Jahresband 1893

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


MISCELLEN.

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Allerlei fürstliche Rescripte
des Herzogs Augustus von Lauenburg.
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[N. N.]

Diese Rescripte, deren wir schon im letzten Jahrbuch (III, 3 p. 131 ff.) einige mittheilten, sind zum größten Theile an den Landrath und Großvogt Joachim Werner von Wittorff gerichtet, einen Mann, der das Vertrauen des Herzogs im hohen Grade genossen zu haben scheint, daher eine hervorragende Stellung im Lande bekleidete und sich um dasselbe wesentlich verdient gemacht hat. J. W. von Wittorff ist, wie wir der bei seiner Beisetzung am 4. Tage des Herbstmonats 1656 von J. Walther, Pastor und Superintendent in Haarburg, gehaltenen und in Hamburg im selbigen Jahre bei Chr. Demler im Druck erschienenen Leichenrede entnehmen, am 28. Aug. 1602 zu Lüdersburg (damals noch zu Sachsen-Lauenburg gehörig) geboren und im Jahre 1638 in die Dienste des Herzogs Augustus von Lauenburg getreten, der ihn zum Landrath, Hofgerichtsassessor und Großvogt von Lauenburg und Schwarzenbek bestellte. Diese Stellungen hat er fast 16 Jahre innegehabt und zwar unter den schwierigsten Umständen, denn es war die Zeit des 30jährigen Krieges. Im Jahre 1654 bestellte ihn der Herzog Christian Ludwig zu Braunschweig-Lüneburg zum Rath und

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Oberhauptmann der Aemter Haarburg und Meußburg. Er hinterließ keine Söhne; eine seiner Töchter, Dorothea Margaretha, war an den Major und Erblandmarschall Jacob von Bülow auf Gudow verheirathet. (Ueber das Geschlecht der v. Wittorf ist zu vergl. Pfeffinger, Historie des braunschweig-lüneburgischen Hauses, I. S. 766 ff).

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I.

Von Gottes gnaden Augustus Hertzogk zu Sachssen, Engern und Westfalen.

Ehrnvest lieber getreuwer, weil unser hertzl. gemahlin pferde und Vihe bei diesen wetter nicht anders können unterhalten werden, als das ihr sie wieder auff unser Rethschauer bringen lasset, damit selbige alda mögen außgefuttert, und nit zugeben, das von selbigen heuw und futter anderswohin verwendet werde, habet euch, deme wir zu gn. wolgeneiget, darnach zu richten. Geben uff unserm Schloße Ratzeburgk, den 27. Sept. 1641.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.



 

II.

Von Gottes gnaden Augustus Hertzog zu Sachsen Engern und Westphalenn.

Unsern gnädigen gruß zuvor, Ehrnvester lieber getrewer. Wir fuegen euch hiermit zu wissen, daß der Ehrnvester vnser auch lieber getrewer undt gewesener Ambtman zu Schwartzenbeck, Eimbke Schacke, auf sein seithero deß 26. Octobr. anno 1640 gescheneß begehren, seines Dienstes in gnaden von unß erlaßen, unnd diese Ostern abziehen wird;

Weil wir dan nicht gemeint, einen besondern Ambtman wieder dahin zubestellen, sondern wie fur alters mit selben Amte geschehen, die inspection und Pflege deßelben euch zugleich mit aufzutragen, solcher gestalt, das die höeve gueten theils außgethan, unnd die unterthanen zu dienstgelde gesetzet werden sollen; Ihr auch die Rechnungen zwar beforderen,

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aber nicht dafür gehalten sein, unnd eine Zulage ewrer Besoldung an pferden, dienern, und gelde dargegen erlangen sollet.

Alß wollen wir euch Kraft dieses, im nahmen Gottes darzu beruffen, unnd gnädig begehret haben, Solchem Göttlichen beruffe, schuldige folge zuleisten, und ewre sachen dahin zurichten, das ihr alsobald, wie gedachter Eimbke Schacke abgezogen, dem Amte vorgestellet, unnd deßwegen in besondere eydes Pflicht, gegen empfahung besonderer Bestallung, genommen werden könnet; Darzu verlaßen wir unns, unndt seind euch mit gnaden gewogen; Geben auf unserm Schloß Ratzeburg, den 10. May. Anno 1641.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.

 

III.

Von Gottes gnaden Augustus, Hertzogk zu Sachsen, Engern und Westphalen.

Unsern gnädigen gruß zuvor, Ehrnvester lieber getrewer, Auß dem einschluß habet ihr mit mehren zuvernehmen, welchergestalt die frantzösische Völker sich albereit eigenmächtigerweise in unserm Ambte Schwartzenbeck einlogirt. Wann wir euch dann bey ewer itzigen anwesenheitt zu wißen solches zu notificiren höchstnötig erachtett; Alß befehlen Wir auch hirmit gnädig, an dienslichen ohrten dahin zu urgiren, daß die dislogirung so baldmöglich und auff förderlichste geschehen möge; Damit vorgedachtes Ambt dadurch nicht totaliter ruinirt, und zukünftiger herbeybringung der contributionsquota untüchtig gemacht werde; Hieran verrichtet ihr unsern gn. willen, und Wir sind euch mit Gnaden wolbeygethan; Geben uff unsere Veste Ratzeburg, den 10. Juni Anno 1648.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

IV.

Von Gottes Gnaden Augustus Hertzog zu Sachssen, Engern und Westphalen.

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Unsern gn. gruß zuvor. Ehrnvest lieber getreuer wier seind in erfahrung gebracht wie daß unser Landrath Lehnmann und lieber getreuer Hieronymuß Schultze, ein gut urfelgraues pferd bey sich stehen haben solle. Weiln wier dann nun eines solchen benötiget, alß haben Wir unssern bereiter als morgen dahin zu reiten, umb selbiges zubesichtigen gn. befohlen.

Wollen derowegen auch hiermit euch gn. befohlen haben, Ihr morgendestages bey der handt bleiben wollet, damit ihr zugleich nebst unsern Bereiter zur besichtigung solches vorerwehnten pferdes, hinüber reiten, und dafern es Unß dienlich zu sein von euch befunden wirt, in unsern besten mit behandlen könet. Woltens euch nicht verhalten und seind euch mit gn. wollzugethan. Gegeben auf Unsre Veste Ratzeburg, den 15. May anno 1651.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

V.

Von Gottes Gnaden Augustus Hertzog zu Sachsen Engern und Westfalen.

Unsern gnädigen gruß zuvor. Ehrnvest lieber getreuer. Wir haben aus eurem unterthänigen schreiben, umb außgebung etlicher Wulffs garn, zu behuef derselben Jagd auf den Lüneburgischen gräntzen mit mehrem ersehn. Ob Wir nun zwar selbige anderswo zu Unsern nutzen gebrauchen konten, so haben wir euch dennoch hieran Unsern gnädigen Willen bezeigen wollen, und sonderlich, weiln Wir vernehmen, das es mit zu Unsrer Unterthanen besten gereiche. Ihr sollet aber die gute versehung thun, das selbige in guter acht gehalten, damit denselben kein schade zukommen muege. Sonsten würden Wir verursachet werden, bei demselbigen, von dehme er gekommen, die erstatung zu fodern. Und Wir sind euch zu gnadenwoll beigethan. Geben auf Unsre Veste Ratzeburg, den 28. April, anno 1650.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.



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VI.

Von Gottes gnaden Augustus Herzogk zu Sachssen, Engern und Westphalen.

Unsern gnädigenn gruß zuvor. Ehrnvester lieber getrewer. Unß ist berichtet unnd werdet ihrs auch erfahren haben, Waßgestalt unser Amtsschreiber George Renner siech auff die Völlerey legenn, des Morgens die Brandweinflasche, und den gantzen tage die Tabackspfeiffe so weidlich gebrauchen soll, daß er zu seinen amtsgeschäften entweder ganz ungeschickt, oder dieselbe nur tumultuarie verrichtet, auch mit Monathlicher visitirung unser Vorwercker und Dörffer seine schuldigkeit wenig in acht nehmen kann, welches wir ihme so wenig, alß andern unsern Bedienten, sonderlich in diesenn sorgesamenn gefährlichen zeiten, da gute aufsicht und wachsamkeit hochnötig, nicht gutheißen können. Da eß sich nun also verhalten sollte, wollen wir, unnd befehlen euch hiemit gnädige, daß ihr ihn ernstlich vermahnet, von solchen ergerlichen und schädlichen unwesen abzustehen, seines Ambtes geschäfften hinfür gebührlich abzuwarten, unnd eines Jeden mit gehöriger bescheidenheit zubegegnen, damit wir nicht beuhrsacht werden andere mittel zur Hand zu nehmen. Verrichtet daran unsern gnädigen Willen. Unnd wir sein euch mit gnaden wohlgeneiget. Geben auf Unserm Schloß Ratezburg, den 7. Marty, Ao 1645.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

VII.

Von Gottes Gnaden Augustus Hertzog zu Sachsen, Engern und Westphalen.

Unsern gn. Gruß zuvor. Ehrnvest lieber Getreuer Es haben bey unß Unser Landrath Lehnleute und Liebe Getreue Barthold Heinrich Lützow und Johann Schacke, alß Sehl. Valentin Daldorffen hinterlaßenen kinder verordnete vormünder unterth. gesuchet und gebeten, wier möchten zu verkauffung dreyhundert Bäume unsern gn. consens ertheilen, damit Sie noch etliche Erbschulden, warumb

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Sie hart gemahnet, könten ablegen und bezahlen. Weiln Wir dann schon wißen, maßen Sie auch selbst zu verstehen gegeben, daß Wier schon auf Tausend Böume consentiret, welche auß dem Lehnguth Wotersen gefellet worden. Alß befehlen Wir euch gn., daß ihr einen Unser diener darzu gebrauchen, und die Wotersche Holtzung in augenschein nehmen lassen sollet, ob ohne verwüstung des Holtzes noch dreyhundert Bäume können gefellet und verkaufet werden, dann Wier alß lehen Herr billige achtung darauf zu haben nötig, daß die Lehngüter nicht deterioriret werden mögen, Derowegen Unß Ihr schriftlichen bericht und die wahre Beschaffenheit darvon einsenden sollet; Und Wier bleiben euch zu gn. wollgeneiget. Gegeben auf Unsre Veste Ratzeburg, den 19. Marty, anno 1651.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

VIII.

Von Gottes gnaden Augustus, Hertzog zu Sachssen, Engern und Westphalen.

Unsern Gn. Gruß zuvor. Ehrnvester lieber Getreuer. Aldieweile Wir annoch etwas Habern zu unser Hoffhalt benötiget, alß solt ihr hirmit befähliget sein, unß von deme alda gewachsenen Haber so viel ihr an fuhren für dießmahl zu wege bringen konnet zuübersenden den vbrigen Haber aber könnet ihr bei euch behalten. Verrichtet hiran Unsern Gnd. Willen, Undt seindt euch mit Gnd. wolbeygethan. Geben auf Unser Veste Ratzeburg, den 27. May 1654.

PS. Ihr wißet euch zuerinnern der pandrollen, so Jochim Trometer bekommen, daß unß 12 Rthlr. dafür sollen erläget werden, welches ihr befordern werdet, daß Unß selbiges zukommen möge.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

IX.

Von Gottes Gnaden Augustus Hertzog zu Sachsen, Engern und Westphalen.

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Unsern gn. gruß zuvor. Ehrenvester lieber getrewer Wier verhalten euch in gn. nicht das Wier von unserm Fährgelder Einnehmber zu Artlenburg alhie unterth. berichtet worden, das ein frembder Edelmann nahmens Streithorst, der weder Unß noch Unsern Anverwandten bedienet, sich alda frey außquartieren, und Unß die unkostung anrechnen laßen wollen. Weiln Wir dann solches hinfuro aldorten noch alda zu Lauenburg ohn unser spezialbefehl nicht wollen bezahlen lassen. Alß haben Wier euch dieses zur nachricht vermelden und dabei gn. befehlen wollen, hinfuro euch darnach zu achten, daß solches weder bey Hanß Trikon, oder anders wo auf unser unkosten geschehen möge. Und seindt euch mit gn. wollzugethan. Gegeben auf unser Veste Ratzeburg, den 9. Febr. anno 1654

Augustus, Herzogk zu Sachssen.


 

X.

Von Gottes gnaden Augustus Hertzog zu Sachsen, Engern und Westphalen.

Demnach Wir gegenwärtigen, den Ehrnvesten unsern Hoffmarschalle undt lieben Getreuen Thomam von Göhren, Euer Gottseel. dem leibe nach verstorbenen Haußfrauen bey besetz- und bestätigung derselben in ihre Ruhe-Cämmerlein, die letzte ehre an unser furstl. stadt zuerweisen, in gnaden abgeordnet; So werdet ihr demselben gebührender maßen desfals völligen Glauben beimeßen. Undt Wier bleiben Euch zu gnaden wolzugethan. Geben auff Unser Veste Ratzeburg, den 25. Apr. 1654.

Augustus, Herzogk zu Sachssen.



 

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