Jahresband 1891

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


 

Miscellen.

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Zur Geschichte der Stadt Mölln.

(Mittheilung des Herrn Senators Dr. BREHMER in Lübeck.)
 

Bei der Durchsicht von Auszügen, die ich vor längerer Zeit aus älteren Rechnungsbüchern des hiesigen Rathes gemacht habe, fand ich einige Notizen, die für die Geschichte Möllns vielleicht von Interesse sind und die ich Ihnen daher im nachstehenden mittheile:

In der Zeit von 1460 bis 1487, auf welche sich meine Aufzeichnungen über die Einnahmen der Stadt Lübeck nur erstrecken, waren an diese von Mölln jährlich zu bezahlen als Abgabe des Rathes 40 Mk. und für Malz 88 Mk. Die Haupteinnahme lieferte der zu Mölln erhobene Zoll. Sie betrug 1460 390 Mk. 3 ßl., 1461 448 Mk., 1462 442 Mk. 10 ßl., 1463 496 Mk., 1464 718 Mk., 1465 458 Mk. 7ßl., 1466 479 Mk., 1467 268 Mk. 13 ßl., 1468 392 Mk., 1469 614 Mk., 1470 351 Mk., 1471 740 Mk., 1472 672 Mk. 9 ßl., 1473 618 Mk. 5 ßl., 1474 849 Mk., 1475 939 Mk., 1476 879 Mk., 1477 928 Mk. 7ßl., 1478 1012 Mk., 1479 1236 Mk. 14 ßl., 1480 1020 Mk., 1481 899 Mk., 1482 964 Mk. 13 ßl., 1483 976 Mk., 1484 923 Mk. 7 ßl., 1485 881 Mk. 12 ßl., 1486 623 Mk. 8 ßl., 1487 1033 Mk.

Als Ausgaben, die der Stadt Lübeck aus dem Besitze der Stadt Mölln entstanden, ward in die Rechnungsbücher eingetragen: 1595 2434 Mk. 11 ßl., 1596 2630 Mk. 12 ¾ ßl., 1597 2290 Mk. 3 ¼ ßl., 1598 2128 Mk. 3 ½ ßl., 1599 2050 Mk. 3 11/12 ßl., 1600 2033 Mk. 11 ¼ ßl., 1601

1891/07 - 01 – (194)


1891/07 - 01 - 195

2223 Mk. 6 ¼ ßl., 1602 2390 Mk. 15 7/12 ßl., 1603 2387 Mk. 12 2/3 ßl., 1604 2097 Mk. 12 ßl., 1605 2359 Mk. 4 ¾ ßl., 1606 1707 Mk. 5 ßl., 1607 1505 Mk., 1608 4193 Mk. 4 11/12 ßl. Hiervon wurden verwandt als Gehaltszahlung für die nachfolgenden drei Lübeckischen Beamten, nämlich für den Hauptmann 400 Mk., für den Büchsenschützen 20 Mk. und für den Zöllner 90 Mk.

Als im Jahre 1596 die Stadt Mölln das Gülzower Thor neu erbaute, wurde an ihren Bürgermeister Matthias Loren hierzu ein Beitrag von 206 Mk. 4 ßl. gezahlt.

Am 13. Juli 1605 begaben sich die Lübeckischen Bürgermeister nach Mölln, um die dortigen Bürger, die sich gegen ihren Bürgermeister Johann Pomeresche aufgelehnt hatten, zu beruhigen.

Im Oktober 1606 wurden 10 Stück Geschütze nach Mölln geschafft.

3. Juni 1607 „Als Herr Cord Garmes nebst Herrn Gruwel und Herrn Johan Lüneborch verordnet gewesen, den neu erwählten Hauptmann mit Namen Hans Spangenberg nach Mölln zu begleiten und der Bürgerschaft vorzustellen, ist auf der Hin- und Rückreise in allem, ohne den mitgenommenen Wein und neben 4 Tonnen Hamburger Bier verzehret 141 Mk. 4 ßl. 9 Pfg. Hierauf haben wir von Herrn Spangenberg für den von seinetwegen ausgetrunkenen Wein und Bier empfangen 40 Mk.“

1608 ward das Haus des Hauptmanns neu gebaut und hierbei an ihm ein in Stein gehauenes Wappen angebracht. Die Baukosten beliefen sich auf 1069 Mk. *)

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*) Vielleicht liegt hier eine Verwechselung der Stadthauptmannswohnung (der jetzigen Volksschule) mit dem Gerichtshause (dem jetzigen Amtsgericht) vor. Dieses ist 1608 umgebaut und hat damals das lübsche Wappen, in Stein gehauen, angebracht erhalten. Selbiges, mit der Jahreszahl 1608 versehen, befand sich früher an dem angebauten Theil des Gebäudes nach Osten, bei einem abermaligen Umbau in 1873 ist es an der Südseite eingemauert, wo es noch zu sehen. D. R.



 

 

 

 



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