachsenwald gaben ihm das Geleit, und die Hamburger wollten den berühmten Mann auch sehen. Bei dieser Gelegenheit ist er sogar von Otto Speckter, einem Hamburger Maler, der das von Hey verfaßte Fabelbuch illustriert hat, gemalt worden. Eidig soll als behäbiger Gastwirt in einer Stadt des Ostens gestorben sein; nach anderer Lesart aber, die vermutlich den Lebenslauf des Helden einheitlich gestalten wollte, ist er im wilden Westen nach mancherlei ruhmreichen Thaten im Kampfe mit Indianern gefallen.
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*) Die erste Strophe eines Drehorgel-Liedes lautete:

Der Wildschütz Eidig war ein Mann
von seltnem Geist und Gaben;
doch wandte er sie leider an
der Obrigkeit zum Schaden.

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Im vorigen und zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts wurde die Wasserkraft der Au zum Betriebe zweier Kupfermühlen und einer Eisenfabrik benutzt. Es war aber weniger die Wasserkraft der Au, sondern vielmehr der Holzreichtum des Sachsenwaldes, welcher ein Aufblühen der Metallindustrie daselbst veranlaßte; denn damals gebrauchte man die Steinkohle in den Metallwerkstätten noch nicht, sondern bediente sich ausschließlich der Holzkohlen. Auf jedem Kupferhammer arbeiteten ein Meister und zwei Gesellen. Auf dem Eisenhammer waren zweiundzwanzig Personen thätig: sieben Meister, zehn Gesellen, drei Tagelöhner und zwei Köhler, alle teils Ausländer, teils Landeskinder, die angelernt wurden. Das Roheisen war englischer und schwedischer Herkunft; die angefertigten Waren, nämlich Schiffs-, Mühlen- und Schleusenteile, Ambosse, Pfeiler, Fensterrahmen und Wagebalken gingen größtenteils nach Hamburg und Lübeck. Als aber die großen Kohlen- und Eisenlager in Westfalen und Rheinland aufgedeckt wurden, zog sich die Metallindustrie dorthin, und die Werke im Sachsenwalde teilten das Los vieler anderer: sie gingen ein. Eine Tuchfabrik, die später am Orte des Eisenhammers angelegt wurde, besteht jetzt auch nicht mehr.

Bis zum Jahre 1871 gehörte der Sachsenwald zum Domanium des Herzogtums Lauenburg. Durch Rezeß vom 19./21. Juni genannten Jahres wurde derjenige Teil des lauenburgischen Domaniums, welcher im Amte Schwarzenbek lag und dessen Hauptbestandteil der Sachsenwald war, freies und unbeschränktes Eigentum des Herzogs von Lauenburg, Kaiser Wilhelms I. Das ganze übrige, sehr beträchtliche Domanium ging in den Besitz des Herzogtums und mit der Einverleibung desselben in den preußischen Staat 1876 in Besitz des Kreises Herzogtum Lauenburg über, um aus seinen Erträgen die Kreis-Kommunal-Lasten zu bestreiten. Lauenburg ist deshalb einer der reichsten Kreise der preußischen Monarchie. Am 24. Juni 1871 überwies der Kaiser seine Herrschaft Schwarzenbek dem Fürsten Bismarck „in Anerkennung

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seiner großen Verdienste um das Vaterland als eine Dotation zum Eigentum“.

Der Fürst nahm seinen Wohnsitz in Friedrichsruh, mitten im Sachsenwalde, an der Berlin-Hamburger Bahn gelegen. Hier war durch einen Grafen Friedrich von der Lippe, welcher die Jagd im Sachsenwalde gepachtet hatte, ein Jagdhaus mit Nebengebäuden errichtet und bis zu seinem im Jahre 1781 erfolgten Tode von ihm bewohnt worden. Das Jagdhaus war ein geräumiges Fachwerkgebäude mit Strohdach, besaß aber eine vornehme innere Ausstattung an kostbaren Spiegeln, Marmorverzierungen und kunstvoll gearbeiteten Kaminen. Nach dem Tode des Grafen wurde es verkauft. Es wechselte in kurzen Zwischenräumen seine Besitzer, geriet in Verfall und wurde schließlich abgebrochen. An seinem Platze erbaute man in der folge drei Wirtshäuser. Eins hieß das Logierhaus; das zweite führte die schlichte Bezeichnung Landkrug und das dritte den pomphaften Namen Frascati, woraus der Volkswitz Freßkate mache. Logierhaus und Landkrug sind heute noch als Gasthäuser vorhanden; Frascati aber, das nach einem Brande schöner und größer wieder aufgebaut worden war, kaufte Fürst Bismarck, ließ es zu einem stattlichen Herrenhause ausbauen und wohnt seitdem darin.

Die dem Fürsten Bismarck gehörende Fideikommiß-Herrschaft Schwarzenbek hat ein Gesamtareal von 7511,20 ha, wovon 6769 ha zur Forstwirtschaft bestimmt sind. Die Volkszählung vom Jahre 1883 ergab 568 Gutsangehörige. Der Grundsteuer-Reinertrag beläuft sich auf 108936,06 Mk.

Der wertvollste Teil dieser Herrschaft ist der Sachsenwald mit einem Areal von 6175 ha. Er bildet einen selbständigen Gutsbezirk mit folgenden neun Schutzbezirken: Brunstorf, Saupark, Kröpelshagen, Wohltorf, Aumühle, Rothenbek, Schwarzenbek, Mühlenrade und Ödendorf. Ödendorf ist als Dorf schon vor Jahrhunderten eingegangen, jetzt führen eine Försterwohnung und ein Chausseewärterhaus

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unweit Möhnsen diesen Namen. Die landwirtschaftlich benutzte Fläche des Sachsenwaldes enthält 428 ha und verteilt sich auf die Dienstländereien der Forstbeamten, das Vorwerk in Schwarzenbek, die Pachthöfe (früheren Revierförsterländereien) Aumühle, Rothenbek, Rothenhaus und Brunstorf, sowie auf die Wassermühle in Aumühle. In den Besenhorster Sandbergen an der Elbe liegt die Pulverfabrik Düneberg, welche der Aktien-Gesellschaft Rottweil-Hamburg gehört; der Grund und Boden ist Eigentum des Fürsten.

Der eigentliche, alte Sachsenwald stellt in seiner Grundform ein Dreieck dar, dessen Grundlinie von Westen nach Osten gerichtet ist und die Feldmarken von Wohltorf, Kröpelshagen, Dassendorf, Brunstorf und Schwarzenbeck berührt. Die Spitze liegt bei Rothenbek. Die Nordostseite bilden Havekost, Möhnsen und Kasseburg. Die Nordwestgrenze ist die Bille. Dieser Walddistrikt ist 1 ½ Meile lang, 1 Meile breit und hat 5 ½ Meile im Umfange. Er wurde früher in fünf Reviere eingeteilt: Schwarzenbek, Brunstorf, Aumühle, Rothenhaus und Rothenbek. Das Mühlenrader Revier, welches von den Feldmarken Basthorst, Mühlenrade, Talkau und Fuhlenhagen eingeschlossen wird, gehört nicht zum alten Sachsenwalde,auch nicht der Forstbezirk Rülau südlich von Schwarzenbek.

Die Oberfläche des früheren Amtes Schwarzenbek bildet im großen und ganzen eine Ebene. An der Südseite, also unfern der Elbe, erheben sich ansehnliche Hügelreihen, die teils plateauförmig sind, teils abgerundete Kuppen darstellen. Auch das Aumühler Revier ist teilweise etwas hügelig; sonst erblickt das Auge eine fast horizontale Ebene, in welche die Wasserläufe an manchen Stellen tiefe Schluchten mit jäh abfallenden Ränden eingeschnitten haben. Dies gilt besonders von der Bille, welche bei Grande eine Wassermühle treibt.

Mitten durch den Sachsenwald fließt die Au und teilt ihn in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Sie kommt von Schwarzenbek, hat ein anmutiges Thal, starkes

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Gefälle und mündet bei Aumühle in die Bille. Die Schwarzen-, Kammer-, Syster- und Ossenbek sind kleine Rinnsale, welche im Winter ihr Wasser in die Au führen, im Sommer aber austrocknen. Jetzt wird die Au nur noch bei Aumühle gestaut, um eine Kornwassermühle zu treiben; früher waren außerdem noch drei Stauwerke vorhanden. Der Stangenteich speiste einen Kupferhammer, der Kupferteich desgleichen, und bei Friedrichsruh befand sich ein Wehr für eine Eisenfabrik.

Der Boden des Sachsenwaldes ist größtenteils sehr kaltgründig, lehmig in den Holzbeständen und moorartig auf den mit Heide überzogenen Blößen. Am kaltgründigsten scheint der Brunstorfer und Schwarzenbeker Bezirk zu sein während der südwestliche Teil mager und sandig ist. Die Humusschicht ist nirgends über dreißig bis vierzig cm dick; im allgemeinen befindet sich der beste Boden in der nördlichen Hälfte des Sachsenwaldes. Am nachteiligsten wirkt auf die Vegetation der in vierzig bis achtzig cm Tiefe häufig auftretende Ortstein (Eisenoxydhydrat) ein. An manchen Stellen liegt in geringer Tiefe fester, blauer Thon. Treffen die Wurzeln der Kiefern auf eine verhärtete Schicht, so sterben die Bäume allmählich ab, weshalb man an solchen Stellen Fichten angepflanzt hat, weil die Wurzeln derselben sich weniger tief, sondern mehr flach ausbreiten. Das Wachstum der Eichen und Buchen auf solchem Untergrunde pflegt in einer bestimmten Zeit ihrer Jugend zu stocken. Die Äste bedecken sich mit langen, weißen Flechten, wodurch sie das Aussehen von Bäumen im Gebirge bekommen. An vielen Stellen zeigen selbst ältere Bäume diese Erscheinung; doch pflegt sich das Übel mit zunehmendem Alter zu vermindern, wahrscheinlich, weil die Wurzeln dann jene Schicht durchdrungen haben. Durch solche ungünstige Eigenschaft des Bodens vollzieht sich der Zuwachs an Holz nur langsam; doch machen die Schutzbezirke Aumühle, Rothenbek und Mühlenrade eine rühmliche Ausnahme. Hier zeigen Buchenbestände jeden Alters eine glatte Rinde und die

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üppigste Vegetation. Diese Forsten können daher wohl einen Vergleich mit den herrlichen Waldungen im östlichen Holstein aushalten; aber von den übrigen Schutzbezirken des Sachsenwaldes läßt sich das nicht behaupten.

Die Moore des Sachsenwaldes sind ganz unbedeutend. Das Langemoor, das Knopermoor und das auf dem Großenruhm oder Viert sind längst aufgeforstet worden. Zum Torfstich wird nur noch das Kasseburger Moor im Rothenbeker Schutzbezirk benutzt. Auch giebt es im Sachsenwalde keine eigentlichen Flugsandstrecken; solche finden sich nur an der Grenze des Kirchspiels Geesthacht.

Der vorherrschende Waldbaum ist die Buche; sie macht vornehmlich den Reichtum des Sachsenwaldes aus, zumal in den Schutzbezirken Schwarzenbek, Aumühle und Rothenbek. Der bessere Lehmboden dienst zur Eichenkultur. Im Rothenbeker und besonders im Mühlenrader Revier werden noch einzelne starke Eichen angetroffen; ob aber unter diesen Baumriesen noch stumme Zeugen aus jener Zeit vorhanden sind, als Sachsen und Wenden sich blutig bekämpften und Bär und Wolf im Dickicht auf Beute lauerten, ist zweifelhaft. Die sandigen Flächen sind von jeher mit Nadelholz aufgeforstet worden. Die niedrigen Gründe tragen Birken. In den Thalschluchten trifft man Erlen, Zitterpappeln und Sahlweiden. An lichten oder entblößten Stellen ist der Boden stark zum Heidewuchse geneigt. Überhaupt hat der Sachsenwald keine besondere Mannichfaltigkeit an Holzarten aufzuweisen; Weißbuchen, Ahorn und Eschen kommen nur vereinzelt vor. Die Hülse (Ilex Aquifolium), heutzutage als forstliches Unkraut angeshen, findet man hin und wieder, aber nirgends in bedeutener Größe. Früher ist sie wahrscheinlich verbreiteter gewesen, denn im Schwarzenbeker und Brunstorfer Schutzbezirk giebt es zwei Forstorte des namens Hülshorst.

In der hannoverschen und dänischen Zeit ist verhältnismäßig wenig Holz im Sachsenwalde geschlagen worden. Die alt-konservative Forstwirtschaft suchte den herrlichen

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Hochwald möglichst zu schonen, und viele Stämme standen auf Schaden. Als aber Fürst Bismarck den Sachsenwald erhielt, griff die rationell-kaufmännische Bewirtschaftung Platz, welche aus dem Walde dauernd die größtmöglichsten Erträge zu gewinnen bestrebt ist. Es werden zwar alte, starke und interessante Bäume auch gegenwärtig pietätvoll geschont, alle übrigen aber verfallen, wenn sie das zum Abtrieb festgesetzte Alter erreicht haben oder anfangen auf Schaden zu stehen, rücksichtslos dem Beile. Da ferner der Boden jahrhundertelang Buchen getragen hat und an manchen Stellen, wie der Forstmann sagt, buchemüde geworden ist, so sind solche Waldstrecken durch Kahlhiebe niedergelegt und mit Nadelholz aufgeforstet worden.

Sehr wichtig für die Verwertung des Holzes ist der Umstand, daß die Berlin-Hamburger Bahn, dem Lauf der Au folgend, mitten durch den Sachsenwald geht. Ein flüchtiger Blick zeigt dem Reisenden die ausgedehnten Holzniederlagen in Schwarzenbek und Friedrichsruh. Zwei andere Holzhuden, durch Schienenstränge mit der Hauptbahn verbunden, liegen im Brunstorfer und Schwarzenbeker Revier. Eine große Sägerei in Friedrichsruh zerschneidet das Holz zu Pflasterklötzen, Grubenhölzern, Faßdauben, Holzparquet, Mauerklötzen, Kisten- und Kastenbrettern, Bohlen und Balken. Die Pflasterklötze werden imprägniert und in großen Städten zwischen die Geleise der Pferdebahnen gelegt, weil solcher Holzboden die Hufe der Pferde weniger angreift als Steinpflaster und ein ziemlich geräuschloses Fahren ermöglicht. Anfänglich wurden die Buchenklötze viel begehrt, und eine Sendung ist sogar nach Rom gegangen; aber später hat sich die Nachfrage sehr ermäßigt, denn die Holzpflasterung wird infolge ihrer Vergänglichkeit sehr teuer. Die Grubenhölzer, vierkantig und von verschiedenen Dimensionen, gehen nach deutschen, englischen und schottischen Bergwerken. - - Der Sturm vom 12. Februar 1894 hat auch im Sachsenwalde viel Unheil angerichtet, denn ungefähr 40 000 Hochstämme sind daselbst gestürzt worden. Da man

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aber bald mit der Aufräumung und Verarbeitung der Bäume beginnen konnte, so ist der Schaden doch nicht so groß gewesen, wie in manchen anderen Forsten, wo die Stämme, dem Borkenkäfer und der Verwitterung ausgesetzt, lange im Walde liegen bleiben mußten.

An jagdbaren Tieren birgt der Sachsenwald Edelhirsche, Wildschweine, Rehe, Hasen, Dachse, Rebhühner, Wildenten, Schnepfen und Krammetsvögel. An Raubzeug sind vorhanden Füchse, Marder, Iltisse, Fischottern, Habichte, Wanderfalken, Sperber und Raben. Zeitweilig ist an der Bille auch der Nörz oder die Sumpfotter beobachtet worden. Da das Edelwild nur durch einen derben, hohen Lattenzaun oder durch Stacheldraht von den Äckern abgehalten werden kann, so richtet es noch jetzt in den Korn- und Kartoffelfeldern großen Schaden an. Das Schwarzwild wurde am Ende des vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts ausgerottet. Als sich aber Kronprinz Friedrich von Dänemark (später König Friedrich VII.) mit einer mecklenburgischen Prinzessin vermählte, erhielt er unter anderen Hochzeitsgaben aus Mecklenburg auch einige lebende Wildschweine. Diese sind der Stamm geworden für den im Jahre 1846 im Brunstorfer Revier angelegten Saupark. Derselbe ist mehrmals erweitert worden und sehenswert; er hat eine Größe von 450 ha und enthält 100 bis 150 Wildschweine. Der Park wird oft von Touristen betreten; denn das Schwarzwild ist für gewöhnlich ungefährlich, es ist scheu und weicht dem Menschen schon von weitem aus. Nur der angeschossene Keiler oder eine Bache, welche für ihre ganz junge Nachkommenschaft einen Angriff befürchtet, gehen wütend auf ihn los.

Der Sachsenwald enthält viele Hünengräber. Teils sind es sogenannte Riesenbetten, oberirdische Steinsetzungen, die in vorgeschichtlicher Zeit als Gerichts- und Opferstätten dienten, teils Kegelgräber, teils sogenannte Wendenkirchhöfe, in denen die Urnen nahe beieinander dicht unter der Oberfläche stehen ohne Steinbedeckung und Hügel. Sehenswert

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sind die beiden Riesenbetten bei Dassendorf. Das eine ist noch wohl erhalten; vom andern aber ist nicht mehr viel vorhanden, da leider viele Steine dieser großartigen Setzung beim Bau der Berlin-Hamburger Chaussee als ausgiebiges Material Verwendung gefunden haben.

Seit dem Anfange dieses Jahrhunderts ist der Sachsenwald ein beliebter Ausflugsort für die Hamburger. Vor dem Bau der Berlin-Hamburger Eisenbahn war allerdings der Verkehr in Friedrichsruh gering, da man teures Fuhrwerk nehmen mußte, um dorthin zu kommen; seitdem aber Friedrichsruh Bahnstation geworden ist, treffen die Hamburger im Sommer an Sonn- und Feiertagen oft scharenweise ein, um das Getöse und den Staub der Großstadt mit der Stille und der reinen Luft des Sachsenwaldes zu vertauschen. Von Friedrichsruh führen schattige, stille Wege in den Wald, und das anmutige Thal der Au ladet Naturschwärmer zu träumerischer Ruhe ein, wenn der Wind in den hohen Kronen der alten Eichen und Buchen säuselt, und die Wellen des Baches plätschernd über den Kiesgrund hinwegeilen.

 

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