Jahresband 1887

Archiv des Vereins für die
Geschichte des Herzogthums Lauenburg
 



Das Zehntenregister des Bisthums Ratzeburg
aus dem dreizehnten Jahrhundert,
nach der Urschrift abgedruckt.
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Mit Bemerkungen von K. F. L. Arndt,
Director und Professor. *)
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Das hier von Neuem abgedruckte Zehntenregister ist für die ältere Topographie eines Theils des nördlichen Deutschlands und für die Kenntniß der Bevölkerung sowohl, als auch der rechtlichen und ökonomischen Verhältnisse der geistlichen und weltlichen Macht im Mittelalter eine zu wichtige Urkunde, als daß die Herausgabe eines gereinigten Textes desselben einer Entschuldigung zu bedürfen scheint. Daß die bisher vorhandenen Abdrücke (bei Westphalen Mon. ined. T. II. und Schröder papist. Mecklenburg S. 311 ff) ungenau sind, der erstere noch mehr als der letztere, wird sich bei einiger Vergleichung mit dem vorliegenden genauen Abdruck der Originalhandschrift leicht ergeben. Die erste Kenntniß dieser Urkunde und den Eingang derselben unter der Ueberschrift: De originibus Episcopatus Raceburgensis gaben v. Ludewig Reliqu. Mss. diplom. ac monum. T. VI. p. 230 und Pfeffinger Braunschw. Lüneb. Hist. II. P. 188 u. 671 (1732). Der letztere

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*) Diese verdienstvolle Arbeit erschien im Jahre 1833 als Schulprogramm bzw. als „Einladungsschrift für die in der Domschule zu Ratzeburg am 28. März 1833 anzustellende Prüfung“ (Schönberg, gedr. bei L. Bicker). Da diese Schrift im Buchhandel nicht mehr zu haben und sehr selten ist, so wird die vorliegende Reproduction derselben gewiß allen Geschichtsfreunden höchst willkommen sein.

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giebt als Quelle an „ein weit über dreihundert Jahr altes Copial-Buch, so beim Ratzeburgischen Dom befindlich“. Schröder, welcher unmittelbar aus dem Dom-Archiv Mittheilungen erhielt, war der erste, welcher das Ganze abdrucken ließ. (Das Datum seiner Vorrede zum ersten Alphabet ist vom 20. Jan. 1739.) Er wollte, sagt er (S. 310), den schon bekannten Eingang „mit einem wichtigen Zusatz, der aus dem Hochfürstl. Reatzeburgischen Archiv auf specialen gnädigsten Befehl (welches man billig mit unterthänigem Dank rühmet) mitgetheilt, hersetzen“. Und S. 312: „In dem Original ist, wie man gantz genaue Nachricht hat (weswegen man sich höchst verbunden zu seyn bekennet) gar keine Ueberschrifft, ohne daß eine fremde Hand bloß die Worte de Decimis dazu geschrieben“.

Der Kanzler von Westphalen, der die Vorrede zu dem zweiten Theil seines Werkes am 1. April 1740 unterzeichnet, kannte Schröders Werk noch nicht. Seine Quelle betreffend sagt er in dieser Vorrede p. 76: Diplomataria Raceburgensia, quorum duo ab a. 1154 usque ad annum 1524 congesta, blattis, cum quibus colluctabantur, erepta in lucem nunc prodeunt, collectores suos praecipue agnoscunt Henricum a Wittorp et Georgium de Blumenthal, episcopos quondam raceburgenses, quibus curantibus illa olim e chartis authenticis collecta et in perennem memoriam conjunctim redacta sunt in plenos fidei codices, quos archivum olim Gustroviense custodivit. Vergleicht man damit eine in den Beilagen zur „Gründl. Nachricht von dem an die Stadt Lübeck anno 1559 verpfändeten Dominio et Advocatia oder Herrschaft und Vogtei Möllen“ S. 69 abgedruckte Stelle eines Briefes von ihm: „Ich kann gewiß versichern, daß diese chartes von einem gelehrten Mann und beeydigten Archivario ao 1701 ex authenticis sorgfältig abgeschrieben, auch aus dessen eigenhändigen Codice nunmehro zum Vorschein gekommen seyen –", so erhellt, daß eine ehemals im Güstrowschen Archiv befindliche, 1701 verfaßte Sammlung von copirten Ur-

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kunden ihm zu Händen gekommen sein muß, wodurch er zu der irrigen Meinung verleitet wurde, daß auch die Diplomatarien selbst im Güstrowschen Archiv seien. Der größte Theil der von ihm gegebenen Ratzeburgischen Urkunden befindet sich in zwei, im ehemaligen Dom-Archiv, jetzt zu Neustrelitz noch vorhandenen alten Copialbüchern, von denen jener ungenannte Sammler 1701 die, freilich sehr ungenauen und fehlerhaften, Copien nahm, die er, mit einigen, anders woher entlehnten, selbst falsch datirten Sachen vermehrt, als zwei von jenen Bischöfen veranstaltete Diplomatarien bezeichnete. So erklärt sich der, freilich von dem Herausgeber selbst nich gewürdigte, geringe Grad der Authenticität dieser Diplomatarien, welcher unbegreiflich wäre, wenn der Abdruck auch nur nach einer Copie der Copialbücher selbst unmittelbar gemacht worden wäre.

Das Original des Zehntenverzeichnisses befindet sich in dem mit No. I bezeichneten der genannten Copialbücher hinten angebunden. Das Copialbuch ist, nach der Zeit der letzten eingetragenen Urkunden und den Zügen der Handschrift zu schließen, aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts. Das Zehntenregister aber ist von einer andern, ältern Hand geschrieben. Es ist, wie das Copialbuch, auf Pergament, in zwei Quaternen (32 Seiten) in der Größe von Klein-Folio. Die letzte Seite ist durch vielfachen Gebrauch abgenutzt und daher fast unlesbar geworden, offenbar, ehe das Ganze in das Copialbuch eingeheftet ward. Die erste Seite des ersten Blattes ist unbeschrieben; die Schrift beginnt auf der zweiten Seite, ohne Ueberschrift, und am Rande oben steht mit blasser Tinte und späteren Zügen: de decimis. Die sehr lesbaren und deutlichen Züge der ganzen Handschrift verrathen das 13. Jahrhundert. Am äußern Rande jeder Seite sind die parochiae mit Roth beigeschrieben, auf dem innern Rande die Zahlen der mansi. Die Ueberschriften der Abtheilungen sind mit Roth geschrieben, und der erste Buchstabe jeder Abtheilung fehlt, mit leer gelassenem Raum. Die Anfangsbuchstaben

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jedes Ortsnamens sind roth unterstrichen. An einzelnen Stellen sind Noten von späterer Hand.

Die Erscheinung der Neuendorffschen Schrift: Die Stiftsländer des Bisthums Ratzeburg, im vorigen Jahr, welche nach den bisher gedruckten Quellen fleißig gearbeitet ist, (wie denn auch die vom verst. Hofmarschall von Oertzen gezeichnete Charte nur auf solchen, nicht auf archivalischen Forschungen *] beruht) hat mich am meisten veranlaßt, jetzt die, nach höherer Vergünstigung, schon im Jahr 1822 von dem Original genommene genaue Abschrift erscheinen zu lassen. Da der besondere Abdruck dieses Documents manchen Lesern zu Händen kommen möchte, welche über einzelne dunkle Stellen, besonders in topographischer Hinsicht, an Ort und Stelle richtige Auskunft zu geben im Stande sind, so kann dies auch eine Aufforderung zu neuer Forschung geben. Die Erläuterungen des Herausgebers können sich schon wegen des Raumes nur auf das Nothwendigste erstrecken, zumal da die ihrer Vollendung nahe Arbeit meines lieben Freundes, des Herrn Rector Masch in Schönberg, über die ältere Geschichte des Bisthums Ratzeburg mehr Licht verbreiten wird.

Die Zeit der Abfassung dieses Documents, welches Westphalen und Schröder, obgleich sie beide es in spätere Zeit setzten (ersterer unter Bischof Ludolph 1236-1250, letzterer wenigstens nach 1195) unter dem Jahr 1154 aufführen, läßt sich auf wenige Jahre genau bestimmen. Denn daß es, wenigstens in seiner jetzigen Gestalt, nicht VOR dem Bischof Gottschalk (1229-1235) verfaßt sein kann, zeigt die Erwähnung desselben (unter Terra Waninke); daß es aber auch nicht später verfaßt sein kann, folgt nicht nur, (wie es Hr. Neuendorff S. 53 richtig bemerkt) daraus, daß von den im Jahr 1237

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*) Die Behauptung in der Vorrede dieser Schrift, die Charte sei nach dem, im Großherzoglichen Geheimen- und Haupt-Archiv zu Schwerin gefundenen Zehentregister entworfen worden, hätte wohl der Verfasser selbst berichtigen sollen.

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dem Kloster in Rehna *) verliehenen Zehnten nichts erwähnt wird, sondern auch daraus, daß von dem im Jahr 1235 durch den Bischof Gottschalk dem Capitel zu Ratzeburg verliehenen halben Zehnten des Dorfs Woytendorf (Parochie Karlow) nichts angezeigt ist (s. die Urk. bei Schröder p. 2917). Ferner da die Begabung des Klosters Eldena schon vom Bischof Gottschalk (nicht, wie Hr. Neuendorff a. a. O. annimmt, bald nach Rehna) geschah (nach der Urk. bei Rudloff Cod. dipl. Megap. p. 133), und auch von den demselben verliehenen Gütern und Zehnten nichts erwähnt wird, so folgt nothwendig, daß die Abfassung dieser Schrift in die ersten Jahre des erwähnten Bischofs zu setzen ist. Die schon von Hrn. Neuendorff mit Recht widerlegte Meindung Wersebe’s, daß die Urkunde aus der Zeit Kaiser Karls IV. sei, streitet zu sehr gegen alle bekannten Zeitverhältnisse, als daß sie irgend einen Vertheidiger finden möchte.

Für den der genauern Verhältnisse jener Zeit minder kundigen Leser werde noch folgendes hier bemerkt. Das auf dem, den Polaben, Linonen und Obotriten abgenommenen Boden errichtete Bisthum Ratzeburg begriff unter seinem Sprengel 1) die terra Boytin (als Dotation Eigenthum des Stifts, ungefähr die drei heutigen Kirchspiele Schönberg, Selmsdorf

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*) Hierauf stützt sich schon der sel. Kammerrath Siemssen, wenn er (in einer handschriftl. Bemerkung) sagt: daß das Registrum gegen die Mitte des 13ten Seculi verfertigt, erhellet daraus, daß das gantze jetzige Städtlein Rhena in demselben noch als eine bischöfliche villa angegeben, da doch der Ratzeb. Bischof Ludolphus ao. 1237 alles, was er in Rhena gehabt, dem neuen Kloster daselbst geschenket“ u.s.w. –

Man könnte gegen diese Annahme einwenden, daß bei Degetow unter Parochia Gnewesmulne ein Praepositus dominarum, d. h. Probst eines Nonnenklosters, erwähnt sei, welcher doch, da kein Ort hinzugesetzt, der Probst des Klosters Rhena seyn müsse. Jedoch ist dieses nicht der Fall, denn es ist der Probst von Sonnenkamp (gestiftet 1219 in Cussin, vorher schon in Parow, nachher Neukloster), welches Degetow besaß nach der Urk. v. 1257 b. Schröd. p. 675.

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und Herrnburg), welche in dem Verzeichniß der verliehenen Zehnten natürlich nicht mit aufgeführt werden konnte *). 2) die terra Raceburg (das alte Polabenland, etwa die Aemter Ratzeburg und Steinhorst, womit die Grafen von Ratzeburg vom Herzogthum Sachsen belehnt waren, seit 1226 ein Theil des Herzogth. Sachsen). 3) die terra Wittenburg (ebenfalls zuerst zur Grafschaft Ratzeburg gehörig, seit 1226 aber zur Graffschaft Schwerin unter Sächsischer Lehenshoheit) **). 4) die terra Godebuz (Gadebusch, Anfangs zur Grafschaft Ratzeburg gehörig, seit 1201 unter den Fürsten von Meklenburg). 5) ein Theil der terra Zwerin (zur Grafschaft Schwerin). 6) die terra Dartsowe (die Kirchspiele Dassow, Mummendorf und Börzow, unter den Fürsten von Meklenburg). 7) die terra Brezen (die heutigen Kirchspiele Grevsmühlen, Beidendorf, Gressow, Diedrichshagen, Friedrichshagen, Hohenkirchen und Proseken nebst Wismar, unter den Fürsten von Meklenburg ***).

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*) *) Die in der terra Butin schon 1194 genannten, dem Capitel zugetheilten Dörfer sind. Lenzekowe („cum attinentiis usque ad amnem prope urbem que dicitur urbs dominorum“ – Herrenburg), Polengowe, Luderstorpe, Lewen (Lauen), Thescowe, Locwisc, Rubenestorp, Malsowe, Petersberge, Nigendorpe, Bistenowe (unbekannt). – Gewiß waren auch Sconenberge und Celmerstorpe ( zuerst genannt 1320) schon damals vorhanden. Auch ist majus Mitzist (welches erst 1302 vom Bisthum gekauft wurde) das in der terra Raceburg lag, nicht genannt, wahrscheinlich, weil es schon damals zur Parochie Herrenburg gehörte.
**) Schon früher (wahrscheinlich 1201-1205) hatte der Graf Guncelin von Schwerin einmal die terra Wittenburg. S. die Urk. vom Bischof Philipp b. Westph. p. 2055 comes Guncelinus cum terram Wittenburg haberet et postea comes Albertus (von Orlamünde) superveniens jam possessor ejusdem terrae etc.
***) Diese terra Brezen wurde 1167 dem Ratzeb. Bisthum statt der größtentheils zu dem Schweriner Bisthum gelegten terra Zwerin gegeben, doch behielt letzteres noch den Zehnten von 30 mansis in der terra Brezen (Urk. von 1167 Schröder S. 431, und von 1171, S. 2896. In der Urk. v.  1189 p. 2901 in terra que dicitur Bresen duas villas.) Clütze ist noch später 1335 eine von Brezen getrennte Landschaft (Schröder S. 1154).

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8) die silva Clutze (Klüz, Damshagen, Bössow, Elmenhorst, Kalkhorst – desgl.) 9) die terra Jabele (zwischen Sude und Rögnitz). 10) die terra Waninke (zwischen Rögnitz und Elde, beide unter den Grafen von Dannenberg). 11) die terra Dirtzinke (der Darsing, größtentheils das heutige Amt Neuhaus, unter den Grafen von Dannenberg, unter Sächsischer Lehnshohheit). 12) die terra Sadelbandia (die Aemter Schwarzenbeck und Lauenburg, wahrscheinlich Allodium des Guelsischen Hauses, nachher Theil des Herzogth. Sachsen-Lauenburg). 13) die terra Boyceneburg (zur Grafschaft Schwerin seit 1226). 14) Gamme und Bergerdorpe („in palude“ Bergedorf, Alten- und Neuengamm, Kurslak und Allermöhe, - Billwerder wurde später zum Sprengel von Hamburg gezogen – ebenfalls ein Allodium des Guelsischen Hauses, später unter Sachsen-Lauenburg.)

Grade um die Zeit der ersten Jahre des Bischofs Gottschalk mochte es wichtig scheinen, nach den Zerrüttungen der Eroberung des Königs Waldemar II. die Ansprüche auf den schon bei der Stiftung dem Bisthum in seinem ganzen Sprengel zugetheilten Zehnten zu sichern und für das Andenken der Zukunft zu bewahren. Den Zehnten (nicht nur den Kornzehnten, wie es in der Urk. des Lübeckischen Bischofs Dietrich von 1210 bei Westph. T. III. p. 1475 heißt: justa decima i. e. decimus manipulus, die zehnte Garbe, sondern auch den Schmalzehnten, decimam minutam de jumentis et pullos de areis, quod volgo Rohon dicitur, in der Urk von 1217 Schr. p. 2909) erhielt der Bischof von allen deutschen Bewohnern der genannten Länder, und zwar zu freier Hand, so daß er ihn selbst behalten oder die Nutznießung desselben Andern auf Lebenszeit zu Lehen (in beneficium) geben, sie damit belehnen (inbeneficiare) konnte (s. d. Urk. von 1158 b. Schröder p. 372). Diese verliehenen Zehnten sind die in vorliegendem Verzeichniß aufgeführten Beneficia. Die Personen, welche der Bischof mit dem Zehnten belehnte, waren theils Privatpersonen, theils Fürsten. Den Landesfürsten war folgendes verliehen: die Hälfte der Zehnten

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aus den Ländern Ratzeburg, Gadebusch und Wittenburg, welche zur Grafschaft Ratzeburg gehörten, erhielt der Graf heinrich von Badewide zu Lehen (Helmold I, 77), wahrscheinlich gleich nach der Gründung des Bisthums. Der Bischof Isfrid belehnte (1183 nach Westph. II., p. 2047, obgleich in der Urkunde das Jahr fehlt) den Grafen Heinrich von Dannenberg mit dem Zehnten der terra Waninke, und versprach ihm binnen zehn Jahren den halben Zehnten aus der terra Jabele, wenn der Graf dieselbe zehntbar gemacht, d. i. mit Deutschen bevölkert haben würde. Ferner wurden die Fürsten von Meklenburg in den terris Brezen und Dartsowe mit dem halben, und in der silva Clutze mit zwei Dritteln des Zehntens belehnt (Urk. v. 1222 Schröd. p. 538). Eben so hatte (nach der Angabe des Registers) der Graf von Schwerin in der terra Boyceneburg und Zwerin zwei Drittel des Zehntens zu Lehen. *) In der terra Sadelbandia und in Gamme war kein Zehnten
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*) Was bei diesen, allerdings von den Päbsten gemißbilligten, Belehnungen weltlicher Personen mit geistlichen Zehnten die herrschende Vorstellung der Zeitgenossen war, zeigt die Aeußerung, welche Arnold Lubec. dem Kaiser Friedrich I. in den Mund legt (III, 18): „Cum tempore Christianitatis ab adversariis infestarentur ecclesiae, decimas praepotentes et nobiles viri ab ecclesiis in beneficio stabili acceperunt, ut ipsi defensores ecclesiarum fierent, quae per se sua obtinere non valerent“. Vergl. den Eingang der Urk. des B. Isfrid b. Westph. S. 2047: „Cum Dominus Comes de Danneberg Heinricus, ecclesie nostre semper specialis et familiaris amicus, sepe coram nobis proponeret, quod nihil ab ecclesia Raceburgensi beneficii teneret, cum tamen in omnibus negotiis nostris, et coram Domino Heinrico Saxonum Duce et ubicunque potuisset, se nobis spe benevolum exhibuerit, sicut et fecerat Dominus Volradus Comes pater suus etc.“ Dieses schon genügt, um die Meinung Wersebe’s (Niederl. Col. S. 782), „daß dieses alles nur Scheincontracte gewesen seien, vermittelst deren sich die Geistlichen die Ansprüche, die sie nicht wirklich geltend machen konnten, dem Anschein nach vorzubehalten suchten“ – zu widerlegen. Wenn auch wirklich oft und später meistens der Zehnte in weltliche Hände kam, so leidet es doch keinen Zweifel, daß in jenen Zeiten der Besitzstand der Geistlichen immer anerkannt worden ist, und daß auch wirklich der rechtlich zu fordernde Zehnte geleistet

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an den Landeshern verliehen, womit die Stelle der Urk. von 1158 (Schröd. p. 378) übereinstimmt, wo Herzog Heinrich der Löwe sagt: Ejusdem Sadelbandie et Gamme decimas, quas de gratia et permissione Episcopi SINE FEODO tenemus, liberas esse Episcopo, cum sibi placuerit, recognoscimus. (Dasselbe in der Urk. v. 1174 Schr. p. 463. Vgl. das Verzeichniß von 1335 Schr. p. 1152. IN PALUDE et in terra Boitin nullus habet decimas, nisi recipiat in pheodo eas de manu Episcopi.)

In dem vorliegenden Verzeichniß sind nun die Privatpersonen, an welche Zehenten verliehen waren, namentlich aufgeführt, mit Angabe der Zahl der mansi *), deren Zehnten verliehen sind. Oft auch sind diejenigen, deren Zehnten dem Bischof übrig blieben, berechnet; öfters aber fehlt selbst die Angabe der mansi eines Dorfes; in der Regel bei den noch von Wenden bewohnten, noch nicht vermessenen und abgetheilten

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wurde. Aehnliche Belehnungen der Fürsten mit der Hälfte oder einem Theil der Zehnten finden sich in Menge; man vergl. nur die Urk. Heinrich Borwins über die Insel Poel von 1210 b. Westph. III, p. 1472, und die von Wersebe selbst S. 215, 403, 665 angeführten Beispiele, um zu erkennen, wie sehr diese Rechtsverhältnisse aus dem Geist des Lehnwesens hervorgiengen (S. Hüllmann Gesch. des Ursprungs der Stände in Deutschl. II. S. 144 ff. S. 228 ff.) Uebrigens scheinen die Städte sich von der Leistung des Zehnten meistens losgekauft zu haben; wenigstens sind von Gadebusch, Wittenburg und Hagenow die Weichbilder schon zehentfrei. Auch als die Stadt Gadebusch 1309 das Dorf Zwemin kaufte und zu Stadtfeld machte, wurde darauf 1327 dem Ratzeb. Capitel für den Zehnten von 4 mansis das Eigenthum zweier mansi in Vietlübbe gegeben (Rudloff Cod. dipl. ad. a.) Wismar und Lauenburg sind nicht erwähnt.


*) Mansus ist das geltende Wort für das deutsche HUFE, und hat dieselbe Unbestimmtheit. Ursprünglich ist mansus ohne Zweifel s. v. a. mensura und darf nicht mit Papias von manere hergeleitet werden. Es ist also ein Ackermaaß, das nach den Capitul. Ludw. des Fr. auf zwölf bunnaria bestimmt wird oder nach Papias zwölf jugera hatte (S. die Stellen bei Du Cange), also etwa zwölf Magdeburger Morgen. Nachher aber hieß auch das jedem Anbauer ertheilte, nach den Gegenden verschiedene Maaß Ackers mansus nebst dem darauf angelegten Gehöft. Daher

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Dörfern. Die Zehnten, welche das Capitel (oder, wie es hier immer heißt, der Probst, praepositus) hatte, waren schon 1167 (Urk. b. Schr. S. 432) auf den vierten Theil aus den drei Ländern Ratzeburg, Wittenburg und Gadebusch (neben der Hälfte der Einkünfte der terra Boytin) bestimmt worden; später aber im Jahr 1194 unter dem Bischof Isfrid wurde eine genaue Theilung vorgenommen (Schr. S. 490), deren Angaben mit denen dieses Registers zu vergleichen nicht unwichtig ist.

Da aber ein großer Theil des Sprengels anfänglich noch von Wenden bewohnt war, die der Zehntpflichtigkeit nicht unterworfen waren, so war diesen die sogenannte Biscopotinza oder der census Slavorum s. jus Slavicum, decima Slavorum, auferlegt, die der Bischof allein genoß, und nicht verlieh. Diese Abgabe bestand (nach den Urk. v. 1158 u. 1174) aus drei Maaß (Kuriz genannt, auch modius) Roggen, Einem Schilling (solidus unus = 1/16 Mark), Einem Topp Flachs und Einem Huhn (toppus lini unus, pullus unus) von dem Haken (uncus, oder aratrum Slavicum, d. h. von Einer Hofstelle, indem immer bei den slavischen Bewohnern der Haken statt des Pfluges diente und auch darnach das Ackermaaß bestimmt wurde, wie bei den deutschen Einwohnern nach Pflügen; vergl. die belehrende Anmerkung bei Wersebe Niederl. Col. S. 316 f.) Die Vergleichung dieser Abgabe mit dem Zehnten hat Schwierigkeit, weil weder der slavische Scheffel Kuriz, noch das slavische Hakenmaaß genauer bekannt ist. Daß (wie Rudloff Cod. dipl. p. 52 annimmt) Kuriz s. v. a. chorus d. h. 1/3 der Last oder Ein Wispel (wicscepen s. d. Urk. v. 1288 Schr.

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findet man den mansus durch verschiedene Zusätze genauer bestimmt: mansi Hollandrenses, oder Flandrici, mansi teutonici im Gegensatz. S. Wersebe S. 283. Mit der jetzigen Hufenzahl wird man freilich selten Uebereinstimmung finden. Indeß dürfte sich doch zuweilen die Hufenzahl vor Regulirung der Dörfer zutreffend finden, welche oft noch dieselbe ist, nach welcher kirchliche Abgaben entrichtet werden. So geschieht dies in Breitenfelde und Borsdorf (Burchardesdorp) noch jetzt nach 31 und 14 Hufen.

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p. 2919) oder 32 modii gewesen sei, ist eben so unmöglich, als die Annahme von Frank (A. u. N. Meklenb. II, S. 85), daß er vier Scheffel gehalten habe, unbegründet ist. Wenn gleich diese Abgabe dreifach höher war (Urk. v. 1158 tributum ob ipsorum nequitiam multo super priora adauxismus), als die von Otto I. statt des so verhaßten Zehntens der Slaven bestimmte (Helmold I, 24), so ist daraus noch nicht zu schließen, daß sie höher war, als die Verzehntung. Es heißt freilich (Urk. von 1171 Schr. S. 2897): decimae Slavorum tenues sunt; doch kann dies auch von dem Gesammtertrag des Slavenzinses verstanden werden. Glaublich ist, daß, wenn dieser Zins nicht höher, als der Zehnten war, sich die Wenden nie der Verzehntung unterworfen haben würden. Wie übrigens die slavische Bevölkerung so schnell der deutschen gewichen sei, unterliegt noch vielen Dunkelheiten. Gewiß ist aber (wie Wersebe sehr glaublich macht S. 784) nicht an eine durchgängige gewaltsame Austreibung der Slaven zu denken, sondern an eine allmählige Verschmelzung derselben mit den deutschen Bewohnern oder Ansiedlern. Daher denn auch sehr bald die Verzehntung statt des Slavenzinses allgemein wurde, und selbst der Graf von Dannenberg, wie oben erwähnt, versprechen konnte, binnen zehn Jahren die terra Jabele zehntbar gemacht zu haben. So versprechen die Herzoge Johann und Albrecht von dem Darsing dem Bischof bei eintretender Zehntbarkeit für den Zehnten eine bestimmte Vergütung von zwölf holländischen Hufen (Urk. v. 1261 Schr. p. 693).

Die Einkünfte der Pfarren betreffend war bei der Stiftung des Bisthums festgesetzt, daß, wenn das Land zehntbar geworden wäre, der Bischof mit den Besitzern des Bodens sich so vereinigen sollte, daß jede Pfarrkirche die Pacht und den zehnten von vier Hufen erhielte. *) Von dem noch dauernden

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*) Nach den Capitul. Karls war jeder Kirche Ein mansus, bei den Sachsen aber zwei zum Besitz ertheilt. Capitul de partibus Saxon. c. 15.

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Slavenzins bekam der Pfarrer Einen Scheffel und 2 Pfenninge (duo nummos d. i. zwei Zwölftel des solidus.) Die den Kirchen zugetheilten Hufen waren zehntfrei. Sie sind nicht alle genau angegeben; da aber, wo nur Eine oder zwei angegeben sind, wird man voraussetzen können, daß die übrigen drei oder zwei von dem Landesherrn der Kirche ertheilt waren. In der silva Clutze gab der Bischof alle vier, so auch in Proseken. In den Städten Wittenburg und Gadebusch hatte die Kirche ihre Freihufen nicht auf dem, zehntfreien, Stadtfelde, sondern in Dörfern. In drei Parochien findet sich außer dem Pfarrdorfe noch eine zweite, auch begabte Kirche als Filial erwähnt, nämlich in Crumesse die Kirche Grönow, in Rehna Wedendorf (oder Grambow 1320), in Neuenkirchen (ad novam ecclesiam) Lassahn. Diese Kirchen bildeten nachher eigne Parochien, so wie man denn in den spätern Verzeichnissen der kirchlichen Einkünfte von 1320 (Schr. p. 984) und von 1335 (p. 1156) eine viel größere Anzahl von Parochien findet, und später die Grenzen der Parochien oft sehr verändert sind. *)

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*) Daß im Eingang die Stiftung des Bisthums in das Jahr 1154 gesetzt wird, ist dadurch zu rechtfertigen, daß die bekannte Urkunde, in welcher Friedrich I. Heinrich dem Löwen die Stiftung der drei slavischen Bisthümer übertrug (aus dem Original Orig. Guelf. III, p. 470) in diesem Jahr ausgestellt worden ist. Dieses ist, da in der Urk. das Jahr fehlt, daraus zu erweisen, daß unter den Zeugen der Bischof Bruno von Hildesheim genannt ist, welcher (nach der Urk. in Orig. Guelf. III, p. 453) noch 1154 III. Non. Jun. das erste Jahr seines Amtes zählt, und daß Friedrich, welcher im October 1154 seinen Zug zur Kaiserkrönung antrat, noch Romanorum Rex darin genannt wird. Wahrscheinlich ist die Urk. im Jun. 1154 auf dem Reichstag zu Goslar gegeben. Der erste Bischof Evermod, war nach Helmold I, 78 bei dem Leichenbegängniß Vicelins gegenwärtig, welcher am 12. Dec. 1154 starb. Von D. Nicol. Peträus wird bekanntlich seine Investitur auf den 13. Jul. 1153 gesetzt. Daß die Confirmation des

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Anno domini M°. c°. l°. IIII°. domino ADRIANO papa romanam ecclesiam regente. et domino FREDERICO glorioso romanorum Imperatore et semper augusto feliciter regnante. fundata est Raceburgensis ecclesia a pie memorie DUCE HEINRICO filio Heinrici ducis qui primus saxonie ducatum optinuit. consentiente. et sibi fideliter cooperante domino Hartwico magno bremensium archiepisco. Idem uero H. prenominatus dux cuidam nobili Heinrico de Botwede comitiam Raceburgensem in beneficio dedit. per quam primo nomen comitis idem H. sortitus fuit. et cum consilio prenominati

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Pabstes Hadrian IV. erst am 21. Jan. 1157 und die Dotationsurkunde erst 1158 (nach Wersebe S. 801 am Anfang des Jahrs) ausgefertigt worden ist, kann nicht hindern, das Stiftungsjahr einige Zeit früher zu setzen. Zu früh jedenfalls ist die Angabe der (später verfaßten) Inschrift am Eingange der Domkirche 1144 Id. Aug. – Der Ausdruck vom Vater Heinrichs des Löwen: qui primus Saxoniae ducatum obtinuit, deutet auf die Belehnung Heinrichs des Stolzen mit Sachsen durch Lothar II. 1127. – Die Frage, warum der Erzb. Hartw. v. Br. u. H. (1148-1168) hier Magnus heißt, beschäftigte schon Schrödern (p. 314). Es ist gewiß ein ehrender Beiname, den Prädikaten, welche Friedrich II. und Heinrich der Löwe hier erhalten, zu vergleichen. – Bei dem Grafen Heinrich von Badewide von Ratzeburg (1142-1164), dessen Name auch Badwide, Botwide, Botwidel geschrieben wird, kann die Bemerkung auffallen: per quam primo nomen comitis sortitus est. Denn er hatte schon, ehe er die Graffschaft Ratzeburg erhielt, nach der Vertreibung des Grafen Adolf II. von Albrecht dem Bären 1138 die Grafschaft Holstein zu Lehen erhalten. Doch da Albrechts Ansprüche auf das Herzogthum Sachsen ihm von Seiten der Guelfen noch streitig gemacht wurden, so war auch der von ihm ertheilte Grafentitel noch streitig, weshalb Helmold I. 56 sagt: Henricus, qui cometiam administrabat, und ihn nirgends comes Holsatiae nennt. So möchte jener Ausdruck eher zu verstehen sein, als wenn man ihn (wie v. Kobbe Lauenb. Gesch. S. 170 Anm.) bloß auf die Benennung als Graf von Ratzeburg beziehen wollte.

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domini H. bremensis. simul et prenominati H. ducis ita ordinatum fuit. ut in tribus prouinciis Raceburg. Wittenburg. et Godebuz idem H. comes decimam dimidiam teneret in beneficio ab episcopo. et dimidia uacaret episcopo. tam de allodiis comitis. quam de noualisbus per omnia. et uterque tam episcopus. quam comes de parte sua inbeneficiarent quem uellent. et prout uellent. hoc interposito quod in qualibet uilla duodecim mansos. aut ultra duodecim habente. episcopus duos. comes duos. ad ius quod settenke uocatur prestare tenerentur. si uero minus duodecim. uterque eorum unum prestabit. Hoc quasi pro iure datum fuit. et ab omnibus acceptatum.

 

Ista sunt beneficia Episcopalia ab Episcoporum parte prestita.

Numerus in marginibus numerum mansorum cuiuslibet uille disignat.

Sacti spiritus assit nobis gratia.
 


 


In
parroch.
Slankes-
torp.

 

*) In villa Slaukestorp sacerdos ad dotem habet II. mansos. Octo mansos quos liberos habuit ibi Episcopus dimisit Reimboldo pro redditibus quos idem R. habuit in uilla Rene, non in beneficio. sed pro tempore. quam diu placeret Episcopo. Johannes III. XXVIII.
  Mechowe nullum beneficium est. decimam dimidiam habet ecclesia.
 
XVIII.
  Slaubrize Meinolfus et Bernardus Trimpe habent decimam duorum mansorum. quod superest de parte episcopi habet ecclesia.
 
XV.
  Multsan nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
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*) Der erste Buchstabe in jeder Abtheilung ist ausgelassen und der Raum frei.

1887/1 - 14


1887/1 - 15
 

  Villa Elisabet tota sclauica est. nullum beneficium est.
 
 
  Vtechowe nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
XII.
  Campowe Bernardus dimidiam decimam habet ab episcopo. nichil uacat.
 
VI.
  Repece Wezel I. Sigestus II. VIII0. uacant episcopo.
 
XXII.
  Ratistorp Johannes de Multsan habet decimam duorum mansorum. Bernardus de Wigenthorp IIIIor nichil uacat episcopo.
 
XII.
 
In parroch. Karlowe.
In uilla Kalowe Godescalcus IIIIor mansos in beneficio habet ab episcopo. ecclesia ibidem unum. Quinque uacant episcopo.
 
XX.
  In slauico Karlowe Godescalcus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XII.
  Demere Godescalcus II. ecclesia Karlowe I. Boleke I preter quos dimidia uacat episcopo.
 
XXII.
  Scethinkestorp Godescalcus I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.
 
V.
  Klokestorp Bernardus dimidiam decimam habet ab episcopo. nichil uacat episcopo.
 
XII.
  Pogatse Theodericus et suus frater habent I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.
 
X.
  Samekowe Godefridus et Thedolfus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
X.
  Stove Luthardus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
X.
  Rosenitze idem Luthardus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
X.
  Nescowe nullum beneficium est.
 
IX.


1887/1 - 15


1887/1 - 16

 

 
Woytenthorp Wernerus I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.
 
X.
 

In Parroch. Mustin.

In uilla Mustin Nicholaus et Heinricus frater suus dimidiam decimam habent.
 
XXX.
  Lankowe Custodia Raceburgensis dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XII.
  Dechowe Godescalcus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.
 
XIIII.
  Tvrowe Siffridus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.

In slavico Tvrowe Otto albus habet dimidiam decimam.
 
XIIII.
  Dvzowe Christoforus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.

Kitlist tota dimidia decima uacat episcopo. nullum beneficium.

Goldense Volquinus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XII.
  Ekhorst Otto albus II. Luthardus II.

Rvkelin Godeschalcus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
VIII.
  Gardense Heinricus et Nicholaus dimidiam decimam habent ab episcopo.
 
VI.
 

In Parrochia Sethorp.
Sethorp Ecclesia I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.  
  Tsachere dimidia decima uacat preposito. nullum beneficium est.
 
XXII.
  In sclauico Tsachere dimidia decima est walteri de paniz.
 
XIII.
  Brisan dimidia decima est prepositi. nullum beneficium est.
 
IX.


1887/1 - 16


1887/1 - 17
 

 
Nienthorp dimidia decima est prepositi. nullum beneficium est.

In sclauico Sethorp Reinfridus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
IX.
  Dargowe Otto albus III. Godescalcus II. de karlo.
 
X.
 

In Parroch. Stralige.

Stralige wedekindus III. filii Brunonis III. ecclesia II. prepositus XII.

Holembeke Conradus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XL.
  Kerseme dimidia decima est prepositi. nullum beneficium est.
 
XII.
  Ad nigrum stagnum dimidia decima est prepositi. nullum beneficium est.

Ad utrumque Salim dimidiam decimam habent Nicholaus et Heinricus.
 
IX.
  Cowale Otto albus dimidiam decimam habet.
 
VI.
  Clotesvelde totum est prepositi.
 
XII.
 

In Parrochia Godowe.
Godowe ecclesia I. Theodericus lupus III. preter quos dimidia decima uacat episcopo.  
  Bandowe Theodericus puttelerus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.
 
XII.
  Lesten Bruno II. et Bernardus II.
 
XXXVI.
  Mazleviz dimidiam decimam habet Johannes.
 
XII.
  Sakkeran Willehelmus VI. prepositus habet XII.

Lutowe Heinricus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.

Ad sclauicum Sakkeran nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
XXXVI.
  Dargenowe Heinricus I. Fridericus I. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
XVII.
  Besendale Bernardus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
XII.

1887/1 - 17


1887/1 - 18
 

 
Tsarnekowe Marquardus II. prepositus habet XI.

Grambeke Herdingus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.

Drvsen Heinricus de Belenthorp dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XXVIII.
 

In Parrochia Breden-
velde.

Bredenvelde ecclesia I. Emeke I. et dimidium. preter quos dimidia uacat episcopo.
 
XXXI.
  Wolterstorp Willehelmus et Gerardus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.
 
XII.
  Nienthorp Hildebrandus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.
 
IX.
  Ad antiquum Mulne Conradus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.
 
IX.
  Belowe nullum beneficium est. dimidia decima uacat preposito.
 
XII.
  (Borchardestorp. Burchardus et boleko IIII. dimidia uacat episcopo. *)
 
XIIII.
  Logen Herdingus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
VI.
 

In Parrochia Nusce.

Nvsce Ecclesia II. Nicholaus ... preter quos dimidia decima uacat episcopo.

Walegotesvelde tota uilla est prepositi cum censu et decima.
 
 
  Pokense nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.

Hagen Fridericus II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
XIIII.
  Stenborg nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
XII.


 

____________________

*) Von späterer Hand am untersten Rande der Seite beigeschrieben.


1887/1 - 18


1887/1 - 19
 

 
Kvcen Edelerus dimidiam decimam habet ab episcopo (gherke crummesse habet *).

Duvense nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.

Panten nullum est beneficium. dimidia decima uacat episcopo.

Ritzerowe. Manowe. Bercroth. Coberch. beneficium Corui sunt.

Klinkroth.

Sirikesvelde Eylo II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.

Ad sclauicum Sirikesvelde nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
 
  Lvchowe Emeke II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.
 
VIII.
  Zanzegnewe idem Emeke II. preter quos dimidia decima uacat episcopo.

Sciphorst sclaui sunt. nullum beneficium est.

Linowe Marquardus dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
XII.
  Helle nullum beneficium est. dimidia decima uacat episcopo.
 
VIII.
 

In Parrochia Parketin.
PArketin Ecclesia I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.

Guldenize.

Ciresrode. Nothelmus dimidiam decimam habet ab episcopo.

Hakenbeke idem Nothelmus partem decime episcopi tenet dimidiam. dimidia uacat Episcopo. hoc est quarta pars.
 
 


____________________

*) Von späterer Hand.

1887/1 - 19


1887/1 - 20
 

 
Climpowe Roderus II. preter quos dimidia decima uacat preposito.

Ad slauicum Sarowe Ekkehardus dimidiam decimam habet ab episcopo.

Ad sclauicum Parketin sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
XII.
 

In Parrochia Crumesse.

CRumesse nullum beneficium est. dimidia decima uacat preposito.

Scenkenberge dimidiam decimam habet prepositus.

Cronesvorde dimidiam decimam habet prepositus.

Stochelestorp dimidiam decimam habet Heinricus pincerna.

Nienmarke dimidiam decimam habet idem H. pincerna.

Wulvestorp dimidiam decimam habet Reinfridus.

Begenthorp dimidiam decimam habet idem R.

Gronowe Volcmarus II. preter quos dimidia decima dos est eiusdem ecclesie ab episcopo.

Sarowe idem Volcmarus dimidiam decimam tenet ab episcopo.

Toradestorp idem Volcmarus dimidiam decimam tenet ab episcopo.

Blankense Reinfridus dimidiam decimam tenet ab episcopo.

Valkenhus dimidiam decimam habent fratres in Raceborg ad lumina.

Scatin Reinfridus dimidiam decimam habent ab episcopo.
 
XVIII.

1887/1 - 20


1887/1 - 21
 

 
*) Pogatse Meinolfus I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.

Ad slauicum Pogatse sclaui sunt. nullum beneficium est.

Dvsnik Otto Albus dimidiam decimam habet ab episcopo.

Ad vnam domum dimidiam decimam habet prepositus.

Hermannestorp Hermanus Coz dimidiam decimam habet ab episcopo.
 
 
  Cvlpin Edelerus dimidiam decimam habet.
 
XII.
  Belenthorp nullum beneficium est. Prepositus dimidiam decimam habet.

Ad minus Belenthorp nullum beneficium est. Prepositus dimidiam.
 
XX.
  Ad maius Mancre Siffridus et Hermannus.
 
VIII.
  Ad minus Mancre Prepositus habet dimidiam decimam.

Giselbrechtestorp dimidiam decimam habet prepositus.

Albrechtesuelde fridericus stultus dimidiam decimam habet.
 
IIII.
  Lankowe dimidia decima uacat episcopo.

Ad omnia allodia in monte dimidiam decimam habet prepositus.
 
XII.
 
In Parrochia Smilowe.
Smilowe nullum beneficium est. dimidia decima uacat Episcopo.

Dormin nullum beneficium est. dimidia decima uacat Episcopo.
 
 

____________________

*
) Hier ist von dem Abschreiber am Rande der Titel: Ad ecclesiam S. Georgii prope Raceburg ausgelassen worden. Es fängt im Original hier eine neue Seite an. Die beiden Parochien Boken und Mulne sind auf dem äußeren Rande beigeschrieben, so daß kein Raum mehr blieb.

1887/1 - 21


1887/1 - 22
 

 
De Borchevel Baceborg dimidia decima uacat Episcopo.

*) (Reimboldus dimidiam decimam habet ab Episcopo.)
 
 
 

In Parroch. Boken.

Boken Heinricus
 
XVIII.
  Brotne Rodolfus V. preter quos dimidia decima uacat Episcopo.
 
XXX.
  Vitsin Heinricus VI. preter quos dimidia decima uacat Episcopo.
 
XXIIII.
 

In Parrochia Mulne.
Mulne dimidia decima uacat Episcopo. Conradus dimidiam habet ab Episcopo. XII.
  Guletse albertus II. preter quos dimidiam habet prepositus.
 
X.
  Pinnowe dimidiam decimam habet prepositus. nullum beneficium est.

Pezeke.
 
XII.


Ista sunt beneficia, quae prestita sunt ab episcopo in terra Wittenburg.
 


In Parrochia Tsarnetin.

Tsarnetin Ecclesia I. preter quem dimidia decima uacat episcopo.
 
XXXV.
  Vilvn Ecclesia I. Otbertus II. preter quos dimidiam decimam habet prepositus.
 
XIIII.
  Lvttekowe Hermannus Coz II. preter quos dim. dec. uac. epo.

Cvltsin Bernardus II. preter quos dim. dec. habet pps.

Pampurine Blizemer dim. dec. habet ab epo.
 
XIIII.
  Scalize nullum benef. est. dim. dec. habet pps.
 
XVIII.
  Bantin Reinfridus dim. dec. habet ab epo.
 
XVI.

____________________

*
) Später in der untersten Zeile der Seite zugeschrieben.


1887/1 - 22


1887/1 - 23
 


In Parrochia Nien-kerken.

Ad novam exxlesiam. Ecclesia I. Conradus IIII. Epo. uacant VII et dimidius *).
 
XXV.
  Stenvelde Wipertus dim. dec. ht. ab epo.
 
IX.
  Melenteke Wigmannus I. preter quem totam decimam ht. pps.
 
XVI.
  Lassan ecclesia I. Siffridus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XXVIII.
  Techin Heinricus IIII. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XVI.
  Tvrkowe dim. dec. habet Reinfridus.

Bosowe totum habet pps. cum censu et decima.

Ad. sclauicum Nienthorp dim. dec. ht. Hermannus.

Campe dim. dec. uacat epo. et de allodia VIII° mensure siliginis.
 
IX.
 

In Parrochia Dober-sche.

Dobersche ecclesia I. **) preter quos dim. dec. habet Coruus.
 
XII.
  Tessin Hermannus dim. dec. ht. ab epo.
 
X.
  Stulniz Hildebode dim. dec. ht. ab epo. et Hermannus I. et dim.
 
XXIII.
  Droneviz idem Hildebode dim. dec. ht.
 
XVII.
  Bodin nullum benef. est. dim. dec. uacat epo.
 
XIIII.
  Badowe Heinricus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
X.
  Wozlize Rodolfus II. Epo. V. uacant.
 
XIIII.
  Rocut Episcopus II. prepositus VII.
 
XVIII.
  Bentin Sueder I. Theodericus I. preter quos decimam totam ht. pps.
 
XIX.


____________________

*) Am Rande steht mit kleinern Buchstaben die Berechnung so:
XXV. I. IIII. VIII.
Nienk. e. Conradus Eps.


**) Statt I ist corrigirt: II.


1887/1 - 23


1887/1 - 24
 


In Parrochia Parem.

Parem Ecclesia I. Ludolfus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XVIII.
  Dvmmere dim. dec. ht. Coruus.
 
X.
  Scarsin dim. dec. uacat epo.
 
XIIII.
  Molenbeke dim. dec. uacat epo.
 
XII.
  Radelube dim. dec. uacat epo.
 
X.
  Chemelin dim. dec. uac. epo.
Pogresse Walterus II. preter quos dim. dec. habet pps.
 
XXVII.
 

In Parrochia Wittenbg.
IN agris ciuitatis Wittenburg nulla decima uacat epo.  
  Karwete Hildebode II. peter puos dim. dec. uac. epo.
 
XII.
  Warsekowe Hermannus et sui fratres dim. dec. habent ab epo.
 
XXI.
  Ziklemarke dim. dec. uac. epo. nullum benef. est.

Lesen Ecclesia Wittenburg I. *) preter quos dim. dec. uac. epo.

Pvtselin Burchardus III.
 
XII.
  Bobetin Hildebode dim. dec. ht. ab epo.
 
XII.
  Woltsowe Heinricus II. preter quos dim. ht. pps.
 
XXII.
  Pvtlekowe Johannes II. Reinfridus IIII.
 
XII.
  Lvzowe Emeze III. Eps. I.
 
VIII.
  Cerbeke fridericus dapifer dim. dec.

Lvkkeuiz.
 
XII.
 

In parroch. Hagenowe.
Hagenowe nichil uacat epo.  
  Bakenthorp Reinfridus dim. dec. ht.

Preceke Hermannus dim. dec. ht.
 
XII.
  Vis sclaui sunt. nullum benef. est.
 
X.
  Potechowe dim. dec. ht. pps.
 
XXIIII.


_________________________

*) So lieset man jetzt. Früher Stand II.

1887/1 - 24


1887/1 - 25
 

 
Todin Heinricus hucsit II. preter quos dim. dec. ht. pps.
 
XIIII.
  Mercrade fredericus II. tertia pars uacat preposito.
 
XVI.
  Dametze ecclesia Hagenowe I. Aluericus II. epo uacant II.
 
X.
  Grancin fridericus II. Reinfridus IIII.

Tsabele Willehelmus II. Albertus reliquam partem epi.
 
XII.
  Scarbowe Walterus dim. dec. ht. ab epo.
 
XVIII.
 

In Parroch. Priscire.

Priscire ecclesia I. epo uacant XIIII.

Gorezlawe sclaui sunt. nullum benef. est.
 
XXX.
  Wargeliz Johannes auca II. tertia pars uacat epo.
 
XX.
  Goldeniz Nicholaus IIII. *)
 
XIIII.
  Grabeniz Hermannus II. epo II. uacant.

Scarbenowe sclaui sunt. nullum beneficium est.

Cetsin sclaui sunt. nullum benef. est.
 
VIII.
  Zwechowe dim. dec. uacat epo.
 
VIII.
 

In Parro-chia Vilan.

Vilan. ecclesia I. fridericus II. Theodericus II. pps. ht. IX.
 
XXXII.
  Clodram fridericus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XIIII.
  Tramme.
 
XVI.
  Jesowe Bvrchardus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XII.
  Gansethorp
 
X.
  Melcohche dim. dec. ht fridericus de Medenge.
 
XIIII.
  Dvssin Johannes auca II. epo III. uacant.
 
X.
  Bralizstorp ecclesia uilan I. Lvze I. pps IIII. ht.
 
XII.

____________________

*) Am Rande: de tribus questio est.

1887/1 - 25


1887/1 - 26

 

 
Domeratse Olricus II. tertia pars uacat ppo.
 
XX.
  Bansin idem Olricus II. tertia pars uacat ppo.
 
XVII.
  Bolbruke nullum benef. est. dim. dec. ht. pps.
 
XII.
  Panitz Walterus I. tertia pars uacat ppo.
 
XIIII.
  Marsowe Wernerus II. VI. uacant epo. *)
 
XX.
  Sekkevin Sviderus III. VI. Epo. uacant.
 
XVIII.
 

In Parroch. Curchowe.

Kvrchowe ecclesia I. Heinricus I et dim. Walterus I et dim. epo VII uacant **).
 
XXVI.
  Kattemarke Gerardus I. Heinricus II. epo III uacant.
 
XII.
  Zvabrowe Aluericus II. epo IIII uacant.
 
XII.
  Zvre Daniel II. preter quos dim. dec. ht pps.

Cvtsin Heinricus hucsit dim. dec. ht ab epo.
 
XII.
  Predole Otto II. pps. ht VI.
 
XVI.
 

In Parrochia Camin.

Camin ecclesia I. eps IIII. pps VII. ***)
 
XXVIII.
  Doytin
 
VIII.
  Golenbowe
 
XX.
  Holthusen
 
VI.
  Vitecowe Heinricus Grip dim. dec. ht ab epo
 
X.
  Cowale

Dadowe per omnia cum censu et decima et cum omni iudicio colli et manus est epi.
 
XXIIII.



In terra Godebuz dominus terre Dimidiam decimam tenet ab epo in beneficio.
et qui subscripti sunt. taliter et taliter sunt inbeneficiati.
 


In Parro-chia Rene.

Bulowe Godefridus II. Eilbertus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
XXIIII.


____________________

*) Am Rande: de duobus est questio.
**) Am Rande: XXVI. IIIor mansi. ad hoc in nemore.
***) Am Rande: de duobus est questio.


1887/1 - 26


1887/1 - 27

 

 
Warnekowe.
 
X.
  Lovetse Godefridus II. preter quos dim. dec. uacat epo.
 
X.
  Glatsowe Eps ht tres et dim.
 
X.
  Parport dominus terre totum habet.
 
VI.
  Nesowe nullum benef. est. dim. dec. uacat epo.
 
XII.
  Ad sclauicum Nesowe Bvrchardus dim. dec. ht.
 
X.
  Rene totum est epi. cum censu et dec. preter mansum unum et dimidium. quos Volquinus habet.
 
VIII.
  Tvrbore dim. dec. ht Johannes de Camin. [et Gisla I.] *)
 
VIII.
  Vitense Thetleuus II. preter quos dim. uacat epo.
 
XVI.
  Woltsekenthorp Wedekindus I. Bvrchardus IIII.
 
XII.
  Brutsekowe Martinus II. preter quos dim. uacat epo.
 
XIIII.
  Ad sclauicum Brutsekowe.
 
XXXV.
  Cochelestorp Godescalcus II. preter quos dim. uacat epo.

Bansin Thedolfus I. reliquam partem epi Reinfridus.
 
XII.
  Hunnenthorp nullum benef. est. dim. uacat epo.
 
XVI.
  Kasthorp
 
XXXII.
  Jeserits
 
XX.
  Herbordeshagen

Prope Tvrbore noua uilla.
 
XXVI.
  Wedewenthorp Theodericus I. aliam partem epi ht ecclesia in uilla.
 
IX.
  Ad aliud Wedewenthorp Eylardus II. III. Johannes de Camin.

Valkenhagen.
 
X.


____________________

*) Ist von späterer Hand.

1887/1 - 27


1887/1 - 28
 


In Parro-
chia Vite-
lube.
Vitelube Godefridus I. et Johannes I. ecclesia I. VII uacant epo. XXI.
  Pvtrowe Berengerus II. X uacant epo.
 
XXIIII.
  Rambel nullum benef. est. dim. uac. epo.
 
X.
  Hindenberge

Sclauicum Hindenberge.
 
XXIIII.
  Strestorp Albertus I. Botolfus I. IIIIor uacant episcopo.
 
XII.
  Vruwenemarke ecclesia vitelubensis I. Hartmodus IIII. VIII°. uacant episcopo.
 
XXVI.
  Dargun Heinricus II. Christophorus I. Hermannus I. quinque uacant episcopo.
 
XXIII.
  Rosenowe Thetleuus dimidiam dec. habet ab epo.
 
XX.


Quia Raceburgensis episcopatus in terra zverin in parte aliqua extenditur.
in hiis uilis que subscripte sunt. duas partes decime habet Comes in beneficio.


 

In Parro-chia Exen.
Exen Comes habet duas partes decime ab episcopo.
 
 
  Sconevelde Comes habet duas partes decime. prepositus terciam.
 
XVIII.
  Windelerstorp Comes idem duas partes. prepositus terciam.
 
IX.
  Godin idem Comes duas partes. prepositus terciam.

Ad molendinum idem Comes duas partes decime.

Sevelde

Wostemarke

In Rutnik in terra zverin Geroldus.
 
XII.



____________________

*) Hier beginnt Pag. 17 oder die zweite Quarterne.


1887/1 - 28


1887/1 - 29


In terra Godebuz dominus terre dimidiam decimam habet in beneficio ab episcopo Raceburgensi.
sed qui subscripti sunt taliter ac taliter sunt inbeneficiati.


 


In Parroch.
Pocrente.

Pocrente. Coselowe. Luzowe. Baleise.

Antiquum Pocrente in istis uillis habet Tetleuus dimidiam decimam ab episcopo.
 
 
  Rantsowe Marquardus II. preter quos dimidia uacat episcopo.
 
V.
 
In Parrochia Godebuz.
IN agris ciuitatis Godebuz nulla decima uacat episcopo.

Zvemin
 
 
  Radegust

Wokenstede Tetleuus dim. dec. habet ab episcopo.
 
X.
  Ganzowe Lvdolfus II. preter quos dimidiam habet prepositus.
 
XXVI.
  Malin

Metsen Gisla II. preter quos dim. uacat epo.
 
XVIII.
  Holtthorp eadem Gisla II. preter quos dim. uacat epo.
 
XVI.
  Germerstorp

Bocholt Enkelardus dim. dec. habet ab epo.

Gvstecowe Enkelardus dim. dec. habet ab epo.
 
XVIII.
  Parsowe
 
VIII.
  Strestorp
 
VIII.
 

In Parrochia Rokken-thorp.

Rokkenthorp Segebode IIII.
 
XXVI.
  Brezen Gisla II. IIIIor habet episcopus.
 
XII.
  Knesen Godefridus IIII. dim. dec. habet ab epo. ad sclauicum knesen

In Parrochia Zadewalz
 
VIII.
  Zadewalz Heinricus I. Gregorius I.
 
XXII.
  Sclauicum Sadewalz II. Episcopo uacant. VI Hildebode habet.
 
XVII.
  Crampiz II Luderus. III uacant episcopo.
 
X.


1887/1 - 29


1887/1 - 30
 

Ista sunt beneficia prestita ab episcopo in terra Dartsowe.
 


In Parro-
chia  Dart-
sowe.
Dartsowe. I Hermannus aduocatus. VIII.
  In allodio militum Christi dim. dec. habet episcopus.
 
V.
  Sethorp decanus lubicensis habet beneficium.
 
VI.
  Bunestorp filius alfwini et filius lutberti decimam totam habent.
 
XIIII.
  Pricenthorp Berta I.
 
VIII.
  Villa Thankmari Thankmarus I.
 
VI. *)
  Villa Willehelmi Vffo II.
 
XII.
  Benekenthorp Wedekindus dimidiam.
 
X.
  Villa Johannis. Johannes I.
 
IX. **)
  Villa volquardi. volquardus I. Heinricus et adolfus III.

Woteniz nullum beneficium est sclauica uilla est.
 
X.
  Erkense teutonicum nullum beneficium est.

Erkense sclauicum sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
XX.
  In indagine Thankmari nullum beneficium est.
 
X.
  Tankenhagen Jordanis I.
 
XX.
  In indagine aduocati nullum beneficium est.
 
XX.
  Rardolueshagen nullum beneficium est.
 
XVI.
  In indagine Woldemari nullum beneficium est.
 
X.
 

In parro-chia Mummen-thorp.
Mvmmenthorp Ricbernus I.
 
XII.
  Tramme Ricfridus I. et unum quartale detinet iniuste.
 
XII.
  Rodenberge Ratmarus. et Heyo I.
 
X.
  Poppenthorp poppe
 
VI.

____________________

*) Zusatz von späterer Hand: XIII.
**) Späterer Zusatz: XIII.



1887/1 - 30


1887/1 - 31
 

 
Ponatestorp Hermannus I.
 
VIII.
  Johannisuelt nullum beneficium est.
 
VI.
  Rvcsin
 
VIII.
  Villa Reinwardi Osbernus I. alfardus I. preter quos dimidia uacat episcopo.
 
XVIII.
  In eisdem agris est sclauica uilla. nullum beneficium est.
 
XII.
  In uilla Tuskowe Woldemarus. et albero I.
 
XII.
  Bvrtsowe filii lefardi I.
 
XIIII.


Ista sunt beneficia prestita ab episcopo in terra Brezen.

 

In parro-
chia Hon-
kerken.

Ad altam ecclesiam. Ecclesia II. Ricbertus duorum mansorum censum. et unius mansi decimam habet ab episcopo.
 
XIIII.
  Walmanstorp Thitmarus II. et Marquardus dimidium. III uacant episcopo.
 
IX.
  In noua uilla Wartus I. dimidia uacat episcopo.
 
X.
  Ad paruum Walmanstorp Herderus I. Episcopo II. uacant.
 
VI.
  Euerakkerstorp Wedekindus II. volcmarus I. nichil uacat epo.
 
VI.
  In uilla Hoyken Hoyke I. preter quem dimidia uacat epo.
 
XI.
  Gramekowe Ecclesia I. et dim. Heinricus II. et dim. nichil uacat episcopo.

Bekereviz. Reimanstorp. Wicenthorp. Istarum trium uillarum decimas. et IIIIor mansorum decimas fredeberni dimisit Episcopus Heinricus pro hereditate et censu et decima dimidia Mandrowe. et terminis quas uilla possidet.
 
 

 

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1887/1 - 32

 

 
Mandrowe Johannes et suus frater II. reliqua tota uilla uacat episcopo.
 
XIIII.
  Jastreviz Gregorius III. et Wolbertus dimidiam. preter quos dimidia uacat episcopo.

Marmotse sclauica uilla est dum teutonici intrauerint. Wartus II habebit. preter quos dimidia uacabit episcopo.

In noua uilla
 
XVII.
 

In parrochia Proceke.

IN Proceke. Ecclesia totum habet libere.
 
IIII.
  In uilla Lamberti
 
XIIII.
  Wizok nullum beneficium est. dim. uac. epo.
 
VI.
  Mirowe nullum beneficium est. dim. uac. epo.
 
V.
  In uilla Gerardi Gerardus I. IIII.or uacant epo.
 
X.
  In uilla Merzlaui nullum benef. est dim. uac. epo.
 
V.
  Gvgelowe Elyas II. preter quos dim. uac. epo.
 
XXV.
  Krukowe Bole I. preter quem dim. uac. epo.
 
VIII.
  Dammhusen Rode broder dimidium. petrus I. et dimidium. preter quos dimidia uacat epo.
 
XXXI.
  Woytenthorp Johannes flamingus I. preter quem dim. uac. epo.

In uilla Christofori nullum benef. est. dim. uac. epo.

In uilla Walteri sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
XI.
 

In parroch. Gressowe.

Gressowe Ecclesia II. Thitbode II. reliqua tota uacat episcopo.
 
XV.
  Sibvs Aluericus II. preter quos dim. uac. epo.
 
VIII.
  Ad aliud Sibvs Godefridus I. preter quem dim. uac. epo.

Barnekowe sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
VIII.
  Coselowe Aluericus I. reliquum habet ecclesia Gressowe.
 
VI.

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Tressowe Ekolfus I. Episcopus I.
 
IIII.
  Quale Gerardus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XVI.
  Krankowe Eilardus I. preter quem dim. uac. epo.

Sclauicum Crankowe sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
VI.
  Cimerstorp Johannes Werentrudis II. preter quos dim. uac. epo.
 
VIII.
  Marquardusthorp fredebernus I. preter quem dim. uac. epo.
 
VIII.
  Plocekowe Leverus I. preter quem dim. uac. epo.
 
VIII.
  In uilla Thedolfi Thedolfus I. reliquum habet ecclesia Gressowe.
 
X.
  Jamene Godescalcus I. reliquum habet ecclesia Gressowe.

In indagine Rutnik que est in terra Brezen tres partes decime sunt episcopi. Quartam partem tenent Aluericus. et Johannes flamingus ab
episcopo.

In indagine fredeberni.
 
VI.
 

In Parroch. Begen-thorp.
Begenthorp ecclesia II. Bege I et dim. preter quos dim. uac. epo. XVI.
  In uilla Lvtheri Luther I. peter quos dim. uac. epo.
 
X.
  In uilla Martini. Martinus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XI.
  Metenthorp alter Lvtherus I. preter quem dim. uac. epo.

In uilla Mauricii sclaui sunt. nullum beneficium est.

In uilla Clitse sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
VIII.

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In uilla zscarbvz sclaui sunt. nullum beneficium est. *)
 
 
  Rambowe Broder I. partem episcopi habet ecclesia Begenthorp.
 
IX.
  Ad unum Stitene
 
XVIII.
  In alio Stitene Josep I. preter quem dim. uac. epo.
 
XII.
  Ad tercium Stitene Helmericus I. Episcopus I.
 
IIII.
  Ad quartum Stitene nullum beneficium est. dim. uac. epo.
 
IIII.
  In uilla Zauiztorp Hermannus de Rodenbeke totum.
 
VI.
  Cogchelestorp Hermannus I. reliquum habet ecclesia Begenthorp.

In uilla Hermanni sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
X.
 

In Parro-chia Gnewes-mulne.
Gnevesmulne ecclesia II. in agris Rademersuelt Conradus I. Theodericus I. in agris antiquis Gnewesmulne.  
  Narsenthorp Jeverus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XIII.
  Minnowe Everardus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XII.
  Degetowe prepositus dominarum dimidiam decimam tenet de gracia. non in beneficio.

IN uilla Conradi sclavi sunt nullum beneficium est.

Vulnustorp sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
VI.
  Porzcrowe
 
XIII.
  Cristane
 
X.
  Wotenist Albertus I. preter quem dim. auc. epo.
 
XVIII.


____________________

*) Am Rande: XV. Dambeke.

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Quastin Herwardus I. preter quem dim. uac. epo. *)
 
X.
  Vilebeke Berta I. aliam partem episcopi habet ecclesia Gnewesmulne. Heradus I.

In uilla Gozwini sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
X.
  Santekowe Heinricus I., preter quem dim. uac. epo.
 
VI.
  IN Ratnisvelt dim. dec. uac. epo.

Lvtteken warnowe sclaui sunt. nullum beneficium est.
 
V.
  Toradestorp Herwardus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XI.
  Woldenhagen
 
VI.


Ista sund beneficia que prestita sunt ab episcopo in Clutse nemore.

 


In Parroch. Clutse.

IN uilla. Clutse. et in superiori uilla Tarneuitz. et in uilla Retwisch et in uilla Grundiseshagen. et in uilla Tomashagen ubi est ecclesia
tercia pars decimarum uacat episcopo. de qua parte decimus mansus prestitus est dominis uillarum. De parte episcopi ecclesia in Clutse habet IIIIor mansos. et ecclesia Thomashagen in sua uilla IIIIor. et de parte domini terre totidem.

IN superiori uilla Tarnevitz Bvrchardus VI. Lippoldus VI.

IN wittenbergerhagen tercia pars decimarum uacat episcopo. de qua Nicholaus habet dimidium mansum.
 
 

____________________

*) Späterer Zusatz: I. (das Zeichen "I." zentriert hochgestellt über das Wort: "olricus") olricus. XIII.

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IN uilla Wartus ad sclauicum Tarnevitz. Wartvs II. preter quos dimid. uac. epo.

Erpushagen tercia pars uacat episcopo. de qua Meinwardus I habet. et Hardradus III.

IN indagine prepositi tercia pars uacat episcopo.
 
 
 

In Parrochia Thomas-hagen

Thomashagen *)

Bvrissowe Wartus II. preter quos dim. uac. epo.
 
 
  Porin Theodericus I. preter quem dim. uac. epo.
 
XII.
  Rolueshagen nullum beneficium est. tercia pars uac. epo.
 
XII.
  Cvzowe Heinricus II. preter quos dim. uac. epo.
 
XVI.
  Gvttowe Lvdolfus II. preter quos dim. uac. epo.
 
XII.
  Ponatestorp Hermannus I et dim. preter quos dim. uac. epo.
 
VIII.
  Wulsin tercia pars uac. epo.
 
VIII.
  Stellershagen tercia pars uac. epo.
 
XCIII.

In Parroch. Elmen-horst.

Elmenhorst tercia pars uacat episcopo. de qua Godefridus I. habet.

Wernekenhagen tercia pars uac. epo.

Stenbeke tercia pars uac. epo.
 
 
 

In parroch. Calchorst.

Calchorst. Sconeberge. Divelsbrok. et in omnibus bonis domini Heinrici holtsati tercia pars uacat episcopo. de qua habebit idem Heinricus II.
 
 

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*) Ist von späterer Hand. Am Rande, auch von späterer Hand. XXII.


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Ista sunt beneficia que Comites de Danneberge tenent ab episcopo Raceburgensi.

 


In Terra Jabele.

IN terra que uocatur Jabele que est inter zvdam et walerowe cum illa inculta fuerit a teutonicis. Comites de Dannenberge medietatem decime
habebunt ab episcopo Raceburgensi. medietas uacabit episcopo.

Medio uero tempore sclauis ibidem existentibus. solus episcopus per totam terram ipsam sclauico iure gaudebit. secundum privilegium Raceburgensis ecclesiae. Dabunt enim sclaui de unco tres modios siliginis qui dicitur kvriz. toppum lini unum. pullum unum. et solidum unum. Ex hiis habebit sacerdos parrochialis tercium modium. et duos nummos.
 
 
In Terra Waninke. IN terra uero waninke que est inter walrerowe. et albiam. et eldenam idem Comites totam decimam habebunt ab episcopo. preter uillam Malke cum suis terminis. que una est de curiis episcopalibus. et ad dotem pertinet Raceburgensis ecclesie. et preter molendinum eiusdem uille terminis ab episcopo Heinrico constructum. et preter uillam Brezegore quam Godescalcus Raceburgensis episcopus ab eisdem Comitibus pro XXXa marcis
puri argenti emit cum terminis ad eandem uillam iure pertinentibus. in agris. et siluis. in pratis. et pascuis. in aquis. et piscationibus.
et ipsius uille decimis. Huius rei testes sunt ipsi Comites. Heinricus. et Bernardus. a quibus empta est uilla. qui pro coheredibus suis manu
ad manum episcopo G. promiserunt quod eam ab omni impetitione fideliter expedirent episcopo. Testes etiam sunt Eilbertus prepositus in Dannenberge. Bernardus sacerdos. et Heinricus diaconus canonici Raceburgenses. Coruus et Conradus milites de Raceburg. Segebode miles de
 


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wittenburg. Heinricus sacer de Dumeliz. Willebandus sacer de Malke. Heinricus knut miles. et Hermannus cancer. et alii quam plures.

IN uilla Melgoz Theodericus de hiddesakere totam decimam habet ab episcopo.


 
 
In Terra Dirtzinke. IN terra Dirtzinke sclaui sunt. ubi episcopus Raceburgensis suo sclauico iure gaudebit sicut suprascriptum est. nisi tantum in bonis domini
Rabodonis que per omnia beneficium suum sunt. et preter bona Gerungi. qui tamen bona sua de manu G. episcopi nunquam recepit.
 
 



In terra Sadelbandie dominus terre nichil habet in beneficio ab episcopo.
sed qui subcripti sunt taliter ac taliter inbeneficiati sunt.

 

Ad Cornu.
Ad Cornu wernerus et Otto totam decimam habent ab episcopo.
 
XXIIII.
  Honwarde Siffridus III. preter quos tota uacat episcopo.
 
XVIII.
  Gvltsowe Heinricus scakko totam decimam habet ab episcopo.
 
XII.
  Tomene Gevehardus totam decimam habet ab episcopo.
 
XIIII.
  Wigershop fridericus de ludwardeshusen duas partes decime habet.

Toschope vffeko dimidiam habet. dimidia uacat episcopo.

Vventhorp idem vffeko dimidiam habet ut dicit. dimidia uac. epo.

Crukowe ut dicit Olricus.

Crutsem VII. Hasledale VIII. Sculenthorp V. Bertoldestorp V. harum uillarum decimas habet Reinfridus ab episcopo.
 
XV.


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*) Nota

Isti sunt redditus episcopales in Sadelbandia. vbi de quadam pessima consuetudine. IIIIor tantum modii siliginis pro decima dantur episcopo
de quolibet manso.
 
In Parroch. Soveneken.
IN parrochia ad septem Quercus. In ipsa uilla VII. Tramme VIII. Horgenbeke VIII. Guztrade XIIII. Wotartze XI. Rosborch IX. Nvssowe XII.
Mussen XIIII. Pampowe IIII. Sabenize VIII. In sclauicis uillis Lelecowe V. Wankelowe V. Elmhorst IIII. Cemerstorp IIII. Grabowe V. Grove V. In sclauico Pampowe IIII. Pvtrowe tota cum censu et decima uacat episcopo. Hanc liberam cum omni iure dux Heinricus **) contulit Raceburgensi episcopo. quia cum primum intraret terram cum exercitu prima nocte quieuit ibi. et hoc primum sacrificium fecit deo. et beate Marie.
 
In Parroch. Lutowe.
IN uilla lvtowe. decimam tenuit ab episcopo Reinoldus Comes. qui ratione beneficii agros uille decimales fecit. quo Dimin cum Comite adolfo
occiso decima uacauit episcopo. et uacat.

Wutsetse XX. Dalthorp VIII. Wizoc V. Basdowe VIII. Lantsaze VII. Bochorst V. In uilla Godescalci VIII. Volcmaresvelt VI. Albrechteshope V.
Snakenbeke XII. Abenthorp XII. Coledowe XVI. Borist VIII. Cankelowe XII. Telekowe VIII.
 
In Parroch. Hagede
IN uilla Hagede IX. ipsius uille decima est sacerdotis. Wigershop XV.
Honwarde XVIII. Hasledale VIII. Besenhorst VIII. Vorenthorp XV. In
Cornu XXIIII
. In wort XVIII.
 

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*) Späterer Zusatz
**) Am Rande steht: Leo fundator.


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In Parroch. Kuthen-worden.

IN uilla Kuthenworden VI.
decima sacerdotis est.

G[rande] ...

Honvelde VII. Kerseberg X. Manse IIII. Rodenbeke X.


Comes de zwerin taliter inbeneficiatus est ab episcopo.
 


In Terra Boyceneburg

IN terra Boyceneburg Gunzelinus Comes de zwerin duas partes decimarum tenet in beneficio ab episcopo Raceburgensi. tercia pars uacat episcopo
 
 
Isti sunt redditus episcopales.
*)
IN uilla Granzin --------- XX. XII (die römische Zahl "12" komplett hochgestellt über das Wort "Niclesse")
Niclesse C ---- N --- K --- IN uilla ----- D --- T ---
--------------- (die römische Ziffer "4" komplett hochgestellt über das Wort "Bluggere") IIII Bluggere Lvtteke ----- IN ----- Benin uilla tota libere uacat epo cum agris et siluis pascuis et pratis, quam dux Heinricus ab omni servitio liberam resignauit --------- liberum (die römische Ziffer "3" komplett hochgestellt über das Wort "Hildegundis") III
Hildegundis habet. IN Grancin Willehelmus II --------------- chande --------------- idem – esse Reineholdus Tsarnekenstorp Theodericus man- --------------- alin II (die römische Ziffer "II" komplett hochgestellt über das Wort "Gerardus") Gerardus ---------------
 


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*) Hier beginnt die letzte sehr beschädigte Seite. –
Das Zehntenregister findet sich, wie hier noch hinzugefügt wird, auch abgedruckt im Mecklenburgischen Urkundenbuch I sub No. 375.
D. Herausg.

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Ueber die Settenke.


Ueber dieses, schon vielfach besprochene und durch Muthmaßungen *) eher verdunkelte, als aufgeklärte Recht hat v. Wersebe die Vorstellung glaublich zu machen gesucht (Niederl. Col. S. 1002 ff.), daß die zwei oder vier Freihufen, welche der Landesherr und der Bischof unbelastet lassen oder vielmehr den Zehnten derselben zu Lehen geben sollten (praestare sc. liberum), zum Lehen der Freischulzen **) dienten. Bei dieser Vorstellung ist vorläufig zu bemerken, daß wir die SCHULD-

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*) Franck a. u. n. Mecklenb. II, S. 222: „Der Bischof sollte befugt seyn, eine oder zwo Stellen zu besetzen u.s.w.“ und dabei die Ableitung von Sett-Enak; denn Enak sei eine Kette oder – ein Knecht! Richtiger schon Westphalen II, p. 2004: Sumitur pro libertate seu exemtione duorum mansorum a decimis. Wenig treffend sind die Vermuthungen in zwei Aufsätzen in den Lauenb. Anzeigen von 1825 St. 63 u. 83.

**) Ueber Schulzenlehen, über welche Wersebe nichts befriedigendes in Büchern gefunden zu haben versichert, s. die in des Hn. D. v. Duwe Juristischer Zeitung 1826 S. 71 Anm. angeführten Schriften (nebst v. Kamptz Beiträge zum Meckl. Staats- und Privatrecht. Th. II erste Abhandl.) Jenem, mit der ältern Geschichte des Lauenburgischen innig vertrauten Gelehrten verdanke ich die Nachweisung, daß noch im 17ten Jahrhundert von den Herzogen mehrere Lehnbriefe für Bauermeister im Amt Lauenburg ausgestellt wurden, in denen das Stipulirte als im ganzen Herzogthum geltend angedeutet wird. Als im Anfang des 18ten Jahrhunderts diese Rechte den Bauermeistern im Amte Lauenburg geschmälert werden sollten, klagten sie beim Hofgericht, und duch ein Erkenntniß vom 24. Aug. 1746 (abgedruckt in der jurist. Zeitung S. 73) wurde die Lehnbarkeit und Realqualität der Bauervögte im Amt Lauenburg anerkannt. Gleiche Rechte sollen später auch den Bauervögten im Amt Schwarzenbek zugestanden sein. Auch in dem Protokoll der Abtretung der ehemals an Lübeck verpfändeten Dörfer v. J. 1747 werden die Bauervogtsbedienungen als ein Realrecht der Höfe anerkannt, wie noch im Amt Ratzeburg. Im Amt Steinhorst dagegen und auf den adligen Gütern ist dasselbe abgekommen. Uebrigens ist im Fürstenth. Ratzeburg noch eine Freischulzenstelle, zu Mann-

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HEISZEN (sculteti, oder Bauermeister) des Mittelalters, die eine viel ausgedehntere Gerechtsame besaßen, aus welcher sich selbst die Patrimonialgerichtsbarkeit entwickeln konnte, nicht mit unsern Schulzen verwechseln dürfen. Es könnte also immer nur von Schuldheißen die Rede hier sein.

Die Stellen nun, wo jene Verpflichtung erwähnt wird, sind außer der unsrigen, folgende: Urk. von 1167 Schr. p. 432 hoc ecclesie ad libertatem addito, ut in omnibus eiusdem provincie (d. h. Ratzeburg, Wittenburg und Godebuz) villis tam fundatis quam fundandis duo tantum mansi, que Settinke vocantur, liberi semper erunt et absque gravamine. Durch das beigefügte tantum erhält der Ausdruck ad libertatem addito seine Bedeutung; denn sonst war jene Befreiung zweier Hufen eine Last der Kirche. Ferner wird 1237 dem Kloster Rehna der Zehnte von mehreren Dörfern übertragen excepto jure, quod Besetinge dicitur (Schr. p. 589). Nun findet sich freilich der Name sonst nirgends, aber doch eine ganz ähnliche Einrichtung in der Urk. Heinrich Borwins v. 1222 (Schr. p. 538. Westph. II, p. 2060 *) über die terra Brezen: hoc inter-

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hagen; im Schwerinschen war eine solche zu Wackstow bei Röbel (Urkunde v. 1454 Schr. p. 2077) und andern Orten (v. Kamptz S. 24). Merkwürdig sind auch einzelne, noch gebliebene Hufen, welche die Rechte von Lehngütern besitzen, wie eine in Reppenhagen im Amt Grevismühlen, und eine andere, die HOOFe genannt, bei Hofzumfelde im Klützer Ort. Ein Beispiel freier Ritterhufen, von welchen kein census gegeben wurde, in der Altmark enth. die Urk. v. 1281 bei Gerken dipl. Brandenb. Th. I, p. 22.

*) Bei Erwähnung dieser Urkunde wird es für den Historiker wichtig sein zu erfahren, daß der bis jetzt (auch bei Franck IV. S. 81) gedruckte Text derselben, welcher aus der späteren Urk. von 1260 (Schr. p. 679) entlehnt ist, bedeutend von dem Original abweicht. Es sind namentlich folgende Stellen, welche im Original fehlen, eingeschoben worden. Zuerst nach den Worten: tribus villis exceptis die Stelle: [scilicet Gressowe, Myristorp, que nunc Honkerken vocatur, et Lubymare, que pro villa Mandrowe commutata est, ut infra subjungitur,] – welche Erklärung aus dem in der Urk. weiter unten gesagten abzuleiten war.

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posito, quecunque villa tunc temporis culta XII mansos haberet vel plures, decimam duorum mansorum prestare teneretur episcopus, que autem villa culta minus XII haberet, tantum unum mansum prestare teneretur episcopus. Eben so für die terra Dartsowe: hoc interposito, quod in qualibet villa dominus episcopus de parte sua decimam unius mansi prestabit. Hier wird von zwei Hufen nichts erwähnt. Endlich für silva Clutse: De tertia parte sua semper decimum mansum magistro civium prestabit. Wenn vorausgesetzt werden kann, daß in dieser letzten Stelle eben dieselbe Sache angedeutet wird, so ist sie gewiß entscheidend. Denn während aus den übrigen Stellen nichts darüber erhellet, wem die Freihufen verliehen werden sollen, so ist es hier gesagt. Magister civium aber heißt nicht nur der Bürgermeister in den

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Sodann aber auch, was bedeutender ist, nach den Worten: et idem jus erit de villis adhuc tundandis die Stelle [quarum ecclesiarum nomina sunt hec: Prozeken, Begendhorpe, Gressowe, Honkerken, Gnevesmolen, Thiderikeshagen, Cluthze, Elmenhorst, Calchorst, relicta nobis libera concessione ecclesiarum tam fundatarum quam fundandarum in oppido Wismariensi]. Diese Einschiebung, durch welche die Kirche in Diedrichshagen und die Kirchen in Wismar, ja die Stadt Wismar selbst so viel älter erscheinen, muß historische Irrthümer veranlassen. Uebrigens gehören auch Klütz, Elmenhorst und Kalkhorst nicht einmal zur terra Brezen. Der Name Honkerken kommt im Original nicht vor (zuerst 1237) und ist nach den Worten in consecrationem cimiterii in villa Mirisdorp willkürlich von Schröder eingeschoben. Endlich nach den Worten: tam laici quam clerici civitatis Lubicensis ist eingeschoben: [quarum villarum nomina sunt hec: Benekendhorp, Sedhorp, Johannestorp, Bunsthorp et allodium prope Dartzowe]. Diese in dem Text der älteren Urkunde eingeschaltenen Zusätze werden auch bei der Innovation derselben 1260 in dem Eingange angedeutet: conventum fuit, ut idem privilegium propter quasdam mutationes nominum et determinationes villarum innovaretur; cujus privilegii forma cum additamentis, mutationibus et determinationibus hec est. – Das Original im Dom-Archiv hat drei Siegel, Heinrich Borwins und seiner Söhne Heinrich und Nicolaus.

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Städten, sondern es werden auch die Bauermeister in den Dörfern so genannt. So kommt in der Urk. von 1250 bei Rudloff Cod. dipl. p. 39 ein Alardus als magister civium in Smedebeke, einem Dorfe im Kirchspiel Kröpelin, vor, und in einer (ungedruckten) Urk. von 1336 unter den Bauern in Tanendorpe (Thandorf im Kirchsp. Schlagsdorf) Jacob antiquus magister civium. In Gerdshagen wird 1310 (Schr. p. 923) Gerhardus magister indaginis ibidem erwähnt. So bezeichnet auch das deutsche Wort BORGER


den freien Landmann (Rudl. l. c. p. 64), wie das lateinische civis (eb. das. p. 123). Eben diese Bestimmung findet sich in dem vorliegenden Zehntenregister unter silva Clutse wieder: decimus mansus prestitus est dominis villarum; (nur daß hier domini villarum statt magistri civium genannt werden, wovon unten geredet werden soll.) Vergleichen läßt sich mit dieser Bestimmung die ganz ähnliche in der merkwürdigen Urk. über die terra Tribuses (Tribsees) vom Fürsten Wizislav von Rügen 1221 (Schr. p. 2912): De reliqua parte totius eius terre Dominus Episcopus magistrum cuiuslibet ville decima unius mansi teneatur inpheodare de sua parte. Auch hier findet sich die Befreiung Einer Hufe vom Zehnten und die Belehnung des Bauermeisters mit demselben. Ferner sind hieherzuziehn zwei schon von Wesebe S. 988 und 990 beigebrachte Stellen aus zwei Urkunden, des Abts Arnold von Ballenstädt von 1159 (duobus mansis cum omni utilitate eis, qui Burmestere vocantur, inbeneficiatis) und des Bischofs Gerung von Meißen von 1154 (duos autem mansos eorundem incolarum magistro, quem scultetum appellant, absque decima permisi). Hier muß man nun auf die Bemerkung geführt werden, daß in allen diesen Gegenden, wo die Freihufen erwähnt sind, von neuen Anbauern in Wäldern oder unter Slaven die Rede ist, in den beiden zuletzt erwähnten von Flämingern. (Einen Johannes Flamingus finden wir auch in Woytenthorp und indago Rutnik unter Proseken und Gressow.) Es liegt also

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der Gedanke nahe, daß bei Ansiedlungen deutscher oder niederländischer Colonisten den Schuldheißen derselben das Recht der Freihufen zugesichert worden sei. Wir hätten demnach wenigstens in der silva Clutse die einzelnen als beneficia aufgeführten Hufen als die den Bauermeistern zugesicherten Freihufen zu nehmen, und wenn es z. B. bei Wittenbergerhagen heißt: tertia pars decimae vacat episcopo, de qua Nicolaus habet dimidium mansum, und eben so unter Elmenhorst: tertia pars vacat episcopo, de qua Godefridus unum habet, so läßt sich die Uebereinstimmung mit der oben erwähnten Stelle der Urkunde von 1222 nicht verkennen. Auch findet sich öfter der Name des Belehnten in dem Namen des Dorfes wieder, z. B. Hoyken in der villa Hoyken, Gerardus in der villa Gerardi, Thedolfus in der villa Thedolfi, Lutherus in der villa Lutheri, Martinus in der villa Martini. Es ist also zu schließen, daß von dem, der neuen Ansiedelung vorstehenden Schuldheißen das angelegte Dorf selbst den Namen erhielt. Die Zeit der Abfassung unsers Registers mag etwa 10 bis 12 Jahr später, als jene Urk. von 1222 fallen, und wir werden also in die erste Zeit der Colonisation dieser Gegenden versetzt. So weit kämen wir denn schon mit Wersebe’s Vorstellung überein. Auch kann uns hiebei die Ableitung des Wortes SETTINKE von SETTEN, setzen, sich ansiedeln lassen, zu Hülfe kommen. Wersebe deutet das Wort auf „einen freien Sitz, oder eine Besitzung, so wie man die kleinen freien Höfe Sedelhöfe und deren Besitzer Freisassen zu nennen pflegte, auch der Volksname der Holsaten freie Eingesessene in den Wäldern andeutete.“ (S. 1009). Aber das erste dieser Beispiele ist von dem abgeleiteten Verbum SIEDELN gebildet, und die andern beiden haben nur mit der intransitiven Form des Stammworts Verwandschaft, wenn anders das dritte wirklich hieher gehört. Richtiger würden wir also das Wort für ANSIEDELUNG selbst nehmen. Die Form des Wortes deutet in der Endung INKE oder ENKE (für UNG) auf niederländischen Ursprung (Grimms

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altd. Grammatik Th. 2, S. 354). Der Name kommt ursprünglich den befreieten Hufen selbst zu, wie aus der Urk. v. 1167 erhellt; die rechtliche Vergünstigung wird auch BESETINGE *) genannt.

Fragt es sich nun, ob wir das, was wir für die silva Clutse und die terra Brezen und Dartsowe annehmen dürfen, auch in den terris Ratzeburg, Wittenburg und Godebuz unter der Settinke zu suchen haben, so bietet uns schon die bekannte Nachricht bei Helmold (I, 92 vgl. Wersebe S. 407), daß Graf Heinrich von Badewide und sein Sohn Bernhard das Polabenland mit westfälischen Colonisten bevölkert und ihnen „das Land mit der Schnur zugemessen (divisit eis terram funiculo distributionis, was auf Abtheilung der vermessenen mansi zu beziehn ist) und Zehnten auferlegt habe“ (subministraverunt decimas fructuum suorum), einen sichern Punkt dar. Denn wenn bei jener spätern von Heinrich Borwin veranstalteten Colonisation die Freihufen als Begünstigung des Anbaus zugestanden wurden, so läßt sich dasselbe auch bei früheren Ansiedelungen voraussetzen. Wird also die Settinke in den dreien, anfänglich zur Grafschaft Ratzeburg gehörenden, Bezirken erwähnt, so haben wir Grund genug, dasselbe darunter zu verstehn. Vergleichen wir nun unser Verzeichniß, so finden sich in jenen drei Bezirken oft genug eine oder zwei Freihufen aufgeführt, sehr selten dagegen in der terra Sadelbandia, in dem Theile der terra Zwerin, welcher hier vorkommt, und in der terra Boyceneburg, so weit das Fragment reicht. Daß aber in der Verzeichnung der verliehenen Zehnten die Settinke wirklich auf-

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*) Das Wort BESETTINGE findet sich noch in einer von Möser Osnabr. Gesch. Th. 2 S. 227 citirten Stelle einer Urk. des Grafen Otto von Ravensberg von 1277: item omnes occupationes, que Besettinge vocantur, wo dem Bischofe die Verpflichtung, die Settinke unbelastet zu lassen, ausdrücklich abgenommen wird. Das lateinische occupationes scheint eine, freilich wenig entsprechende Uebersetzung des deutschen Wortes zu sein.

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geführt seien, ist ein natürlicher Schluß, weil sonst die voraufgeschickte Notiz darüber unnütz wäre. Vielleicht könnte man glauben, die Freihufen seien unter der dimidia Episcopi mitgerechnet. Aber dagegen streiten die nicht wenigen Stellen, wo nach Abzug der namentlich aufgeführten verliehenen Zehnten nichts für den Bischof übrig bleibt, wie z. B. in der Par. Schlagsdorf bei Ratistorp 6 verliehene mansi sind, die Hälfte von 12. Oder man könnte glauben, die Settinke seien gar nicht mitgerechnet, und deshalb die allgemeine Bermerkung voraufgeschickt. Es finden sich auch 9 bis 10 Fälle, wo von der Hälfte der angegebenen Hufenzahl des Dorfes nach Abzug der verliehenen ein nicht angegebener Rest bleibt. So sind in der Par. Gudow in Zarnekow von 28 Hufen nur 13 verliehene angegeben. Aber diese Fälle mögen auf ungenauer Aufzeichnung oder fehlerhafter Berechnung beruhen (wie denn auch auf der andern Seite unter Hohenkirchen in Walmanstorp von 9 Hufen 5 1/2 , also mehr als die Hälfte verliehen sein sollen), und es wäre sehr zu verwundern, wenn von der Settinke wirklich nicht mehr als diese 10 Fälle aufgeführt wären. Man wird also nothwendig dahin geführt, unter der so häufig vorkommenden Angabe einer oder zweier verliehenen Hufen die Verzeichnung der Settinke anzuerkennen. Verbinden wir diesen Schluß mit dem oben Bemerkten, so würden wir unter den mit einer oder zwei Hufen belehnten Lehnsträgern des Bisthums Schuldheißen zu verstehen haben, und wir kämen auch hier mit Wersebe’s Vorstellung überein.

Nun aber finden sich mehrere Mal DIESELBEN Personen an verschiedenen Orten mit den Zehnten einzelner Hufen belehnt (wie z. B. unter Karlow in Stove Luthardus II und in Rosenitze idem Luthardus II); auch ist oft der halbe Zehnten von den gesammten Hufen Einem verliehen. Wersebe vermuthet (S. 1015), daß dieses FREIE GUTSBESITZER waren, und diese Vermuthung bestätigt sich durch die Bemerkung, daß sehr viele dieser Personen in den gleichzeitigen Urkunden unter

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den Zeugen als milites vorkommen *). Auch haben viele bekannte adlige Geschlechter von den vorkommenden Dörfern ihre Namen erhalten, wie die Familien Gronow, Parkentin, Ritze-

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*) Hier eine Anzahl derselben (ich citire ohne weitere Bestimmung Schröder) Bernardus de Wigenthorp (in Ratistorp unter Slavekestorp 1229 p. 561-1237 (Wienthorp) p. 595-1237 Dipl. Dobb. Westph. III, p. 1482-1243, ib. p. 1484-1244, ib. p. 1486-1248, Dipl. Cod. dipl. p. 33-1255, Dipl. Dobb. p. 1497 – Corvus oder Ravene (unter Parum in Dummere, in Dobersche, unter Nusse in Ritzerau ff. (1238 p. 2922 – Ravene de Raceburg (Dienstmann zu R.) 1237 p. 590 (Corvus miles de Raceburg als Zeuge in der Urk. unter Waninke – Heinricus Holsatus oder Holzate (Holstein) in Kalkhorst 1218 p. 518-1219, p. 525, 527-1222, Rudloff p. 7Heinricus hocsit (huxit, huxet) in Todin unter Hagenow 1261, Dipl. Megap. Westph. IV, p. 937 (bei Schr. p. 640 ist falsch hecet) – 1265, Dipl. Dobb. p. 1509 (heinricus huxeth de Wittenburg – 1271 p. 728 – (falsch Anesith)Heinricus pincerna (unter Crumesse) 1217 p. 2909-1219, p. 2911-1271 p. 728 – Hermannus de Rodenbeke (in Zauiztorp unter Begenthorp) 1218 p. 518-1229, p. 829. Auch ein Benedictus de Rodenbeke 1253 p. 603-1261, p. 696-1263, p. 708-1269, p. 718) – Johannes de Camin (Par. Rene) wird 1256 p. 662 als gestorben genannt. – Otto Albus 1217 p. 2910-1219, p. 2911 (ein Otto senior et Otto junior, ersterer wahrscheinlich Otto Albus de Raceburg, Dienstmann zu R. 1201 p. 507 und schon 1194 Otto Albus p. 496) 1222 p. 541 – 1238 p. 2910 (Ein Otto de Cowale 1230 p. 564-1237 p. 590-1238 p. 2921, 22 u. 24 – ob dieser Otto junior?) – Theodoricus de hiddesakere (in terra Waninke) 1233 Dipl. Dobb. p. 1479. Ob derselbe, oder ein Sohn 1262 ibid. p. 1506 und 1266 Rudl. p. 55 (Ein älterer 1162 p. 405 s. Pfeffinger II, p. 600 ff.) – Walterus de Paniz (unter Vellahn und Seedorf) Walterus de Penz 1237 Dipl. Dobb. p. 1482Wartus oder Wartis 1218 p. 518-1219 p. 525 (falsch Warlis) – 1237 p. 590 – Außer diesen urkundlich nachzuweisenden sind aus bekannten Geschlechtern erwähnt: Fridericus de Medenge (Medingen) unter Vellahn (Ein Otto de Medingen 1161 p. 405. Gevehardus et Wernerus de Medingen Stifter des Klosters Medingen 1261 Pfeffinger II, S. 775) – Godescalcus de Karlo unter Seedorf und gewiß derselbe Godescalcus unter Karlow – Heinricus Scacco (Schack) in Sadelbandia in GultsoweJohannes de Multsan (unter Schlagsdorf). – Auch Fridericus de Ludwardeshusen (Lüdershausen), Fridericus Dapifer, Johannes

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rau, Karlow, Barnekow, Maltzahn, Bülow u. a. Daß diese hier als belehnt aufgeführten Gutsbesitzer wirklich Lehnsträger (vasalli) des Bisthums waren (also nicht wie Wersebe an-

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Auca (Gans), Heinricus de Belenthorp sind leicht als milites oder ministeriales zu erkennen. Ferner finden sich folgende Namen bei den Dörfern selbst, von denen die Familien bekannt sind, oder in der Nähe derselben: Alvericus [de Barnekowe] unter Gressow 1237 p. 590–1260 p. 680–1261 p. 696-1263 p. 708-1265 p. 713-1269 p. 718- [Godefridus de Bulowe] 1231 Rudl. cod. dipl. p. 25 s. Pfeffinger II, p. 188 – Godescalcus [de Dechowe] 1235 p. 2918. Auch in einer ungedr. Urk. Herzogs Albr. v. Sachsen 1248 im Archiv des H.-Geisthospitals in Lübeck. (Fridericus de Dechowe 1271 p. 729)Leverus [de Pluskowe] 1237 p. 590 – Ludolphus [de Ganzowe] 1219 p. 525 – Nicholaus [de Salim] 1217 p. 2909 (auch p. 2903). Ein anderer 1285 p. 2962 – Nothelmus [de Goldenez - Göllnitz] unter Parketin 1217 p. 2910 Tetlevus [de Godebuz] 1219 Dipl. Megap. p. 903 – Schr. p. 525, 527-1230 Rudl. p. 21-1231 Dipl. Dobb. p. 1477-1237 ib. p. 1481. 82. Schr. p. 590-1238 Rudl. p. 29 (Schwarz in der diplom. Gesch. der Pommerschen Städte S. 435 will diesen T. d. G. zu der Familie Bülow ziehen, was aber nicht zu erweisen ist. S. die Beschreibung des Gesch. v. Bülow. Neubrandenb. 1780. S. 34 ff. Daß derselbe die Herrschaft Loitz in Pommern besaß, erhellt aus einer in den Beilagen zu diesem Buche S. 3 abgedruckten Urk. v. 1242.) – Volcmarus [de Gronowe] 1248 in der obgen. Urk. Ob derselbe oder ein späterer 1262 Ded. Möln. p. 3-1271 p. 728-1277 p. 2947-1278 Ded. p. 274-1280 p. 2949-1300 Ded. p. 274 – Willehelmus [de Zacharan] unter Gudow 1194 (W. de Z. de Witteborch) p. 496-1217 p. 2909. Andre von den Dörfern benannte milites späterer Zeit: Gerhardus de Vitense 1310 p. 3003 – Eghard de Culpin 1228 u. 29 in zwei Urkk. v. Herz. Albert v. Sachsen – Johannes de Culpin in der oben erw. Urk. von 1248 Ded. Möln. p. 3-1262Wipertus de Meleteke 1271 p. 728 – Jordanus de Dargenowe 1263 Ded. Möln. p. 8. – Albertus de Gogelowe 1279 p. 752. Zu dem Hermannus Coz, unter Par. St. Georg u. Tsarnetin, gehören Johannes Coz 1274 Rudl. p. 85Marquardus et Johannes Coz 1275 ib. p. 91. – Reinfridus unter Par. Crumesse ist R. de Louenborch, welcher nach der obengen. Urk. von 1248 (wo er als gestorben angeführt wird) duos mansos et paulo plus super flumen, quod Strekenytze vocatur, inter Lubeke et Wulverstorpe sitos dem H. Geist-

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nimmt, nur darum, weil sie dem Bischof kein Zehntrecht eingeräumt hätten, gesagt worden sei, sie wären mit der bischöflichen Hälfte des Zehntens belehnt), sieht man aus dem Verzeichniß von 1335 (de vasallis ecclesiae Raceburgensis Schr. p. 1151 sq.) und aus öfters vorkommenden neuen Belehnungen, Vertauschungen und Veräußerungen des Zehntens. Auch zeigt die Bemerkung unter terra Dirtzinke (Gerungus qui tamen bona sua de manu Godescalci Episcopi nunquam recepit), daß jedesmalige Belehnung erfordert wurde. Immer wurde ein Unterschied gemacht sogar zwischen dem was de gratia und was de feudo übertragen war. Vgl. unter Schlagsdorf und die Urk. v. 1276 Schr. p. 2944.

Wir hätten also hiernach unter den Lehnsträgern des Bischofs theils Schuldheißen, theils freie Gutsbesitzer zu denken. Es konnte aber auch der Fall sein, welcher gewiß häufig vorgekommen ist, daß der Gutsbesitzer zugleich Schuldheiß war. Daß auch in andern Gegenden Beispiele von Rittern vorkommen, welche in Dörfern Schuldheißen waren, zeigen die von Hüllmann Urspr. die Stände in Deutschland Th. 2, S. 229 ff. gesammelten Stellen aus Urkunden. Auch in einer Urk. von 1313 bei Schr. p. 932 heißt Conradus de Bralestorp, ein nepos des Ekkardus de Neghendank, villicus in Bralestorp. Anzunehmen, daß dies in der silva Clutse der gewöhnliche Fall war, nöthigt uns die Bemerkung, daß hier statt der magistri civium, die in der Urk. Heinrich Borwins 1222 genannt werden, domini villarum als die mit dem zehnten mansus zu belehnenden vorkommen. Diese Benennung, welche dem dominus terrae entgegengesetzt wird, kann nur auf den Grundbesitz bezogen werden. Wersebe freilich, welcher die Abfassung des Zehntenregisters anderthalb Jahrhundert später setzt, betrachtet diese

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hospital geschenkt hatte. Dieses Verzeichnis so vieler übereinstimmender Namen von Zeitgenossen kann auch als Beweis für die richtige Bestimmung der Abfassungszeit des Registers dienen.

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Verwechselung der Ausdrücke als einen Irrthum des Verfassers (S. 1013), was wir schwerlich zugeben können. Deutlich finden wir dies Verhältniß bezeichnet unter Par. Calchorst, wo auf allen Gütern des Heinricus Holtsatus, von denen der Bischof ein Drittel des Zehntens hatte, dem Grundbesitzer selbst die Zehnten von zwei Hufen verliehen sind. Der gleiche Fall wird auch in der villa Wartus unter Clutse anzunehmen sein, und, da wir dasselbe Verhältniß auch außer der silva Clutse vorauszusetzen berechtigt sind, in allen von ihren Besitzern und ersten Ansiedlern benannten Dörfern, wie in der villa Hoyken u. a. So wie hier die Dörfer von ihren Gründern und ersten Besitzern benannt werden, so entstehen anderswo umgekehrt die Familiennamen aus dem Namen des besessenen Dorfes.

In denjenigen nicht slavischen Dörfern (denn in diesen, wo keine Zehnten waren, konnten auch keine Freihufen sein), in welchen wir den halben Zehnten aller Hufen an Privatpersonen verliehen finden, oder wo er dem Bischof oder dem Capitel ganz gehört, werden wir annehmen müssen, daß die Settinke entweder nicht in Anwendung gekommen oder schon abgekommen war. Letzteres nimmt Wersebe an (S. 1016), weil die Gutsherren auf ihren Besitzungen die Freihufen in Abgang zu bringen gesucht hätten und das Capitel bei dem kleinern Umfang seiner Besitzungen solche genauer habe in Acht nehmen müssen. Aber dieses ist wohl für die damals schon fehlenden Freihufen kein hinlänglicher Grund, da die Zeit der Colonisation so wenige Jahre rückwärts liegt, daß sich der einmal eingeführte Rechtsgebrauch noch nicht verloren haben konnte. Eher würden wir daher glauben, daß aus unbekannten Ursachen an vielen Orten die Settinke wirklich nicht in Anwendung gekommen war.

Wenn übrigens Wersebe in der Urk. des Bischofs Dietrich von Lübeck über den Zehnten deutscher Anbauer auf der Insel Pöl von 1210 (Westph. III, p. 1473) auch eine Spur der

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Settinke findet, weil es heißt: de nostra medietate decimam XII mansorum Walmodo et aliis quibusdam ad eandem feodi justitiam concessimus – so kann man wohl nicht beistimmen, da hier bloß von einer Belehnung mit dem Zehnten die Rede ist. Eben so wenig gehört es wohl zur Settinke, wenn in Karls VI Landbuch Beispiele von Bauermeistern sind, welche Roßdienste zu leisten hatten, oder wenn in der Urk. des Fürsten Heinrich v. Mecklenburg und Nicolaus v. Werle von 1314 (Rudloff Cod. dip. p. 251), die mit einem oder zweien Pferden zu leistenden Roßdienste aufgezählt werden *). Die Settinke war gewiß eine bei der Ansiedelung allein und sonst nirgends zugestandene Begünstigung, die auch nachher mit der Zeit sich verloren hat, und später (außer vielleicht in einzelnen freien Hufen, s. oben S. 41) in keiner Spur aufzufinden ist. Schon 1335 finden sich in dem Verzeichniß verliehener Zehnten nur selten Beispiele von Zehnten einzelner Hufen.


 


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*) Roßdienste wurden, nach den Lagerbüchern der Aemter, auch im Lauenburgischen nicht nur von den Bauervögten, sondern auch von der Mehrzahl der Bauern geleistet („mit einem reisigen Pferde“). Es läßt sich vermuthen, wenn es gleich nicht überall erweislich ist, daß auch damals die Lehnsträger des Bischofs ihm zu Roßdiensten verpflichtet waren. Ein Beispiel einer solchen Lehnsverbindlichkeit findet sich in der Urk. von 1310 Schr. p. 3003, wo es heißt: Invenimus .. quod villa Vitense habeat sedecim mansos (vgl. hier unter Par. Rene), quorum duos Gerhardus miles de Vitense bone memorie manutenebat in feodo ab ecclesia [nämlich Rene; es mußte also der Bischof von Ratzeburg dem Kloster zu Rehna den Besitz des Zehntens in Vitensee übertragen haben] et serviebat eidem ecclesie cum equo.


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Historisch-topographische Bemerkungen.

Ueber Par. Slaukestorp ist die Hauptüberschrift: In terra Raceburg ausgelassen. Die villa Elisabeth ist wahrscheinlich NEUHOF („nova curia
1375). – In der Par. Karlowe sind die Dörfer Demern, Schattingsdorf, Gr. u. Kl. Rünz (Rosenize, deutsch und wendisch) und Woitendorf
wenigstens später zur terra Godebuz gehörig gewesen (Urk. v. 1323 p. 1004, 1377 p. 1518, 1397 p. 1630). Gewiß ist da zuletzt genannte
Woitendorf, welches schon 1235 p. 2918 zu terra Godebuz gerechnet wird, und noch jetzt Schwerinisch ist, bloß der Parochie wegen hierher
gestellt. – In Par. Mustin ist Ekhorst schon vor 1445 („wüste Ekhorst“ Deduct. Möln. p. 269) und Gardensee, am gleichnamigen See, seit dem
30jährigen Kriege eingegangen. Die Custodia Raceburgensis d. i. das Canonicat des Custos im Domstift, hatte den halben Zehnten in Lankow
durch B. Philipp (Urk. ohne Jahreszahl p. 2903), Goldensee kaufte das Capitel später 1246 p. 2927. – In Par. Sethorp ist sclavicum Sethorp
unbek. – In Par. Stralige ist Schwarzensee („ad nigrum stagnum“), welches dem Capitel 1219 vom Gr. Albert v. Orlamünde geschenkt ward und noch 1236 von Kaiser Friedrich II genannt wird, später unbek., wie auch das eine Salim. Clotesvelde, wendisch Cosatze (schon 1158) wurde dem Capitel vom B. Isfried 1194 zugetheilt. Es gränzte, nach einer ungedr. Urk. v. 1323, an Schmielau und Kogel, und ist nachher zur Horst gezogen. Der „Klottfelder Acker“ wird noch 1582 in dem Protokoll der Kirchenvisitation erwähnt. In Par. Godowe ist von Bandowe der Name in dem Bannower Moor zwischen Gudow und Oldenburg (s. die Charte bei der Gründl. Nachr. über Mölln) erhalten. Die „wüste Feldmark Bandekow“ wurde 1573 von Joach. v. Bülow gekauft und gab 1595 Anlaß zu einem langwierigen Streit mit den Herzogen (Beschreib. des Geschl. v. Bülow S. 178). Des „Bannekower Feldes“ er-


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wähnt der eb. das. Beil. S. 74 abgedruckte Lehnbrief von 1708. – Von Lutowe war noch die Lütower Mühle 1385 (Deduct. Möln. p. 14.) Dargenow war schon 1708 (s. den angeführten Lehnbrief) eine bloße Feldmark. – Mazleviz (von HM. von Oertzen für Wendisch Lips gehalten) unbekannt. – In Guthin (Göttin), welches hier fehlt, erhielt 1194 das Capitel den halben Zehnten. – In Par. Bredenvelde ist Logen, welches 1400 von Gottsch. v. Zülen dem Capitel verkauft wurde (nach einer ungedr. Urk.) unbek. – In Par. Nusce (schon 1158 eine Parochie) wurde Walksfelde (Walegotsa 1158) dem Capitel 1194 zugetheilt, 1306 gegen 6 Hufen in Schlagsdorf vertauscht an die Gebr. Duvensee, 1400 von Gottsch. v. Zülen wieder eingetauscht gegen Campenwerder u. Stintenburg (ungedr. Urk.) Panten war zur Hälfte vom Gr. Heinr. v. Badewide 1158 geschenkt, die andre Hälfte 1315 vom Bischof erkauft. – Hagen ist ohne Zweifel Mannhagen, an der Steinau. Vielleicht mag der Besitz dieses Ortes schon in der Dotationsurkunde 1158 durch die Worte aqua Stenowe supra et infra angedeutet seyn, und auch Bistenow in der Urk. von 1194 hieher gehören. Ueber den Ankauf des Dorfes Hoohnhagen, wie Mannhagen noch 1536 genannt ward, ist eine ungedr. Urk. von 1400 im Dom-Archiv. – Stenborg, jetzt Steinhorst *), wurde 1393 vom Bisthum erkauft (Deduct. Möln. p. 68.) – Manow und sclav. Sirikesvelde (letzteres noch 1291 genannt) waren schon 1468 wüste Feldmarken (Ded. p. 99). Der Name Helle hat sich in dem Hellmoor zwischen Labenz u. Steinhorst erhalten. – Zanzegnewe ist Sandesneben, schon seit 1314 eine eigne Parochie. Auch Linow war 1320 eine Parochie. – In Par. Parketin ist

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*) Stenborg ist nicht Steinhorst, sondern lag der Oberschleuse bei Mölln gegenüber; noch jetzt ist dort der Burgberg vorhanden (bei Hammer).
Die Oberschleuse hieß früher Schleuse bei der Stenborg, vergl. v. Kobbe II p. 66. Die Burg war 1291 von den Völkern, die gegen Hermann Riebe ausgezogen, erbaut. Vergl. auch Duwe p. 270.
WD.

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Hakenbeke (von HM. Oertzen für Hollenbeck gehalten) unbek. – In Par. Crumesse ist Stochelestorp vielleicht Duchelstorf; Toradestorp unbek. Statt Scenkenberge und Valkenhus werden 1194 Puckendorpe und nova villa genannt, aus denen das Capitel den halben Zehnten haben sollte. Vielleicht sind dies frühere Namen derselben Orte. – Nach Behrens Topographie u. Statistik v. Lübeck gehörte der Hof Falkenhusen schon 1232 dem Johanniskloster in Lübeck und wurde 1353 vom Hospital zum heil. Geist gekauft. Aber nach einer Urkunde von 1321 im Archiv des Hospitals schenkte Herzog Erich v. Sachsen in diesem Jahr den Hof Falkenhusen an das Hospital, und 1353 erhielt dasselbe von den Gebr. Heinr. u. Volkmar v. Grönau das daneben gelegene Land bis nach Blankensee. Im Jahr 1319 hatte schon (nach der eb. das. vorhandenen Bestätigung Herzogs Erich) das Ratzeb. Capitel den Schmalzehnten vom Hof Falkenhusen an jenes Hospital verkauft: decimam agrariam, que decima dicitur Smaleteghede, quam in curia Valkenhusen habuerunt. Diese Notiz, welche ich nebst vielen andern Hn. Rector Masch verdanke, ist wichtig als Zeugniß für die Entrichtung des Schmalzehntens, und als Beispiel eines Verkaufs der Zehnten schon in früherer Zeit. – In Par. St. Georg wurden die Dörfer Pogatz 1228 u. Dusnic 1229 vom H. Albr. v. Sachsen den Johannitern geschenkt (Urkk. in der Sächs. Remonstration gegen Lübeck. 1676). 1252 wurden vom Johanniterorden vier Dörfer „duo Pogatz et duo Disnick“ dem Kloster Reinfeld verkauft (Schr. p. 647). Endlich 1482 verkaufte das Kl. Reinfeld dem Herzog Joh. v. Sachsen vier Dörfer Pogetze, Holstendorp, Dudesche Dysnack u. Wendesche Dysnack (Ded. Möln. p. 53). Hieraus folgt, daß Holsteindorf das sclavicum Pogaze ist. – Minus Belenthorp der Hof Behlendorf. – Statt majus et minus Mancre ist jetzt nur ein Dorf und eine Försterwohnung zum Anker. „Lütken Anker“ wurde 1387 vom Domcapitel erkauft, nachher an das Johanniskl. in Lübeck verkauft (Gründl. Nachr. p. 114). – Die allodia in monte (ad omnia predia

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in monte 1194. – Droge vorwerk 1272, siccum allodium 1294), das „Vorwerk“ wurde 1272 zum Theil dem Capitel geschenkt, 1362 für Schlagbrügge und Resdorf vertauscht. – Zur Par. St. Georg (welche schon 1158 vorkommt) wurden noch 1194 die zur Dotation gehörenden Capitelgüter Rodemoysle (Römnitz) und Cithene (Ziethen) gerechnet, die hier wohl nur darum fehlen, weil sie, wie später, damals schon ersteres zur Dom-, letzteres zur Stadtkirche in Ratzeburg gelegt waren, welche beide nicht erwähnt sind. Auch Verchowe (Farchau, 1158 geschenkt, 1377 gegen Stove vertauscht) ist nicht genannt. Buchholz (Bocholt) wird erst 1277 erwähnt. – In Par. Mulne wurden Guletse (Gülzow) u. Pinnow 1254 von Herzog Albr. v. Sachsen der Stadt Mölln geschenkt und zum Stadtfeld geschlagen (Ded. p. l. sqq.). Den Zehnten vom Gülzower Feld (noch jetzt nördlich von Mölln) kaufte die Stadt 1582 vom Capitel, so wie den vom Steinfelde 1593 vom Bischof (Ded. p. 6 u. 12). Den Namen Pinnow bewahrt noch eine Erderhöhung an dem aus dem Drüsener See fließenden Bach. Auf der Stelle von Pezeke (noch 1277 Schr. S. 2945) wurde 1413 das Brigittenkloster Marienwolde erbaut. S. des Hn. Past. Burmester Lauenb. K. Gesch. S. 123 Anm. Cf. Herm. Corner. ap. Eccard. Corp. Hist. II. p. 1260. – Smilowe, berühmt durch die von Helmold I, 34 erwähnte Schlacht des Herz. Magnus v. Sachsen und des Slavenkönigs Heinrich gegen die heidnischen Slaven 1105. – Ort der Urk. v. 1219 p. 2911. – Gekauft wurde Smilow vom Bisth. 1336 p. 1173.


Terra Wittenburg.


In Par. Tsarnetin. Die Stiftung des Klosters in Zarrentin fällt erst in das J. 1243. – In Par. Nienkerken wird Stenvelde (noch 1335 p. 1154)
von H. M. Oertzen für Steinbeck genommen. Turkowe ist unbek. Bosowe (Buzuve 1158 von Gr. Bernh. v. Ratzeb. geschenkt) 1194 dem Capitel zugetheilt,

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später Boissow. Melentke (schon 1194 gehörte dem Capitel in Milentheke decima tota preter duo mansos) wurde später 1273 von den Gr. Gunzelin u. Helmold v. Schwerin dem Bisthum ganz geschenkt und ist 1375 unter den Capitelgütern genannt. Nach einer Notiz unter den Papieren des KR. Siemssen, wurde „Bössow Dorf mit dem See und die wüste Feldmark Molenteke oder Melenterfelde, so die Bossower zu Heuer gehabt, und Bentin in der Par. Dobersche vom Domcapitel 1559 Die trium Regum cum consensu Episcopi Christophori et Coadjutoris Johann Albrecht an Johann von Lucca, sonst Kirsten genannt für 2500 Mk. Lüb. verkauft,“ – Campe („insula Campe“, Campenwerder) ist noch jetzt der Name der größten Insel im Schalsee neben Stintenburg. Sie wird 1236 von Friedr. II. als bischöfliches Eigenthum (darauf deutet hier allodium) genannt, und wahrscheinlich nicht viel früher erworben. Der (ungedruckte) Consensbr. des Herzogs Albrecht ist von 1237. Im Jahr 1400 wurde Campenwerder und Stintenburg gegen Walksfelde vertauscht. – In Par. Dobersche hatte zu Bentin schon B. Philipp dem Capitel 4 Hufen geschenkt (Schr. p. 2903), 1299 besaß es 14 und kaufte noch 4 vom Grafen Helmold v. Schwerin (ib. p. 2989). Als Capitelgut wird B. genannt 1375. – In Par. Parem ist Chemelin Gammelin, wo Graf Albert v. Ratzeburg dem Bisthum 5 Hufen geschenkt hatte 1219 p. 2911. – In Par. Wittenburg ist Putselin unbek. Cerbeke nimmt HM. Oertzen für Düsterbeek, ich weiß nicht, ob mit Recht. In der Urk. v. 1194 ist in dieser Par. eine Lücke, wo Woltsowe sthen sollte. Warscowe (Waschow) ist berühmt durch die Schlacht zwischen dem Grafen Adolf v. Dassel und den Fürsten Heinrich Borwin und Niclot, in welcher der letztere fiel, 1201 oder 1200 (nach Rudl. 1197 Arnold. Lub. V, 13). – In Par. Hagenowe ist Potechowe (wo Gerhardus de Dorn 1293 dem Capitel zwei Hufen schenkte, p. 2978), Pätow, Merkrade und Dametze unbek. – In Par. Priscire

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ist Goreslawe Gößlow, Wargelitz Warlitz, Scarbenow (noch genannt 1335) unbek. Den Zehnten von 14 Hufen in Priscire und 4 Hufen in Zwechgowe erhielt das Kloster Eldena vom B. Gottschlak (Rudl. p. 133.) – In Par. Vilan (Vellan) ist Melcohche Melkhof, Domeratse Dammereez. Unbek. sind Tramme (noch 1335 genannt), Gansethorp (1230 kommt ein Petrus de Gansethorp vor, Rudl. p. 21), Bolbruke, Paniz (Penitz 1335) und Sekkevin, und in Par. Kurchowe (Körchow) Kattemarke. Zugelegt sind hier dem Capitel die Zehnten der 6 Hufen in Predole (Perdöhl), die es 1194 noch nicht hatte. – In Par. Camin ist unbek. Doytin u. Holthusen (ob vielleicht der Holzkrug?) Für den Zehnten von 4 Hufen in Camin (welchen ein miles Bernhardus zu Lehn hatte, und widerrechtlich zu verkaufen suchte) gab B. Ludolf 1246 dem Capitel den Zehnten von 4 Hufen in Multzahn (Schr. p. 2928). – Vitecowe ist Victow, Cowale Kogel. Dadowe (Dodow) wird 1236 als eine bischöfliche Curia erwähnt, und erhielt 1245 Befreiung vom Gr. Gunzelin von Schwerin; noch jetzt unter Meklenb. Strel. Hoheit.


Terra Godebuz.

In Par. Rene ist Lovetse Lowitz, Glatsowe Gletzow, Torbore Törber, Wolsekenthorp Welschendorf, Brutsekowe Brützkow, sclav. Brutsekowe unbek., Cochelestorp Köchelsdorf, Kasthorp Kasendorf, Jeserits Jeese, prope Turbore nova villa viell. Törberhals. Den Zehnten von 4 Hufen in Geseriz und 6 Hufen in Casendorpe erhielt das Kloster Eldena vom B. Gottschalk (Rudl. p. 133). Für Wedewendorp war ohne Zweifel der wendische Name Grambow (Urk. v. 1256 p. 2930), welcher nachher dem Kirchdorfe geblieben ist, während der Hof den deutschen (Wedendorf) behielt, obgleich Wedewenthorp eigentlich s. v. a. Pfarrdorf ist. Eine eigne Parochie war hier schon 1237. Ueber die Schlacht bei Grambow 1292,

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welche Johann II. von Gadebusch gegen die Vormünder der Söhne Heinrichs I verlor, s. Ernst v. Kirchberg Chron. C. 135. Westph. IV, p. 780 sq. – Woher der Besitz des Bischofs in Rene sich leitet, ist nicht nachzuweisen, doch s. unter Par. Slavekestorp. – In der Stiftungs-Urk. des Klosters Rehna 1237 wird dem Kloster beigelegt: in Rehna septimus dimidius mansus d. h. sechsthalb Hufen, in Glazowe und Herberdeshagen (?) ½ Z., in Banzin der Z. von 2 Hufen; was mit den hier vorkommenden Angaben zu vergleichen ist; ferner ½ Z. aus den hier nicht aufgeführten Oertern: Lipse („quatenus ad terram Godebuz pertinet“), Raduchelstorpe, Gribene, Bernerdestorp (Bernstorf), Piwerdestorp (Piverstorp), Johanneshagen und Amekenhagen (?). Ob hier vielleicht die schon 1320 genannte, Parochie Lipse, zu welcher diese Oerter zum Theil gehört haben können, ausgelassen ist? Unmöglich ist es, daß sie bei Abfassung des Reg. noch nicht vorhanden waren. – In Par. Vitelubbe ist sclav. Hindenberge unbek. Den Zehnten von 4 Hufen in Rambel und 5 Hufen in Hynneberge erhält das Kl. Eldena vom B. Gottschalk (Rudl. p. 133). – In Par. Exen war von Exen (Großen-Eichsen) ein Theil vom Capitel erkauft unter Heinrich 1228 (p. 2926.) Dagegen überließ das Capitel ihm 1/3 Z. in Wendelsdorf (Wenderestorp) sine feodo, ohne Lehnsverbindlichkeit, doch mit Vorbehalt des Eigenthums. – Rutnik (Rüting-steinfort) hatte 1237 eine Kirche. – In Par. Pokrente ist Baleise Bleese, Rantzsowe Renzow. – In Par. Godebuz hat der Mangel der Ueberschrift in Schröders und Westphalens Abdruck bei Ledebur (krit. Beleuchtung u. s. w. S. 152) den leicht erfolgenden Irrthum veranlaßt, daß Gadebusch zur Par. Pokrent gehörte. – Zwemin wurde 1309 vom Fürsten Heinrich II v. Meklenb. an die St. Gadebusch verkauft (Rudl. p. 219) und für den Zehnten von 4 mansis quondam ville Zwemin agri et nunc campo oppidi Godbuz adjacentibus erhielt das Capitel 1327 zwei Hufen in Vietlübbe (Rudl. p. 349, Schr. p. 1067). –

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Strestorp (hier mit 8 Hufen) steht auch unter Vitelubbe mit 12 Hufen. Waren zwei verschiedene Dörfer dieses Namens? – Germerstorp ist
Jarmsdorf, Gustecowe Güstow, Parsowe Passow. – In Par. Rokkenthorp wurde in Knese der Z. von 4 Hufen 1238 vom B. Ludolph dem Capitel geschenkt (p. 2910que nobis vacabat“ – also damals nicht mehr verliehen.) – Zadewalz ist Salitz, Crampz Crembs.


Terra Dartsowe.

 

In Par. Dartsowe (Dassow) ist allodium militum Christi (nicht wie HM. Oertzen angiebt, Lütgenhof, sondern) Vorwerk. In der Urkunde v. 1260 p. 679 heißt es allodium prope Dartzowe. Die milites Christi, denen es gehörte, sind ohne Zweifel die Schwerdtritter, welche auch fratres militiae Christi heißen (sonst fratres ensiferi, gestiftet vom Bischof Albert in Liefland 1201 und 1237 mit den deutschen Rittern vereinigt).
In der Urk. Heinrich Borwins von 1222 werden bei der Belehnung der Tochter derselben mit dem halben Zehnten der terra Dartzowe außer dem Dorfe des Bischofs, „que dicitur villa Episcopi“ (1158 geschenkt, hier aber nicht erwähnt und später unbek.) auch die „bona que sub se
tenuerunt tam laici quam clerici Lubecensis ciuitatis
“ ausgenommen von der Bezehntung. Als diese werden in dem Einschiebsel von 1260
Benkendorf, Seedorf, Johannsdorf und das Vorwerk bei Dassow genannt. Nun wird in der Urk. v. 1164 von Heinrich dem Löwen dem Lübeckischen Domcapitel „una villa in Darsowe“, ohne sie zu nennen, geschenkt (Schr. p. 421), und in einer Urk. v. 1249 gaben die Grafen Joh. u. Gerhard v. Holstein dem Lübeckischen Bischof Albert den halben ihnen verliehenen Zehnten zurück „in tribus villis in terra Dartsowe (falsch Dratsowe) videlicet: Benickerdorpe, Johannesdorpe et Sedorp cum eorum appendiciis“ (s. die Stelle bei Wersebe S. 401). Eins dieser drei Dörfer war also das


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von Heinrich dem Löwen geschenkte, und diese drei Dörfer gehörten den „Clericis“, das „Allodium“ aber einem „laicus“ oder mehrern „laicis“ in Lübeck. Dort wären also die milites Christi zu suchen. – Uebrigens ist Sethorp (von HM. Oertzen für Schwansee gehalten) unbek. Villa Thankmari ist Dönkendorf, Woteniz Schreibfehler für Potenitz (Pötenitz). Sclav. Erkense, indago Thankmari, Rardolveshagen, indago Woldemari sind sämmtlich unbek. – Bunestorp ist Großen-Bünstorf, jetzt zu Meklenb. Strel. Die Rechte der St. Wismar an dies Dorf erhielt das Bisthum 1332 gegen Abtretung des Zehntens von Dammhusen (Schr. p. 1122).

In Par. Mummenthorp ist Poppenthorp wohl nicht (nach Oertzens Vermuthung) Roggenstorf, sondern eher Poppenhusen; Ponatestorp (Pohnsdorf) steht unter Par. Thomashagen noch einmal, gewiß wegen zweifelhafter Parochialgrenze. Villa Reinwardi und die Sclavica villa sind unbek. Johannisvelt nimmt HM. Oertzen für Hansdorf. Burtsowe (Börzow) war schon 1320 eine eigne Parochie.


Terra Brezen.
 

In Par. Honkerken ist unbek. Reimanstorp (genannt in der Urk. v. 1260) und Marmotse. Die nova villa (am Ende) möchte wohl eher das jetzt zur Par. Beidendorf gehörende Niendorf, als, wie v. Ledebur will, Neu-Jassewitz sein. – Die Bemerkung bei Beckerwitz und den drei andern Dörfern bezieht sich auf die Urk. v. 1222, wo aber statt Fredeberni (d. i. indago Fredeberni, Friedrichshagen, s. unter Par. Gressowe) sich der Name Wathmunde findet. Dieser war also ohne Zweifel der ältere, wendische Name für Friedrichshagen. Eben so war auch für Hohenkirchen ein älterer Name Miristorp und ein noch älterer Maliante, welcher letztere ohne Zweifel wendisch ist (in der Urk. v. 1158). Außer diesem Dorfe waren Gressow und die gänzlich unbekannte villa Lubimari, für welche

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Manderow vertauscht ward, schon bei der Dotation dem Bisthum geschenkt. – In Par. Proceke ist Mirowe verschrieben für Zirowe. Villa Gerardi ist Eggersdorf, Wizok Wisch. Krukowe wurde 1300 von der St. Wismar gekauft und zu Stadtfeld gemacht Schr. p. 864. Unbek. ist villa Merzlavi. – In Par. Gressowe ist Sibus Zipphausen, das aliud Sibus unbek., so wie Cimerstorp, Marquardusthorp ist Meiersdorf, villa Thedolfi Testorf, indago Rutnik Ober-Rüting. Indago Fredeberni „Fredebernshagen“ 1320 eine eigne Pfarre, j. Friedrichshagen. – In Par. Begenthorp (Beidendorf) hält HM. Oertzen (ob mit Recht?) villa Mauricii für Bobitz. Zauiztorp ist Saunsdorf, villa Hermanni Harmshagen. – In Par. Gnewesmulne wird Rademersvelt noch 1335 erwähnt („Rodemannesvelt“). Minnowe, schon 1219 dem Kloster Sonnenkamp geschenkt, und noch 1257 erwähnt, ist später unbek., so wie Vulnustorp und Ratnisvelt. Villa Conradi ist Cordshagen, Porzerowe Poischower Mühle, Cristane Kastahn. Auch dieses („Kerstane“) und Waldenhagen (Wohlenhagen) werden 1219, so wie Degetow 1257 unter den Besitzungen des Kl. Sonnenkamp erwähnt. Den Zehnten von 4 Hufen in Christane erhielt das Kl. Eldena vom B. Gottschalk (Rudl. p. 133). – Der erste Probst von Sonnencamp hieß Alvericus, Urk. 1218 p. 518. Dipl. Dobb. p. 1475-1219 p. 525. Dipl. dobb. p. 1477 (Alvericus Campi Solis prepositus) – 1222 p. 532 et 541. Im Jahr 1236 wird Adamus erwähnt p. 586-1237 Dipl. Dobb. p. 1481. – Villa Gozwini ist Goostorf; Vilebeke (noch 1276 erwähnt Rudl. p. 90) später unbek. Auch aus den nicht genannten Dörfern Thiderikeshagen, Upal, Boyenhagen und Schildenberge erhielt Eldena schon von B. Gottschalk den Zehnten.


Clutse aemus.
 

In Par. Clutse ist superior villa Tarnewitz Oberhof, sclav. Tarnewitz das heutige Tarnewitz, welches 1301 dem

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Kloster Reinfeld verkauft wurde (Franck V, p. 168). Wittenbergerhagen j. Tarnewitzerhagen. Indago Prespositi, Pravsthagen, wurde vom Ratzeb. Domcapitel 1300 gekauft (Schr. p. 2990). – In Par. Thomashagen (Damshagen) ist Burissowe (Bössow) 1320 als eigne Parochie genannt.

Terra Jabele et Waninke.
 

Walcrowe ist die Rögnitz, an den Namen erinnert Warlow. Ueber die Grafen Heinrich und Bernhard v. Dannenberg f. Rudloff Gesch. der Grafsch. Dannenberg S. 17 ff. – Der Diaconus Heinricus kommt 1235 vor p. 2918-1237 p. 589-1238 p. 2919 – Bernardus sacerdos 1238 p. 2922 – Melgoz jetzt Mallis. – Aus der Urk. über die Stiftung des Klosters Eldena 1291 (Rudl. p. 133 ff.) würde folgen, daß schon unter Bischof Gottschalk unter dem Archidiaconat Eldena die Kirchspiele Grabowe, Domelitze (Dömitz), Conowe, Jabele, Loysowe, Pychere, Stapele und Laceke (Laasch) geordnet waren, wenn nicht diese Namen aus der spätern Zeit in die frühere hineingetragen sein könnten.


Terra Sadelbandia.
 

Was man hier zuerst findet, ist nicht die Angabe der ad Cornu eingepfarrten Dörfer (es steht nicht, wie sonst, in parochia ad Cornu) sondern
die Reihe derjenigen Dörfer, in denen VERLIEHENE Zehnten sind, weil noch Stickzehnten üblich waren; dagegen die folgenden, in denen nach jener „pessima consuetudo“ Sackzehnten, 4 modii pro manso, üblich geworden waren (wie auch schon in Holstein nach Helmold I, 90) nach den Parochien geordnet sind. Doch sind 4 unter den zuerst genannten Dörfern nachher unter ihren Parochien wiederholt, drei mit einem
. Warum aber dieses Zeichen noch bei drei andern steht, weiß

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ich nicht. – Toschope ist unbek. In „Wenerdorp“ (j. Wentorf) wurden schon 1219 2 Hufen vom Gr. Albert v. Ratzeb. der Kirche in Bergerdorp geschenkt (p. 2910). Crutsem ist Krüzen, jetzt in Lütow eingepfarrt.

In Par. Soveneken ist das Dorf Horgenbeke (Hornbeck) ohne Zweifel derselbe Ort, welcher in dem frühern limes Saxonicus als Horchembeke (Ad. Brem. II, 9 nach der Copenh. HS.) vorkommt. Die in dieser Parochie genannten Wendischen Oerter, die westlichsten unter allen in
Nordalbingien, beweisen, daß später die Wenden über den limes Saxonicus eingedrungen waren. – Lelecowe und Cemerstorp sind unbek. Putrowe (Pötrau) ist schon 1158 in der Dotationsurk. genannt. Die hier beigebrachte, allerdings bemerkenswerthe Notiz über den Grund der Schenkung würde auf das Jahr 1147 führen, in welchem Heinrich der Löwe zuerst nach Nordalbingien kam (Böttiger H. d. L. S. 102). Pötrau war also wohl gewiß ein Allodium des Herzogs, wenn auch nicht das ganze Sadelbanien. Das Dorf wurde 1377 für Stove vertauscht (Schr. p. 1506), aber 1399 (nach ungedr. Urk.) vom Bisthum wieder gekauft; noch bis 1532 im Besitz desselben (Westph. T. II, p. 1991). Wann veräußert? – Unter Par. Lutowe ist der genannte Graf Reinold der Comes de Thetmarsia, welcher mit dem Grafen Adolf von Holstein 1164 auf dem Zuge gegen Pribislav den Herzog Heinr. den Löwen begleitete und bei der Belagerung von Demmin fiel (Helmold II, 4). Er war als erster eigentlicher Graf von Dithmarschen von Heinrich d. L. eingesetzt (s. Dahlmann zu Neocorus Chronik I, S. 580) wahrscheinlich erst 1157. Er ist nach Dahlmanns Vermuthung der Reinoldus de Ertheneburg, welcher 1162 (Schr. p. 405) 1164 („apud Ferdiam Id. Jul.“ – p. 422) als Zeuge genannt wird. – Wizoc (oder Wisch s. unter Par. Prozeke) ist unbek., so wie villa Godescalci, Volcmaresvelt und Albrechteshope. – Coledowe ist Kollow im Ksp. Gülzow; Lantsaze Lanze; Abenthorp heißt seit 1678 Juliusburg. – Telekowe ist Talkau,

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welches aus der Urk. des Klosters Reinbeck v. 1351 erhellt (Westph. IV, 3423), wo die Grenze von Telekow und Tramm berichtigt wird. Es war 1241 vom Herz. Albrecht v. Sachsen dem Kl. Reinbeck geschenkt. Auffallend ist es freilich, daß es hier unter Lütow steht. – Borist (Börste, Börse) wird noch 1724 im Ksp. Gülzow aufgeführt (Schlöpke hist. Nachr. v. Lauenb.), ist aber später eingegangen und das Feld zu Gülzow und Kollow gezogen. Dieses Dorf war von Heinr. d. L. von seinen Allodien dem Bisth. Schwerin zur Dotation gegeben 1171 p. 2896; auch genannt in der Urk. v. 1185 (Franck III, p. 191) v. 1191 (Schr. p. 2601) v. 1191 (Franck III, p. 219) und v. 1211 (Dipl. Megap. p. 399); ohne Namen angedeutet in der Urk. v. 1177 (Schr. p. 469). Eben dieser Ort ist es ohne Zweifel, welcher bei Arn. Lub. IV, 16 castrum Borsich heißt und 1193 vom Gr. Bernhard v. Ratzeb. belagert wurde (irrthümlich von Kobbe Gesch. v. Lauenb. S. 314 nach Estor für Basthorst gehalten). – Par. Hagede ist Geesthacht, von welchem Hohenhorn (Cornu) bis 1598 ein Filial war (Burmester Lauenb. K. G. S. 169). – Burnessem (Börnsen), wo 1217 Gr. Albert v. Ratzeb. 6 Hufen der Bergerdorper Kirche schenkte (p. 2910), ist hier nicht genannt. – In Terra Boyceneburg ist Benin schon genannt 1158 und war noch bis 1821, da es an Schwerin kam, unter Mekl. Strel. Hoheit.






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