Jahresband 1890

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 


Nachträge zum limes Saxoniae.
(Band II, Heft 3, p. 100 ff.)

Von H. HANDELMANN.

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Ich lasse zunächst zwei Holzschnitte folgen, von denen der erste



den auf S. 103 erwähnten Ringwall neben dem SANDKRUGE von SCHNAKENBEK darstellt,

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der zweite


den auf S. 105 genannten Burgwall von GROSZ-SCHRETSTAKEN.

Durch Herrn Andresen in Escheburg bin ich noch hingewiesen auf folgende Erdwerke:

1) Rundwall „KRAIENBORG“ (Krähenburg) im Moor zu ESCHEBURG, Kirchspiel Hohenhorn. Hier fanden sich beim Beackern des Landes viele Ziegelsteine und Dachpfannen; es soll der Sage nach hier eine Burg gestanden haben.

2) Rundwall zu WENTORF, Kirchspiel Hohenhorn. Hier hat Herr A. zu wiederholten Malen gegraben und in einer Tiefe von etwa 40 cm. mehre runde Steinsetzungen von ungefähr 1 m Durchmesser gefunden. In diesen Steinsetzungen kamen scharfgebrannte, aber leider zertrümmerte Gefäße vor; ferner Eisengeräth und vereinzelt auch unverbrannte Knochen.

In dem Rundwall zu BILLENKAMP (S. 105), Kirchspiel Brunstorf, hat Herr A. an der Ostseite, ungefähr 1 m tief, drei kreisrunde Steinsetzungen ohne irgend welche Beigaben gefunden. Für ein Hügelgrab ist die Bodenanschwellung von viel zu großem Umfange.

Auch bei AUMÜHLE, Kirchspiel Brunstorf, ist noch ein Rudiment eines Erdwalls vorhanden; indessen wollen die Eingebornen

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wissen, daß eine Schanze aus der Franzosenheit sei. (Mitteilung des Herrn Oberförster Lange in Friedrichsruh.)

Einem weitern Brief des Herrn Pastor Catenhusen entnehme ich, daß „in SCHÖNBERG, Kirchspiel Sandesneben, und zwar nicht auf der Höhe, sondern im Grunde in einer zur früheren Bauervogt Stamer’sche Stelle gehörigen Wiese nahe dem Bache Schönau (auch Trittau, Trutawe genannt), so daß der Graben von diesem Wasser erhielt, Grund und schwache Überreste früherer Bauten zu sehen sind.“ Es ist das gerade die Gegend, wo ich die Burg NANNENDORP (S. 107) vermuthet habe.

Ebenderselbe berichtet auch, daß der Sage nach (wie er solche von einem Mann aus dem vorigen Jahrhundert vernommen habe) eine Burg auf dem Kirchberge in SANDESNEBEN gestanden haben soll; aber keine Raubburg. Der mitten im Dorf belegene Kirchberg ist 10 bis 12 m hoch und nach allen Seiten abschüssig; mächtige an einer Seite behauene, aber ungleich große Granitfelsen bilden den unteren Theil der drei alten Kirchenmauern. Ehe die Kirche 1278 erbaut wurde, mag der Hügel immerhin als Warte und Zufluchtsstätte gedient haben.

Über die STEINBURG behalte ich mir weitere Mittheilungen vor.

 


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