Jahresband 1889

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 



Geesthachter Kirchenvisitationen.

(Mitgetheilt von W. DÜHRSEN, Amtsgerichtsrath in Mölln).

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Im Anschluß an den vom Herrn Dr. F. Voigt im 9. Jahrgang der Mittheilungen des Vereins für hamburg. Geschichte S. 22 ff. veröffentlichten Aufsatz über „die Kirche zu Geesthacht am Ende des 16. Jahrhunderts“ werden in Nachstehendem einige die Geesthachter Kirche betreffende Auszüge aus den früher im Archiv des lauenburgischen Consistoriums in Ratzeburg, jetzt in Kiel asservirten Kirchenvisitationsprotokollen mitgetheilt, da solche wegen des eigenthümlichen Verhältnisses dieser Kirche zum Fürstenthum Lauenburg ein allgemeineres Interesse beanspruchen dürften.

Herzog Franz II. von Lauenburg ordnete im Jahre 1581 für alle Kirchen seines Landes Visitationen an, denen er – ein Zeichen, daß er die Sache sehr ernst nahm – in einzelnen Kirchspielen (z. B. Groß Berckenthin) IN EIGENER PERSON präsidierte, während als geistlicher Visitator der dazu aus Lübeck requirirte bekannte dortige Superintendent M. Andreas Puchenius fungirte. – Die erste Geesthachter Kichenvisitation ward auf dem fürstlichen Schlosse zu Lauenburg („zur lowenburgk“) abgehalten im Jahre 1581, an die sich im folgenden Jahre die „Landt Visitation“ an Ort und Stelle in Geesthacht anschließen sollte; die letztere aber wurde anstatt in Geesthacht in Horn (Hohenhorn), woselbst schon damals eine

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Kapelle war, abgehalten, „weil sich die Erbarn Stette Lübeck vnd Hamburgk des juris patronatus anmaßen.“ Bei der zu Lauenburg abgehaltenen Visitation werden wir annehmen müssen, daß der P. Holthof sich dorthin begeben und über die kirchlichen Verhältnisse seiner Parochie die im Visitationsprotokoll mitgetheilte Auskunft ertheilt habe. Im Jahr 1590 fand, und zwar sub directione des Superintendenten M. Gerh. Sagittarius eine dritte Visitation statt, wiederum zu Horn, an welcher sich der P. Holthof lediglich in Ansehnung der dortigen Kapelle betheiligte. Endlich, nachdem 1598 Herzog Franz die Kapelle zu Horn zu einer Kirche erhoben, fand dort im Jahre 1614 die erste (Hohenhorner) Kirchenvisitation statt.


VISITATIO

der Kirchen im Fürstenthumbe Nieder Sachsen, welche Gotte dem Almechtigen zu ehren vnd denen Algemeinen Vnderthanen gemelten Fürstenthumbß zu ewiger vnd zeitlicher Wolfarth aus christlichem eiver von dem durchlauchtigem Hochgebornen Fürsten vnd Herren, Herren Frantzen dem Jüngeren, Hertzogenn zu Sachssen, Engern vnd Westphalen, Vnserm gnedigem Fürsten vnd Herren, mit Zuthun einer Erbaren Ritter- vnd Landschafft ins Wark zu reichtenn verordnet: Ist Anno 1581 ihm Novemb. Christo auspice angefanngenn, Vnd folgig Ao. 82 im Julio, soviell vor dißmahll geschehen können, glücklich vollendet vnd beschloßenn, Gotte dem Allmechtigenn vnd S. F. G. sey lob, Preiß, ehr, vnd Danck dafür gesagt.

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VISITATIO D. KIRCHEN ZU GAISTHACHT IST ZUR LOWENBURGK DEN 12. DECEMB. AO. 81 ANGEFANGEN.

Visitatores

M. Andreas Puchenius Sup.int. lub. Visit. gnralis.

Vonn der Ritterschafft:

Detleff Schacke zu Gültzow
Hanns Daldorff zu Woterßen.
 

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Vom Hoffe:

Otto vonn Bestenbostell
Heinrich Schmidt Grossvogt
Bartholomeus Blochius Secret.
Oswaldus Brinner Secretarius.

I.
VON DEM PASTORN.
 

Heist Henricus Hollthoff Hamulensis. Protestirt das ehr nicht kome vnd comparire, alles sollte das Ius patronatus der Kirchen zu Geisthacht anhero gehören, besondern das es Immediate denen Erbahren Stetten Lübeck vnd Hamburgk zustenndig sey. Besondern von wegen der Sächsischen Dörffer so ehr in seiner Cura habe alß:

Hornn daselbst eine Capelle Besenthall *) vnd der Schacken Leuthe zu Hasennthaell.

Ordinatus zu Bardewiek vonn M Ernesto Bock. Hatt aber kein Testimonium ordinationis. Ius patronatus der Capellenn zu Horn est penes Ducis Saxoniae.
 

II.
VON SEINEN BÜCHERN UND STUDIIS.
 

Hatt die lateinische Bibell aber nicht teudsch.
Ist die zu kauffen ermahneth
HaußPostille Lutheri
Etzliche bücher Brentii
Etzliche Bücher PhiliPPi Melanthonis
Augustiniani Confessionem **) cum Apologia.
 

III.
VONN SEINEM PREDIGEN VND SACRAMENTREICHEN.
 

Predigeth des Sonntages 2 mahll, einns zu Horn, andermahll zu Geisthacht.

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*) Es ist Besenhorst gemeint.
**) Augsburgische Confession.

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Predigeth den Cathechismum nicht, besondern recetirt denen Zuhörern vor der Predigt des Sonntages denselben vonn der Cantzell für.

Hällt nicht alle Sonntage Communion. Horeth beicht in seiner Stuben, ist ermahneth in der Kirchen beicht zu sitzen. Prediget auff die hohen Feste des ersten Tages 2 mahll die andern beiden Tage nur ein mahll. Feyerth die Apostelltage nur Vormittages. Hatt keine gewiße agenda, weill keine Sächsische Kirchenordnung vorhanden ist.

IV.
VON SEINEM CUSTER.

Hatt keinen Custer zu Horen, Allein der zu Geisthacht dhieneth auch in der Capellen zu Horen.

V.
VON VERHALTUNGE SEINER ZUHÖRER.

Seine Sächssische Auditores haltenn ihrenn Pastorem so hin in ehrenn. Seindt fleissigk zum gehöre Gottlichs worts, vnd zum Gebrauch der Heiligenn Sacreamenthe, die Junckern die Schackenn haltenn sich auch selbst fleissigk dartzu.

Christoffer Kein bawermeister zu Horenn gehe nicht zum Heiligen Abendtmahll.

Fluchen vnd Schwerenn gehe sehr im Schwange; Haltenn 3 Tage Kindelbier mit Vnkosten, Vnd vier tage Hochzeit nach iedes gefallen und vermügen. – Seindt etzliche vorhanden die in Haß vnd neidt leben sed est vt reconcilientur.

Clawes Voß zu Besennhorst hat verschienen Sommer eine maget geschwengert. Braut und Bräutigam werden nicht auffgebotten, soll 3 mahl ante nuptias geschehenn.

Laßenn die Kinder wol 8 Tage vngetaufft liegen, vermahneth das Volck dauonn abzuhalten. Bitten Viele Geuattern bißweilen vber 10. Habenn keine Todtenböhrenn, führenn die Leiche bei den Grebern, beuohlen todtenbohren Machen zu laßen. Er tutt die ermahnung bei dem begrebnuße auffm Kirchhoffe.

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Die Capelle sey bawfällig, der Kirchhoff vndicht. Die Sächssischen Leuthe seindt verseumlich zu dem gebew ihre gebühr zu contribuiren. Die besennhorster verweigerenn sich ihrem Pastorn denn zehennden vber denn bergenn zu geben vnd referiren sich auff einenn Vertragk welchen sie edwan mit einem ihrer Pastorenn daruber auffgerichtt. – Die Kirchgeschwornenn haben Register, aber keine rechnung gethan. Vonn einer hufe landes gebenn die Hörner vermüge eines brieffes ihr Zinskornn nicht auß. Auch nicht 3 ßl vom Kosterhoffe; vnd 4 Rauchüner. des breffs Copia volgeth:

(Es folgt hier die Urkunde, die aber von der von Herrn Dr. Voigt im 9. Jahrg. der Mitth. des Vereins für hamb. Geschichte S. 30 ff mitgetheilten etwas abweicht, schon in Bezug auf die Zeit ihrer Ausstellung, da Voigt sie aus dem Jahre 1459 datirt, während das Visitationsprotokoll als Zeitpunkt der Ausstellung Lamberti 1489 hat. Der letztere Zeitpunkt dürfte der richtigere sein, denn im Jahre 1459 regierte Herzog Bernhard II. in Lauenburg und Johann IV. gest. 1507 kam erst 1463 zur Regierung. Bischof von Ratzeburg aber war von 1479-1511 Johannes (von Parkentin), während allerdings auch von 1454-1461 ein Johannes (Preen) Bischof von Ratzeburg war. Auf die Urkunde, wie sie das Visitationsprotocoll nach einer den Visitatoren vorliegenden notariell fidemirten Abschrift bringt, soll am Schlusse noch zurückgekommen werden.)

Geisthacht.
LANDT VISITATION SO AUFF DIE ERSTE ERUOLGET IST ZU HOREN WEIL
SICH DIE ERBARN STETTS LÜBECK VND HAMBURGK DES
juris patronatus
ANNMASZEN DEN LETZTEN MAY AO. 82 (1582) GEHALTEN.

Patronus Ecclesiae in Horn S. Nicolaus.


Visitatores:
M Andreas Puchenius Supint. lub. Visitator gnralis
.
 

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Von der Ritterschaft:

Clawes vonn Knesebecke
Heinrich Schmidt Grossvogt
Fridericus Aepinus Secret.
Bartolomeus Blechius Secret.

VI.
Von des Pastoris einkommen wegen der Capellen zu Horenn.

2 Mk. 4 ßl von dem wüsten Wedemhoffe daselbst
2 schll Roggen ied. Huffner
2 schll Haffer ied. Huffner
16 jeder Kötener
1 von iedem Communicanten Alle vierthaill iahr.
12 Eier auff Ostern zu iedes gefallen
3 Vor ein Kindt zu tauffen, soll 1 ßl verordneth werden.
1 ßl auß iedem Bawhause des iahres, wird der Weihelldreiling genanndt
2 ßl vom begrebnuß iungk vnd Alt zu Horen,
1 ßl vonn denn Besenhörstern, aber vom begrebnuß
2 ßl vonn Vortrawunge:
2 ßl Krannkenn zu besuchen
8 ßl dauonn helt er Brott vnd Wein zum Gebrauch des Heiligen Abendtmahlß
Vonn denn Besenhorstern hat er gleich, allein da sie nur 1 ßl vom begrebnuß geben
zu Hasennthaell seindt viell kötener, geben nur den viertzeitten Pfennig, alle Viertheil iahr 1 ist iärlich 4
16 auß iedem Hause daselbst.
 

VII.
ABALIENATA VON D. PASTOREY.

NB. Von einer Huffe landes das Zinsekorn, vnnd dan 4 ßl. vonn einem Koterhoffe lautt obgedachtes breffes. Denn Zehend zu Besenhorst vber den bergen wollen die Besenhorster

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denn Pastoren, alß von Alters gewoenlich, nicht folgenn laßenn. Ist ihnen aber vonn dem Eren Cantzler D. Schultzen bey 50 fl. straffe aufferlegt, solches hinfürder zuthun, vnnd hat solches des Eren Cantzlers schriftlichen bevehlich der Pastor zu Geisthacht in verwahrunge.
 

VIII.
Ob die Horner Pflichtigk, denn Pastoren zu Geisthacht zu dhienen vnnd vonn denn Geisthachtern alle bürden zu tragenn, creditur quod non.

IX.
VON DEN KIRCHGESCHWORNEN VND DER CAPELLEN
ZU HOREN EINKOMMEN.

Nomina juratorum.

Christoffer Kien Baurmeister daselbst
Carstenn Butte.

DER CAPELLEN EINKOMMEN.

2 ½ Mk. ludtke Campen
8 ßl Martten Steuer ein Cötener.
die Windtbracken habenn sie auß S. Andreasholze, oder denn Hörner Hagen zu erhaltunge der Capellen.

X.
Der Capellen vorrahtt

1 Silberne verguldeter kelch mit der Patena.
1 Silberne Papegoy von 5 Mk.
1 Silberne Agnus Dei mitt rotten Corallen
4 bleiherne Leuchter auffm Altar
1 messinges Leuchter auffm Altar
1 Zimbell beim Althar
1 Geblumeth Mißgewandt
1 Zindeln Mißgewandt mit einem Creutze zusambt denn Aluenn vnd Capitale.
1 Kessell zum Tauffsteine vnnd
1 klein Kessell darynne.

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Habenn kein Missaell, ist in d. Bülawen Kriege aus der kirchenn genhommen.

XI.
ABSCHIEDE DEN KIRCHGESCHWORNEN GEGEBEN WORDEN.

1 Todtenböhren machenn zu laßen
2 die Kirche in bawlichem wesenn zu halten
3 Ein buch zu machenn darein der Kirchen Järliche einnahme vnd außgabe verzeichnet werde.
4 Rechnung auff der Visitation Järlich zu thuen
5 denn Kirchhoff befriedigen wie angefangen.

XII.
Von des Custer vnterhaltt.

heist Dietleff Newhauß außm Lande zu Lünenburgk bürtigk:
1 schl Hafferenn vonn Jedem Huffener zu Horen
16 vonn iedem Kötener
6 vonn Jedem Huffener Weihegeltt
Eyer auff Ostern zu iedes gefallen
1 vonn der tauffe
1 ßl. vom begrebnuße.
1 ßl. Kranckenn zu besuchen
1 ßl. von Vortrawunge

Gleich also bekömpt er auch vonn der Besenhorst vnd Hasennthaell.

XIII.
ABALIENATA VON DER CÜSTEREY VND GRAVAMINA CUSTODIS.

Clawes Eekermann gibt nur ¼ eines schl, soll 1 schl Roggen geben wie andere. Ist ihm denn zu gebenn auferlegt die Kotener gebenn den 1 schl nicht, laut obgedachtes brieffes.

XIIII.
Abschiede nach gehaltenem Examine mit dem Volke
 

1 Ermahnunge zu Gotteswortte vnd den Heiligen Sakramenten
 

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2 Zauberey, fluchen Schwerenn gestraffeth vnnd verbottenn.
3 die Kinder balt nach der geburth tauffenn zu laßen vnd nur 3 Gevattern zu pitten bey Pöne ut supra
4
Kindelbier bey straffe ut s. verbottenn, aber 12 Personen zum Kirchgange zu Pitten zugelaßen
5 die begrebnuß der todtenn ehrlich zu begehen, vnnd die Leiche vmb denn Kirchehoff mit todtenböhren zu tragen.
6 denn Kirchhoff vollends verferttigen, das keine Viehe darauff kommen könne.
7 dem Pastorenn seine gebühr willig zu geben.
8 dem Pastorenn vonn ied. Kindertauffe hinfüro 1 ßl, dem Küster 6 gebottenn worden.
9 die Kötener sollenn hinfüro 1 schl Roggen wie andere Sachssische Underthanen für die 16 geben.

PERSONALIA.
 

Christoffer Kien Bawmeister zu Horen ist seumigk zum heiligen Abendtmahll gewesen, hat beßerung angelobeth. – Clawes Kost ist wegenn seiner begangenen Unzucht vnd Hurerey gestraffet worden, vnd ihm auferlegtt, für der gemeine offen busse zu thuen.

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Visitatio zum Hornn
d. 7. Septembris Ao. 1590

Visitatores
M Gerhardus Sagittarius. Superintendens
Hans Daldorff zu Wotersen
Fridericus Aepinus. Secretarius.

De fundatione et dedicatione templi.
Patronus S. Nicolaus
Jus patronatus
. Der Herzogen zu Sachsen.

VON DES PASTORN STUDIIS VOCATION VND CURA.

Nomen pastoris: Henricus Holthof Hamburgensis. Ist pastor zu Geisthacht, an welcher kirchen sich die von

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Lübeck des Juris patronatus anmaaßenn. Unnd subjicyrt sich der Niedersächsischen Visitation wegen der Capellen zu Hornn.

Ist ordinirt von M Ernesto Bock zu Bardewigk. Hat kein testimonium ordinationis. Ist legitime vocirt und introducirt. – Hat wegen dieser Capelle in seiner cura folgende Dörfer: Horn. Besenhorst. Hasenthall.

DE STUDIJS PASTORIS, METHODO DOCTRINAE, VITA AC MORIBUS.

Schreibt dispositiones Concionum. Hatt allerlei guete bücher in theologia. Verhelt sich mit den Sechsischen nach der furstlichen publicirten Kirchenordnung.

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ABALIENATA VON DER WEDEME ZU GEISTHACHT.

Vemuege eines Vertrags zwischen einem Pastor zu Geisthacht, Unnd den Hörnern, durch Hertzogen Johan zu Sachsen usw. confirmirt vnterm dato in die Lambertj Anno 1489 Seindt die Hörner gleich andern Kirchspielleuten alle Pflege der Kichen zu Geisthacht zu thuen, die Wedeme vnnd Küsterei betern vnd bawen zu helfen schuldigk, Seindt auch schuldig dem Pastoren ein gesattelt Pferdt zuschicken, wen er Kinder zum Horne zu taufen oder Todten zu begraben, Aber in andern fellen nicht.

Auch sollen die Horner dem Pastorn Jerlich von 1 Huefe Landes 18 schl Roggen Vnd 16 schl Hafer Zinßkorn, Auch von dem Wuesten Wedenhofe daselbst 2 Mk. 4 ßl. Auch von einem koterhofe Jerlich 4 ßl geben.

Auch ist von dem Pastorn eine copia aus dem Mißall zu Geisthacht producirt, wegen des Zehenden zu Hachede, Besenhorst, Varendorf vnd Wulfsfelde.

Hi sunt reditus & proventus soli Rectoris Ecclae Hachedae Ratzeburgensis dioecoesis. primo Decimae in Hachede, Besenhorst, Varendorf & Wulfesfelde, quarum duae sunt destructae. Sed villanj in Horne aliquem arant

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dibj agrum, est quo Rectores habent partem suam. Doch hat er den Zehenden von Besenhorst erlangt.

GRAVAMINA PASTORIS.

Die Horner wollen ihme nicht die Wedeme gleich anderen Kirchspielleuten bawen helfen.

Berichtet das für Jaren Jeder Huefener dem Pastorn vf Simonis vnnd Judae ein fuederholz furen mußten, vnd habe der Alte Herr Hertzog Frantz fur solchen Dienst ihme zugesagt Jerlich zwene Polser bewme zur Fewrung, habe aber bei ietziges Vnsers g. F. vnd Herren Zeiten solch holtz niemals bekommen, Pitte vmb gnedige anordnung bei S. F. G. anzuhalten.

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VISITATIO ZUM HORN D. 19. OCT. ANNO 1614.

Visitatores
Johannes Erhardi Superintendens

Frantz Heinrich von der Kettenburgk
D Eleasar Cnefelius
Tobias Eggebertus Secretarius.
1. de fundatione et dedicatione templi.

Zum Horn ist anfenklich nur eine Capell oder Filial gewesen welcher patronus S. Nicolaus. Hatt zur Kirche nach Geisthacht gehöret. Eß hatt aber der durchlauchtige Hochgeborene Fürst vnd Herr, Herr Frantz Hertzog zu Sachsen Engern vnd Westphalen unser gnädiger Fürst vnd Herr auß christfürstlicher milde vnd Andacht Gott dem Allmächtigen zu ehren Anno 1598 ein Kirchspiell darauß gemachet und eine gantze Huefe Landes mitt Wischen darzu verehret vnd auff Karsten Köpes wüste städte die Pfarr bawen laßen und folgende Dörffer darzu gelegt wie an seinem Ortt verzeichnet.

Der erste Pastor ist gewesen Ehr. Melchior Lenicerus Mechterstedensis.

hatt in seiner cura

Horn, Biesenhorst, Escheborg, Bornsen, Wentorff, Wolttorff. u.s.w. u.s.w.

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Die vorerwähnte Urkunde beginnt in der den Visitatoren vorliegenden Copia folgendermaaßen:

Vann gades gnaden Wi Johannes Hertoch tho Sassen Engern vnd Westphalen Vnd wi Johan van deßulwen gnaden Bischoff tho Ratzeborch, bekennen vnd betügen Apenbahr vor alles wethen de dußen breff sehen edder horen lesen, dat wi bedüngeth vnd bestenndigt hebben twischen H Heinrich Pökowen (Pötowen?) Kerkherren tho Geisthacht vnd den gemenen buren thom Horne belegen in dem sülwen Caspelle. Alß dat de sülwen thom Horne schölen doenn alle ploge tho der Kaspell kerken tho Geisthacht gliek allen inwahnern des Caspelß beide tho wedeme vnd thor Custerei tho buende vnnd alle borde der kerkenn vnnd caspell einfallende vnd stahnn darmede nichts buten tho beschedende idt sy wat idt sy: wat se betherto gedaen hebben. Ok so scholen se uns tholatest wegenn des vorgesechten H: Henrick Pökowen vnd alle sine Nakömlinge hebben ewig dope vnd graff der doden in der kerken vnd vp dem kerkhave thom u.s.w. u.s.w.

Der Schluß lautet: De gegeuen vnnd geschreuen iß Ao. 1489 am Dage Lambertj des Hilligen Bischoffs Vnnd Mertelers.

„Auscultirt vnnd verlesenn ock geschrevenn ist disse copy dorch mi Clawes Ludtkenn - ? – des verdischen Stiftes vnd van Kay Meytt: gewelten apenbahrenn Schriwer vnd Notarius vnd kompt mit örem originali in ehr Werklichheit vann Worden tho Worden geliekes ludes averein: Datt ick also mit myner eigenen Handschrift betüge.“


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